Bielefeld (mn). Die Tötung eines 32-jährigen Versmolders in einem Haus an der Kleinen Howe in Bielefeld war offenbar doch kein heimtückischer Mord.
Oberstaatsanwältin Ina Leinkauf beantragte vor dem Bielefelder Landgericht acht Jahre Haft für den Angeklagten Hooman S., der die Leiche nach der Tat in einer Tiefkühltruhe versteckt hatte.
Die Verteidiger des 36-jährigen Hallers forderten gar eine Haftstrafe von weniger als fünf Jahren. Beide Parteien bewerteten die Tat, die sich am 30. September 2011 zugetragen hat, als Totschlag in einem minderschweren Fall. Demnach soll das spätere Opfer den Angeklagten, der die Tat vor Gericht gestanden hat, über Monate drangsaliert haben. So habe der 32-Jährige seinem langjährigen Bekannten zunächst einen hohen Geldbetrag geliehen. Als dieser das Darlehen vorerst nicht zurückzahlen konnte, sei der Mann dazu übergegangen, den Angeklagten auszunutzen, für sich arbeiten zu lassen, zu beleidigen und immer wieder körperlich anzugehen. »Mein Mandant musste zu jeder Tag- und Nachtzeit zur Verfügung stehen und musste sich immer wieder gängeln lassen«, sagte Verteidiger Detlev Binder.
Um den ständigen Quälereien ein Ende zu setzen, besorgte sich der 36-Jährige eine Waffe. Diese zückte er am Abend des 30. September, um sein Gegenüber zu vertreiben. Als er daraufhin weiter beleidigte und provozierte, soll der Dolmetscher im Haus seiner Freundin an der Kleinen Howe abgedrückt haben. Ina Leinkauf sah keine Hinweise darauf, dass diese Version nicht der Wahrheit entspricht. Außerdem sei die Tiefkühltruhe, in der der Haller die Leiche verstaute, ebenfalls erst nach der Tat angeschafft worden. Auch das spreche gegen einen kalkulierten Plan.
Die Polizei fand die Leiche des Versmolders durch einen Zufall am 13. Oktober. Nach einem Hinweis, im Haus an der Kleinen Howe seien Drogen versteckt, durchsuchten Beamte das Grundstück und entdeckten den Toten in der Tiefkühltruhe im Keller. Die Nebenklagevertreter rückten in ihren Plädoyers nicht vom Mordvorwurf ab und forderten eine lebenslange Haftstrafe. Das Urteil fällt die 10. Strafkammer am 22. Mai.
Update: Ermittler haben noch keine heiße Spur - Opfer wurde von Nachbarn gefunden
Von Jens Heinze
Bielefeld (WB). Bluttat im Plattenbau-Wohnblock an der Breslauer Straße 40: Nachbarn haben am Samstagabend einen Mieter (44) tot in seiner Stieghorster Wohnung gefunden. Offenbar wurde dem Mann bereits eineinhalb Tage zuvor die Kehle durchgeschnitten.
Bisher seien die Hintergründe der Tat unklar, hieß es von der Mordkommission unter Leitung von Kriminalhauptkommissar Jürgen Heinz. Die ermittelnde Oberstaatsanwältin Ina Leinkauf machte zunächst keine Angaben zum Motiv für das Kapitalverbrechen, zum Tatverdächtigen oder zur Tatwaffe. Die gestern durchgeführte Obduktion habe ergeben, »dass der Mann aufgrund schwerer Halsschnittverletzungen verstorben ist«. Nach Informationen dieser Zeitung wurde dem 44-Jährigen die Kehle durchgeschnitten.
Im ungepflegten Wohnblock an der Breslauer Straße 40/Ecke Detmolder Straße wohnen sechs Mietparteien. Das Opfer, ein Deutsch-Kasache, ist bei den Nachbarn kaum bekannt. Der von Frau und zwei Kindern getrennt lebende Mann sei erst vor zwei Monaten in die linke Dachgeschosswohnung des dreigeschossigen Flachdachbaus eingezogen, heißt es.
Zeugenangaben zufolge gilt als mögliche Tatzeit die Nacht zum Freitag zwischen etwa 2 und 4 Uhr. Die Nachbarin (63) aus der Dachgeschosswohnung rechts berichtete, Lärm aus der Wohnung des 44-Jährigen habe sie aufgeschreckt. »Das war so, als hätte einer Möbel zerschlagen.« Mit Unterbrechungen sei die Randale etwa zwei Stunden lang weiter gegangen. »Ich habe vor Angst gezittert«, beschrieb die 63-Jährige die unheimliche Situation. Zwischendurch habe ein Mann das Haus verlassen: »Ich hatte meine Brille nicht auf, glaubte aber, das war mein Nachbar.«
Gegen 4.15 Uhr sei wieder ein Mann mit einem Rucksack und auffällig hängenden Schultern aus dem Wohnblock gekommen, sei ziellos über den Parkplatz vor dem Haus geschlendert und sei dann in Richtung Schneidermühler Straße verschwunden.Am Freitagmorgen bemerkte die Nachbarin Splitter vor der angelehnten Tür zur Tatortwohnung und konnte sich das nicht erklären. Als die Tür bis Samstagabend immer weiter offen stand, wurde der Mieter (51) aus dem Erdgeschoss gebeten, im Dachgeschoss nachzuschauen. Der Nachbar habe den Toten auf dem Boden des Wohnzimmers der Zwei-Zimmer-Wohnung gefunden, sagte die 63-Jährige. Um 18.20 Uhr ging über Notruf der Alarm bei der Polizei ein.
Hinweise an die Polizei Bielefeld unter der Rufnummer 0521/545-0
+++ Update +++
Ermittler haben noch keine heiße Spur
Bielefeld (hz). Nach dem Mord an einem 44-Jährigen in Stieghorst haben die Fahnder von der siebenköpfigen Mordkommission Breslauer Straße noch keine heiße Spur. »Wir haben nichts: keine Tatwaffe, kein Motiv für die Tat, keinen Verdächtigen«, sagte die ermittelnde Oberstaatsanwältin Ina Leinkauf auf Anfrage.
Gleichzeitig bestätigte Leinkauf WESTFALEN-BLATT-Informationen, wonach Opfer Waldemar R. in der Nacht zum Freitag in seiner kleinen Dachgeschosswohnung im Sechs-Parteien-Block Breslauer Straße 40 die Kehle durchgeschnitten worden sein soll. Wann genau der 44-Jährige ermordet worden sei, müsse noch von Rechtsmedizinern bestätigt werden, die das Alter der massiven Wunden am Hals untersuchten.
Zur möglichen Tatwaffe wollte Polizeisprecherin Sonja Rehmert aus ermittlungstaktischen Gründen nichts sagen. In der Wohnung des Ermordeten würden weiter Spuren gesichert. Gestern Mittag waren Kripofahnder an der Breslauer Straße erneut im Einsatz.
Der Mord in Stieghorst ist das fünfte Kapitalverbrechen in Bielefeld in diesem Jahr. Drei Menschen wurden umgebracht, zwei Opfer überlebten schwer verletzt.
Bielefeld (bp). Marie-Luise und Günter Barisch, Gründer des Deutschen Fächermuseums (Barisch Stiftung) in der Bielefelder Altstadt, werden vom Verkehrsverein mit der Leineweber-Medaille geehrt. Die Vorstandsvorsitzende des Verkehrsvereins übergibt die Medaille im Rahmen einer Feierstunde im Herbst.Günter Barisch sagte gestern, er freue sich über die Anerkennung der Leistung: »Es ist uns eine Ehre, eine Freude und Beruhigung – für die Zukunft.« Günter und Marie Luise Barisch führen das Deutsche Fächermuseum seit 1996; es ist das einzige Museum dieser Art in Deutschland. Nur in London und Paris gibt es weitere öffentlich zugängliche Sammlungen, die jahrhundertealte, kunstvoll gestaltete Fächer ausstellen.
Günter Barisch kaufte seinen ersten Fächer als Zwölfjähriger – damals war er von der Sütterlinschrift fasziniert, mit dem dieser Fächer dekoriert war. Das Deutsche Fächermuseum wurde zunächst als Fächerkabinett gegründet, das Ehepaar Barisch hat Exponate aus fünf Jahrhunderten zu bieten; mehr als 90 Prozent der Sammlung ruht sicher im Depot. Aktuell ausgestellt im Museum Am Bach 19 sind »Fächer aus bayerischen Schlössern« (bis zum 20. Dezember 2012).
Günter Barisch betont, dass in der Sammlung »viel Herzblut« stecke. Deshalb hat das Ehepaar, beide über 80, sein Haus bestellt: Designierte Nachfolgerin ist Elisabeth Herzogin in Bayern, verheiratet mit Katag-Vorstandsvorsitzendem Dr. Daniel Terberger.
Barisch erinnert daran, dass das Deutsche Fächermuseum »keinerlei Unterstützung der Kommune« erhalte, dabei aber Anziehungspunkt sei für Fächer-Liebhaber aus aller Herren Länder.
Der Vorstand des Verkehrsvereins hatte sich einstimmig dafür ausgesprochen, dem Ehepaar Barisch die Leineweber-Medaille zu verleihen. Cornelia Delius sagt: »Das Fächermuseum ist ein Meilenstein für die kulturelle Bedeutung Bielefelds.« Verkehrsdirektor Hans-Rudolf Holtkamp ergänzt: »Mit der Öffnung der Privatsammlung für Jedermann hat das Ehepaar Barisch ein Museum geschaffen, dessen Exponaten kunsthistorisch einen unschätzbaren Wert bieten.«
Die Leineweber-Medaille wird seit 27 Jahren an Personen oder Vereinigungen verliehen, die sich in besonderer Weise für das Profil und Image der Stadt engagieren. Bislang gab es dreizehn Preisträger.
