Rahden
Senioren sind »fit mit dem Rollator«
12.06.13
09:33
8 days
12.06.2013
- 09:52
Neues Angebot des Stadtsportverbands – Gymnastik und Fachberatung
Rahden (WB). »Mit Musik geht alles besser« – Dieser Leitspruch von Heidi Seidel ist auch beim ersten Aktionstag des Stadtsportverbandes Rahden, »Fit mit dem Rollator«, beherzigt worden. Neben Informationen zur Sicherheit haben die Teilnehmer gymnastische Übungen mit Musik absolviert.
»Das ist ein erster Versuch«, erläuterte Heidi Seidel, Seniorenbeauftragte des Stadtsportverbandes und Übungsleiterin für Seniorensport beim TuSpo Rahden. »Wenn das bei den älteren Menschen gut ankommt, sind auch regelmäßige Termine denkbar«, sagte sie.
Etwa 20 Rollator-Nutzer, darunter auch zwei Männer, waren in die Sporthalle an der Grundschule gekommen, um sich sachkundig zu machen. Tina Koehler, Vorsitzende des Stadtsportverbandes, begrüßte die älteren Menschen aus Rahden. Mit dabei waren auch einige Teilnehmer ohne Rollator aus der Senioren-Gymnastikgruppe von Heidi Seidel.
»Ich freue mich, dass Sie den Mut bewiesen haben, zu uns zu kommen«, lobte Seidel und machte deutlich, dass das Mutmachen von anderen gerade für Menschen, die aufgrund von Krankheit oder Altersgebrechen auf Hilfsmittel wie den Gehwagen angewiesen sind, wichtig ist. »Mut verheißt neue Chancen und solche eine Chance liegt heute offen«, sagte sie.
In der Tat: Die Senioren haben an diesem Nachmittag gesehen und erfahren, dass sie nicht allein sind. Gegenseitiges Kennenlernen stand – zunächst spielerisch – auf dem Programm. »Plätzetausch« mit dem Rollator: Das war nicht immer ganz leicht für die Senioren. Doch irgendwo machte die Zusammenkunft auch Spaß, letztlich auch bei kleinen gymnastischen Übungen, bei denen der Gehwagen als Stütze dienen kann. »Das mache ich jetzt jeden Tag«, verkündete eine der Teilnehmerinnen nach der kleinen »Sportstunde«. Denn: Gelenkig bleiben ist das oberste Ziel.
Nicht nur gymnastische Übungen hatte Heidi Seidel mitgebracht und gezeigt: Andreas Schiewe vom Sanitätshaus Westerfeld aus Lübbecke zeigte den Teilnehmern, wie man den Rollator richtig einstellt. »Das ist wichtig, um Fehlhaltungen zu vermeiden«, erklärte der Experte. Viele der Rollatoren seien viel zu hoch eingestellt. So könnten sich die Betroffenen nicht richtig abstützen und würden mit gebeugter Haltung laufen, sagte er.
Vor allem aber gelte eines: »Das Leben ist mit einem Rollator nicht vorbei«, erklärte Schiewe. Im Gegenteil müsse man dieses Hilfsmittel als Möglichkeit ansehen, an der Welt weiter selbstständig teilzuhaben. Wichtig sei aber der richtige Umgang mit dem Gehwagen. Andreas Schiewe zeigte den Rollator-Nutzern, was bei unsachgemäßem Gebrauch passieren kann. Das reiche bis hin zu Stürzen.
»Bordsteinkanten müssen Sie immer rechtwinkelig anfahren«, riet er den Senioren. Auch das Anziehen der Bremsen sei ein wichtiger Punkt, der zur Sicherheit beitragen könne. »Macht man das richtig, ist der Gehwagen eine Stütze und ein sicherer Punkt«, erläuterte Schiewe. Er erklärte den Senioren aber auch die Schwachpunkte dieses Hilfsmittels, die sich bisher noch nicht beseitigen lassen. Auch stand ein Funktionstest und ein Sicherheitscheck der Rollatoren, durchgeführt von dem den Experten, auf dem Programm. Mit wenige Handgriffen richtete Schiewe die Gehwagen ein und reparierte kleine Mängel.
»Wir überlegen jetzt, ob wir noch andere Orte in Rahden finden, an denen wir diesen Basis-Nachmittag anbieten können«, sagte Tina Koehler. Wenn sich Interessenten finden, könne der Stadtsportverband eventuell auch eine Gruppe einrichten, die sich regelmäßig trifft. »Wir möchten erst einmal sehen, wie groß das Interesse ist«, sagte die Vorsitzende.