Do., 01.02.2018

Kommentar zur Herforder Brauerei Nicht billig, nicht Craft

Foto: Oliver Schwabe

Von Bernhard Hertlein

Herforder, was war das mal für eine Marke! Damals, als die ostwestfälische Brauerei bundesweit im Fernsehen geworben hat. Damals, als Deutschlands Biertrinker über den »Kneipenoskar« diskutierten, den die Brauerei jährlich verlieh.

Damals war nicht alles besser, aber manches anders. Das gilt in besonderer Weise für den Biermarkt. Grundsätzlich geht der Konsum zurück – so wie der Außerhausverzehr alkoholischer Getränke insgesamt. Gleichzeitig steigt aber in jüngster Zeit die Nachfrage nach den handwerklich gebrauten, den sogenannten Craft-Bieren. Da tritt der Gerstensaft preislich sogar in direkte Konkurrenz zum Wein.

Auch wenn man es den Herfordern wünschen würde: Regionalität allein reicht nicht, um in Getränkemärkten, Gaststätten und auf Festen Erfolg zu haben. Der Bierkunde ist wählerischer, will, wenn er schon mehr Geld ausgibt, auch etwas Besonderes.

Relativ gut behaupten sich die Billigbiere, weil sie sich am Geschmack des Durchschnittskonsumenten orientieren. In diesem Fall entscheidet eben der Preis. Da haben teurere Allerweltsbiere, zu denen viele Biergenießer auch Herforder zählen, einen schweren Stand.

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