Mo., 14.08.2017

Sascha L. und Unterstützer aus Bünde müssen sich in Braunschweig vor Gericht verantworten Islamisten nach Anschlagsplänen auf Polizisten angeklagt

Symbolbild: Justizbeamter in Niedersachsen.

Symbolbild: Justizbeamter in Niedersachsen. Foto: dpa

Northeim/Bünde (dpa). Ein 26 Jahre alter Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat aus dem südniedersächsischen Northeim kommt demnächst wegen Vorbereitung eines Sprengstoffanschlags vor Gericht. Sascha L. habe sich als Unterstützer der Terrormiliz gesehen und Polizisten in eine selbstgebaute Sprengfalle locken wollen, teilte die die Generalstaatsanwaltschaft Celle am Montag mit. Auch ein Mann aus Bünde ist angeklagt.

Die Materialien für einen fernzündbaren Sprengsatz habe Sascha L. sich bereits beschafft gehabt und einen solchen Sprengsatz zweimal erfolgreich in Northeim getestet. Als alternatives Anschlagsziel soll er Bundeswehrsoldaten ins Visier genommen haben.

Dem jungen Deutschen soll mit drei ebenfalls angeklagten Unterstützern vor der Staatsschutzkammer des Landgerichts Braunschweig der Prozess gemacht werden.

Bestärkt und Geld überwiesen

Die drei mitangeklagten Männer sind ein Deutscher (21), ein Afghane (27) und ein gleichaltriger Türke. Sie wurden im April und Mai im Kreis Northeim, in Köln und im Bünde (Kreis Herford) festgesetzt. Die drei sollen den Hauptangeklagten bestärkt und ihm teils auch Geld überwiesen haben.

Einer soll sich zudem bereit erklärt haben, die späteren Opfer an den Ort des Anschlags zu locken. Ein anderer, der sich laut Anklage nicht als Islamist sondern als Anhänger des Nationalsozialismus sah, soll Sascha L. zu den Probesprengungen begleitet und diese gefilmt haben.

Ausgeprägten Antisemitismus

Die dschihadistische Überzeugung von Sascha L., der im Februar diesen Jahres festgenommen wurde, sei mit einem ausgeprägten Antisemitismus und massiven Vorbehalten gegen westliche Demokratien verbunden gewesen, insbesondere gegen die USA, hieß es von der Generalstaatsanwaltschaft. Nach dem Anschlag sollten zwei Bekennervideos veröffentlicht werden.

In der Wohnung von Sascha L. fand die Polizei damals unter anderem die hochexplosive Chemikalie Acetonperoxid, außerdem weitere für den Bau von Sprengsätzen benötigte Chemikalien und elektronische Bauteile zur Herstellung einer Fernzündung für einen Sprengsatz. Der 26-Jährige wurde wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat sowie wegen unerlaubten Umgangs mit explosiven Stoffen angeklagt.

In der Neonaziszene aktiv

Sascha L. war bis vor einiger Zeit in der Neonaziszene aktiv . Der Mann soll sich dann umorientiert und zum Islam konvertiert sein. Eine im April im Zusammenhang mit dem Fall ebenfalls festgesetzte 25 Jahre alte Deutsche aus Hildesheim kam zwischenzeitlich auf freien Fuß , weil sich ein dringender Tatverdacht gegen sie laut Generalstaatsanwaltschaft nicht bestätigte. Die Ermittlungen liefen aber weiter.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5078047?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198306%2F2509831%2F2198335%2F