Fr., 23.09.2016

Etwa 1000 Jobs in Deutschland MAN-Dieseltochter will fast ein Zehntel der Jobs streichen

Das MAN-Logo auf dem Verwaltungsgebäude von MAN Diesel & Turbo in Augsburg.

Das MAN-Logo auf dem Verwaltungsgebäude von MAN Diesel & Turbo in Augsburg. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Von dpa

In den Geschäftsfeldern der MAN-Tochter für große Dieselmotoren läuft es nicht mehr gut. Deswegen sollen nun 450 Millionen Euro eingespart werden. Rund 1400 Stellen stehen auf der Streichliste - die meisten davon in Deutschland.

Augsburg (dpa) - Die MAN-Tochter für Großdieselmotoren und Turbinen will fast jede zehnte Stelle streichen. Wie das Unternehmen am Freitag in Augsburg mitteilte, sind etwa 1000 Jobs in Deutschland betroffen.

Davon sollen etwa 300 Stellen in Berlin gestrichen werden, in Hamburg und Oberhausen je 250 und am Unternehmenssitz in Augsburg rund 140, sagte Unternehmenssprecher Jan Dietrich Müller. Es handele sich aber noch nicht um endgültige Beschlüsse, sondern nur um Vorschläge, die nun mit dem Betriebsrat verhandelt würden.

Insgesamt hat MAN Diesel & Turbo rund 14 900 Mitarbeiter an mehr als 100 Standorten. Weltweit sollen 1400 Stellen eingespart werden. «Der notwendige Personalabbau soll sozialverträglich gestaltet werden», teilte das Unternehmen mit. Es will eine Ergebnisverbesserung von 450 Millionen Euro erreichen.

Die MAN-Tochter liefert Dieselantriebe für große Schiffe, Motorenkraftwerke sowie Turbomaschinensätze für die Öl- und Gas-Industrie. Aufgrund des niedrigen Ölpreises gebe es in dieser Branche derzeit wenig Investitionen, erklärte Müller. Auch in der Schiffsindustrie herrsche international ein großer Preisdruck. Mit der Krise bei der Konzernmutter VW wegen des Abgasskandals hätten die Einsparungen nichts zu tun.

Der Gesamtbetriebsrat fordert nach Angaben der IG Metall, dass bei dem Sparprogramm alle Standorte erhalten bleiben und betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen werden. Die Gewerkschaft unterstütze ein nachhaltiges Zukunftsprogramm für MAN Diesel & Turbo, erwarte aber «arbeitsplatzerhaltende Maßnahmen und vernünftige Lösungen für die Betroffenen», sagte der Unternehmensbeauftragte der IG Metall, Michael Leppek.

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