Mi., 16.08.2017

E-Sport wird Massenphänomen «Einfach zusammen spielen» - Gamescom startet in Köln

Virtual Reality ist in diesem Jahr ein Schwerpunkt der Spielemesse Gamescom.

Virtual Reality ist in diesem Jahr ein Schwerpunkt der Spielemesse Gamescom. Foto: Oliver Berg

Von dpa

Die Gamescom wächst - und verwandelt Köln wieder für fünf Tage in eine bunte Spiele-Hochburg. In diesem Jahr erwartet die Messe einen besonders prominenten Gast: Erstmals wird Bundeskanzlerin Angela Merkel die Gamescom eröffnen.

Köln (dpa) - Mehr Aussteller, mehr Fläche und immer internationaler: Die Gamescom startet mit besten Vorzeichen in ihre nächste Ausgabe. Vom kommenden Dienstag an verwandelt sich Köln wieder in eine große Spielwiese.

Mit einem umfangreichen Rahmenprogramm und über die Stadt verstreuten Events dreht sich unter dem Motto «Einfach zusammen spielen» dann bis zum Samstag alles rund um das Spielen an der Konsole, dem PC oder mit dem Smartphone. Mit Kanada hat die Messe für dieses Jahr einen besonders potenten Partner in Sachen Games gewonnen.

Rund 900 Aussteller aus mehr als 50 Ländern werden in Köln ihre Highlights präsentieren - darunter viele Spieletitel, die Gamer aus Deutschland zum ersten Mal anspielen können. Als wichtige Trends stellen die Veranstalter - der Branchenverband BIU und die Koelnmesse - in diesem Jahr technische Innovationen wie etwa Virtual Reality und den E-Sport ins Rampenlicht. Kein anderer Sport habe sich in so kurzer Zeit aus der Nische zu einem Massenphänomen entwickelt, sagt Felix Falk, Geschäftsführer des BIU.

Spannend könnte es werden, was in Köln in Sachen Virtual Reality zu sehen sein wird. Zuletzt hatten Marktbeobachter eine deutliche Abkühlung des Interesses bei den Nutzern ausgemacht. Doch die Games-Branche gilt dabei als Innovationstreiber. Sie dient auch anderen Branchen als Gratmesser dafür, wie sich die Technologie in Zukunft etablieren wird.

Unter Gamern hatte bislang vor allem Sony die Nase vorn mit der Playstation VR, die Nutzer über Sonys Konsole in virtuelle Welten entführt. Rund eine Million Headsets hat das japanische Unternehmen bislang abgesetzt. HTC dürfte in Köln ebenfalls Neuigkeiten mit im Gepäck haben. Die HTC Vive gehört zur Oberklasse der VR-Geräte, die allerdings einen sehr leistungsfähigen Computer erfordert.

Bei beiden Headsets hängt der Nutzer beim Spielen jedoch am Kabel. Der taiwanesische Hersteller arbeitet deshalb an Lösungen, sein Headset unabhängig zu machen und den Nutzern damit mehr Bewegungsfreiheit zu verschaffen. Bislang nur in China verfügbar, könnten erste Lösungen schon bald auch nach Europa kommen - und möglicherweise in Köln zum Test bereitstehen.

Die großen Highlights bei den Spielen auszumachen sei in diesem Jahr «echt schwer», sagt Spiele-Spezialist Stephan Freundorfer. Insgesamt werde es in Köln wohl kaum ein Spiel geben, dass nicht schon auf der Spielemesse E3 in Los Angeles gezeigt worden sei. Dennoch warten die Anbieter mit einer Fülle von Titeln auf, für die sich Gamer in Köln mit Sicherheit geduldig in die Schlangen reihen dürften, um sie hierzulande erstmals anzuspielen.

Die Branche befindet sich zwar in der Mitte der Konsolen-Generation, doch Microsoft wird erstmals in Deutschland seine Xbox X zeigen. In Los Angeles kündigte das Unternehmen den Marktstart des neuen Kraftpakets für den 7. November an. Als bisher kleinste und leistungsfähigste Konsole überhaupt soll sie herkömmliche Geräte um 40 Prozent übertreffen, lautet das Versprechen.

Erstmals wird die auch international renommierte Gamescom von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eröffnet. Das unterstreicht vor allem die wachsende wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung der Branche, die inzwischen auch in der Politik wahrgenommen wird. Auch zahlreiche weitere Gäste aus der Politik werden erwartet, die vier Wochen vor der Bundestagswahl in einer eigens errichteten «Wahlkampf-Arena» Stellung zu Games und aktuellen Themen nehmen wollen.

Insgesamt 2,74 Milliarden Euro setzen die Unternehmen in Deutschland mit Computer- und Videospielen sowie der entsprechenden Hardware um. Laut einer aktuellen Studie der Hamburg Media School ist die Branche stark mittelständisch geprägt. Demnach erwirtschaften 89 Prozent der Unternehmen bis zu fünf Millionen Euro pro Jahr. Viele von ihnen müssten bei einem hohen Anteil an Eigenfinanzierung laut Game Bundesverband jedoch große finanzielle Risiken eingehen. Grund genug, um auf der Gamescom die Werbetrommel für mehr Fördergelder zu rühren.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5081254?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198306%2F2509831%2F2198352%2F