Di., 11.03.2014

Wissenschaft Dschingis Khans Reiterarmee profitierte vom feuchten Klima

Zu Dschingis Khans Zeiten (etwa 1162 bis 1227) ließ das feuchte, milde Wetter das Weideland kräftig sprießen. Foto: Michael Kohn

Zu Dschingis Khans Zeiten (etwa 1162 bis 1227) ließ das feuchte, milde Wetter das Weideland kräftig sprießen. Foto: Michael Kohn Foto: dpa

Von dpa

Ulan Bator (dpa) - Der legendäre Dschingis Khan hat sein Weltreich möglicherweise auch wegen einer ungewöhnlich warmen und regenreichen Klimaphase erobern können.

Das haben US-Forscher um Neil Pederson von der Columbia Universität herausgefunden. Sie untersuchten Jahresringe Sibirischer Zirbelkiefern (Pinus sibiricau) in der Mongolei .

Das Ergebnis: Zu Dschingis Khans Zeiten (etwa 1162 bis 1227) ließ das feuchte, milde Wetter das Weideland kräftig sprießen. Davon hätten Pferde und Vieh und somit die Reiterarmeen profitiert, schreibt das Team. Andere Forscher waren bislang davon ausgegangen, dass eine Dürre in der Mongolei die Reiterarmeen angetrieben hatte.

Die Untersuchung der Jahresringe lasse Aussagen über das mongolische Klima im Zeitraum von 900 bis 2011 zu. Die regenreichste Phase war demnach zwischen 1211 und 1225 - also zu Zeiten Dschingis Khans, der von etwa 1162 bis 1227 lebte. Der Herrscher der Mongolen eroberte mit seinen Reiterarmeen ein Weltreich von Ostasien bis Mitteleuropa.

Wo es normalerweise eher kalt und trocken sei, führe mildes, feuchtes Klima zu ungewöhnlichem Pflanzenwachstum. «Vor den fossilen Brennstoffen waren Gras und Einfallsreichtum der Treibstoff der Mongolen und der Kulturen um sie herum», erläuterte Pederson. Die Klimaänderungen im 13. Jahrhundert hätten dazu beigetragen, dass die Mongolen immer mächtiger wurden. Die Studie ist in den «Proceedings» der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften («PNAS») publiziert.

Außerdem konnten die Forscher nachweisen, dass sich seit Mitte des 20. Jahrhunderts das Gebiet der Mongolei stark erwärmt hat. Die Dürre von 2000 bis 2009 sei eine der schwersten in mehr als 1000 Jahren gewesen. Millionen Tiere seien in Zentralasien gestorben. Das habe die Lebensgrundlage zahlloser Hirten zerstört; viele von ihnen seien daher in die Hauptstadt Ulan Bator gezogen. Der Klimawandel könnte die Menschen im Steppenland künftig bedrohen, fürchten die Experten.

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