Bielefelder Studenten sind bei der Short Film Corner vertreten
Bielefeld (WB). Große Ehre für die Bielefelder Filmemacher Emrah Turan (28 ) und Kristin Nahrmann (29): Ihr Kurzfilm »Der Blaue Pass« wird am Mittwoch, 16. Mai, bei der Short Film Corner in Cannes gezeigt.
Der dokumentarische Film handelt von zwei kurdischen Flüchtlingen in Berlin. Die beiden Produzenten und ihr Regisseur Mümin Baris begleiteten die beiden Männer in ihrem Alltag. Sie filmten sie beim Laubfegen auf einem Friedhof, beim Verkauf eigener Gedichte in der U-Bahn oder beim gemeinsamen Musizieren. »Die Leidenschaft für die Musik verbindet beide miteinander. Darin können sie ihre Sehnsucht zu ihrer Heimat ausdrücken«, erläutert Kristin Nahrmann. Der Film wurde in kurdischer Sprache gedreht und wird mit Untertiteln in Deutsch und Englisch präsentiert.
Für die angehende Linguistin, die aktuell an der Universität Bielefeld ihre Masterarbeit schreibt, und ihren Kommilitonen Emrah Turan, Masterstudent im interdisziplinären Studiengang Medienwissenschaften, ist es der zweite Kurzfilm, der parallel zu ihrem Studium entstand. Ihr Erstlingswerk über junge Erwachsene mit Epilepsie basiert auf einer Idee einer bundesweiten Selbsthilfeorganisation, die sich regelmäßig in Bethel trifft und der auch Kristin Nahrmann angehört. »Wir Betroffenen wollten damit verdeutlichen, dass wir alles können, die Krankheit aber immer noch stigmatisiert. Somit besteht immer noch ein großer Bedarf an Öffentlichkeitsarbeit«, verdeutlicht Nahrmann.
Um die Einwerbung von Sponsorengeldern zu erleichtern, haben beide nach ihrem Debütfilm die Filmproduktionsfirma Layla gegründet. Den Jungunternehmern kommt die gute Nachricht aus Cannes wie gerufen. »Wir können künftig damit werben und dürfen das offizielle Cannes-Logo benutzen. Das könnte in Zukunft leichter Türen öffnen«, hoffen die Nachwuchsfilmer.
Da die Short Film Corner von einem großen Fachpublikum besucht wird, hoffen die beiden auf Aufmerksamkeit und neue Kontakte. Nicht zuletzt wurde die Short Film Corner ins Leben gerufen, um jungen Talenten ein professionelles Kontaktforum anzubieten.
Einziger Wermutstropfen: Turan und Nahrmann werden nicht selbst nach Cannes reisen können. »Dazu fehlten uns die nötigen Finanzen. Wir werden aber unseren Regisseur und einen Schauspieler hinschicken«, erzählt die angehende Linguistin, deren Herz für das Filmemachen entbrannt ist.
Das nächste Projekt steht bereits in den Startlöchern. Zusammen mit Mümin Baris und dem neu gegründeten Verein »Youth on the move Germany – Empower Talents with Epilepsie« planen Turan und Nahrmann zwei weitere Filme zum Thema »Epilepsie in Kenia« zu drehen. Den Auftakt bildet der erste afrikanische Epilepsiekongress am 21. Juni in Kenia. Neben einem Dokumentarfilm befindet sich auch ein Spielfilm zum Thema in Planung. Er soll in Zusammenarbeit mit zwei kenianischen Filmschulen entstehen. Sprach- und Verständigungsprobleme fürchtet Kristin Nahrmann im übrigen nicht. Neben türkisch spricht sie auch Suaheli.
Ob und in welchem Rahmen der in Cannes gezeigte Film auch in Bielefeld präsentiert wird, steht noch nicht fest. Der Trailer des Films kann im Internet unter folgendem Link angeschaut werden (http://vimeo.com/40660811).
Nach brutalem Überfall: 70 DSC-Anhänger diskutieren mit Vereinsspitze - Mutter des Opfers bezieht in einem neuen Brief Stellung zu den Aussagen Bielefelder Wissenschaftler
Bielefeld (hu). Der brutale Überfall auf Werder-Bremen-Fans in Bielefeld und die lebensbedrohlichen Verletzungen, die ein 26-Jähriger dabei erlitten hat, beschäftigen nach wie vor den DSC Arminia und seine Fans.
Montagabend diskutierten in der Schüco-Arena Mitglieder und Anhänger mit der Führung des Bielefelder Clubs über das Geschehen. Eingeladen dazu hatte die Fan-AG alle Fans, Fanclubs und DSC-Mitglieder – 70 von ihnen kamen zu dem Treffen in den »Sechzehner« in der Westtribüne des Stadions. Ihre Gesprächspartner dort waren Geschäftsführer Marcus Uhlig, Hans-Jürgen Laufer und Dr. Jörg Zillies vom Präsidium sowie Christian Venghaus und Thomas Brinkmeier von der Fan-Betreuung. »Die Teilnehmer waren ein repräsentativer Querschnitt der Fans und es gab eine sehr gute und konstruktive Beteiligung«, sagte Geschäftsführer Uhlig nach dem knapp zweistündigen Treffen. »Wir wollten zuhören und die Fans sollten alles äußern dürfen, Lob und Kritik ebenso wie Ängste und Vorschläge«, so Uhlig weiter.
Konkrete Maßnahmen, wie Gewalttaten im Zusammenhang mit Fußballspielen künftig verhindert werden können, habe das Treffen nicht ergeben – »das war auch nicht zu erwarten«, erklärte Uhlig. Ein Ergebnis sei jedoch, dass das Thema Zivilcourage stärker in den Vordergrund gerückt werden solle. Uhlig: »Wir wollen nicht ein Denunziantentum fördern, aber jeder einzelne ist aufgefordert, genau hinzuschauen, wenn jemand etwas böses im Schilde führt.«
Darüber hinaus habe es weitere Ideen gegeben, mit denen »die Wahrscheinlichkeit gesenkt werden soll, dass so etwas erneut passiert«, sagte der DSC-Geschäftsführer. Diese sollen jedoch zunächst weiter entwickelt werden. Die Fan AG werde dazu kurzfristig erneut zu einem Treffen einladen.
Weitere Artikel zu dem Thema:
In einem weiteren Brief bezieht die Mutter des schwerverletzten Bremer Fans Stellung zu den Aussagen von Bielefelder Wissenschaftlern, die sich nach dem Überfall geäußert hatten. Hier geht es zum neuen Brief.
Nach dem Überfall hat sich die Mutter des Opfers bereits mit einem Brief an die Öffentlichkeit gewendet. Lesen Sie hier den kompletten Brief.
Auf seiner Internetseite nimmt der Bielefelder Fan-Club »Local Crew« Stellung zu den Geschehnissen. Lesen Sie hier die Stellungnahme.
Lesen Sie die bisherige Berichterstattung:
Mutter fordert lange Haftstrafen (vom 14. Mai 2012) Fan-Attacke: Erster Gewalttäter gesteht (vom 12. Mai 2012)
Opfer nicht mehr in akuter Lebensgefahr (vom 11. Mai 2012)
Kommentar:»Attacke auf den Werder-Fan: So schnell weicht der Schock nicht«
(vom 11. Mai 2012) Fan weiter in Lebensgefahr (vom 10. Mai 2012)
Nach Fan-Attacke: Ermittler durchsuchen Wohnungen (vom 9. Mai 2012)
Werder-Fan weiter in Lebensgefahr (vom 8. Mai 2012)
Bremer Fan von Arminia-Anhängern lebensbedrohlich verletzt (vom 7. Mai 2012)
Lions- und Leo-Clubs reinigen Autos – Spenden gehen an Friedensdorf in Oberhausen
Senne (mdm). Glück mit dem Wetter haben die Bielefelder Mitglieder des Lions- und des Leo-Clubs jetzt bei einer besonderen Aktion gehabt: An ihrem nationalen Service-Tag polierten und saugten sie von morgens bis abends die Autos von Kunden einer Autowaschanlage in Senne aus. Die dabei gesammelten Spenden gehen an das Friedensdorf Oberhausen.18 Freiwillige waren bei der Aktion an der Wilhelmsdorfer Straße dabei. Sie haben mehr als 60 Autos auf Vordermann gebracht. Nach der Fahrt durch die Waschstraße saugten sie den Innenraum aus und polierten die Fahrzeuge. »Es ist schön, dass wieder so viele Mitglieder dabei sind«, sagte Jochen Häger vom Lions-Club Bielefeld-Sennestadt.
Für das Polieren der Autos mussten die Besitzer eine kleine Pauschale bezahlen. »Viele gaben auch freiwillig noch eine zusätzliche Spende«, erklärte Häger. Der Erlös dieser Aktion sowie der Aktivitäten, die alle Lions-Clubs sowie ihre jungen Ableger, die Leo-Clubs, an diesem Tag auf die Beine gestellt haben, kommt einem guten Zweck zugute.
Dieses Mal profitiert das Friedensdorf International in Oberhausen davon. Die Einrichtung kümmert sich um Kinder, die Opfer von Kriegen oder Krisen geworden sind. Neben der medizinischen Behandlung einzelner Kinder wird dort aber auch viel friedenspädagogische Arbeitgeleistet.
Die Erneuerung der Strommasten in Senne erfordert ein besonderes Projekt zum Schutz der seltenen Reptilien
Senne (WB). Eine groß angelegte Rettungsaktion in Senne soll den Fortbestand der europaweit vom Aussterben bedrohten Zauneidechse (Lacerta agilis) in Bielefeld sicherstellen. Das stadtweit wichtigste Vorkommen des seltenen Reptils im Behrendsgrund ist durch die für 2013 geplante Erneuerung der dortigen Überlandleitungen in Gefahr. Doch zum Schutz der Echse arbeiten der Stromnetzbetreiber Amprion, das Umweltamt und die Bio-Station Kreis Paderborn-Senne eng zusammen.
