So., 04.03.2018

Handelskonflikt mit den USA US-Handelsminister: Stahl-Strafzölle noch diese Woche

Glühende Brammen. Trumps Ankündigung von Strafzöllen auch auf Stahlimporte wird weltweit kritisiert.

Glühende Brammen. Trumps Ankündigung von Strafzöllen auch auf Stahlimporte wird weltweit kritisiert. Foto: Julian Stratenschulte

Von dpa

Washington (dpa) - Trotz internationaler und heimischer Kritik will US-Präsident Donald Trump diese Woche seinen Plan für Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte umsetzen. Der genaue Tag sei aber noch unklar, Rechtsanwälte arbeiteten an den Details, sagte Handelsminister Wilbur Ross dem Sender ABC.

Demnach ist auch weiter davon auszugehen, dass es bei Trumps Entscheidung für Pauschal-Zölle bleibt, ohne Ausnahmen für einzelne Länder. Wie es aussehe, werde es ein «ziemlich breiter Pinselstrich».

Der Minister äußerte sich auch zu Trumps Drohung mit Importzöllen für europäische Autos im Fall von EU-Vergeltungsmaßnahmen. Die USA hätten nach dem Zweiten Weltkrieg alle Arten von einseitigen Konzessionen gemacht, um den Wiederaufbau zu fördern, sagte Ross namentlich mit Blick auf Deutschland und Japan. Das habe damals auch Sinn gemacht, aber nicht mehr heute. Beide Länder seien mittlerweile starke und große Wirtschaftsmächte. «Eine Menge Geschichte muss rückgängig gemacht werden», so Ross wörtlich.

Zu Trumps Äußerung, dass Handelskriege leicht zu gewinnen seien, wies der Minister darauf hin, dass die USA ein großes Handelsdefizit hätten. Es seien andere Länder, «die das Geld in der Tasche haben, nicht wir. Sie haben eine Menge zu verlieren.»

Kritik, dass die geplanten Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte zu Jobverlusten in den USA und Preisanstiegen führen würden, wies Ross zurück. «Die gesamte Summe der Zölle, die wir erheben, beträgt ungefähr neun Milliarden Dollar im Jahr», sagte er. «Das ist ein Bruchteil von einem Prozent der Wirtschaft. Daher ist die Behauptung falsch, dass es eine Menge Arbeitsplätze zerstören, Preise anheben würde.»

Auch bei den möglichen Vergeltungsmaßnahmen der EU etwa bei Bourbon-Whiskey oder Harley-Davidson-Motorrädern gehe es nur um ein Volumen von «drei Milliarden Dollar oder so», eine «ziemlich triviale» Summe.

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