Di., 21.11.2017

Kommentar zur NRW-Hauptschule Noch lebt sie

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: dpa

Von Bernhard Hertlein

Geht das Hauptschulsterben in NRW ungebremst weiter, schließt in 15 Jahren die letzte ihre Tore. Manche freut das. Und von denen, die öffentlich trauern, weinen viele Krokodilstränen. Der Ruf der Hauptschule, Nachwuchs für praktische Berufe heranzubilden, ist ruiniert.

Erst wenn es keine Hauptschule mehr gibt, werden die Bildungspolitiker, aber auch viele Unternehmer merken, welche Chance sie verspielt haben. Denn mit mehr und besser ausgebildeten Lehrern und mit einem anderen, auf die Kernfächer konzentrierten Konzept können die Hauptschüler auch bessere Ergebnisse erzielen. Kommen dann noch Unternehmer hinzu, die Abiturienten nicht per se für die besseren Arbeitnehmer halten, schrumpft nicht nur ein Bildungs-, sondern ein gesellschaftliches Problem gegen Null.

Klar kann man Kinder aus sogenannten bildungsfernen Schichten auch in der Gesamtschule fördern. Diese hat zudem den Vorteil größerer Durchlässigkeit zu höheren Schulabschlüssen. Dennoch: Hauptschulen sind kleiner und persönlicher. Und das ist – das war wohl – ein Vorteil.

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