Schluss mit lustig

Am Ende einer langen Reise ist dies der letzte Eintrag. Deshalb möchte ich es auf keinen Fall versäumen, mich bei allen bedanken, die diesen Blog möglich gemacht haben . . .

. . .bei allen Leserinnen und Lesern fürs Mitreisen am Computer sowie die vielen Kommentare, Hinweise und Ratschläge, für Anmerkungen und Anregungen.

. . . natürlich bei den Hauptdarstellern, den Spielern, Betreuern und Offiziellen des TBV Lemgo. Viel Glück und viel Erfolg in der neuen Saison!

Bis zum nächsten Mal, Ihr und Euer “Blog-Wart”.

Chinesisches Horoskop – oder: Wie die Geschichte weitergeht

Wir schreiben das Jahr 2037. In allen chinesischen Städten feiern die Menschen im Jahr der Feuerschlange in der vierten Juli-Woche ein Blumenfest zur 25. Wiederkehr des ersten Besuches des TBV Lemgo im Reich der Mitte, das sich inzwischen auch offiziell Reich der schnellen Mitte nennt.

Die chinesische Nationalmannschaft hat im Jahr zuvor erstmals die Olympische Goldmedaille gewonnen. Die deutschen Handballer hatten sich dank des Rücktransfers chinesischen Knowhows erstmals seit 2008 wieder für die Olympischen Spiele qualifiziert. Im Team standen gleich vier Lemgoer Spieler, die nach einem mehrjährigen Schüleraustausch an der chinesischen Handball-Akademie an der Liyun-Schule in Peking ausgebildet worden waren. Im Endspiel aber waren sie gegen die Chinesen chancenlos.

Der TBV Lemgo ist inzwischen chinesischer Rekordmeister, denn schon seit 2018 spielen die Lipper nach dem Ende der Bundesligasaison in der chinesischen ersten Liga weiter. Die Konkurrenz der starken Teams aus Peking, Zhangjiagang und Danyang wird aber von Jahr zu Jahr stärker. In allen drei Städten hatten sich unmittelbar nach dem ersten Besuch der Lemgoer im Jahre 2012 Handball-Spielgruppen gebildet, die nach dem Motto “Ausprobieren ist noch besser als Kopieren” die Lemgoer Spielsysteme zu nie vermuteter Perfektion gebracht haben.

Fynn Holpert hat derweil den Hauptsponsorvertrag mit einem chinesischen Spirituosen-Unternehmen um weitere fünf Jahre vorzeitig verlängert. Auf dem TBV-Trikot prangt in drei Sprachen der Schriftzug “Maotai”, denn neben der Kooperation mit China hat Lemgo rund um die Olympischen Spiele 2016 auch einen Partner in Brasilien gefunden. In allen drei Ländern hat der Maotai-Schnaps inzwischen das Bier als beliebtestes Getränk abgelöst.

Bei den landesweiten Feierlichkeiten zu Ehren der vor 25 Jahren im Jahr des Drachen beschlossene Kooperation zwischen dem Handball-Bundesligisten aus Lippe und dem chinesischen Handballverband wird an der Liyun-Schule in Peking ein riesiger sitzender Buddha enthüllt. Die Ähnlichkeit der Figur mit dem seit 26 Jahren für den TBV tätigen Trainer Dirk Beuchler ist ausdrücklich erwünscht. Seine weisen Worte über Taktiken und Strategien haben ihm in China mittlerweile den Rang eines Zen-Meisters eingebracht.

Mao findet in Paderborn seinen Platz

Vom Ramschladen in Peking zur Libori-Kirmes nach Paderborn: Die Mao-Bibel, mein wichtigstes Mitbringsel aus China, hat eine lange Reise hinter sich. Ich habe die Wette gewonnen, obwohl es zunächst in Danyang gar nicht danach aussah. Am Ende fiel mir das kleine Rote Buch aber doch noch rechtzeitig in die  Hände, wenngleich es in Wuxi und Zhangjiagang noch nicht danach aussah. Die feierliche Übergabe an meinen Bruder erfolgte an diesem Freitag in Paderborn (Foto) – natürlich stilecht auf dem Liboriberg.

Andenken an China

Es war nicht das letzte Bier, wohl eher das letzte Essen. Das lag einigen Mitreisenden der TBV-Delegation länger als gewünscht im Magen. Von den Spielern hatte insbesondere Florian Kehrmann mit Magen- und Darmproblemen zu kämpfen. Beim Öffentlichen Training auf dem Marktplatz stand er dennoch tapfer auf der Platte. Auch Finn Lemke brachte ein unerwünschtes Souvenir mit: Der Nachwuchs-Lange erlitt einen Bandscheibenvorfall und fällt vorläufig aus. Timm Schneider leidet hingegen nicht an einem China-Syndrom. Er hat sich im Training den Fuß umgeknickt – Bänderdehnung, glücklicherweise kein Riss. Beim Turnier in Essen wird er fehlen, nächste Woche soll er wieder mitmachen können.

