Mo., 14.08.2017

Kommentar zur Lebensmittel-Verschwendung Es gibt Hoffnung

Eine Sammeltonnen mit Obst-, Gemüse- und andere Lebensmittelabfällen.

Eine Sammeltonnen mit Obst-, Gemüse- und andere Lebensmittelabfällen. Foto: dpa

Von Jan Gruhn

Neun von zehn Deutschen zwischen 21 und 51 Jahren werfen regelmäßig Essen weg . Die Generationen, die den Krieg miterlebt haben oder mit anderen Entbehrungen aufgewachsen sind, haben ein anderes Verhältnis zu Lebensmitteln. Aber den »Jüngeren« daraus den Vorwurf der Ignoranz für den Wert einer warmen Mahlzeit zu stricken, ist zu einfach gedacht.

Lebensmittel sind heute zwar billig wie nie und im Überfluss vorhanden. Sie sind aber zumeist auch hochgradig verarbeitet – und werden von der Industrie praktisch verzehrfertig serviert. Wer nicht sieht, wie viel Arbeit alleine in einer guten Pizza steckt, weiß sie natürlich weniger zu schätzen. Hinzu kommt, dass beim wachsenden Alltagsstress zunehmend die Zeit fehlt, sich täglich zutiefst dankbar mit der Bedeutung unserer prall gefüllten Kühlschränke zu befassen. Doch gibt es auch Gegenbewegungen.

Selbst wenn manche Menschen bei der quasi-religiösen Debatte zwischen Fleischessern und Vegetariern genervt die Augen verdrehen dürften: Sie zeigt, dass sich etwas bewegt auf den Mittagstischen der Deutschen.

Kommentare

Es gibt Hoffnung

Hoffnung gibt das "foordsharing" von Valentin Thun ins Leben gerufen. Wer mehr erfahren will, googelt seine Aktivitäten im Netz. Wenn man sich vorstellt, dass die Hälfte aller Lebensmitel weggeworfen wird, noch bevor sie einen Verbraucher erreichen, dann ist das als Wahnsinn zu bezeichnen. Allein in Deutschland annähernd 10 - 20 Millionen Tonnen. Eine Verschwendung sondergleichen, die zeigt, wie weit wir schon entkoppelt sind von dem Gedanken und dem Gefühl des Verbundenseins. Wie oft wurde schon eine gesamtgesellschaftliche Debatte angeregt mit sehr mässigem Erfolg. Und so wird die Verantwortung immer wieder auf den/die Anderen verschoben. Wo bleibt dass Engagement der Kirchen, die den Anspruch erheben, sich für die Armen zu engagieren, wenn es nicht einmal gelingt, die Menschheit ausreichend zu ernähren, trotz des immensen Lebensmittelüberchusses?

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