Mo., 27.11.2017

Am Montag würde Jimi Hendrix 75 Jahre alt Der größte Gitarrist der Rockmusik

Eine Gitarre lässt sich auch mit den Zähnen spielen – jedenfalls wenn man Jimi Hendrix heißt

Eine Gitarre lässt sich auch mit den Zähnen spielen – jedenfalls wenn man Jimi Hendrix heißt Foto: dpa

Seattle (WB/mzh). Platz 3: Jimmy Page (ehemals »Led Zeppelin«). Platz 2: Eric »Slowhand« Clapton (ehemals »Cream«). Unangefochtener Spitzenreiter der Rangliste des »Rolling Stone«-Magazins aber ist Jimi Hendrix. Am Montag wäre der geniale Rockgitarrist 75 Jahre alt geworden.

1967 veröffentlichte die »Jimi Hendrix Experience« das Album »Are you experienced?«, und fortan war die Welt der gitarrengestützten Rockmusik eine andere. Die Wurzeln dieser Musik waren schwarz, und aus den Wurzeln hatten schwarze Könner den Blues gezüchtet – nur um mitzuerleben, dass sich weiße Kollegen wie Alexis Korner, John Mayall und die »Rolling Stones« dieses Stils bemächtigten.

Jimi Henrix in 15 Zitaten

Jimi Hendrix hat sich in den wenigen Jahren seiner Weltkarriere oft in Interviews geäußert – insofern ist einiges bekannt über manche Einstellungen des Musikers. Auch viele Zeitgenossen haben ihre Sicht auf ihn beschrieben. Lesen Sie hier mehr.

Bis Hendrix kam. Der Sohn eines Afroamerikaners und einer Indianischstämmigen, der seine Fender Stratocaster mit einem Einfallsreichtum liebte wie Casanova die Frauen, entfesselte auf dem Instrument eine nie gekannte Dynamik.

Zerdehnte Riffs, notorischer Sprechgesang

In den 60ern brach Hendrix in die Zukunft auf (»1983«) oder startete gleich ins All (»Up From The Skies«). Er belauschte Aliens beim Gespräch über die Erde (»Third Stone From The Sun«), aber auch höchst irdische Probleme blieben ihm nicht fremd.

Die Geschichte des gehörnten Ehemanns, der seine Frau erschießt und nach Mexiko verduftet (»where­ no sheriff put no noose around me«), goss er in klagend zerdehnte Riffs und seinen notorischen Sprechgesang (»Hey Joe«). 

Zerfetzte US-Flagge in Woodstock

So virtuos handhabte Hendrix sein Instrument, dass er über Kopf spielte oder mit den Zähnen. Wie von Zauberhand schwangen die Saiten, so dass er minutenlang nur mit der Griffhand spielen konnte.

In Woodstock 1969, mitten im Vietnamkrieg, zerfetzte er die US-Flagge (»Star Spangled Banner«), und aus seiner Stratocaster fiel es wie Bomben auf Reisfelder. Man entdeckte in der Musik »den Zorn und die Gewalttätigkeit einer ganzen Generation«: den Furor der U.S. Army und die Wut der Blumenkinder – dabei hatte Hendrix 1961/62 als Freiwilliger in einer Luftlandedivision gedient.

Drogennebel »all in my brain«

Hendrix, der als Begleitmusiker für ein paar lumpige Dollar pro Nacht anfing, kassierte schließlich bis zu 100.000 Dollar pro Konzert, damals eine Traumgage.

Aber das Dasein als Superstar hatte seine Tücken: Drogennebel »all in my brain« (»Purple Haze«); außerdem ahnte Hendrix früh, dass die Frauen seine tourneebedingte Dauerabwesenheit irgendwann nicht mehr tolerieren würden (»Red House«).

Unaufhaltsam zerfiel das Genie, das nur 20.000 Dollar hinterließ und bis zu seinem Tod nur fünf offizielle Alben veröffentlichte, obwohl andere für mehr als 300 weitere Titel Tantiemen kassierten. Am 18. September 1970 wurde Jimi Hendrix in London tot im Hotel gefunden – Drogenmissbrauch. Er wurde nur 27 Jahre alt. 

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