Mi., 07.03.2018

Kippt Schweige-Abmachung? Pornodarstellerin reicht Klage gegen Trump ein

Mit der Klage will Stephanie Clifford erreichen, dass die die Abmachung, nicht öffentlich über das Thema zu reden, für ungültig erklärt wird.

Mit der Klage will Stephanie Clifford erreichen, dass die die Abmachung, nicht öffentlich über das Thema zu reden, für ungültig erklärt wird. Foto: Matt Sayles

Von dpa

Neues Problem für den US-Präsidenten: Eine Pornodarstellerin will öffentlich über eine Affäre mit ihm sprechen und klagt gegen eine Vertraulichkeitsvereinbarung. Ist Trump der mysteriöse «David Dennison» aus der Schweige-Abmachung?

Washington/Los Angeles (dpa) - Die Pornodarstellerin Stephanie Clifford will mit einer Klage gegen US-Präsident Donald Trump erreichen, dass eine umstrittene Vertraulichkeitsvereinbarung für ungültig erklärt wird. Die als «Stormy Daniels» agierende Clifford reichte in Los Angeles die Klage ein.

Die Pornodarstellerin behauptet, sie habe eine Affäre mit Trump gehabt. In der Vereinbarung hatte sich die 38-Jährige verpflichtet, nicht öffentlich über eine sexuelle Begegnung zu sprechen.

Clifford und ihr Anwalt behaupten in der Klageschrift, nicht Trump, sondern nur dessen Anwalt Michael Cohen habe 2016 die Vereinbarung zur Nichtveröffentlichung von Details einer Affäre zwischen Trump und der Schauspielerin unterschrieben. Damit sei aus ihrer Sicht die Abmachung «hinfällig und nichtig», heißt es in den Gerichtsunterlagen.

In der Abmachung wurden die Tarnnamen «David Dennison» und «Peggy Peterson» verwendet, ein Zusatzdokument identifiziert Clifford als Peterson, der richtige Name von Dennison ist geschwärzt. Laut Cliffords Anwalt handelt es sich dabei um Trump. Eine Unterschrift von Dennison fehlt in der der Klage beigefügten Abmachung. Die Vereinbarung enthalte auch Verpflichtungen und Bedingungen für Trump, so Cliffords Anwalt in der Klageschrift. Da Trump nicht unterschrieben habe, habe er dem nie zugestimmt. In Folge sei auch die Klägerin nicht an die Abmachung gebunden.

Cohen, der als Trumps «Problemlöser» beschrieben wird, hatte im Februar erklärt, er habe 130.000 US-Dollar an Clifford aus eigener Tasche gezahlt. Zum Zweck der Zahlung äußerte er sich nicht, betonte aber, weder Trumps Firma noch das Wahlkampfteam hätten von der Transaktion gewusst. Medienberichten zufolge handelt es sich um Schweigegeld, damit Clifford nicht über eine Sex-Affäre mit Trump spricht.

Die Zahlung trug sich 2016 mitten im Präsidentschaftswahlkampf zu. Das macht die angebliche Affäre, die laut Klageschrift vom Sommer 2006 bis ins Jahr 2007 gedauert haben soll, politisch.

Das Promi-Magazin «Intouch» hatte im Februar ein Interview mit Clifford veröffentlicht, in dem sie von der angeblichen Begegnung mit Trump im Jahr 2006 berichtet. Ein Jahr zuvor hatte Trump seine Frau Melania geheiratet. Das Interview wurde vor Abschluss der Vereinbarung geführt, aber damals nicht veröffentlicht. Als erstes schrieb das «Wall Street Journal» im Januar 2018 von dem Schweigegeld.

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