Mo., 27.11.2017

Kommentar zum BVB Eine Frage der Alternative

Noch darf Bosz beim BVB bleiben.

Noch darf Bosz beim BVB bleiben. Foto: dpa

Von Jens Brinkmeier

Sieben Minuten Nachspielzeit. Zum Glück für Borussia Dortmund und Trainer Peter Bosz waren es »nur« sieben Minuten. Noch etwas mehr, und Schalke hätte vermutlich nicht nur das 4:4 geschafft, sondern auch noch den Siegtreffer erzielt.

In diesem Fall wäre die Uhr für Bosz beim BVB wohl abgelaufen , jetzt darf der Niederländer noch bleiben. Doch der 54-Jährige ist ein Trainer auf Abruf. Es verstärkt sich der Eindruck, dass den Borussia-Verantwortlichen um Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc lediglich die passende Alternative für die Trainerbank fehlt. Derzeit wären nur Notlösungen zu bekommen.

Das Vertrauen in Bosz, die Mannschaft zurück in die Erfolgsspur bringen zu können, schwindet aber immer mehr. Das epische Derby gegen Schalke war ein Spiegelbild der bisherigen Saison. Furios gestartet, dann komplett eingebrochen.

Verunsichert

Die Mannschaft ist inzwischen so verunsichert, dass nicht einmal eine 4:0-Führung zu einem Sieg reicht. Dass den BVB-Profis die Fitness fehlt, dass Bosz nicht hart genug trainieren lässt – diese Vorwürfe werden immer lauter.

Spiele wie am Samstag tragen nicht dazu bei, sie zu entkräften. Bosz gelingt es nicht, die wiederkehrenden Probleme zu lösen. Dabei hatte der oft als stur bezeichnete Coach zuletzt sein starres 4-3-3 aufgegeben, Siege gab es trotzdem nicht.

Weil die Spieler immer wieder haarsträubende Abwehrfehler machen. Dafür kann der Trainer nichts. Zu seinen Aufgaben gehört es aber, dem Team einen klaren Plan aufzuzeigen und offenbar bestehende mentale Blockaden zu lösen. Das gelingt ihm nicht. Auch die Mannschaft muss sich hinterfragen.

Ein 4:0 so zu verspielen, darf einfach nicht passieren. Immer wieder wird dem Trainer mit Worten der Rücken gestärkt, auf dem Platz aber fehlt die Umsetzung. Ändert sich nichts, ist Peter Bosz bald Geschichte beim BVB. Sein Name wird allerdings immer mit dem Derby-Desaster am 25. November 2017 verbunden sein.

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