Mo., 30.10.2017

Kampf um Branchentarifvertrag Verdi ruft an mehreren Amazon-Standorten zum Streik auf

Verdi fordert bei Amazon die Anerkennung des Branchentarifvertrags für den Einzel- und Versandhandel.

Verdi fordert bei Amazon die Anerkennung des Branchentarifvertrags für den Einzel- und Versandhandel. Foto: Sebastian Willnow

Von dpa

Bad Hersfeld (dpa) - Die Gewerkschaft Verdi hat mit Streiks an drei deutschen Amazon-Standorten auf den Tarifkonflikt beim Online-Versandhändler Amazon aufmerksam gemacht.

Verdi rief Beschäftigte in Bad Hersfeld (Hessen), Leipzig (Sachsen) und Koblenz (Rheinland-Pfalz) dazu auf, die Arbeit nieder zu legen. «Am Brückentag vor dem Reformationstag ist mit einem erhöhten Arbeitsvolumen zu rechnen», teilte die Gewerkschaft mit.

Sie gehe davon aus, dass der Streik zu entsprechenden Verzögerungen der Betriebsabläufe führe. Ein Amazon-Sprecher sagte aber in München: «Der Streik hat keinen Einfluss auf die Einhaltung unseres Kundenversprechens, denn die überwältigende Mehrheit unserer Mitarbeiter arbeitet normal.»

Verdi fordert die Anerkennung des Branchentarifvertrags für den Einzel- und Versandhandel. Deshalb gibt es seit Mai 2013 immer wieder Streiks. Der Branchenprimus aus den USA entgegnete darauf: Amazon beweise, dass man auch ohne Tarifvertrag ein fairer und verantwortungsvoller Arbeitgeber sein könne. «Wir bezahlen in unseren Logistikzentren am oberen Ende dessen, was für vergleichbare Tätigkeiten üblich ist, an allen Standorten in Deutschland mindestens 10,52 Euro brutto pro Stunde», sagte der Sprecher.

Amazon verfügt über 31 Versandzentren in sieben Ländern, allein in Deutschland sind es neun Logistikzentren. Der größte Standort hierzulande liegt im osthessischen Bad Hersfeld mit zwei Warenlagern. Amazon beschäftigt nach eigenen Angaben in Deutschland rund 14 500 festangestellte Mitarbeiter.

Kommentare

Reicht es nicht irgendwann?

Ver.di geht also "davon aus, dass der Streik zu entsprechenden Verzögerungen der Betriebsabläufe führe". Es geht der Gewerkschaft also nur um eins: Dem Arbeitgeber zu schaden, indem dieser sein Geschäft nicht mehr ordentlich führen kann. Das wiederum bedeutet, dass der Streik - wie auch alle zuvor - auf dem Rücken der Kunden ausgetragen wird. Denn am Ende sind die Kunden von Amazon die Leidtragenden. Wenn ich als Kunde meine(n) Artikel nur verzögert erhalte, vielleicht an einem Geburtstag ohne Geschenk dastehe, dann denke ich mir nicht: Amazon braucht einen Tarifvertrag. Dann denke ich: Mit mir nicht mehr, es reicht langsam mit dieser ständigen Streikerei. Dann bestelle ich woanders. Und sicher denke nicht nur ich so. Dann wird Amazon am Ende Arbeitsplätze abbauen (müssen). Und das einzig und alleine dank Ver.di. Denn offenbar ist nur ein kleiner Teil der Arbeitnehmer unzufrieden. Diese Minderheit terrorisiert den ganzen Laden und die Kunden. Nur weiter so, liebe Gewerkschafter. Air Berlin habt ihr schon kaputtgefordert, vielleicht klappts dann auch bei Amazon irgendwann. Denn wer dann seine Arbeit verliert arbeitet sicher nicht bei Ver.di, sondern bei Amazon. Das sollten sich die Schafe, die sich zum Streik führen, mal überlegen.

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