Fr., 27.10.2017

Werkzeugmaschinenhersteller aus Bielefeld erhöht Prognose – Treffen mit Putin DMG Mori: Rekord beim Auftragseingang

Konzernchef Christian Thönes ist zufrieden: Der Werkzeugmaschinenhersteller DMG Mori verkauft mehr Maschinen denn je. Das Foto zeigt ihn auf der Fachmesse EMO im September in Hannover – es war für die Bielefelder die beste Messe aller Zeiten.

Konzernchef Christian Thönes ist zufrieden: Der Werkzeugmaschinenhersteller DMG Mori verkauft mehr Maschinen denn je. Das Foto zeigt ihn auf der Fachmesse EMO im September in Hannover – es war für die Bielefelder die beste Messe aller Zeiten. Foto: Oliver Schwabe

Von Edgar Fels

Bielefeld (WB). »Wir haben ein gutes Momentum.« Für Christian Thönes, Vorstandschef des Werkzeugmaschinenherstellers DMG Mori, ist das Jahr 2017 bisher bestens gelaufen. Nicht nur, dass er zum dritten Mal Vater wurde, auch die Geschäfte weisen mehrere Rekorde auf – und Thönes traf Russlands Präsident Wladimir Putin.

»Putin hat sich drei Stunden für uns Zeit genommen«, sagte Thönes. Das Treffen fand bereits vor zwei Wochen statt. Mitglieder des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft und große Mitgliedsfirmen waren dazu nach Sotschi gereist. Ziel sei es gewesen, trotz der Sanktionen die Zusammenarbeit zwischen Russland und der deutschen Wirtschaft zu verbessern.

Thönes: »Putin nahm sich drei Stunden Zeit für uns«

DMG Mori (weltweit knapp 7000 Mitarbeiter) hat vor zwei Jahren in der Wolga-Stadt Uljanowsk ein Maschinenwerk eröffnet, das Thönes zufolge nunmehr schwarze Zahlen schreibt. Zudem unterhält der deutsche Konzern eine Trainingsakademie und hat zu den örtlichen Universitäten von Uljanowsk Partnerschaften aufgebaut. An einem Ausbau dieser Partnerschaften habe sich Putin interessiert gezeigt, berichtete Thönes.

Derweil hat DMG Mori auch im dritten Quartal (Juli bis September) seinen Auftragseingang um 17 Prozent auf 704 Millionen Euro gesteigert. Erstmals wurde in einem Quartal die Marke von 700 Millionen Euro übersprungen. Rückenwind habe es vor allem von der weltgrößten Werkzeugmaschinenmesse EMO in Hannover, die im September stattfand, gegeben. »Dort haben wir knapp 1000 Maschinen verkauft«, sagte Thönes stolz. Erzielter Messeumsatz: etwa 300 Millionen Euro. Damit sei es die für DMG Mori erfolgreichste Messe aller Zeiten gewesen.

Umsatz liegt mit 1,85 Milliarden Euro auf Rekordniveau

Seit Januar sei der Auftragseingang um 19 Prozent auf 2,08 (Vorjahreszeitraum 1,76) Milliarden Euro geklettert. Auch der Umsatz liegt mit 1,65 Milliarden Euro über dem Vorjahr (1,62 Milliarden) auf Rekordniveau. Der Gewinn vor Steuern (EBT) stieg um 18 Prozent auf 116,4 (99) Millionen Euro.

Aufgrund der guten Zahlen hat der Konzern seine Prognose beim Auftragseingang für das Gesamtjahr um 100 Millionen Euro angehoben. DMG Mori rechnet nun mit Aufträgen über 2,6 (2,5) Milliarden Euro. »Wir wachsen in jedem Markt schneller als unsere Wettbewerber«, freute sich der Konzernchef und ist überzeugt: »Der Umsatz wird auf jeden Fall steigen.«

Als ein Grund für die guten Ergebnisse sieht Thönes die gute Konjunktur. »Ich denke zwar, wir sind konjunkturell auf einem Peak angekommen. Aber es gibt keine Tendenzen einer Investitionszurückhaltung.« Die Märkte China, Indien, Japan, aber auch Amerika und Europa liefen rund.

Auch der Stammsitz Bielefeld profitiere von der Nachfrage. Wie Thönes gestern berichtete, entwickele sich das Engagement bei der Firma Realizer sehr gut. DMG Mori hat mit einer Mehrheitsbeteiligung von 50,1 Prozent an der Realizer GmbH seine Kompetenz in der additiven Fertigung – bekannter unter 3D-Druck – gestärkt. Bei Realizer in Borchen und in Bielefeld (insgesamt etwa 1000 Mitarbeiter) werden diese speziellen Maschinen entwickelt und montiert. Das Ziel für 2018 liege bei 100 Maschinen, sagte Thönes.

Thönes plant 2018 einen Umsatzanstieg

Bereits im Juli hatte Thönes seine Jahresziele angehoben. Er peilt 2017 einen Umsatzanstieg auf 2,3 (Vorjahr: 2,26) Milliarden Euro an. Beim Vorsteuergewinn rechnet er mit 160 (94,1) Millionen Euro. Im Vorjahr hatten Umbaukosten von 80 Millionen das Ergebnis des zur japanischen DMG Mori Ltd gehörenden Konzerns belastet.

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