Mi., 20.12.2017

Kommentar zur US-Steuerreform Mogelpackung

US-Präsident Donald Trump spricht am 29.11.2017 in St. Charles (USA) zur geplanten Steuerreform der Republikaner.

US-Präsident Donald Trump spricht am 29.11.2017 in St. Charles (USA) zur geplanten Steuerreform der Republikaner. Foto: dpa

Von Thomas J. Spang

Die Vorfreude der Amerikaner über das Steuerpaket unter dem Weihnachtsbaum hält sich schon vor der Bescherung in engen Grenzen. Jenseits der Unternehmen und Spitzenverdiener, die massiv von den Steuersenkungen profitieren, erwarten die Bürger nicht allzu viel von der Festagsgabe.

Die angehobenen Pauschalen und Freibeträge für Kinder bringen Normalverdienern bestenfalls vorübergehend eine bescheidene Entlastung. Denn der Gesetzgeber hat diese Bestimmungen mit einem Verfallsdatum versehen. Bis zu diesem Zeitpunkt wird sonst auch nicht viel in den Taschen hängen bleiben.

Denn was der Kongress mit einer Hand gibt, nimmt er mit der anderen wieder. Er begrenzt die Abzugsfähigkeit lokaler und bundesstaatlicher Abgaben. Das führt für Bürger in Hochsteuer-Regionen wie New York und Kalifornien de facto zu einem Anstieg der Abgabenlast. Die Senkung der Unternehmenssteuer von 35 auf künftig 21 Prozent wird direkt und indirekt durch eine massive Umverteilung von unten nach oben erkauft.

Trumps funkelndes Steuerpaket ist kein schönes Geschenk, sondern eine traurige Mogelpackung.

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