Wie das WESTFALEN-BLATT berichtete, will die RWE-Tochterfirma Amprion zwischen Senne und Bechterdissen 48 neue Masten aufstellen, um die bestehende 222000-Volt-Leitung über den Teutoburger Wald durch eine 380000-Volt-Leitung zu ersetzen. Auf einem Parallelstück sollen außerdem einige kleinere Strommasten der Stadtwerke abgebaut, ihre Leitungen auf die neuen Großmasten gehängt werden. All diese Baumaßnahmen könnten der im Behrendsgrund heimischen Zauneidechsen-Population einen massiven Schaden zufügen.
Der Plan, den Umweltamt und Amprion zur Schadensbegrenzung ausgearbeitet haben, sieht vor, möglichst viele der Kriechtiere für die Dauer der Bauarbeiten aus dem Kernbereich in eine sicherere Nachbarschaft umzusiedeln. Nach beendeter Trassensanierung sollen sich die Eidechsen ihren angestammten Biotop selbstständig zurückerobern. Doch die Umsetzung der Schutzmaßnahme ist langwierig, arbeits- und und personalintensiv. 29000 Euro soll das Projekt kosten. Es läuft seit 2011.
Der Behrendsgrund ist ein schmales, gut 19 Hektar großes Naturschutzgebiet, das sich auf einer Länge von zwei Kilometern entlang der Autobahn 2 erstreckt. Im Süden endet es vor dem Reitstall an der Bundesstraße 68, im Norden beim Parkplatz Eisgrund an der Lämershagener Straße. Seit Jahrzehnten überspannen Hochspannungsseile das Gelände, das deshalb waldfrei bleiben muss. Um den Bewuchs kurz zu halten, treibt die Forstverwaltung Bethel regelmäßig seine Schafherde über das Terrain. So hat sich das von Kiefernwald umgebene Areal zu einem offenen, sonnigen, schlicht optimalen Lebensraum für die Zauneidechse entwickelt.
»Wir rechnen mit einem Bestand von bis zu 500 Tieren. In der Individuenzahl läge der Behrendsgrund damit noch vor dem Flugplatz Windelsbleiche und dem Markengrund in Sennestadt«, sagt Reptilienfachmann Christian Venne. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Biologischen Station Kreis Paderborn-Senne, die den Auftrag erhalten hat, die Schutzmaßnahme umzusetzen.
Wie genau das geschieht, will sich dem unbedarften Spaziergänger nicht auf Anhieb erschließen. Dieser bemerkt zunächst nur kniehohe, vertikal in den Boden eingelassene Kunststofffolien, die wie Krötenzäune aussehen. Auf dem weitläufigen Magerrasen unter den Hochspannungsleitungen sind jüngst 20 Teilflächen mit einer Einzelgröße von bis zu 3000 Quadratmetern abgesteckt worden – allerdings nicht wirklich mit Krötennetzen, sondern mit einer glatten Folie, an der Eidechsen keinen Halt finden. »Wir umzäunen insgesamt 17 Mastfußflächen und drei Arbeitsflächen, auf denen später Baumaschinen, Kabeltrommeln und Generatoren stehen«, erklärt Projektkoordinator Frank Ahnfeldt, ebenfalls von der Bio-Station. »Aus den umzäunten Bereichen werden wir die Eidechsen nach und nach herausfangen und sie außerhalb aussetzen.«
Damit die Tiere sich jenseits der Gefahrenbereiche wohl fühlen, wurden seit 2011 an mehreren Plätzen Erdmulden mit Totholzstapeln aus Baumwurzeln, Astmaterial und Reisig angelegt. »Da findet die Zauneidechse alles, was sie braucht«, erklärt Christian Venne. »Unterschlupf, Sonnenplatz, Rendezvousplatz, Überwinterungsraum und natürlich Nahrung wie Heuschrecken, Käfer und Spinnen.« Den ganzen Sommer 2012 wollen Mitarbeiter der Bio-Station die umzäunten Flächen beobachten. Bis zum geplanten Baubeginn im Frühjahr 2013 soll möglichst jede Eidechse gerettet sein. Dieses Vorhaben ist mühsam, weil die wechselwarmen Tiere aus Angst vor Fressfeinden wie Raben, Falken, Mardern und Katzen sehr versteckt leben.
Die seltene, flugunfähige Feldgrille soll ebenfalls gerettet werden. Im Pelz der Bethel-Schafe gelangte sie zum Behrendsgrund. Jetzt ist sie dort heimisch und soll das auch bleiben – genau wie die Zauneidechse. Die Biologen wünschen sich, dass Spaziergänger, Hundehalter, Reiter und Sportler das Projekt respektieren und rücksichtsvoll auf den Wegen des Naturschutzgebietes bleiben. »Es ist kaum zu glauben«, sagt Frank Ahnfeldt kopfschüttelnd, »aber bei unseren Arbeiten haben wir tatsächlich 39 Golfbälle gefunden...«
Fünf Bielefelder Abgeordnete in Düsseldorf – Kerbein (FDP) mit Nachrückerchancen
Bielefeld (MiS). Bielefeld wird im neuen Düsseldorfer Landtag nicht nur mit vier, sondern mit fünf Abgeordneten vertreten sein. CDU-Bewerber Ralf Nettelstroth (Wahlkreis 93) rutschte über die Landesliste ins Parlament.Nachrückerchancen hat auch Dr. Björn Kerbein (FDP, Wahlkreis 94). Über Liste ziehen 22 Liberale in den Landtag ein. Er steht auf Platz 23.
Nettelstroth war dabei, Plakate abzubauen, als ihn Sonntag kurz vor Mitternacht ein Anruf von CDU-Bezirkschef Elmar Brok erreichte, dass die Landesliste voraussichtlich bis Platz 43 ziehen werde. Nettelstroth selbst war auf Rang 40 platziert. Der Grund für den »Doch noch«-Einzug ins Parlament liegt paradoxerweise im schlechten Abschneiden der CDU. Sie holte nur wenig Direktmandate. Deshalb »zog« die Liste stärker. Hinzu kommen Überhangmandate. Nettelstroth sagte, er wolle sein Versprechen einhalten und den vier rot-grünen Abgeordneten aus Bielefeld (Günter Garbrecht, Regina Kopp-Herr, Georg Fortmeier, alle SPD, sowie Matthi Bolte, Grüne) auf die Finger schauen, möglichst viel für seine Heimatstadt erreichen. Heute reist er zur ersten Fraktionssitzung nach Düsseldorf.
Der Rechtsanwalt ist auch Vorsitzender der Bielefelder CDU-Ratsfraktion. Dieses Amt möchte er behalten. »Die Kombination aus Vorsitz und Landtagsmandat hat bei meinem Vorgänger Rainer Lux auch geklappt.« Auch SPD-Mann Georg Fortmeier ist sowohl Landtagsabgeordneter als auch Fraktionschef seiner Partei im Rat. Trotz der Freude über den Einzug in den Landtag hadert Nettelstroth mit den Umständen: »Das Gesamtabschneiden unserer Partei war desaströs.« Insgesamt habe die Union im Wahlkampf eine »schlechte Performance« geliefert. Die Tatsache, dass sich Spitzenkandidat Norbert Röttgen nicht eindeutig zu Düsseldorf bekannt habe, habe die schlechte Gesamtstimmung verstärkt.
Ähnlich sieht es auch CDU-Kreisvorsitzender Bernd Landgraf, der ebenfalls froh ist, dass nach zwei Jahren wieder ein Bielefelder CDU-Vertreter im Landtag ist. Beide sind sich einig, dass in der Frage, wer die Nachfolge von Röttgen in der Führung der Landespartei antreten könnte, der Ball zunächst flach gehalten werden müsse. Beide lassen aber auch durchaus Sympathien für Armin Laschet als Parteichef erkennen
FDP-Mann Kerbein kann derweil kaum fassen, dass er so dicht vor dem Einzug in den Landtag steht. »Listenplatz 23 hätte vor ein paar Wochen kaum jemand für aussichtsreich gehalten.« Mit 5,3 Prozent Erststimmen in Jöllenbeck und Dornberg hat er ein respektables Ergebnis eingefahren.
Verletzter Werder-Anhänger hat Lungenentzündung – Familie verbittet sich Entschuldigung
Von Christian Althoff
Bielefeld (WB). Der Werder-Bremen-Fan (26), der vor einer Woche von Bielefelder Hooligans ins Koma getreten wurde, kann trotz seiner Hirnverletzungen Hände, Arme und Beine bewegen.
»Im Moment sieht es so aus, als wenn Malte ohne Lähmungen davonkommt«, sagte seine Mutter Birgit K. am Samstag dem WESTFALEN-BLATT. Die Lehrerin war mit ihrem Mann und ihren Töchtern Nehle (23) und Merle (18) aus dem niedersächsischen Handorf nach Bielefeld gekommen, um über das Wochenende in der Nähe ihres lebensgefährlich verletzten Sohns zu sein. Er liegt in der Klinik Gilead I auf der Intensivstation, wird nicht mehr beatmet, aber noch künstlich ernährt.»Wir dürfen pro Tag nur eine halbe Stunde an Maltes Bett, und das auch nur zu zweit. Mehr verkraftet er nicht«, sagt die Mutter. »Deshalb sind nicht alle von uns immer in Bielefeld.« Die Ärzte hätten ihrem Sohn ein Loch in den Hinterkopf gebohrt, durch das das Blut, das durch die Tritte gegen den Kopf aus den Adern ausgetreten sei, langsam abfließe. »Wie lange das noch dauert, kann niemand sagen, und auch Komplikationen schließen die Ärzte nicht aus.«
So habe ihr Sohn seit kurzem eine Lungenentzündung. Sollte er irgendwann von der Intensivstation können, werde man ihn nach Lüneburg verlegen. »Denn dann wird es wichtig sein, dass er viele Besuche von Freunden bekommt, um sein Gedächtnis zu trainieren.« Denn an das, was ihm passiert sei, habe ihr Sohn keine Erinnerung, sagt die Mutter. »Er bestreitet, jemals in Bielefeld gewesen zu sein, freut sich auf seine Konfirmation und hat mich am Donnerstag gefragt, wie das Pokalendspiel ausgegangen ist, das da ja noch gar nicht stattgefunden hatte.« So etwas sei aber nicht ungewöhnlich, hätten ihr die Ärzte gesagt.
