Fr., 30.06.2017

Produktion in Sachsen – Gespräche mit Mitarbeitern angekündigt. Homann: Aufsichtrat stimmt Werk-Schließungen zu

Das Homann-Werk in Dissen.

Das Homann-Werk in Dissen. Foto: Küppers

Dissen (WB). Der Feinkosthersteller Homann hat nun wohl auch der letzten Hoffnung auf einen Verbleib am Stammsitz in Dissen (Landkreis Osnabrück) den Zahn gezogen. 2020 geht es nach Sachsen.

Wie das Unternehmen am Freitagnachmittag mitteilte, habe der Aufsichtsrat entschieden, die Produktion in Leppersdorf (Sachsen zu bündeln). Damit werde man die Produktion der Werke Dissen, Lintorf, Bottrop und Floh-Seligenthal ab dem Jahr 2020 zusammenführen, heißt es.

Das Projekt umfasse Investitionen von insgesamt etwa 500 Millionen Euro. »Die in der Zwischenzeit mit den Betriebsräten, der Gewerkschaft NGG sowie der Politik geführten Gespräche haben zu keinem anderen Ergebnis geführt«, heißt es. Auch die von den Arbeitnehmervertretern gemeinsam mit externen Fachleuten entwickelten Alternativkonzepte hätten sich betriebswirtschaftlich als nicht dauerhaft tragfähig erwiesen.

2016 hatte sich Homann auf der Suche nach einem Areal für einen Neubau auch in OWL umgesehen. Das nur wenige Kilometer vom Stammsitz in Dissen entfernte Interkommunale Gewerbegebiet Borgholzhausen/Versmold galt als ein Kandidat für eine mögliche Investition in dreistelliger Millionenhöhe.

Homann kündigte an, Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern auf dieser Grundlage fortführen zu wollen, »um einen Interessenausgleich und Sozialplan für die betroffenen Mitarbeiter abzuschließen«. Dabei soll den Mitarbeitern vorrangig ein Wechsel an den Standort Leppersdorf angeboten werden. Allein in Dissen sind 1000 Mitarbeiter betroffen.

Kommentare

Herr Müller

Unternehmen bündelt seine Kapazitäten an einem Standort , eine strategische Entscheidung. Die Homan Werke werden jetzt in Leppersdorf gebaut und von polnischen Fachkräften betrieben oder denkt einer da werden Sachsen arbeiten bei der guten Bezahlung!
Seit 2016 sucht der Standort händeringend Mitarbeiter und findet keine in Sachsen und so fahren zu jedem Schichtwechsel Kleinbusse die polnischen Arbeiternehmer zum Werkseingang.
Die Produktionsleitung und Geschäftsführung von Homan, zum Teil ehemalige Leppersdorfer gehen zurück ohne Bedenken in das Hauptwerk.
Viele Arbeitnehmer der Homann Werken werden Ihren Lebensmittelpunkt nicht nach Sachsen verlagern können weil das soziale Umfeld in Niedersachsen verwurzelt ist aber ein Konzern wie die UTM wird da keine Tränen vergießen.
Herr Müller wäre nicht von einer Dorfmolkerei mit 4 Mitarbeitern zu einem erfolgreichen Konzern mit über 20.000 Mitarbeitern gewachsen wenn es dabei nicht strategische Entscheidungen gegeben hätte die nicht für jedermann positiv ausfallen.
2020 wird im kleinen 1500 Seelendorf Leppersdorf einer der gigantischen Lebensmittelbetriebe Europas sein Zuhause haben und wir alle werden weiter konsumieren SN016 !

Müller

Homann gehört zur Müller - Gruppe....wir erinnern uns? Mit viel "Hilfe" im Osten alles neu gebaut und dafür im Westen die Molkereien zu gemacht......Gleiches Muster......alles Müller, oder was? wer es kauft.....

2 Kommentare

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