Mo., 19.06.2017

Kommentar zur Rücken-OP-Studie Das Kreuz mit dem Kreuz

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: dpa

Von Andreas Kolesch

Immer mehr Rücken-OPs in Deutschland: Dieses Ergebnis der jüngsten Bertelsmann-Studie allein ist noch nicht unbedingt alarmierend. Bessere medizinische Versorgung schlägt sich ja gerade in dem Umstand nieder, dass moderne Behandlungsmethoden immer mehr Menschen zur Verfügung stehen.

Zu denken allerdings muss der Umstand geben, dass die OP-Häufigkeit regional so unterschiedlich ist. Denn es gibt keinen vernünftigen Grund dafür, dass die Zahl der Eingriffe in Hessen und Thüringen um so viel höher ist als anderswo.

Der Verdacht steht im Raum: Es wird operiert, weil die Kapazitäten dafür vorhanden sind und ausgelastet werden müssen. Oder anders ausgedrückt: Angebot schafft Nachfrage. Wirtschaftliche Interessen aber sollten in Gesundheitsfragen keine Rolle spielen – schon gar nicht, wenn sie im Wortsinne auf dem Rücken der Patienten ausgetragen werden.

Was aber heißt das nun für die Betroffenen? Die sollten sich im Zweifel daran erinnern, dass sie das Recht auf das Einholen einer zweiten Meinung haben. Vor einer Rücken-OP sollte dazu immer genügend Zeit sein.

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