Mi., 08.08.2018

Kommentar zu Flüchtlingsbürgen Schäbig

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: dpa

Von Christian Althoff

Erinnern Sie sich noch an Bilder aus 2014, als »IS«-Terroristen syrische Städte einnahmen und Menschen massakrierten? Damals war es politischer Konsens, Syrer mit Flugzeugen nach Deutschland zu holen, um sie zu retten. Ein humanitärer Akt, der Deutschland gut aussehen ließ und nicht viel kostete, denn für den Lebensunterhalt der Syrer kamen Bürgen auf – Verwandte, aber auch andere Privatleute.

Es ist schäbig von der Bundesregierung, diese Bürgen jetzt im Stich zu lassen und zuzusehen, wie Ausländerämter und Jobcenter bis zu fünfstellige Beträge fordern.

Klar: Wer bürgt, muss bürgen. Doch in diesem Fall waren neben den Bürgen auch Politiker, Ämter und Gerichte überzeugt, die Zahlungsverpflichtung ende mit der Erteilung des Asyls. Erst das Bundesverwaltungsgericht sah das 2017 anders.

Engagement mehr wertschätzen

Zwar hat die letzte Regierung die Bürgschaften inzwischen auf fünf Jahre begrenzt, aber das ändert nichts daran, dass manchen Bürgen noch immer die Privatinsolvenz droht. Eine christlich-soziale Bundesregierung sollte das selbstlose Engagement von Bürgern mehr wertschätzen und das Gesetz ändern.

Kommentare

seh ich anders

nicht so moralisch, bitte.
Es trifft die Richtigen, bzw die die es ernst meinten, jammern jetzt nicht.

Was ist denn das für ein Anspruch, sich als Menschenretter in die erste Reihe zu stellen, und dann wegen der Kosten sich zu beschweren.

Oder ging es Einigen gar nicht um Menschenleben, sondern nur um Ideologie, Propaganda und darum, wegen "Engagement" "wertgeschätzt" zu werden? Dafür kann man ja mal 3000 EUR investieren, aber doch nicht mehr, das rechnet sich dann ja nicht... dann muss doch wieder die blöde "breite Masse" einspringen -die man an sich verachtet, und mit der man sich nur abgibt, um sie als "schäbig" beschimpfen zu können und ihr Geld anzunehmen; dies als nur erste Buße dafür, dass sie durch ihre Verderbtheit die Edlen dazu getrieben hat, diese Bürgschaften zu unterschreiben-.

Warum steckt da keine Haftungsfrage zu Lasten der "Anbieter" dieser Ablassbrief-Bürgschaften drin? Der Text sieht eindeutig keine zeitliche Beschränkung vor, richtig? Dennoch wurde regelrecht dafür geworben, ohne die "Kunden" über die Risiken der vermittelten Bürgschaften aufzuklären.
Da es natürlich für die Edlen undenkbar ist, das örtliche "Eine-Welt-Komitee" mit solch profanen Dingen ernsthaft zu konfrontieren, muss selbstverständlich die blöde breite Masse büßen, s.o.

Bürge

Wer bürgt der zählt. Man muss sich vorher informieren und jetzt nicht laut schreien. So sind eben die Gesetze für alle .Dies gilt auch für Kirchen die Geld haben

2 Kommentare

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