»Vor einer Woche haben wir uns noch mit Malte gestritten, wer das Badezimmer saubermachen muss. Und heute sind wir froh, dass er lebt. So schnell kann sich alles verschieben«, sagt seine Schwester Nehle, die eine Weiterbildung zur Handelsfachwirtin macht. Und seine Schwester Merle, die im Abitur steckt, erzählt: »Malte hat uns manchmal zu Fußballspielen mitgenommen. Er hat immer super auf uns aufgepasst und darauf geachtet, außerhalb des Stadions keinen Fanschal oder so zu tragen, um Gewalttäter nicht zu provozieren.« Unter der Woche sei ihr Bruder in seinem Beruf als Kaufmann für Bürokommunikation aufgegangen. »Er arbeitet in Hamburg in einem Familienbetrieb. Sein Chef will versuchen, die Stelle freizuhalten.« Der Opferverein »Weißer Ring« hat der Familie inzwischen einen Anwalt vermittelt, mit dessen Hilfe die Angehörigen höchstmögliche Strafen gegen die Täter anstreben.
»Das müssen Urteile sein, die abschrecken«, fordert Birgit K. und fährt fort, sie habe früher bei dem Wort Hooligan immer an einfach gestrickte, rechte Schläger gedacht. »Es hat mich fassungslos gemacht, als ich in der Zeitung lesen musste, dass Abiturienten und Studenten am Überfall beteiligt waren. Wenn dieser Teil der Jugend schon so verroht ist – was soll dann aus Deutschland werden?« Einen Kontakt der Täter zur Familie K. hat es bisher nicht gegeben, und den lehnen die Angehörigen auch strikt ab. Nehle K.: »Es soll bloß keiner bei uns auftauchen! Wir werden keine Entschuldigung akzeptieren, denn so etwas kann man nicht entschuldigen.« Merle K. sagt, sie habe kein Verständnis dafür, dass einer der mutmaßlichen Täter, dem immerhin Beihilfe zum versuchten Mord vorgeworfen werde, nicht in Untersuchungshaft gekommen sei, nur weil er mitten im Abitur stecke. »Ich bin auch mitten im Abi und muss in dieser Woche zwei Klausuren schreiben mit dem Wissen im Hinterkopf, dass mein Bruder in Lebensgefahr schwebt. Auf mich nimmt doch auch keiner Rücksicht!«
Auf seiner Internetseite nimmt der Bielefelder Fan-Club »Local Crew« Stellung zu den Geschehnissen. Lesen Sie hier die Stellungnahme.
Lesen Sie die bisherige Berichterstattung:
Fan-Attacke: Erster Gewalttäter gesteht (vom 12. Mai 2012)
Opfer nicht mehr in akuter Lebensgefahr (vom 11. Mai 2012)
Kommentar:»Attacke auf den Werder-Fan: So schnell weicht der Schock nicht«
(vom 11. Mai 2012) Fan weiter in Lebensgefahr (vom 10. Mai 2012)
Nach Fan-Attacke: Ermittler durchsuchen Wohnungen (vom 9. Mai 2012)
Werder-Fan weiter in Lebensgefahr (vom 8. Mai 2012)
Bremer Fan von Arminia-Anhängern lebensbedrohlich verletzt (vom 7. Mai 2012)
Bielefeld (WB). Ein 13-jähriger Junge ist in Bielefeld von einem unbekannten Mann geschlagen und beraubt worden.
Am Samstag ging der Junge mit ein Freunden zum Fußballspielen auf den Leineweberring an der Eckendorfer Straße, teilte die Polizei am Montag mit. Sein Handy hatte er dabei und es befand sich in seiner Sporttasche, die er am Spielfeldrand abgestellt hatte. Kurz nach 21 Uhr sagte er seinen Mitspielern, dass telefonieren gehe. Der 13-Jährige ging dann mit seinem Telefon etwa 500 Meter weiter weg, weil er in Ruhe sprechen wollte.
Während er telefonierte, kam ein Mann auf ihn zu und fragte, ob er sein Handy einmal haben könnte, um damit auch zu telefonieren. Der Junge antwortete, dass er ihm das Handy nicht eben würde.
Daraufhin schlug dieser dem Jungen mit seiner Faust an den Kopf und traf ihm Schläfenbereich. Nach dem Schlag ging er zu Boden. Der Unbekannte riss ihm anschließend das Handy, das der Junge noch in der Hand hielt, aus der Hand. Ebenso nahm er die Geldbörse des Jungen, die nach dem Schlag auf den Boden gefallen war, und lief mit der Beute davon. Der Junge blieb noch zwei bis drei Minuten am Boden liegen.
Der Mann soll dann in einen kleinen Weg zur Straße »Am Wellbach« gelaufen sein und von da aus dann die Eckendorfer Straße einwärts.
Beschreibung des Mannes: ~ 17 bis 18 Jahre alt ~ schwarze, kurze Haare ~ 1,80 Meter groß ~ normale Statur ~ er trug eine schwarze Hose und eine rote Jacke
Türkischer Verein Galatasaray Istanbul wird Meister - Fans feiern
Bielefeld (WB/mdm). Mehr als 100 Fans des türkischen Fußball-Vereins Galatasaray Istanbul haben am Samstagabend dessen Meistertitel in der türkischen Liga gefeiert.
Auf dem Jahnplatz kamen die Anhänger in ihren gelb-roten Trikots und mit großen Fahnen, um gemeinsam ihrem erfolgreichen Lieblingsverein zu huldigen.
Bis zum Endspiel am Samstagabend war es in der Liga spannend geblieben. Der eine Punkt des 0:0-Ergebisses reichte Galatasaray zum Titel. »Der Fußballverband hat in dieser Saison viel Mist gemacht, deshalb sind wir besonders froh darüber, dass es noch geklappt hat«, sagte ein Fan auf dem Jahnplatz. Böller wurden angezündet und die Jahnplatzuhr zeitweise in ein großes Tuch in Vereinsfarben gehüllt.
So friedlich lief es nach dem Sieg in Istanbul dagegen nicht ab. Dort gab Krawalle.
Bielefeld (WB/mdm). Hunderte Menschen haben am Samstag an der "Leises Rauschen"-Party in Bielefeld teilgenommen und richtig gefeiert.
Wie berichtet, sollte die Party zunächst mitten in der Innenstadt stattfinden. Aufgrund von Sicherheitsbedenken wurde die Feier dann verlegt - von dem etwas beengten Emil-Groß-Platz, auf dem nur maximal 500 Teilnehmer hätten feiern dürfen, an die Nowgorodstraße. Mit Veranstalter Jonas Braamt hatten die Stadtwerke Bielefeld und die Handwerkskammer dafür vor einigen Tagen einen einmaligen Nutzungsvertrag auf den Weg gebracht.
»So freundlich, wie die Stimmung hier ist, bereuen wir das auf keinen Fall« sagte Stadtwerke-Prokurist Volker Wilde am Samstag vor Ort. Neben dem Gelände an sich waren den Organisatoren auch ein Pavillon gegen Regen sowie Strom zur Verfügung gestellt worden. Auch hunderte gelbe und blaue Stadtwerke-Luftballons schwebten im Laufe des Nachmittags und Abends nebst Seifenblasen über das Gelände.
Eine dauerhafte Lösung soll das aber nicht sein", betonte Wilde, vielmehr eine einmalige Geste. Um die Sauberkeit nach der Party machte er sich indes auch keinerlei sorgen. "Auch als die Feier hier noch nicht legal stattgefunden hat, gab es nie Probleme. Spätestens am Tag danach wurde immer gründlich aufgeräumt."
Pit Clausen und Thomas Sopp tauschen die Ringe +++ mit Bildergalerie
Bielefeld (MiS). Bielefelds Oberbürgermeister Pit Clausen und sein Lebenspartner Thomas »Tom« Sopp haben am Samstag auch den kirchlichen Segen erhalten. In der Kapelle des Johanneskrankenhauses hielt Pastor Dr. Ingo Habenicht, Vorstandsvorsitzender des Johanneswerks, den Gottesdienst. Das Besondere: Der Oberbürgermeister und sein Zwillingsbruder Jürgen haben an diesem Tag auch ihren 50. Geburtstag gefeiert. »Für mich ist die Segnung das schönste Geschenk«, sagte Clausen nach dem Gottesdienst. Lebenspartner Tom Sopp, Vorstandsmitglied des Johanneswerks, ist 48. Beide kennen sich schon aus gemeinsamen Studientagen an der Universität Bielefeld.
Am Silvestertag hatten der SPD-Politiker Clausen und Sopp in Kapstadt standesamtlich geheiratet. Den Lebensbund hatte der Oberbürgermeister beim städtischen Neujahrsempfang öffentlich gemacht. Jetzt tauschte das Paar in dem Segnungsgottesdienst die Ringe.
