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Bielefeld
Feuerwehr im Dauereinsatz
Mehrere Brände an einem Tag im Stadtgebiet: zwei Menschen verletzt

Beginn eines bislang beispiellosen Einsatztages: Kurz vor 3 Uhr rücken Feuerwehrleute und Polizisten zum Küchenbrand im Wohnblock an der Waldenburger Straße aus. Im Laufe des Montages sind die Retter immer wieder gefordert, um Wohnungsbrände zu bekämpfen. Fotos: Hans-Werner Büscher

Feuerwehreinsatz im Haus Siegfriedstraße 66: Die Kripo ermittelt, ob der Brand im Dachgeschoss vom Ex-Eigentümer gelegt wurde.

euerwehr-Einsatzleiter Joachim Thies verlässt die Einsatzstelle Gerhart-Hauptmann-Straße. Rechts der zerstörte Herd, dahinter der Topf.

Dienstag, 23. Juli 2013
- 08:08 Uhr
271 days
Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 24. Juli 2013
um 09:54 Uhr
Von Jens Heinze
Mehrere Brände an einem Tag im Stadtgebiet: zwei Menschen verletzt.
Mehrere Brände an einem Tag im Stadtgebiet: zwei Menschen verletzt

Bielefeld (WB). Heißer Montag für die Feuerwehr: Dutzende Helfer und Retter sind gestern von einem Einsatz zum anderen geeilt. Bei Wohnungsbränden erlitten ein 18-Jähriger und eine 34-Jährige Rauchgasvergiftungen. Nach einem Feuer in der Innenstadt besteht der Verdacht auf Brandstiftung. Es entstanden Brandschäden in Höhe von fast 80 000 Euro.

»Es ist sehr stressig. Wir kommen alle mächtig ins Schwitzen«, lautete die Bilanz der Brandbekämpfer. Bei der Sommerhitze war die Arbeit für die Wehrleute in ihrer dicken, feuerfesten Einsatzkleidung grenzwertig.
Am Nachmittag ging es Schlag auf Schlag. Zwischen 15.53 Uhr und 16.21 Uhr wurden Böschungsbrände am Süd- und Ostring sowie zeitgleich Wohnungsbrände an der Gerhart-Hauptmann-Straße (eine verletzte Frau) und an der Osnabrücker Straße (Fehlalarm) gemeldet.

Waldenburger Straße

Die Brandserie begann am frühen Montag. Im Wohnblock in Hillegossen an der Waldenburger Straße 6 mit 59 gemeldeten Mietern wiederholte sich beinahe das Geschehen wie am Samstag beim Hochhausbrand in Stieghorst. Um 2.53 Uhr wurde die Feuerwehr wegen eines Küchenbrandes im ersten Obergeschoss alarmiert. 26 Einsatzkräfte der Berufswehr und der Löschabteilung Sieker rasten zum Brandort. »Bei Eintreffen schlugen die Flammen schon aus der geplatzten Scheibe des Küchenfensters«, berichtete Einsatzleiter Peter Palsbröker.

Polizisten hatten das große Gebäude bereits teilweise geräumt. Auch die Bewohner der Brandwohnung, ein 18-Jähriger, ein Kind (9) und ein Hund, brachten sich in Sicherheit. Beim Versuch, den in der Küche brennenden Wäschetrockner zu löschen, erlitt der 18-Jährige eine Rauchgasvergiftung. Der junge Mann wurde ins Klinikum Mitte gebracht, der Hund in eine Tierklinik. Das Kind blieb unverletzt. Die gemeinsame Wohnung wurde beim Brand zerstört.
Zudem mussten Feuerwehrleute den Wohnblock belüften. Einsatzleiter Peter Palsbröker: »Der Rauch war ins Treppenhaus und in mehrere Wohnungen mit geöffneten Fenstern gezogen.«

Baumheide

Ein vergessener Küchenhandschuh zwischen Backblechen im Herd sorgte gestern Mittag für einen Feuerwehreinsatz in Baumheide. Als eine Seniorin den Herd vorheizte, um Baguettepizza aufzubacken, fing der Handschuh Feuer. Die Brandbekämpfer hatten den Kleinbrand an der Straße Baumheide im Nu gelöscht.

Siegfriedstraße

In letzter Minute haben gestern Nachbarn um 11.25 Uhr mit ihrem Alarmruf an die Feuerwehr-Leitstelle einen Großbrand in der Innenstadt an der dicht bebauten Siegfriedstraße verhindert. Die Dachgeschosswohnung im Mehrfamilienhaus Siegfriedstraße 66 stand in Flammen. »Als wir hier eintrafen, qualmte es aus allen Löchern. Fünf Minuten später hätte wahrscheinlich der ganze Dachstuhl in Flammen gestanden. Die Holzbalken hatten schon angefangen zu brennen«, sagte Einsatzleiter Joachim Thies.

Der Bewohner des Dachgeschosses, ein 56 Jahre Jahre alter Mann, war bei Ausbruch des Feuers nicht zu Hause und auch anschließend nicht für die Feuerwehr zu erreichen. Nach ersten Ermittlungen sollen die Flammen auf einem Tapeziertisch in der Dachgeschosswohnung ausgebrochen sein. Dem 56-Jährigen warf der Hausbesitzer Brandstiftung vor. Seinen Angaben zufolge handele es sich bei dem Mann um den ehemaligen Hauseigentümer, der vor kurzem das Gebäude verkauft habe und sich nun weigere, zum Monatsende auszuziehen. Der 56-Jährige habe erst vor wenigen Tagen in der Nacht einen Holzstapel im Hof angezündet. Die Kripo prüft jetzt, ob diese Vorwürfe zutreffend sind. Die Dachgeschosswohnung wurde beim Brand völlig zerstört.

Gerhart-Hauptmann-Straße

Wegen des Kochexperimentes eines ihrer ein und neun Jahre alten Kinder liegt Polizeiangaben zufolge eine Mutter (34) im Krankenhaus. Die Feuerwehr rückte um 15.55 Uhr zum Sechs-Parteien-Haus Gerhart-Hauptmann-Straße 5 aus, um einen Küchenbrand zu löschen. Auf dem eingeschalteten Herd war ein Topf mit einem Bündel gelber Müllsäcke, einer Tube und anderen nicht essbaren Zutaten in Flammen aufgegangen.

Ein aufmerksamer Taxifahrer sah Rauch aus der Erdgeschosswohnung aufsteigen und schlug Alarm. Da war es für die Mutter schon zu spät: Die 34-Jährige erlitt eine Rauchgasvergiftung, konnte sich aber mit ihren beiden unverletzten Kindern ins Freie retten. Ein Notarzt und drei Rettungswagenbesatzungen kümmerten sich um die Brandopfer.

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