Do., 08.03.2018

Kommentar zur Kriminalstatistik Keine Erklärung

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: dpa

Von Christian Althoff

Der beachtliche Rückgang von 96.000 Straftaten in NRW innerhalb eines Jahres – er ist der SPD zu verdanken. Das meint zumindest der frühere Landesjustizminister Thomas Kutschaty, der die Entwicklung als Ergebnis »langfristig angelegter Maßnahmen« der früheren rot-grünen Regierung beschreibt.

Oder war es doch ein Erfolg des neuen schwarz-gelben Kabinetts? »Die Null-Toleranz-Strategie der neuen NRW-Innenpolitik trägt erste Früchte!«, frohlockte der Paderborner CDU-Landtagsabgeordnete Daniel Sieveke.

Und die Polizei? Sie sieht den Schlüssel zum Erfolg in einer »veränderten Einsatzstrategie« und darin, dass Wohnungseinbrüche jetzt mit mindestens einem Jahr Haft bedroht sind.

Tatsächlich steht nur eines fest: Die Zahl der Straftaten ist gesunken, weil weniger Taten begangen wurden. Warum – das kann niemand seriös beantworten. Wer auch immer jetzt den Rückgang für sich reklamiert, muss wissen: In ein, zwei Jahren kann alles schon wieder ganz anders aussehen. Und dann stehen die selbsternannten Helden von heute ziemlich bedeppert da.

Kommentare

Keine Erklärung

Eine rückläufige Straftatenstatistik, wenn nur die aufgekärten Straftaten erfasst werden? Zweifel? Dann lesen Sie auf der Seite 4 der letzten BKA-Studie: "Grundlagen....des Lagebildes sind ....lediglich aufgeklärte Fälle". Und was ist mit den 600.000 Straftaten, die lt. BKA von Zuwanderern begangen wurden? Auch hier werden nur die berücksichtigt, die als Tatverdächtige ermittelt wurden. So werden Anzeigen gegen Unbekannt und Straftaten, bei denen Flüchtlinge zwar als Tatverdächtige beschuldigt werden, aber nicht indentifiziert werden, nicht erwähnt. Das BKA stellt dazu fest, dass Flüchtlinge jeden Tag über 800 Straftaten begehen. Natürlich begehen auch "Nichtflüchtlinge" Straftaten. Es ist aber nachweisbar, wer für die Häufigkeit von mehr als 40 Prozent verantwortlich ist, so die BKA-Statistik.

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