Schloß Holte-Stukenbrock
Viel mehr Lebensqualität
13.06.13
03:03
6 days
13.06.2013
- 14:47
Tag der Architektur – Kirsten und Alexander Balsliemke zeigen ihr Haus
Schloß Holte-Stukenbrock (WB). »Es zieht nicht mehr«, sagt Alexander Balsliemke und lacht. Gemeinsam mit seiner Frau Kirsten zeigt er zum Tag der Architektur am Sonntag, 30. Juni, das grundlegend modernisierte Haus an der Helleforthstraße.
Verantwortlicher Architekt ist Daniel Sieker aus Bielefeld. Das Obergeschoss des Zweifamilienhauses aus den 80er-Jahren wurde abgerissen und in Holzrahmenbauweise neu erstellt. »Der Holzrahmenbau spart Zeit, weil die Wände im Werk vorproduziert werden können«, sagt der Architekt. Das sei besonders dann wichtig, wenn, wie bei dieser Sanierung, das Erdgeschoss auch während der Bauphase bewohnt bleibt. Außerdem bringe diese Bauweise gute energetische Werte. So erfülle das Haus die KfW-70-Standards.
Das Mehrgenerationenhaus wird im Erdgeschoss von den Eltern des Bauherren bewohnt. »Es ist super, wenn Familien sich so gut verstehen. Doch abgeschlossene Bereiche mit Rückzugsmöglichkeiten für alle sind wichtig, damit das Zusammenleben funktioniert«, betont Sieker. Er freue sich, dass in den Bestand investiert worden sei. Das sei auch aus Umweltschutzgründen sinnvoll. Zwar seien die Vorgaben des Baurechts im Außenbereich nicht so einfach gewesen, doch das Bauamt der Stadt sei sehr hilfsbereit gewesen, lobt er die Mitarbeiter.
Die Mühen, wie der Abriss, das Abschlagen der Klinker oder das Verlegen des Flächenkollektors für die Wärmepumpe, sind mittlerweile in den Hintergrund gerückt. »Wir haben jetzt deutlich mehr Lebensqualität«, sagen Kirsten und Alexander Balsliemke. Sie freuen sich über die großen, offen gestalteten Räume, über Galerie, Dachterrasse und Balkon. Statt schräger Wände mit 30 Jahren alten, zugigen Dachfenstern gibt es deutlich mehr Platz in der oberen Wohnung, Reserve zum Ausbau und mehr Komfort. Und natürlich eine wesentlich bessere Dämmung – 32 Zentimeter beim Dach und 26 Zentimeter bei den Wänden. Das wird sich auch in den Energiekosten niederschlagen, auch wenn genaue Vergleichswerte noch nicht vorliegen. Die monatlichen Strom-Abschlagszahlungen sind jedenfalls deutlich niedriger. Statt der Elektrospeicher-Öfen versieht eine Wärmepumpe ihren Dienst. Der Kollektor, der die Wärme sammelt, liegt auf einer Fläche von 50 mal 30 Metern, etwa 1,30 bis 1,40 Meter tief im Boden. »Bei einem Neubau wäre eine solche Fläche kaum möglich, durch diesen Platz war eine teuere Tiefenbohrung überflüssig«, sagt der Architekt.
Gebaut wurde von März 2011 bis April 2012 inklusive Abriss. Ein paar Restarbeiten sind noch auszuführen. »Wir haben sehr, sehr viel selbst gemacht«, sagt Alexander Balsliemke. Etwa 270000 Euro hat das Bauen, ohne Sanierung des Erdgeschosses, gekostet.
Nach Angaben des Architekten ist ein Neubau in dieser Größenordnung nicht günstiger, eher teurer wegen der hinzukommenden Grundstückskosten. In diesem Fall habe der bestehende große Grundriss viele Gestaltungsmöglichkeiten geboten. Er hört es gerne, als die Bauherrin glücklich sagt: »Die Raumaufteilung ist einfach genial.«
Wer sich selbst ein Bild von der Aufstockung und Sanierung in Holzbauweise verschaffen will, kann dies am Sonntag, 30. Juni, von 12 bis 14 Uhr, Helleforthstraße 147a, tun. Die Bauherren und der Architekt beantworten in dieser Zeit gerne Fragen.