140 Gäste waren in die Kapelle des Krankenhauses auf dem Johannesstift-Gelände gekommen. Nach der Andacht gab es einen Umtrunk für die Gäste. Anschließend wurde im kleinen Kreise weitergefeiert. Heute ist der Oberbürgermeister schon wieder als kommunaler Wahlleiter bei der Landtagswahl im Einsatz.
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Mitglieder stehen den Ereignissen fassungslos gegenüber
Bielefeld (WB). Nach dem brutalen Angriff die Fußball-Fans aus Bremen nimmt jetzt der Fan-Club »Lokal Crew« aus Bielefeld auf seiner Internetseite Stellung:
An diesem Tag organisierten wir im Zuge der von uns initiierten »Dein Shirt für Arminia«-Aktion den Verkauf selbiger T-Shirts zugunsten des Vereins im gesamten Stadionbereich von 11.30 Uhr bis ca. 16.45 Uhr. Im Nachgang erfuhren wir von dem schrecklichen Vorfall, der sich abseits der Alm ereignet hatte. Unsere Mitglieder standen dem brutalen Übergriff mit absoluter Fassungslosigkeit gegenüber. Nachdem es am Donnerstag zu weiteren Festnahmen durch die ermittelnden Behörden gekommen war, erreichte uns die Nachricht, dass ein aktuelles, sowie ein ehemaliges Mitglied zu den Verhafteten gehören. Der Aussage des am Samstag in der Presse zitierten Beschuldigten, er sei Mitglied unseres Zusammenschlusses, widersprechen wir aufs Schärfste. Wir wissen nicht, warum die Person das Vorgenannte behauptete, auch wissen wir nicht, ob es seine Idee war, die Ermittlungsbehörden zu täuschen oder die seiner Rechtsberatung. Auch können wir uns nicht erklären, welches Ziel damit verfolgt wird. Fakt ist, dass wir uns bewusst sind, dass die mögliche Tatbeteiligung eines Mitgliedes uns in die Pflicht nimmt. Gleichzeitig werden wir nicht akzeptieren, wenn durch diesen Umstand der ganze Fanclub »Lokal Crew« mit dieser unfassbaren Tat in Verbindung gebracht wird. Es handelt sich bei dieser schockierenden Tat eindeutig um Einzelpersonen, nicht um unsere Gruppierung. Wir stehen durch unser Engagement im Blickfeld der Öffentlichkeit, viele Einzelpersonen und Gruppen werden der »LC« zugeordnet, die wenigsten jedoch gehören wirklich zu uns. Eine generelle Verantwortung für diese Tat können wir, unter Berücksichtigung und im Sinne unserer insgesamt 45 Mitglieder, keinesfalls übernehmen. Dem Opfer wünschen wir schnellst- und bestmögliche Genesung, ihm, den Angehörigen und Freunden alles erdenklich Gute!
Haftbefehl gegen 20-Jährigen wieder aufgehoben – Zustand des Opfers stabilisiert sich – Fan-Club nimmt Stellung
Von Jens Heinze Bielefeld (WB). Im Fall des brutalen Überfalls auf Werder-Bremen-Fans in Bielefeld hat erstmals einer der Tatverdächtigen ausgesagt. In einem mehrstündigen Gespräch schilderte der 20-Jährige Ermittlungsrichterin Muna Eid das Geschehen.
Der per Haftbefehl wegen Beihilfe zum versuchten Mord gesuchte 20-Jährige aus Bad Oeynhausen stellte sich am Freitagvormittag mit Verteidiger Dr. Lutz Klose im Amtsgericht Bielefeld. Polizisten hatten am Donnerstag vergeblich versucht, den in den Niederlanden studierenden 20-Jährigen zu Hause festzunehmen.
In seiner Vernehmung hat der Student vor der Richterin und vor Staatsanwalt Christoph Mackel sowohl seine Beteiligung an der Tat vom 5. Mai an der Ecke Jöllenbecker-/Wittekindstraße als auch Motiv und Hintergrund gestanden sowie über die Strukturen in der Fußball-Fanszene ausgepackt. Informationen dieser Zeitung zufolge soll der 20-Jährige, der mit Komplizen die Opfer an der Flucht gehindert haben soll, viereinhalb Stunden lang verhört worden sein. Wie exklusiv berichtet, sollen die insgesamt 13 Beschuldigten des Überfalls zur Ultraszene in OWL gehören beziehungsweise Mitglieder in einem der Ultraszene nahestehenden Bielefelder Verein sein.
Auf Anfrage bestätigte der Bielefelder Strafverteidiger Dr. Lutz Klose WESTFALEN-BLATT-Berichte, wonach es die Hooligans am 5. Mai beim Überfall auf die acht Werder-Anhänger auf deren Fanartikel abgesehen hatten. »Es sollten die Fahne, Schals, Trikots und Mützen erbeutet werden, um die Sachen als Trophäen bei der nächsten Begegnung gegen Werder Bremen im Stadion triumphierend hoch zu halten«, sagte der Rechtsanwalt. Nach Verlassen der Schüco-Arena sollen die völlig ahnungslosen acht Werder-Fans zunächst von einem 20-Jährigen aus Werther verfolgt und beobachtet worden sein. Per Handy soll dieser Mann dann die 13 Angreifer zum Tatort gerufen haben.
»Mein Mandant hat umfassend ausgesagt«, erklärte Verteidiger Klose, warum Ermittlungsrichterin Eid den Haftbefehl wegen Beihilfe zum versuchten Mord gegen den 20-Jährigen wieder aufgehoben habe. Staatsanwalt Mackel, der am Freitag seinen in diesem Fall ermittelnden Kollegen Veit Walter vertrat, habe angesichts der umfangreichen Angaben des Oeynhauseners das sogar beantragt. Klose: »Der Vorwurf der Beihilfe zum versuchten Mord bleibt aber weiter bestehen.«
Informationen dieser Zeitung zufolge soll am 5. Mai ein Teil der 13 Hooligans das letzte Drittliga-Saisonspiel der Arminia gegen Bremens zweite Mannschaft in der Schüco-Arena verfolgt haben. Dort könnte die Idee zum späteren Überfall entstanden sein, als die in Werderfarben gekleideten Gästefans ihre Fahne schwenkten. Polizeisprecher Friedhelm Burchard wollte das zunächst nicht bestätigen: »Die Auswertung unserer Videoaufnahmen vom Fußballspiel ist noch nicht abgeschlossen.«
Arminia Bielefelds Geschäftsführer Marcus Uhlig hat Kontakt zur Familie des Opfers aufgenommen. Ferner wartet der Verein zunächst ab, was die polizeilichen Ermittlungen ergeben. »Sobald feststeht, welchen Personen welche Tatbeteiligungen strafrechtlich eindeutig zugeordnet werden können und wir die Namen kennen, werden wir mit maximaler Härte und Konsequenz im Rahmen unser Sanktionierungsmaßnahmen reagieren«, sagte Uhlig am Freitag. Das würde wohl lebenslanges Stadionverbot und für Mitglieder gegebenenfalls den Vereinsausschluss bedeuten.
»Malte ist aus dem künstlichen Koma geholt worden. Er erinnert sich nicht an die Tat und die Tage davor. Aber das Langzeitgedächtnis funktioniert. Die Lebensgefahr ist noch nicht gebannt, doch sie ist nicht mehr akut. Wir können erstmal aufatmen«, war Birgit K., die Mutter des schwerst verletzten Werder-Fans, sichtlich erleichtert. Der Zustand des 26-Jährigen aus Handorf (Niedersachsen) im Landkreis Lüneburg ist stabil und hat sich leicht gebessert, bestätigte Bethel-Sprecher Jens Garlichs. Dennoch bewerten die Ärzte seinen Zustand als kritisch. Der junge Mann liegt weiter auf der Intensivstation in der Klinik Gilead 1.
Die Beschuldigten des Überfalls – sieben sitzen in Untersuchungshaft – stammen aus geordneten Verhältnissen und sind Polizeiangaben zufolge nicht vorbestraft. Zum Kreis der tatverdächtigen Hooligans gehören zwei Schüler (16) aus Bielefeld, die wegen ihres Alters nicht in Haft mussten. Ein Abiturient (19) aus Bad Salzuflen wurde ebenfalls verschont, weil er mitten in den Prüfungen steckt.
Lange Haftstrafen drohen Den mutmaßlichen Haupttätern des Überfalls auf acht Werder-Fans drohen langjährige Haftstrafen. Wie berichtet, soll der 21-Jährige aus Leopoldshöhe das Opfer (26) zu Boden geschlagen, der 20-Jährige aus Espelkamp soll mit voller Wucht gegen den Kopf getreten haben. Sollte eine Große Strafkammer des Landgerichtes das als versuchten Totschlag werten und nach Erwachsenenrecht verurteilen, wären es bis zu elf Jahre und drei Monate Haft. Wird der Tatvorwurf auf versuchten Mord erweitert, wären es bis zu 15 Jahre. Gegen den 20-Jährigen, der juristisch noch als Heranwachsender gilt, wäre auch eine Strafe nach Jugendrecht möglich. Den erwachsenen mutmaßlichen Komplizen der Hauptbeschuldigten drohen bei Verurteilungen wegen Beihilfe zum versuchten Mord Haftstrafen von bis zu elf Jahren und drei Monaten. Die unter 21-Jährigen müssen mit milderen Jugendstrafen rechnen. Unter den der Beihilfe zum versuchten Mord Beschuldigten befinden sich zwei 16-jährige Bielefelder Schüler und derzeit drei Heranwachsende im Alter von 19 und 20 Jahren. Wegen der mutmaßlichen Beteiligung von Jugendlichen und Heranwachsenden am Überfall wird der Prozess voraussichtlich vor einer Jugendstrafkammer des Landgerichtes geführt. Die Strafkammer tagt als Schwurgericht, das für Mord- und Totschlagsdelikte zuständig ist.
