Di., 26.09.2017

Kommentar zu Horst Seehofer Vom Jäger zum Gejagten

Vor Beginn der ersten Sitzung der Unionsfraktion im Bundestag: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht mit Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) am 26. September in Berlin.

Vor Beginn der ersten Sitzung der Unionsfraktion im Bundestag: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht mit Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) am 26. September in Berlin. Foto: Michael Kappeler/dpa

Von Ulrich Windolph

Plötzlich ist aus dem Jäger Horst Seehofer ein Gejagter geworden. Dabei wollte der CSU-Chef doch eigentlich der Schwesterpartei CDU den rechten Weg weisen und so zugleich dem Wahlvolk daheim in Bayern klar machen, dass an einer absoluten Mehrheit für die CSU auch bei der Landtagswahl im Herbst 2018 kein Weg vorbeiführen darf.

Stattdessen muss er sich nun erst einmal selbst rechtfertigen für das maue Ergebnis, das seine CSU bei der Bundestagswahl erzielt hat. Noch sind die Attacken keine Revolte, aber für Seehofer ist guter Rat trotzdem teuer: Lässt er demnächst ein Jamaika-Bündnis scheitern, so könnte das Neuwahlen provozieren – mit ungewissem Ausgang auch für die Union. Erteilt der CSU-Chef aber einer Koalition mit FDP und Grünen großzügig seinen Segen, dürften das viele Christsoziale für absolut inakzeptabel halten.

Sitzt Seehofer also in der Falle? G emach, gemach – bisher hat der begnadete Populist noch jede Wende so wortreich zu erklären vermocht, dass am Ende keiner mehr nachfragen wollte. Gut möglich also, dass Seehofers Not fürs Erste Angela Merkels Rettung ist.

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