Do., 01.12.2016

Sieg in Mainz vorlegen Bayern-Coach Ancelotti ernennt Leipzig zum Titelrivalen

Trainer Carlo Ancelotti (l) will mit dem FC Bayern wieder den ersten Platz zurückerobern.

Trainer Carlo Ancelotti (l) will mit dem FC Bayern wieder den ersten Platz zurückerobern. Foto: Peter Kneffel

Von dpa

Carlo Ancelotti ist wieder entspannt. Das Spiel in Mainz sieht der Bayern-Trainer als «große Möglichkeit» bei der Jagd auf Spitzenreiter Leipzig. Sein Torjäger fordert eine Siegesserie bis Jahresende.

München (dpa) - Dieses Mal kann der FC Bayern vorlegen und im Fernduell mit den Himmelsstürmern von RB Leipzig Druck aufbauen.

Mit einem Auswärtssieg am Freitag (20.30 Uhr) beim FSV Mainz 05 würden die Münchner mit dem Aufsteiger und neuen Titelkonkurrenten nach Punkten gleichziehen und wegen der besseren Tordifferenz zumindest für eine Nacht die so geliebte und gewohnte Führungsposition in der Fußball-Bundesliga zurückerobern.

«Es ist für uns eine große Möglichkeit, wieder an die Tabellenspitze zu kommen», sagte Trainer Ancelotti. Der 57 Jahre alte Trainer präsentierte sich nach dem jüngsten Zittersieg gegen Bayer Leverkusen und einer kompletten Trainingswoche mit seiner Mannschaft am Tag vor dem Spiel wieder entspannter. Eine Lesebrille baumelte locker um seinen Hals, als er den Großteil der Fragen auch wieder auf Deutsch beantwortete, hin und wieder lachte und Scherze einstreute.

Die Kernaussage aber war absolut ernst gemeint: Die ungeschlagenen Leipziger sind für Ancelotti ein echter Rivale um die Meisterschaft. «Leipzig hat eine sehr gute Mannschaft. Sie sind sehr gut gestartet. Ich bin sicher, sie werden ein großer Gegner bis zum Saisonende sein», sagte er. Und auch wenn die Bayern möglichst flott die gewohnte Hierarchie in der Bundesliga-Tabelle wieder herstellen wollen, gilt für den Italiener: «Das Wichtigste ist, am Ende der Saison an erster Position zu stehen und den Titel zu gewinnen.»

Robert Lewandowski hat erstmal kurzfristig eine Erfolgsserie für die noch vier Punktspiele bis zum Jahresende ausgerufen. «Ich hoffe, dass wir alle gewinnen können», sagte der Torjäger vor dem Gastspiel in Mainz. Ancelotti äußerte Respekt vor der nächsten Aufgabe: «Mainz spielt mit großem Willen und Intensität. Und Bayern hatte mit Mainz in den letzten Jahren immer Probleme.» In Mainz aber hieß der Sieger zuletzt viermal FC Bayern. «Wir müssen uns nicht so sehr mit Leipzig beschäftigen, sondern sollten einfach auf uns schauen, unsere Arbeit machen», sagte der spanische Außenverteidiger Juan Bernat.

Ancelotti konnte die lange Trainingswoche ohne Spiel nutzen, um mit seiner Mannschaft sein System zu verbessern. Die Spieler konnten zudem Blessuren auskurieren. Jérôme Boateng ist nach seiner Muskelverhärtung wieder einsatzbereit. Fraglich sind dagegen die angeschlagenen Mittelfeldspieler Xabi Alonso und Arturo Vidal.

Philipp Lahm, den sich Ancelotti über die Saison hinaus als Spieler wünscht («Er ist ein sehr wichtiger Spieler für die Mannschaft»), könnte wieder im Mittelfeld auflaufen, Joshua Kimmich dafür erneut hinten rechts. Abwehrspieler Holger Badstuber ist erkrankt.

Vor einer Woche konnte Leipzig mit einem 4:1 in Freiburg vorlegen und die Bayern vorübergehend sogar auf sechs Punkte distanzieren. Diesmal könnten die Sachsen bei einem Bayern-Erfolg in Mainz selbst in Zugzwang geraten: Sie empfangen im Topspiel am Samstag (18.30 Uhr) den seit zwölf Pflichtspielen ungeschlagenen FC Schalke 04.

Als Spielverderber der schönen Spieltagspläne des FC Bayern wollen die Mainzer fungieren. In bester Erinnerung ist beim heimstarken Tabellenneunten noch der 2:1-Sieg vor neun Monaten in München. «Wir brauchen eine Top-Performance und das nötige Glück, das wir uns erarbeiten müssen», sagte Martin Schmidt. Dem Schweizer Coach stehen erstmals in dieser Spielzeit fast alle Leistungsträger zur Verfügung. Einzig der Franzose Jean-Philippe Gbamin fehlt gesperrt. «Das können wir kompensieren», sagte Schmidt selbstbewusst und angriffslustig.

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