Sa., 17.02.2018

23. Spieltag FC-Fans wütend nach nicht gegebenem 2:1 - «Leider bitter»

Der Kölner Salih Özcan (l) und Hannovers Josip Elez im Zweikampf.

Der Kölner Salih Özcan (l) und Hannovers Josip Elez im Zweikampf. Foto: Rolf Vennenbernd

Von dpa

In letzter Sekunde scheint der 1. FC Köln einen wichtigen Sieg geholt zu haben - der Videobeweis macht aus vermeintlichen drei Zählern nur einen Punkt. Und der ist zu wenig im verzweifelten Kampf gegen den Abstieg.

Köln (dpa) - Die Fans des 1. FC Köln waren wütend wie selten und beschimpften Schiedsrichter Markus Schmidt beim Gang in die Kabine massiv. FC-Trainer Stefan Ruthenbeck nahm den Referee aus Stuttgart in Schutz: «Der Schiedsrichter kann ja nichts dafür.»

Ruthenbeck fügte sich dem 1:1 (1:1) gegen Hannover 96 und akzeptierte, dass das vermeintliche Last-Minute-Jokertor von Claudio Pizarro nach Videobeweis nicht anerkannt wurde.

So geht der Tabellenletzte statt mit 16 mit nur 14 Zählern in die verbleibenden «Endspiele», von denen Ruthenbeck zu reden pflegt. Immerhin: Es ist einer mehr als vor diesem 23. Spieltag. «Mit einem Punkt können wir wenig leben», sagte Kölns defensiver Mittelfeldmann Marco Höger. Torwart Timo Horn hielt bangend eines fest: «Die Chancen werden immer kleiner.»

Immerhin stoppte Köln die Serie von zuletzt zwei Niederlagen. Yuya Osako brachte den FC vor 48.400 Zuschauern in der 30. Minute in Führung. Niclas Füllkrug (37.) erzielte den Endstand. Der FC hat neun Zähler Rückstand auf den Relegationsplatz. Hannover rückt an die Europa-Cup-Ränge heran.

Chefcoach André Breitenreiter wollte davon nichts hören: «Solange wir nicht deutlich gesichert sind, werden wir über nichts anderes sprechen.» Doch 32 Punkte nötigen Respekt ab. Breitenreiter: «Sie sind ein sehr gutes Ergebnis.»

Das können die Kölner mit ihrer schlimmen Bilanz nicht sagen. Ruthenbeck klammert sich an Durchhalteparolen: «Wenn du nochmal eine Serie starten solltest, kannst du auch wieder rankommen.» Dass sich so etwas ergeben könnte, ist in den kommenden vier Spielen in Leipzig, gegen Stuttgart, in Bremen und gegen Leverkusen allerdings wenig wahrscheinlich.

Gegen Hannover hatte die Ruthenbeck-Elf anfangs viele Probleme mit offensiver Präzision. Doch plötzlich wurde es anders: Nationalspieler Jonas Hector schlug einen Freistoß in den Strafraum der Niedersachsen, wo Salif Sané nicht energisch genug klärte und der Japaner Osako aus spitzem Winkel mit links zum 1:0 traf.

Sieben Minuten danach machte es die Kölner Abwehr den Gästen extrem leicht: Füllkrug konnte seinen zehnten Saisontreffer quasi ohne Gegenwehr erzielen. Dass Torjäger Simon Terodde beim FC nach einer Stunde mit einer Kopfverletzung ausfiel, war ein zusätzliches Handicap. Der 29-Jährige war von Salif Sané unabsichtlich am Kopf getroffen worden und zog sich laut Ruthenbeck wahrscheinlich eine leichte Gehirnerschütterung zu.

In der Nachspielzeit wurde es turbulent. Der eingewechselte Peruaner Pizarro traf vermeintlich zum 2:1. Köln jubelte - bis zum Videobeweis, nach dem der Treffer wegen Abseits zurecht nicht gegeben wurde. «Da läuft alles gegen dich», klagte FC-Verteidiger Dominique Heintz.

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