Die Mutter des Opfers ist am Donnerstag mit einem Brief an die Öffentlichkeit gegangen. Sie schreibt darin: »Mein Sohn würde der Bielefelder Fan-Szene keine Schuld für dieses Verbrechen geben, wenn er sich selbstbestimmt äußern könnte. Er weiß, dass diese Gewaltverbrecher weder an der Arminia noch an Fußball allgemein besonderes Interesse haben.« Lesen Sie hier den ganzen Brief.
Auf seiner Internetseite nimmt der Bielefelder Fan-Club »Local Crew« Stellung zu den Geschehnissen. Lesen Sie hier die Stellungnahme.
Lesen Sie die bisherige Berichterstattung:
Opfer nicht mehr in akuter Lebensgefahr (vom 11. Mai 2012)
Kommentar:»Attacke auf den Werder-Fan: So schnell weicht der Schock nicht«
(vom 11. Mai 2012) Fan weiter in Lebensgefahr (vom 10. Mai 2012)
Nach Fan-Attacke: Ermittler durchsuchen Wohnungen (vom 9. Mai 2012)
Werder-Fan weiter in Lebensgefahr (vom 8. Mai 2012)
Bremer Fan von Arminia-Anhängern lebensbedrohlich verletzt (vom 7. Mai 2012)
Bielefeld (WB). Der 18-jährige Sanitäter, der im März in Bielefeld eine 82-jährige Witwe in ihrer Wohnung getötet haben soll, wird durch Spuren schwer belastet. Und: Er hat sich am Tatabend einen Horrorfilm angesehen.
Der Mordkommission liegt jetzt ein 25 Seiten starkes Gutachten der Rechtsmedizin Münster vor. Darin kommt Oberarzt Dr. Bernd Karger zu dem Ergebnis, dass sich das Geschehen nicht so abgespielt haben kann, wie von dem 18-Jährigen behauptet.
Die entscheidenden Punkte des Gutachtens lesen Sie in der Wochenendausgabe des WESTFALEN-BLATTES.
Lesen Sie auch den Artikel: »Mein Sohn ist kein Mörder!« (vom 24. April 2012)
Miele führt am Montag den neuen Premium-Staubsauger S8 am Markt ein
Bielefeld (WB). Die so genannte S-Klasse eines bekannten Automobilherstellers wird im Allgemeinen mit Luxus und Komfort assoziiert. Miele produziert unter dem S-Label ebenfalls eine Premiumklasse: nämlich Staubsauger.
Am Standort Bielefeld läuft aktuell der neue S8, Nachfolger des sechs Millionen Mal verkauften S5 vom Band. Das Modell wurde laut Andreas Schmedt, Leiter der Abteilung Bodenpflege, hinsichtlich Reinigungsleistung, Bedienkomfort und Energieeffizienz verbessert. Zudem erhielt das neue Spitzenmodell bereits vor seiner Markteinführung am kommenden Montag den renommierten »Red dot design award«.
Hinsichtlich der Reinigungs- und Energieeffizienz konnte der S8 gegenüber seinem Vorgänger noch einmal verbessert werden. »Bei 1200 Watt erzielt er eine Staubansaugung wie früher bei 2000 Watt«, sagt Schmedt. Außerdem konnte der Aktionsradius um einen Meter auf elf Meter erweitert und das Gewicht um 700 Gramm reduziert werden. Mit 5,4 Kilogramm gehört der S8 somit zu den Leichtgewichten unter den Bodensaugern.
Der Komfort der neuen Baureihe zeigt sich zudem an vielen Details: So verfügt der S8 über zum Patent angemeldete Laufrollen, die auf kleinen Luftreifen laufen und mit Stoßdämpfern ausgestattet sind. Durch dieses System laufen die Rollen auch auf strukturierten Hartböden besonders leise. Eine um das Gehäuse verlaufende Textilleiste schützt jetzt Möbel und das Gerät bei Kollisionen vor Beschädigungen. Die Leistungseinstellung lässt sich mit einer Plus-Minus-Taste am Korpus oder – noch bequemer – am Handgriff regeln.
»Geräte mit Automatik-Stufe passen ihre Saugleistung von selbst dem jeweiligen Bodenbelag an«, verdeutlicht Bernd Siegholt. Der Produktmanager verweist auch auf den Hygienestaubbeutel, der zur Feinstaubfilterung aus neun Lagen besteht und sich beim Entnehmen automatisch verschließt, so dass beim Wechseln des Beutels kein Staub an die Umgebungsluft entweichen kann. Für mehr Komfort sorgt unter anderem das neu konstruierte Park-System bei Saugpausen, bei dem der Nutzer die Bodendüse einfach am Heck des Staubsaugers einhakt. Bei Automatik-Modellen schaltet sich der Motor dann zusätzlich ab. Beim Weitersaugen startet das Gerät in der zuletzt genutzten Leistungsstufe.
Das Spitzenmodell S8 UniQ verfügt zusätzlich noch über eine seitlich angebrachte Beleuchtung, die auch nach dem Abschalten für etwa 30 Sekunden aktiv bleibt und das Abstellen in dunklen Kammern erleichtert. Für exklusives Design sorgen die Sonderfarbe Mahagonibraun Metallic, das in Samtanmutung ausgekleidete Zubehörfach und verchromte Applikationen.
»Mit dem S8 bekennt sich Miele klar zum Standort Bielefeld«, unterstreicht Sabine Bivolarevic, kaufmännische Leiterin der Bodenpflege. Zur Fertigung wurden vier der 20 Jahre alten Montagelinien neu ausgerichtet. 80 Mitarbeiter sind direkt mit der Fertigung und Logistik des S8 befasst. »Je nach Auftragslage können hier bis zu 4000 Stück pro Tag hergestellt werden«, sagt Andreas Schmedt. Insgesamt arbeiten im Bielefelder Miele-Werk 250 Mitarbeiter im Bereich Bodenpflege. Weltweit sind in dem familiengeführten Unternehmen gut 16500 Menschen, zwei Drittel davon in Deutschland, beschäftigt.
[Update 17.50 Uhr]: 20-jähriger Student aus Bad Oeynhausen stellt sich und sagt umfassend aus − Mutter des 26-jährigen Opfers: »Wir können erstmal aufatmen« − Mit einem Brief wendet sie sich an die Öffentlichkeit +++ mit Leitartikel
Bielefeld (WB). Nach einem Überfall auf Fans des Fußballvereins SV Werder Bremen II hat die Polizei am Donnerstagmorgen mehrere Wohnungen in Bielefeld und Umgebung durchsucht. Sieben Personen im Alter von 19 bis 23 Jahren wurden festgenommen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten.
Ein 20-jähriger Student aus Bad Oeynhausen stellte sich am Freitagvormittag den Ermittlungsbehörden. Polizisten hatten am Donnerstag vergeblich versucht, den in den Niederlanden studierenden Mann zu Hause festzunehmen. Er sagte umfassend aus. Am Nachmittag wurde der Haftbefehl wegen Beihilfe zum versuchten Mord wieder aufgehoben. Er ist vorerst wieder auf freiem Fuß, gilt aber weiter als Beschuldigter.
Die sieben Festgenommenen sollen der Gruppe angehören, die am Wochenende nach einem Drittliga-Spiel zwischen Arminia Bielefeld und SV Werder Bremen II auf Werder-Fans losging und einen 26-Jährigen lebensgefährlich verletzte. Durch den zuständigen Staatsanwalt Veit Walter wurden acht Haftbefehle wegen Beihilfe zum versuchten Mord beim Amtsgericht Bielefeld erwirkt.
Die Mutter des Opfers, Birgit K., sagte am Freitag dem WESTFALEN-BLATT, dass Ärzte ihren Sohn Malte aus dem künstlichen Koma geholt hätten. Er erinnere sich nicht an die Tat und die Tage davor. Aber das Langzeitgedächtnis funktioniere. »Die Lebensgefahr ist noch nicht gebannt, doch sie ist nicht mehr akut. Wir können erstmal aufatmen.«
Bethelsprecher Jens Garlichs bestätigt am Freitagnachmittag auf WESTFALEN-BLATT-Anfrage: »Der Zustand des 26-Jährigen ist stabil und hat sich leicht gebessert. Dennoch bewerten die Ärzte seinen Zustand weiter als kritisch. Der junge Mann liegt nach wie vor auf der Intensivstation.«
Anhand des von der Polizei am 5. Mai gedrehten Videos von dem Überfall einer Gruppe von Gewalttätern der Bielefelder Fan-Szene auf Fußballfans von Werder Bremen II konnten die Ermittler der Mordkommission »Werder II« 13 Tatverdächtige ermitteln.
Zwei (ein 20 und ein 21 Jahre alter Mann) der 13 Personen sitzen bereits seit dem 6. Mai in U-Haft. Bei zwei weiteren Personen handelt es sich um Schüler aus Bielefeld im Alter von 16 Jahren. Auf Grund ihres Alters wurden keine Haftbefehle beantragt.
Am Donnerstagmorgen suchten Kriminalbeamte von 6 Uhr an die Wohnungen der Tatverdächtigen in Werther, Bielefeld, Bad Oeynhausen, Bad Salzuflen und Halle auf. Dabei wurden zehn Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt. Sieben von acht Personen konnten festgenommen werden. Bei den Festgenommenen handelt es sich um einen 23-Jährigen sowie um zwei 22-Jährige aus Bielefeld, zwei 20- und 21-Jährige aus Werther, einen 19-Jährigen aus Bad Salzuflen sowie um einen 19-Jährigen aus Halle.
