Paderborn
Plötzlich liegt ein Stein im Weg
07.06.13
02:59
12 days
07.06.2013
- 12:49
Saison-Ausklang mit Uraufführung – Christian Onciu inszeniert und spielt zugleich
Paderborn (WB). Als letzte Produktion der Ära Steinhardt-Unseld an den Paderborner Kammerspielen gibt es noch einmal eine echte Uraufführung zu erleben. »Der Stein« hat am kommenden Mittwoch im Studio Premiere.
Das Schauspiel aus der Feder des Ehepaars Ana-Maria und Christoph Bamberger wird von Christian Onciu inszeniert, der selbst auch die einzige Rolle in dem Ein-Personen-Stück übernimmt. Der lange als Schauspieler im Paderborner Ensemble tätige Regisseur und Mime, der heute in Hamburg tätig ist, hat die Autoren in seiner neuen Wahlheimat kennen gelernt.
»Ich bin im Hamburger Fährhaus-Theater auf die aus Rumänien stammende Autorin aufmerksam gemacht worden«, erzählt Onciu, der selbst in den neunziger Jahren aus Rumänien ausgewandert ist. »Vor einem Jahr haben wir uns dann zum ersten Mal getroffen und waren uns sofort sympathisch.«
Aus der beruflichen Zuneigung der beiden gebürtigen Südosteuropäer ist längst eine Freundschaft unter Theatermachern geworden. Ehrensache, dass Onciu das neueste Stück der Bambergers inszenieren durfte. »Als wir Christian erstmals getroffen haben, war es noch gar nicht fertig«, verrät Ana-Maria Bamberger, die ihren Mann am Hamburger Klinikum kennen gelernt hat. Beide sind im Hauptberuf Mediziner.
»Aber ich wollte immer schon auch am Theater tätig sein«, berichtet die 47-Jährige Krebsforscherin. Seit zehn Jahren schreibt sie Theaterstücke, die mittlerweile europaweit aufgeführt werden. »Der Stein« ist das erste Drama, das sie mit ihrem Mann Christoph (48) gemeinsam verfasst hat. Und es ist auch das erste Stück, das sie auf Deutsch geschrieben hat. Davor hat die zweisprachig aufgewachsene Autorin noch die rumänische Sprache verwendet. Schon das erste Stück war ein Riesenerfolg in Bukarest.
Das jüngste, »Der Stein«, handelt von einem Sparkassen-Filialleiter, der eines morgens ganz unvermutet aus seinem Alltagstrott geworfen wird. Ein großer Stein versperrt ihm die Zufahrt zu einem wichtigen Termin mit seinem Vorgesetzten – unmöglich, daran vorbei zu kommen. Der Bänker arbeitet sich über Wutausbrüche, Resignation und beißenden Sarkasmus zu den grundsätzlichen Fragen seines Lebens vor.
»Das Stück spielt ganz bewusst irgendwo in Deutschland«, sagt die Autorin, die sich bei der Beobachtung der Landsleute in ihrer neuen Heimat gern von ihrem Mann hat helfen lassen. »Er sieht die deutschen Männer von außen, ich eher von innen.« Und Christoph Bamberger, der nebenberuflich als Theaterproduzent tätig ist, zeigt sich überrascht davon, wie gut die von den beiden Eheleuten getrennt verfassten Texte zusammenpassen. »Ich bin gespannt darauf, ob man erkennen kann, wer von uns Beiden was geschrieben hat.«
Die Premiere ist am Mittwoch, 12. Juni, um 19.30 Uhr im Studio des Paderborner Theaters. Bei der Uraufführung sind die beiden Autoren natürlich dabei. Karten für die sieben geplanten Vorstellungen gibt es an der Theaterkasse (Telefon: 05251/2881100).