Di., 12.06.2018

Kommentar zum Friedenspreis für Jan und Aleida Assmann Gute Idee

Aleida und Jan Assmann erhalten den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

Aleida und Jan Assmann erhalten den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Foto: Corinna Assmann

Von Matthias Meyer zur Heyde

Europa ist säkularisiert. Das Abendland hat Jahrhunderte gebraucht, sich von geistlichen Dogmen zu emanzipieren, was aber nun nicht heißt, dass die Religion ihre Daseinsberechtigung verloren hätte – im Gegenteil. Einst hat Kant den ihr wesenseigenen Appell, tolerant miteinander umzugehen, formuliert, heute tut es das Ehepaar Assmann, das den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhält.

In der Antike vor Mose manifestierte sich die Religion in der Kultur. Seit Mose ist sie von ihr geschieden, was sie aber – folgt man Jan Assmann – überhaupt erst befähigt, alles Weltliche zu bewerten, auch zu kritisieren, Unrecht und Unterdrückung an erster Stelle. Was also fehlt, wenn religiöse Grundwahrheiten fehlen? Die einordnende Instanz.

Aber wie’s so geht: Da folgt einer dem falschen Gott – und tötet im Namen der Religion. Worüber niemand enttäuschter sein kann als Jan und Aleida Assmann. In diesem Paar wird der enge Konnex von Wissenschaft und Religion sichtbar. Jan Assmann hat ein Mehr an religiöser Bildung gefordert. Nicht das Schlechteste, wenn man Menschenfreund ist. Friedenspreis für die Assmanns? Eine gute Idee.

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