Der achte Tatverdächtige (ein 20-jähriger Mann aus Bad Oeynhausen, der in den Niederlanden studiert) stellte sich am Freitagvormittag den Ermittlungsbehörden. Dies hatte sein Verteidiger, Dr. Lutz Klose, am Donnerstag bereits angekündigt.
Ebenfalls durchsucht wurden die Wohnungen der beiden Schüler, die noch bei ihren Eltern gemeldet sind. Ermittelt wurde auch ein 20-jähriger Tatverdächtiger aus Werther, der die Bremer Fans offensichtlich zuvor beobachtet und dann mit seinem Handy die Bielefelder Gewalttäter bis zu dem Zusammentreffen gelotst hatte. Dieser Mann war bereits am Samstag unter den Festgenommen und wurde am Sonntag wieder entlassen. Er befand sich aber nicht unmittelbar in der Gruppe der Angreifer, deswegen wurde gegen ihn kein Haftbefehl erlassen.
Sichergestellt wurden PC und Handys der Tatverdächtigen. Die festgenommenen Tatverdächtigen sind nicht vorbestraft. Die Ermittlungen der Polizei dauern an.
Hier geht es zum Leitartikel: »Attacke auf den Werder-Fan: So schnell weicht der Schock nicht« Die Mutter des Opfers ist mit einem Brief an die Öffentlichkeit gegangen. Sie schreibt darin: »Mein Sohn würde der Bielefelder Fan-Szene keine Schuld für dieses Verbrechen geben, wenn er sich selbstbestimmt äußern könnte. Er weiß, dass diese Gewaltverbrecher weder an der Arminia noch an Fußball allgemein besonderes Interesse haben.« Lesen Sie hier den ganzen Brief.
Lesen Sie die bisherige Berichterstattung:
Fan weiter in Lebensgefahr (vom 10. Mai 2012)
Nach Fan-Attacke: Ermittler durchsuchen Wohnungen (vom 9. Mai 2012)
Werder-Fan weiter in Lebensgefahr (vom 8. Mai 2012)
Bremer Fan von Arminia-Anhängern lebensbedrohlich verletzt (vom 7. Mai 2012)
Sicherheitsrisiko am Emil-Groß-Platz – »Leises Rauschen« jetzt auf Droop & Rein-Gelände +++ mit Kommentar
Bielefeld (WB). Die geplante Mega-Party auf dem Emil-Groß-Platz ist abgesagt. Mit mehr als 2000 via Facebook angemeldeten Jugendlichen feiern kann Veranstalter Jonas Braamt (21) trotzdem. Am Samstag ab 14 Uhr öffnen Handwerkskammer und Stadtwerke das Droop & Rein-Gelände für die Szene.
Die Grundstückseigentümer der Industriebrache neben dem Ostwestfalendamm, die noch bis Mittwoch mit einem Hausverbot weitere »rauschende Partys« auf ihrem Areal nach den Erfahrungen der Vergangenheit hatten verhindern wollen, schalteten am Donnerstag um: die beiden Unternehmen übernehmen jetzt die Haftpflichtversicherung für die Veranstaltung, stellen zudem einen Toilettenwagen auf das Gelände. Die Kosten für beide Posten hatten für Braamt offenbar nur schwer überwindbare Hindernisse dargestellt, nachdem noch am Emil-Groß-Platz gerade erst Bargeld zahlende Sponsoren abgesprungen waren.
Im Internet via Facebook richtet sich die Szene des »Leisen Rauschens« inzwischen auf den neuen Standort ein, an dem das nach Veranstalterangaben längst kultige Zusammentreffen einst auch begonnen hatte. Die zunächst vom Amt für Verkehr auf dem eng bebauten Emil-Groß-Platz genehmigte und als Straßenfest bezeichnete Veranstaltung hatte erst nach dem Bericht dieser Zeitung zu einem Ortstermin mit allen beteiligten Sicherheitsbehörden, Polizei, Ordnungsamt und Amt für Verkehr, geführt.
Bereits Donnerstagvormittag hatten von Anwohnern beobachtet Beteiligte der Sicherheitsorgane gründlich vor Ort die Bedingungen und möglichen Konsequenzen analysiert. Genehmigt gewesen war nach Auskunft der Stadt entsprechend dem Antrag von Jonas Braamt die Sperrung von Arndtstraße und Karl-Eilers-Straße für ein Straßenfest mit maximal 500 Teilnehmern. Anwohner und Geschäftsleute des Emil-Groß-Platzes fühlten sich nach eigenen Angaben von dem Partyereignis überrollt, waren erst kurzfristig überhaupt informiert worden. Thomas Kunz (Einzelhandelsverband) kritisierte mit Nachdruck das Vorgehen der Stadt gegenüber den Kaufleuten.
Weil bis Donnerstanachmittag bereits 2160 Zusagen für die Party via Facebook im Netz genannt wurden, hatten die Sicherheitsbehörden mit Braamt die Lage noch einmal neu bewertet. Wegen des Besucherandrangs müsse mit Überfüllung des Veranstaltungsgeländes gerechnet werden, man spricht von einer Veranstaltung mit erhöhtem Gefährdungspotenzial, wie Polizeisprecherin Sonja Rehmert erläutert.
Gemeinsam mit Braamt kamen die Behörden deshalb zu dem Ergebnis, angesichts der besonderen Innenstadtlage werde es nicht gelingen, ein schlüssiges Sicherheitskonzept aufzustellen. Veranstalter Jonas Braamt hatte daraufhin seinen Antrag für das Straßenfest zurückgezogen.
Bereits im Vorfeld der offiziellen Absage hatten Sponsoren wie die Nichtschwimmer-Gastronomie ihre Teilnahme von bislang noch fehlenden dezidierten Sicherheitsmaßnahmen des Veranstalters abhängig gemacht. Betriebsleiter Tibet Akbas: »Ohne Sicherheitskonzept geht alles nicht. Braamt hat immer gesagt, er kläre das alles.« Allerdings spart der Gastronom auch nicht mit Kritik an der Bielefelder Stadtverwaltung. Braamts Fest so einfach zu genehmigen, meint Akbas, »ist grob fahrlässig.«
Mit Sicherheit besser Ein Kommentar von Michael Diekmann
Geht doch. Keine 24 Stunden, nachdem selbst Veranstalter Jonas Braamt noch am Comeback seines «Leisen Rauschens« auf dem Droop & Rein-Gelände zweifelte, ist die Szene zurück auf der Brache.
Ob dafür erst das stümperhafte Vorgehen der Bielefelder Stadtverwaltung entlarvt werden und ein Bericht dieser Zeitung überhaupt den eigentlich obligatorischen Ortstermin veranlassen musste, sollte in der Beurteilung dem Büro des Oberbürgermeisters überlassen werden. Die Stadt kann aus den Peinlichkeiten rund um den Emil-Groß-Platz nur lernen.
Die muss sich aber auch fragen lassen, wo sie mit der Aufarbeitung offensichtlicher Kommunikationsdefizite beginnen möchte. Und ob sie Veranstalter Jonas Braamt tatsächlich mit dem einzig gestatteten »Straßenfest« hätte ins sprichwörtliche offene Messer laufen lassen.
Bielefeld (WB). Der Immobilienboom in NRW hält unvermindert an. Von einer Überhitzung oder gar einer gefährlichen Blase könne aber keine Rede sein, sagt Roland Hustert, Geschäftsführer der LBS Immobilien GmbH. Auch dass etwaige steigende Kreditzinsen Käufer in Bedrängnis bringen, sei nicht zu erwarten.
Die LBS vermittelte im Kooperationsverbund mit 102 Sparkassen und 103 eigenen Gebietsleitungen in NRW im vergangenen Jahr so viele Immobilien wie nie. Mit ihrer Hilfe wechselten 9490 (Vorjahr: 8638) Häuser, Wohnungen und Grundstücke im Gesamtwert von 1,6 (1,38) Milliarden Euro den Besitzer. Die fast 4500 Käufer eines gebrauchten Ein- oder Zweifamilienhauses zahlten im Schnitt 169 000 Euro – 4000 Euro mehr als im Jahr zuvor. Jedes zweite Objekt war dabei älter als 50 Jahre.
Bei 233 vermittelten neuen Eigenheimen erhöhte sich der Preis von 231 000 auf 249 000 Euro. »Die Preise steigen, mit regionalen Unterschieden und wenigen Ausnahmen, nur moderat. Es gibt keinerlei Anzeichen für eine Immobilienblase«, sagt Hustert. Zudem liege die Neubautätigkeit bei wachsender Zahl von Haushalten auf niedrigem Niveau.
Die LBS baute nach eigenen Angaben die Position als Makler Nummer eins für Wohnimmobilien aus. Der Courtage-Umsatz für die Objektvermittlung stieg um 13,7 Prozent auf 75 Millionen Euro. »Ein Ende des Booms ist nicht in Sicht.« Im ersten Quartal dieses Jahres vermarktete die LBS knapp 2200 Objekte für 369 Millionen Euro. Das bedeute einen Anstieg um mehr als acht Prozent.
Die Immobilie gelte für viele Selbstnutzer und Kapitalanleger als Betongold. Gestützt werde die Nachfrage von steigenden Löhnen, Arbeitsplatzsicherheit sowie dem historisch niedrigen Zinsniveau. Aktuell ist Baugeld mit zehnjähriger Laufzeit für knapp drei Prozent zu bekommen. »Vor 30 Jahren lag der Zinssatz bei 9,75 Prozent«, sagt Horst Donnermann, Leiter der Immobilienabteilung der Sparkasse Bielefeld. »Die monatliche Belastung ist heute in vielen Fällen nicht höher als die Miete«, sagt Hustert. Das Risiko eines künftigen Zinsanstiegs könnten Immobilienerwerber zudem begrenzen. »Bei dreiprozentiger Tilgung ist das Darlehen nach 23 Jahren abbezahlt. Für den gesamten Zeitraum können günstige Konditionen festgeschrieben werden.«
Das sei auch ein großer Unterschied zu Verwerfungen in den USA oder Spanien. Hustert: »Dort sind in Erwartung steigender Preise auch Darlehen ausgezahlt worden, die über dem Bau- oder Kaufpreis der Immobilie lagen, um noch Konsum mitzufinanzieren. Und das Ganze zu variablen Zinsen.« Als diese stiegen und die Hauspreise sanken, sei die Blase geplatzt.
