So., 18.06.2017

Kommentar zur Muslim-Demo in Köln Chance vertan

Teilnehmer beim Friedensmarsch in der Kölner Innenstadt.

Teilnehmer beim Friedensmarsch in der Kölner Innenstadt. Foto: Henning Kaiser/dpa

Von Christian Althoff

Es wäre ein machtvolles Zeichen gewesen, wenn tatsächlich 10.000 Muslime in Köln auf die Straße gegangen wären, um den IS-Terroristen nach den Anschlägen von Berlin, Manchester und London zuzurufen: »Mit unserer Religion könnt ihr euer Morden nicht rechtfertigen!« Doch das blieb ein frommer Wunsch der muslimischen Veranstalter.

Zwar wurde die Demonstration unter anderem vom liberalen Zentralrat der Muslime in Deutschland unterstützt, doch der vertritt höchstens 20.000 Moslems. Die viel mächtigere und von Ankara gesteuerte Ditib, die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e. V., hatte dagegen mit fadenscheinigen Begründungen eine Teilnahme abgelehnt und die Großdemo boykottiert.

Die Ditib hat damit nicht nur eine Chance vertan, dem oft unterstellten Generalverdacht gegen Muslime etwas entgegenzusetzen. Sie hat auch die Gelegenheit nicht genutzt, ihr eigenes, durch Spitzelvorwürfe beschädigtes Image zu verbessern.

Respekt gebührt jenen Muslimen, die trotzdem in Köln waren.

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