Mo., 30.10.2017

Kommentar zu Carles Puigdemont Präsident ohne Land

Der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont.

Der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont. Foto: dpa

Von Bernhard Hertlein

Auf Kastanien, Süßkartoffeln und Panellets, das traditionelle katalanische Allerheiligen-Essen, muss Carles Puigdemont 2017 wohl verzichten. Nach der Absetzung durch die spanische Zentralregierung hat er sich selbst abgesetzt. Das mag persönlich verständlich sein. Wer lebt schon gern hinter Gittern? Dennoch steht der Ex-Regierungschef nach seiner Ausrufung der Unabhängigkeit, dem Aufruf zu zivilem Ungehorsam und den Massendemonstrationen am Wochenende für den Verbleib in Spanien als Verlierer da.

Puigdemont mag sich selbst noch als Präsident fühlen. Aber er hat kein Land, das er regieren kann. Niemand in der EU hat ihn wirklich unterstützt. Das wird sich auch jetzt, da er nach Brüssel geflohen ist, nicht ändern.

Sein Gegenspieler, der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy, fühlt sich als Sieger. Sein Sieg wird sich aber in eine Niederlage verwandeln, wenn die Wahlen nicht das gewünschte Ergebnis bringen. Die Chance, Spanien eine modernere, föderale Struktur zu geben, hat Rajoy verspielt. Die Forderung wird bald neu gestellt werden, nicht nur in Katalonien.

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