Fr., 03.11.2017

Freitagsspiel 11. Spieltag Werder verliert auch mit Kohfeldt - 1:2 in Frankfurt

Foto: Hasan Bratic

Von dpa

Sebastien Haller beschert Eintracht Frankfurt mit seinem späten Tor einen glücklichen Heimsieg. Werder Bremen trifft zwar nach 508 Minuten in der Bundesliga wieder, beim 1:2 belohnt sich die Mannschaft von Interimstrainer Florian Kohfeldt aber wieder nicht.

Frankfurt/Main (dpa) - Werder Bremen steckt nach dem Trainerwechsel weiter in der Krise. Im ersten und vielleicht auch letzten Spiel unter Interimscoach Florian Kohfeldt verlor der Tabellenvorletzte der Fußball-Bundesliga trotz Leistungssteigerung unglücklich mit 1:2 (1:1) bei Eintracht Frankfurt.

Wie schon gegen den VfB Stuttgart schoss Sebastien Haller in der 89. Minute den späten Siegtreffer für die Eintracht. Die erste Frankfurter Führung durch Ante Rebic in der 17. Minute hatte Niklas Moisander nur acht Minuten später noch einmal ausgeglichen (25.).

«Wir haben endlich wieder mal Fußball gespielt, aber dafür können wir uns nichts kaufen», meinte der Bremer Stürmer Max Kruse frustriert. «Wenn man in den entscheidenden Momenten so im Tiefschlaf ist, dann verliert man so ein Spiel.» Frankfurts Sportdirektor Bruno Hübner konnte dagegen tief durchatmen: «Unterm Strich war das vielleicht ein glücklicher Sieg - aber nicht unverdient. Die Bremer haben aus meiner Sicht super Fußball gespielt und Moral bewiesen.»

Das sah auch Kohfeldt so. «Alles in allem können wir aus diesem Spiel Positives mitnehmen. Wenn wir so weitermachen, dann werden wir in den nächsten Spielen auch wieder Punkte mitnehmen.» Werder will nun in der zweiwöchigen Länderspielpause entscheiden, ob sie einen erfahrenen Cheftrainer wie Bruno Labbadia oder René Weiler verpflichten oder den 35 Jahre alten Kohfeldt trotz dieser Niederlage von der Interims- zur Dauerlösung befördern.

Kohfeldt ließ die Bremer deutlich mutiger und offensiver spielen als sein Vorgänger Alexander Nouri. Statt der zuletzt üblichen drei Innenverteidiger stellte der Bundesliga-Debütant drei Stürmer auf und ließ in einem forschen 4-3-3-System agieren.

Gleich in der zweiten Minute hatte Max Kruse die erste dicke Chance für das offensivschwächste Team der Liga. Werder spielte vor den 51 500 Zuschauern deutlich angriffslustiger und zielstrebiger als im gesamten bisherigen Verlauf der Saison. Nur fünf Tage war das deprimierende 0:3 gegen den FC Augsburg an diesem Abend her. Doch der Tabellenvorletzte war im Vergleich dazu nicht wiederzuerkennen.

Auch der überraschende Rückstand durch ein Traumtor des Kroaten Rebic brachte die Bremer nur kurz ins Wanken. Frankfurts Marius Wolf hatte kurz darauf die Gelegenheit zum 2:0 (19.). Kohfeldt reagierte auf den drohenden Bruch im Spiel, indem er das defensive Mittelfeld mit zwei Spielern besetzte - und bald darauf stand es auch schon 1:1. Der Finne Moisander nutzte nach einem Eckball ein großes Chaos im Frankfurter Fünf-Meter-Raum und erzielte den ersten Bremer Treffer nach zuvor 508 torlosen Bundesliga-Minuten.

Nach dem Ausgleich entwickelte sich ein offener, hochintensiver Schlagabtausch. Auch Frankfurt investierte jetzt deutlich mehr in dieses Spiel, aber Werder spielte genauso selbstbewusst und schnörkellos weiter. Die Folge: Die Eintracht hatte eine gute Chance durch Wolf (29.) - und Werder gleich drei davon in nur drei Minuten: durch Zlatko Junuzovic (40.), Kruse (42.) und Maximilian Eggestein (43.). Dreimal rettete der finnische Torhüter Lukas Hradecky stark.

Nach der Pause verlor die Partie sichtlich an Niveau, es spielte fast nur noch die Eintracht. Werder hatte sichtlich Kräfte gelassen. Frankfurt hatte auch die deutlich besseren Chancen: Aber Boateng (55.) und Jetro Willems (64.) vergaben. Mit dem Wechsel von Florian Kainz für Philipp Bargfrede signalisierte Kohfeldt: Wir wollen hier mehr als das Remis.

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