Di., 12.09.2017

Kommentar zu den Krankmeldungen bei Air Berlin Gefährlicher Virus

Am Schalter von Air Berlin warten auf dem Flughafen in Düsseldorf Reisende.

Am Schalter von Air Berlin warten auf dem Flughafen in Düsseldorf Reisende. Foto: dpa

Von Bernhard Hertlein

Dürfen sich Piloten plötzlich und in so großer Zahl krank melden und dadurch ihre insolvente Fluggesellschaft ins Chaos stürzen? Auf diese Frage gibt es mindestens eine gesetzliche, eine menschliche und eine an ökonomischer Vernunft orientierte Antwort.

Gesetzlich: Wäre die Krankheitswelle abgesprochen , so verstieße sie gegen das Arbeitsrecht. Doch so lange es keinen Beweis gibt, sind Vermutungen Unterstellung. So lange ist davon auszugehen, dass unter den Air-Berlin-Piloten ein Virus grassiert.

Menschlich: In der Tat lösen die Insolvenz des Arbeitgebers und die Furcht um den eigenen Job Stress aus, auch bei gut bezahlten Piloten. Stress wiederum macht anfällig für Erkrankung.

Ökonomische Vernunft: Schon die Unterstellung, es könnte sich um einen wilden Streik handeln, macht Air Berlin weder bei Interessenten für das Unternehmen noch bei den Passagieren attraktiv. Im Gegenteil. Es scheint so, als glaubten die Piloten selbst nicht mehr an eine Zukunft.

Der Insolvenzverwalter ist um seine Aufgabe nicht zu beneiden. Er muss schnell eine Lösung finden, die auch vor den Gerichten und Kartellämtern Bestand hat.

 

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