Di., 06.02.2018

Ministerin Gebauer will Zahl der Abbrecher am Gymnasium senken Schulempfehlung könnte wieder verbindlich werden

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP).

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP).

Düsseldorf (dpa). NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) zieht eine Rückkehr zur verbindlichen Empfehlung für Viertklässler beim Wechsel auf weiterführende Schulen in Betracht.

Lehrer aller Schulformen hätten den Wunsch geäußert, sagte Gebauer der »Rheinischen Post«. Das sei gerade für eine Liberale zwar eine schwierige Entscheidung. »Ich muss die Wünsche der Schulen gegen das hohe Gut des Elternwillens abwägen.« Wenn aber die Schulen einen solchen Wunsch äußerten, dann sollte die Landesregierung »darüber nachdenken dürfen«. Das verbindliche Grundschulgutachten war un­ter Rot-Grün 2011 abgeschafft worden. Zwar gibt es weiterhin förmliche Schulempfehlungen. Aber entscheidend bei der Wahl der Schulform ist seitdem der Elternwille. Seit 2011 stieg die Zahl der Schüler, die das Gymnasium zum Ende der Erprobungsstufe nach der sechsten Klasse verlassen, von knapp 2190 auf 2770 Abbrecher 2016.

»Masterplan« soll dieses Jahr vorgelegt werden

Das Schulministerium verwies am Montag darauf, dass keine Entscheidungen getroffen seien. Allerdings würden im Rahmen des »Masterplans« zur Reform der Grundschulen alle Bereiche analysiert. Dazu gehörten auch die Schulempfehlungen. Der »Masterplan« soll dieses Jahr vorgelegt werden.

Im schwarz-gelben Koalitionsvertrag wird zumindest verklausuliert die Option für eine Stärkung der Position der Schulen angedeutet: »Wir wollen bei der Aufnahme der Schülerinnen und Schüler die Entscheidungsmöglichkeiten der Schulen aufgrund ihres Bildungsauftrags stärken.«

Bis 2006 konnten Eltern in NRW über die Schulform ihrer Kinder frei entscheiden. Nach Antritt der damaligen CDU/FDP-Regierung wurde die Verbindlichkeit des Grundschulgutachtens erhöht. Hatte das Kind nur eine eingeschränkte Empfehlung etwa fürs Gymnasium, gab es ein verpflichtendes Beratungsgespräch. Danach konnten die Eltern weiter frei entscheiden. Die Zahl der Abbrecher am Gymnasium sank während der CDU/FDP-Regierungszeit von 3360 Schülern 2007 auf knapp 2190 im Jahr 2011.

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