Di., 15.05.2018

Kontroversen Was Monarchiegegner von der royalen Hochzeit halten

Fanartikel und Memorabilia in Massen: Doch es gibt auch Stimmen, die lassen die royale Hochzeit kalt.

Fanartikel und Memorabilia in Massen: Doch es gibt auch Stimmen, die lassen die royale Hochzeit kalt. Foto: Kirsty Wigglesworth

Von dpa

Hohe Kosten, Medienrummel und das Zelebrieren einer veralteten Staatsform. Die Hochzeit von Prinz Harry und Meghan Markle bringt einige Briten auf die Palme. Im Netz und auf Veranstaltungen machen sie ihrem Ärger Luft.

London/Windsor (dpa) - Bei vielen Briten sorgt die Hochzeit von Prinz Harry und Meghan Markle für Entzücken - es gibt aber auch Menschen, die das royale Paar am liebsten auf den Mond schießen würden.

Dahinter stecken zum Teil Unbehagen mit der Monarchie, Kritik an den hohen Sicherheitskosten und Überdruss am Medientrubel.

Graham Smith von der Organisation «Republic», die sich für eine Abschaffung der Monarchie einsetzt, findet es nicht in Ordnung, dass die Öffentlichkeit für die erheblichen Sicherheitsvorkehrungen in Windsor aufkommen soll. Schätzungen zufolge könnte der Polizeieinsatz bei der Feier am 19. Mai den Steuerzahler rund sieben Millionen Pfund (etwa acht Millionen Euro) kosten.

«Unterm Strich ist das eine private Hochzeit und wenn sie das in Windsor feiern wollen in einer Art, die die Steuerung von Menschenmassen und Sicherheitsmaßnahmen erfordert, dann sollte die Königsfamilie selbst dafür zahlen», sagte er dem «Belfast Telegraph».

Smith verlangt, dass friedliche Proteste in der Nähe der Kutschen-Route von Prinz Harry und Meghan nicht eingeschränkt werden. Bei der Hochzeit von Prinz William und seiner Frau Kate wurden 2011 angeblich Monarchiegegner bei einer Protestaktion festgenommen. Ob am 19. Mai Demonstranten nach Windsor kommen, blieb zunächst unklar.

Auch in den sozialen Netzwerken ist nicht überall eine positive Stimmung, wenn es um das royale Fest geht. Auf Facebook tummeln sich Seiten mit Namen wie «Boycott The Royal Wedding» oder «Anti-Royal Wedding». Ein monarchiekritscher Hashtag (#antiroyal) macht außerdem auf dem Kurznachrichtendienst Twitter die Runde.

Die Kunstszene setzt sich mit dem royalen Event ebenfalls kritisch auseinander. Am 12. Mai fand in der Londoner Bar Number 177 eine Show mit dem Titel «A Right Royal Group Show» statt, bei der Künstler ihre Werke zur Königsfamilie und dem Medientrubel um die Hochzeit zeigten. Bereits in der Einladung wurde gewarnt: Manche Stücke könnten Kontroversen auslösen.

So entwarf zum Beispiel der Künstler RIP Artist ein Gemälde, auf dem Prinz Harry und Meghan Markle im Zentrum einer britischen Flagge zu sehen sind. Mit je einem Hund auf dem Arm sitzen sie Seite an Seite auf dem Boden, dazu die Aufschrift «remove them» (weg mit ihnen). Die Schriftart erinnert an ausgeschnittene Zeitungsbuchstaben.

Initiatorin der Veranstaltung ist die Betreiberin des Blogs «Hello the mushroom», Sara Lucas. Sie lud 40 Künstler ein, darunter einige Gegner des Königshauses. Sara selbst ist an den Royals nicht besonders interessiert. «Ich finde, es gibt wesentlich wichtigere Dinge, über die berichtet werden sollte», sagt sie. Die Schlagzeile «Mann heiratet Frau» sei keine Nachricht wert. «Ich denke, dass die Monarchie als System veraltet ist und als solches auch nur in Geschichtsbücher gehört.»

In einem Pub im mittelenglischen Derby sind sämtliche Themen rund um die royale Hochzeit verboten. Wer die Wörter «wedding» (Hochzeit) oder «royal» (königlich) in den Mund nimmt, muss sogar ein Pfund-Stück in ein Sparschwein werfen. Die Fernseh-Übertragung der Hochzeit wird, ebenso wie die von William und Kate, nicht in der Kneipe zu sehen sein. «Ich bin mir sicher, dass die Gäste, die wir damals hatten, dieses Jahr wiederkommen», sagt die Betreiberin.

Auch in Schottland hält sich das Treiben rund um Prinz Harry und seine Verlobte in Grenzen. Gerade einmal ein Straßenfest zu Ehren der frisch Vermählten sei derzeit in Planung, berichtet die Boulevardzeitung «Daily Express» auf ihrer Website. Und die soll sogar erst einen Tag nach der Hochzeit stattfinden.

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