Mo., 18.09.2017

Partnerland Kanada Reeperbahnfestival: Der ganze Kiez ist eine Bühne

Die US-Sängerin Beth Ditto gehört dieses Jahr zu den Stars beim Hamburger Reeperbahnfestival.

Die US-Sängerin Beth Ditto gehört dieses Jahr zu den Stars beim Hamburger Reeperbahnfestival. Foto: Rainer Jensen

Von dpa

Ed Sheeran und Andreas Bourani traten in den Clubs rund um die Reeperbahn schon auf, als ihre Fan-Gemeinde noch viel kleiner war. Wenn das Reeperbahnfestival in dieser Woche seine neue Ausgabe startet, ist erneut Club-Hopping angesagt.

Hamburg (dpa) - Rund 400 Bands und Künstler, 70 Locations und etwa 600 Konzerte: Das Reeperbahnfestival (20. bis 23.9.) in Hamburg geht in die nächste Runde. Zum zwölften Mal steigt in den Clubs, Bars und Kneipen auf St. Pauli in dieser Woche Europas größtes Clubfestival.

Zwischen der Eröffnung am Mittwochabend bis zum Abschluss am Samstag warten dabei wieder nicht nur Konzerte auf Fans aller Genres - ob Pop, Rock, Soul, Folk, Indie, Elektro oder Hip-Hop. Auch diverse Konferenzen und Kunstaktionen sind geplant.

Etwa 800 Programmpunkte insgesamt sind es diesmal, wie Frehn Hawel von den Organisatoren berichtete. Unter die vielen aufstrebenden Musiker auf den kleinen Kiez-Bühnen wollen sich auch Stars wie US-Sängerin Beth Ditto und die Band Maximo Park mischen. 

38 000 Musikfans und Fachbesucher verbuchte das Festival laut Veranstalterangeben im vergangenen Jahr - 4000 mehr als im Jahr zuvor und neuer Rekord. Damals feierte auch der Anchor seine Premiere: Der Musikpreis soll nach dem Willen seiner Initiatoren der Musikindustrie und Musikfans Orientierung bieten. Albin Lee Meldau aus Schweden gewann die erste Trophäe. Die Teilnahme habe sich für ihn mehr als gelohnt, meinen die Veranstalter. Bereits im Dezember habe er etwa «einen weltweiten Major-Plattenvertrag» unterzeichnet und werde nun durch eine renommierte US-Künstleragentur vertreten.

Ins Rennen um den Anchor gehen diesmal sieben Kandidaten - ausgewählt aus 50 internationalen Bewerbungen. Nominiert sind das Sextett Fast Romantics (Kanada), das Elektro-Pop-Duo First Hate (Dänemark), Soulsänger Joseph J. Jones (Großbritannien), die deutsche Rockband Pabst aus Berlin und gleich drei Singer-Songwriterinnen: Fenne Lily und Jade Bird (beide Großbritannien) sowie die deutsch-britische Alice Merton, die in Kanada aufwuchs. Die Nominierten geben ihre Konzerte bis Freitag im Imperial-Theater und im Molotow, Vorsitzender der Jury ist erneut Tony Visconti, Produzent zahlreicher David-Bowie-Alben.

Als Partnerland des Festivals tritt diesmal Kanada an. Mehr als 20 Bands und Künstler stellen sich unter anderem im Rahmen des «Canada House Showcase» vor. Der kanadische Komponist, Violinist, Vocalist und Arrangeur Owen Pallett bekommt zudem die ganz große Bühne: Der Multiinstrumentalist gehört zu jenen, die das Reeperbahnfestival am 23. September erstmals in den großen Saal der Elbphilharmonie bringen. Premiere feiert auf der Reeperbahn auch das britische Radio-Format BBC Music Introducing, das seit 1997 noch unbekannte Musiker mit Vorstellungen im Radio und auf Festivals unterstützt.

Wenn sich in den Konferenzen beim Festival die internationale Musikbranche austauscht, geht es dabei um die unterschiedlichsten Themen. Um Musik und Haltung etwa und dabei zum Beispiel um den Einfluss, den Künstler und ihre Musik in von Krisen und Krieg bestimmten Regionen haben. Oder um Protest und Musik und darum, was Konzerte wie das Global-Citizen-Event zum G20-Gipfel in Hamburg wirklich bewirken können. Auch mit der Stärkung der Frauen im Musikgeschäft befassen sich die Konferenzteilnehmer. Weitere Themen sind etwa die Zukunft des Streaming, die Industrialisierung des Ticketschwarzmarktes und Herausforderungen für Open-Air-Festivals.

Inspiriert vom South-By-Southwest-Festival im texanischen Austin ging das Reeperbahnfestival erstmals 2006 über die Bühne. Nach einem holprigen Start hat es sich zu Europas größtem Clubfestival gemausert, bei dem es seit jeher neue Musik und aufstrebende Künstler zu entdecken gilt. So standen in den vergangenen Jahren spätere Stars wie Andreas Bourani, Philipp Poisel, Bon Iver, Ed Sheeran oder Jake Bugg auf den Bühnen rund um die Reeperbahn, bevor sie ihren Durchbruch hatten. 

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