Bei der LBS habe dagegen 2011 jeder Fünfte seine Immobilie ohne Kredit finanziert. »Es gibt eine Käufergruppe, die ihr Haus verkauft und im Gegenzug eine zentrale Wohnung erwirbt.« Weitere private Investoren sähen ihr Geld in einer Immobilie besser angelegt als in Finanzprodukten. Der seit der Finanzkrise zu beobachtende Trend schlage bei Eigentumswohnungen und besonders Mehrfamilienhäusern zu Buche. »Die Nachfrage ist größer als das Angebot.«
Den aktuellen Immobilien-Preisspiegel finden Sie hier:
Bielefeld (WB). Sie wollte im Garten arbeiten und fand eine Sprenggranate: So ist es einer Bielefelderin am Mittwoch ergangen.
Die Anwohnerin der Oststraße fand einen verrosteten Gegenstand, der aus dem Zweiten Weltkrieg stammen könnte. Daraufhin informierte sie die Polizei.
Die Beamten forderten zur Bergung des etwa 25 Zentimeter langen metallischen Gegenstandes den Kampfmittelräumdienst an. Dieser erkannte den Gegenstand als Sprenggranate und transportierte ihn ab.
Der Garten wurde anschließend mit einem Metallsuchgerät abgesucht. Weitere Funde blieben aus.
2000 Feierfreudige in der Uni Bielefeld +++ mit Bildergalerie
Bielefeld (WB/mdm). DJ-Pulte statt Mittagstische haben Mittwochnacht in der Mensa der Universität Bielefeld bereitgestanden. Mehr als 2000 Feierfreudige sind zur zweitgrößten Party des Fördervereins der Fachschaft für Wirtschaftswissenschaften gekommen.
Die »Eins-Live-Hörsaal-Comedy« gastiert im Audimax der Universität
Bielefeld (WB). Wenn die ersten Reihen im Audimax freiwillig besetzt werden, steht mit Sicherheit keine Vorlesung auf dem Stundenplan. Als die »Eins-Live-Hörsaal-Comedy« am Dienstagabend vor rund 550 Zuschauern in den größten Hörsaal der Uni einzieht, sind Langeweile, Leistungsdruck und Prüfungsangst wie weggeblasen.
Auch wenn Lachen und Lärmen erwünscht sind: Zu spät kommen ist trotzdem nicht drin, wie Moderator Luke Mockridge zwei Nachzüglern mit seiner spitzen Zunge schmunzelnd klar macht. »Bahn verpasst?« – »Jo«, bejaht der Unpünktliche grinsend. Ähnlich wie ihm geht es im Laufe des Abends einigen Zuschauern, die durch gezielte Fragen und Kommentare des Moderators zu »Opfern« und damit Teil der Show werden: dem Facebook-Girl Marina, dem »Realschule«-Studenten und allen Hogwarts- beziehungsweise Harry-Potter-Fans. Im Schlepptau hatte Mockridge vier junge Stand-Up-Comedians: Abdelkarim aus der »Bielefelder Bronx« Windflöte, den niederbayrischen Nerd Maxi Gstettenbauer, Gesa Dreckmann aus dem hohen Norden und den Germanistik-Studenten (»auf gut Glück«) David Werker. Das Lieblingsthema der Comedians ist das Web 2.0, das Mitmach-Internet, und soziale Netzwerke wie Facebook – obwohl darüber schon so viel gesagt wurde, dass es kaum etwas Neues hinzuzufügen gibt. Zum Lachen bringen die Beiträge dennoch – nicht zuletzt, da jeder im Publikum, ob Schüler, Student, Abbrecher oder älteres Semester, wohl oder übel Stellung dazu beziehen muss. Man ist entweder Facebook-Mitglied oder »Evolutionsbremse«.
Darüber hinaus kann aber jeder der Komiker mit Themen aufwarten, die ihn auszeichnen. Abdelkarim spricht gerne über Deutschrap, Chillen und Integration. »Mein Vater war Gastarbeiter, ich bin hier nur noch Gast.« Maxi Gstettenbauer, bekennender Nerd, spielt mit seinem Milchbubi-Image und plaudert über sein Pech mit Frauen. Er komme sich beim Date so unnütz vor »wie die Büroklammer aus Microsoft Word«. Gesa Dreckmann, deren Mutter aus Haiti kommt, spricht über Hautfarben, ihre Kindheit zwischen wortkargen Landeiern und niveauloses TV. Und David Werker beklagt die »knallharte 5-Stunden-Woche« von Studenten, verrät seine ersten Erfahrungen mit Frauen (zwischen dem zehnten und elften Bier auf einer Vorabiparty) und zitiert SMS seiner Ex-Freundin.
Zum Abschied zeigt das Quintett seine musikalische Ader und präsentiert eine umgedichtete Version von Gotyes »Somebody that I used to know«: »Den Hörsaal geben wir jetzt ab. Ab morgen wird es hier wieder langweilig.«
Klasse 4a misst sich in der Fernseh-Spielshow mit Österreichern – ZDF zeigt Sendung am 16.Juni
Babenhausen (WB). Gewonnen? »Klar, sieht man doch«, sagt Jule und streckt stolz die Trophäe in die Höhe. »Das ist Piet«, erklärt die Schülerin aus der 4a der Grundschule Babenhausen.
Zusammen mit Antonia und Vincent nahm sie an der Fernseh-Spielshow »1, 2 oder 3« teil, bei der drei Teilnehmer aus drei vierten Klassen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gegeneinander antreten. Sie mussten fünf Fragen zu einem bestimmten Thema beantworten, lagen stets richtig und hatten am Ende die meisten Punkte gesammelt. Die Sendung wird am Samstag, 16.Juni, um 8.35 Uhr im ZDF und am Sonntag 17. Juni um 17.35 Uhr im Kinderkanal gezeigt.
Lange Anreise im Zug, ein ganzer Vormittag geht drauf, dann sind die Drei und ihre Lehrerin Iris Rudolf als erwachsene Begleitperson am Ziel. Quartier beziehen sie in einer Jugendherberge in München, den restlichen Tag nutzen sie für eine Stadtbesichtigung. Und sie begegnen, wie Antonia berichtet, im Restaurant den Südtirolern, gegen die sie am anderen Tag spielen werden. Ausschlafen am anderen Tag ist nicht, um 9.30 Uhr fahren sie zur Aufzeichnung in die Bavaria Filmstudios bei München, der Dreh beginnt um 12.30 Uhr. Ab geht’s in die Garderobe, jeder bekommt ein T-Shirt, auf dem sein Name aufgedruckt ist, eine passende Hose und ein Paar Sportschuhe. Schließlich ging es »ab in die Maske zum Frisieren, aber da war keine junge Frau, sondern ein älterer Mann«, wundern sich Jule und Mitschülerin Antonia heute noch, »der hat die Gesichter gepudert, damit wir nicht so glänzen«. Plötzlich taucht Moderator Elton auf und verrät – es ist fünf Minuten vor Beginn der Aufzeichnung – das Thema: Es heißt »Wüste«.
Im Studio, das halb so groß wie eine Turnhalle und mit der bekannten Kulisse (im Hintergrund eine Großstadtskyline) ausgestattet ist, sind im Hintergrund die Zuschauerränge. Das Trio aus Babenhausen wird zusammen mit den anderen beiden Teams auf den Spielablauf eingestimmt. Doch die meisten wissen, wie es läuft (siehe Kasten).
»Wir wunderten uns: Drei Mädchen und vier Jungen machen mit, es sind ja immer nur Dreierteams«, sagt Jule. Die Lösung: Der vierte Mitspieler ist das so genannte Kamerakind, es steht die ganze Sendung lang hinter einer der Kameras und nimmt auf, was passiert. Die Bilder des Kamerakindes sind während der Übertragung an der roten Umrandung erkennbar. Pro Frage werden Punkte vergeben, 18 waren maximal erreichbar. »Wir bekamen 16«, erklärt Vincent, »bei einer Frage waren wir nicht so sicher«. Warum war das Trio in Sachen Wüste um korrekte Antworten nicht verlegen? »Na ja«, schmunzelt Antonia, »irgendwo hab' ich ganz entfernt ägyptische Vorfahren, da wusste ich ein bisschen Bescheid«.
Am Ende freuen sich die stolzen Gewinner nicht nur über Piet im Kleinformat, sondern dürfen auch bei Autogrammkarten, Shirts, Schlüsselanhängern, Blocks und USB-Sticks zugreifen. Der Gewinn wird mit Bargeld honoriert: 320 Euro für die Klassenkasse. »Was wir damit machen, wissen wir noch nicht genau«, sagt Vincent, »Am liebsten einen Ausflug, aber das wird noch besprochen«. Eines ist aber gewiss: Die Sendung will die 4a allen Interessenten zeigen – in der Woche nach dem 16. Juni. Am besten draußen auf dem Schulhof bei einem Fest.
Der Doppeljahrgang 2013 sorgt für eine Abiturientenflut.
2335 junge Leute machen dann allein in Bielefeld ihren Abschluss. WESTFALEN-BLATT-Redakteur Michael Schläger begleitet zwei von ihnen bis zur Schulentlassung und in den ersten Monaten danach.