Spaß vor ungewohnter Kulisse

Ein paar Eindrücke vom Öffentlichen Training auf dem Marktplatz in Lemgo.

Ent- oder weder

Jens Bechtloff

Neun Tage ist der TBV Lemgo durch Fernost getourt. Jetzt meldet sich der Handball-Bundesligist mit einem öffentlichen Training bei den eigenen Fans zurück. Bleibt nur noch zu klären: Was ist eigentlich besser: China oder das Lipperland? Linksaußen Jens Bechtloff wagt den Vergleich.

Peking-Ente oder lippischer Pickert?
“Peking-Ente – die chinesische Variante, bei der das Fleisch zusammen mit in Sojasauce getunktem Gemüse in eine Art dünnen Pfannkuchen gerollt wird, hat mich überzeugt.”

Frittierte Hühnerfüße oder lippische Strohsemmel?
“Eindeutig lippische Strohsemmel – schon allein deshalb, weil sie besser aussehen. Die Hühnerfüße bereiten einem ja schon beim Anblick Magengrimmen.”

Maotai-Schnaps oder Lemgoer Wacholder?
“Lemgoer Wacholder – der hat wenigstens keine 61 Prozent. Probiert habe ich den China-Schnaps aber nicht.”

Chinesische Mauer oder Hermannsdenkmal?
“Chinesische Mauer – der Besuch war noch mal ein absolutes Highlight. Deshalb würde ich dieses Bauwerk dem Hermannsdenkmal vorziehen.”

Tai-See bei Wuxi oder Schiedersee?
“Schiedersee – obwohl der Tai-See der ‘most beautiful fresh water lake’ Chinas, der schönste Süßwassersee, gewesen sein soll, hat er mich nicht wirklich überzeugt.”

Hausfassaden aus Glas und Stahl oder Fachwerk?
“Fachwerk – aber ich bin befangen, denn ich wohne schließlich selbst in einem Fachwerkhaus und bin ganz begeistert davon. Dieses Flair aus Alt und Neu begeistert mich immer wieder aufs Neue.”

Olympiastadion oder Lipperlandhalle?
“Lipperlandhalle – da kommt die bessere Stimmung auf.”

Reis oder Kartoffeln?
“Reis – denn da habe ich mit dem Schälen keine Last.”

Tsingtao-Bier oder Detmolder Pils?
“Detmolder Pils – ich bin zwar kein Biertrinker. Aber ich habe das chinesische Bier einmal probiert, und es schmeckt doch sehr wässrig. Da haben wir Deutschen den Chinesen doch etwas voraus.”

Meine 20 Un-Wörter der Reise (Teil 2)

Unterschiedlich: Sitten und Gebräuche bei Tisch
Unterhaltsam: Cheerleader in Danyang
Unverantwortlich: das Gesetz der Straße
Unverzeihlich: Wuxi ohne Spiel
Unbestätigt: chinesischer Gegenbesuch im Oktober 2013
Unumgänglich: drei Lemgoer Siege in drei Spielen
Ungeschickt: drei Umzüge in 48 Stunden
Unerreicht: Platz des Himmlischen Friedens
Unübersetzbar: “tzai-sé” (mit ganz weichem ‘s’)
Unbestimmt: Auswirkungen auf Körper und Form

Jeder gegen Jeden in Lübbecke

Psst, bloß nicht weitersagen! Dieser Unbekannte mit der Sonnenbrille spioniert heute beim “Feind” und nimmt den ersten Gegner der Saison unter die Lupe – den TuS N-Lübbecke. Der Rot-Schwarzen treten heute in eigener Halle beim Porta-Möbel-Cups an, einem Vier-Städte-Turnier an vier Spieltagen mit GWD Minden, TSV Hannover-Burgdorf und Eintracht Hildesheim. Gespielt wird jeweils 1 x 25 Minuten. Das Motto lautet wie früher auf dem Bolzplatz: jeder gegen jeden. Der Spielplan: 18 Uhr:  Hildesheim –  Minden, 18.40 Uhr: Lübbecke – Burgdorf, 19.20 Uhr: Minden – Lübbecke, 20 Uhr: Burgdorf – Hildesheim, 20.40 Uhr: Hildesheim – Lübbecke, 21.20 Uhr: Burgdorf – Minden

China-Town

Sie waren in Manhattan, Los Angeles, Vancouver, Melbourne oder Amsterdam? Vergessen Sie alle Chinatowns, die Sie kennen. So sehen Towns in China 2012 aus.


Gesehen und fotografiert in Peking auf dem Weg zum Flughafen