Do., 24.05.2018

Kommentar zur Rente mit 63 Freud und Leid

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: dpa

Von Stefan Vetter

Wer die Rente ab 63 in Anspruch nimmt, verzichtet bewusst auf den weiteren Bezug seines in aller Regel höheren Arbeitslohns. Und er lässt gleichzeitig zusätzliche Rentenansprüche sausen, die bis zum Eintritt in das reguläre Rentenalter angefallen wären.

Damit wird klar: Menschen, die von der Rente ab 63 profitieren , hätten ohnehin auskömmliche Altersbezüge gehabt, in erster Linie gut verdienende Facharbeiter mit langen Arbeitsbiografien.

Am Problem der Altersarmut geht die teure Maßnahme komplett vorbei. Vielleicht ist das auch ein Grund dafür, warum die SPD die Zahl der zu erwartenden Nutzer beim Inkrafttreten des Gesetzes vor vier Jahren kleiner gerechnet hat, als von der Rentenversicherung erwartet worden war. Daraus spricht ein schlechtes Gewissen gegenüber alten Leuten, die sich mit Mini-Renten durchschlagen müssen.

Und man wusste auch damals schon, dass die Menschen eigentlich länger arbeiten müssten, um dem wachsenden Fachkräftemangel zu begegnen. Für viele Unternehmen ist die Rente mit 63 deshalb eher eine Leidensgeschichte.

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