Di., 26.09.2017

Grund für Pretzell: »pessimistischen Einschätzung über den Zustand der Partei« Petry und Pretzell verlassen AfD

Die damalige Vorsitzende der Partei Alternative für Deutschland (AfD), Frauke Petry, und ihr Ehemann Marcus Pretzell, der damalige AfD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen, bei einer Wahlkampfveranstaltung im April in Essen.

Die damalige Vorsitzende der Partei Alternative für Deutschland (AfD), Frauke Petry, und ihr Ehemann Marcus Pretzell, der damalige AfD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen, bei einer Wahlkampfveranstaltung im April in Essen. Foto: Ina Fassbender/dpa

Dresden/Düsseldorf (WB). Frauke Petry hat den Austritt aus der AfD angekündigt. Auch ihr Ehemann Marcus Pretzell, AfD-Chef in Nordrhein-Westfalen, will Partei und Fraktion verlassen.

Diesen Schritt habe Pretzell, der auch die Fraktion leitet, für deren nächste Sitzung angekündigt, sagte AfD-Fraktionssprecher Michael Schwarzer am Dienstag in Düsseldorf.

Pretzell wolle sein Mandat im Landtag behalten, sagte der Sprecher weiter. Er habe seine Ankündigung mit seiner »pessimistischen Einschätzung über den Zustand der Partei« begründet. Gemeinsam mit Pretzell wolle auch der Abgeordnete Alexander Langguth die Fraktion verlassen. Pretzell selbst äußerte sich beim Verlassen der Fraktionssitzung nicht.

Petry sagte am Dienstag in Dresden: »Klar ist, dass dieser Schritt erfolgen wird«, allerdings ohne einen genauen Zeitpunkt zu nennen. Auch die Frage, ob sie eine neue Partei gründen wolle, ließ sie unbeantwortet.

Zuvor hatte sie bereits zusammen mit dem Parlamentarischen Geschäftsführer Uwe Wurlitzer und der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Kirsten Muster ihr Amt als Fraktionsvorsitzende im Sächsischen Landtag niedergelegt. Mit »Ablauf des heutigen Tages« würden alle drei zudem aus der Fraktion austreten, aber weiter ihre Mandate als Einzelabgeordnete behalten, hieß es.

Als Grund wurden grundsätzliche Meinungsunterschiede mit Teilen der Partei genannt, die ihnen eine Fortführung der Arbeit in der Fraktion unmöglich machten.

Meuthen legte ihr den Austritt aus der Partei nahe

Nach ihrer Wahl in den Bundestag hatte Petry bereits am Montag in Berlin mitgeteilt, auch dort nicht der AfD-Fraktion angehören zu wollen. Die 42-Jährige hatte bei der Bundestagswahl am Sonntag ein Direktmandat in Sachsen gewonnen.

Am Montag kündigte sie an, sie wolle der neuen AfD-Bundestagsfraktion nicht angehören. Anschließend verließ sie eine gemeinsame Pressekonferenz mit den Spitzenkandidaten Alice Weidel und Alexander Gauland.

Weidel hatte daraufhin Petry aufgefordert, den Parteivorsitz niederzulegen und die AfD zu verlassen. AfD-Vorstandsmitglied André Poggenburg sagte, nur so könne Petry »einem Antrag auf Parteiausschluss zuvorkommen«. Auch der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen legte ihr den Austritt aus der Partei nahe.

Zunächst will Petry »als fraktionslose Abgeordnete im Bundestag« arbeiten. Ob sie die Gründung einer eigenen Fraktion oder Parlamentariergruppe anstrebt, hatte sie am Montag nicht gesagt.

 

 

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