Fr., 22.09.2017

Hintergrund Warum ein Krieg mit Nordkorea so gefährlich wäre

Eine von der nordkoreanischen Regierung verbreitete Aufnahme soll den Start einer ballistischen Mittelstreckenrakete des Typs «Hwasong-12» zeigen.

Eine von der nordkoreanischen Regierung verbreitete Aufnahme soll den Start einer ballistischen Mittelstreckenrakete des Typs «Hwasong-12» zeigen. Foto: Uncredited

Von dpa

Seoul (dpa) - US-Präsident Donald Trump droht Nordkorea mit einer vollständigen Zerstörung, um das Land an der weiteren Entwicklung von Atomwaffen und Interkontinentalraketen zu hindern. Ein gezielter Militärschlag oder selbst eine ungewollte militärische Eskalation dürfte aber sofort einen Gegenschlag Nordkoreas auslösen - mit verheerenden Folgen besonders für Südkorea und die dort stationierten 28 500 US-Soldaten.

- Die Zahl der Toten wäre enorm hoch. Nur 50 Kilometer südlich der Grenze leben rund 25 Millionen Menschen im Großraum Seoul.

- Auch ohne den Einsatz von Atomwaffen wären die Menschen in Gefahr. Nordkorea hat bis zu 15 000 Artilleriegeschütze an den Berghängen an der Demarkationslinie stationiert.

- Das amerikanische Nautilus-Institut schätzt, dass davon immerhin 700 Kanonen und Raketenwerfer die südkoreanische Hauptstadt unter Beschuss nehmen könnten.

- Ein Krieg würde eine Massenpanik auslösen. Seoul ist schwer zu evakuieren: In der Mitte wird die Stadt durch den Han-Fluss geteilt, im Süden von Bergen eingekesselt.

- Nordkorea könnte auch Raketen auf den amerikanischen Verbündeten Japan abschießen.

- Ein Krieg würde eine neue globale Wirtschafts- und Finanzkrise auslösen. Südkorea ist die elftgrößte Wirtschaftsnation der Erde.

- Die Aktienmärkte weltweit dürften massiv einbrechen. Schon Trumps Drohungen und die jüngste Eskalation verunsichern die Investoren.

- Ein Krieg der US-Amerikaner gegen Nordkorea könnte schnell zu einem globalen Konflikt eskalieren. Es ist unklar, wie sich Russland und vor allem China verhalten würden.

- Es könnte zu einer Konfrontation zwischen China und den USA kommen, auch wenn der große Nachbar und einstige Verbündete nicht mehr wie im Korea-Krieg (1950-53) an der Seite Nordkoreas kämpfen dürfte.

- Chinas Militär bereitet sich vielmehr darauf vor, im Kriegsfall schnell in Nordkorea einzudringen, um die Atomwaffen unter Kontrolle zu bringen und die Lage zu stabilisieren.

- Es drohen Millionen von Flüchtlingen über die Grenze nach China zu strömen und die Lage in Nordostchina zu destabilisieren.

- China fürchtet eine zwangsweise Wiedervereinigung Koreas unter Führung der USA, an deren Ende US-Truppen direkt an Chinas Grenze stehen könnten.

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