So., 03.09.2017

Kommentar zu Nordkorea Entschärfer gesucht

Die von der Regierung Nordkoreas am 3. September 2017 verbreitete Aufnahme zeigt Staatschef Kim Jong Un (Mitte) bei der Inspektion eines angeblichen Wasserstoffbomben-Sprengkopfes an einem nicht genannten Ort.

Die von der Regierung Nordkoreas am 3. September 2017 verbreitete Aufnahme zeigt Staatschef Kim Jong Un (Mitte) bei der Inspektion eines angeblichen Wasserstoffbomben-Sprengkopfes an einem nicht genannten Ort. Foto: dpa

Von Thomas Hochstätter

Auf wen hört Kim Jong Un? Das ist zu einer Frage geworden, die über Leben und Tod entscheiden kann. Dringend wird jemand gebraucht, der die Lage in und um Nordkorea entschärft.

Von US-amerikanischer Seite ist da bislang wenig zu erwarten. Präsident Donald Trump hält nach eigenem Bekunden nichts von einer »Sprache der Beschwichtigung«. So ruft die eine Drohung die nächste hervor, und auf die eine Provokation folgt eine weitere.

Dabei wären Verhandlungen angebracht. Auch wenn es schwer vorstellbar ist, man wird auf den Machthaber in Pjöngjang zugehen müssen. Die jüngsten Raketen- und Bombentests lassen darauf schließen, dass Kim Jong Un derzeit keine Veranlassung sieht, irgendeinem Druck nachzugeben.

Und er hat leider gute Karten in diesem bösen Spiel. Zu viele Ziele sind in der Reichweite der nordkoreanischen Streitkräfte, die die USA nicht werden schützen können, wenn es zum Äußersten kommt.

Abschreckung darf deshalb nur ein Teil der Strategie sein, internationale Diplomatie gehört auch dazu.

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Entschärfer gesucht

Die Gesprächsbasis ist dahin, weil die Clinton, Bush- und die Obama-Administration sämtliche Vereinbarungen und Versprechungen aus dem Jahr 1994 gebrochen und nicht eingehalten haben. Clinton hatte mit Nordkorea das Ende des Atomprogramms unter gewissen Bedingungen vereinbart. Nordkorea wurde jedoch vereinbarungsgemäss nicht aus der Liste der Terrorstaaten entfernt, mit Kernbrennstoff für die Atomreaktoren beliefert. Die Beziehungen wurden nicht normalisiert und die Sanktionen aufgehoben. 2002 wurden dann die Beziehungen zwischen den beiden Ländern beendet. Es gibt auch keinen Friedensvertrag, sondern nur einen Waffenstillstand. Das heisst, der Krieg (aus den Fünfzigern des 20.Jhdts.) zwischen Nordkrea und China auf der einen Seite und Südkorea und Amerika auf der anderen Seite ist nur angehalten. Nun soll ein "Retter her? Wie kann nach der negativen Entwicklung eine Einigung erzielt werden? Noch im Jahre 1998 waren die USA und die internationale Atomenergiebehörde zufrieden. Es gebe "keine fundamentale Verletzung jeglicher Aspekte des Rahmenvertrages" durch Nordkorea. Ich zitiere die britische Zeitung "Independent": "Jetzt ist der Norden so nahe wie nie zuvor an einer grossangelegten nuklearen Raketenfähigkeit, was die Trump-Administration unter enormen Druck stellt. Wenn das Weisse Haus seine Politik gegenüber Nordkorea richtig stellen will, muss es versuchen zu verstehen, warum die letzte mögliche Chance eine Krise endgültig zu lösen nicht funktioniert hat." Es liegt also an Amerika aus dieser Nummer rauszukommen. Wenn Trump nicht als Psychopath abgestempelt werden will, muss beweisen, dass seine Versprechen nicht wertlos sind.

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