
Von Meike Oblau
Rietberg (WB). »Bei uns hat schon so mancher Paketbote oder Handwerker eine Vollbremsung hingelegt«, schmunzelt Kristin Reckmann. Das hat mit ihrem ungewöhnlichen Hobby zu tun: Die 28-Jährige züchtet Alpakas und setzt diese für die Therapie verhaltensauffälliger Kinder ein. Die Tiere stehen auf der Weide am Große-Recke-Weg. Ein ungewöhnlicher Anblick.
Die flauschigen Vierbeiner eroberten das Herz der gelernten Sozialpädagogin: »Wer einmal einem Alpaka in die Augen schaut, der ist sofort verliebt.« Bei einer befreundeten Tierheilpraktikerin sah sie zum ersten Mal ein Alpaka und recherchierte anschließend gründlich. »Bei dieser Recherche habe ich entdeckt, dass man diese Tiere zu Therapiezwecken einsetzen kann«, schildert die Rietbergerin, die hauptberuflich in Gütersloh mit psychisch Kranken arbeitet. Fünf Hengste, mit denen sie Therapiestunden anbietet, und drei Stuten, mit denen sie züchten will, hat sich Kristin Reckmann inzwischen angeschafft. »Ich hoffe, dass im kommenden Mai oder Juni die ersten Fohlen geboren werden«, sagt sie.
Speziell für Kinder mit besonderem Förderbedarf, für Kinder mit verzögerter Entwicklung, mit besonderen Ängsten oder geringem Selbstwertgefühl eignet sich eine Therapie mit den Alpakas. »Die Krankenkassen erkennen diese Therapieform allerdings leider noch nicht an, so dass Eltern die Stunden aus der eigenen Tasche bezahlen müssen«, bedauert Kristin Reckmann. Alpakas haben eine ruhige und freundliche Ausstrahlung. »Mit Lamas funktioniert die Therapie auch, aber Alpakas sind kleiner und wir können sozusagen auf Augenhöhe mit den Kindern arbeiten«, sagt die 28-Jährige. »Die Tiere halten von sich aus einen gesunden Abstand zu Menschen, lassen aber auch Nähe zu. Und was für eine Therapie besonders interessant ist: Sie spiegeln das Verhalten des Menschen«, erklärt sie.
Auch der Kinder- und Jugend-Psychotherapeut Michael Krampe von der Caritas-Erziehungsberatungsstelle in Rheda-Wiedenbrück bestätigt, wie hilfreich Tiere in der Therapie sein können: »So können Therapeuten nicht nur über Gespräche etwas tun. Die Arbeit mit Tieren kann das Selbstwertgefühl stärken, die Kinder bauen eine Beziehung zu dem Tier auf, sie entwickeln ein Gespür für die Vierbeiner. Ich halte das pädagogisch für sehr wertvoll.«
In Deutschland gibt es bereits viele Züchter, vor allem in Bayern und Baden-Württemberg. Die Tiere von Kristin Reckmann stammen aus der Gegend um Münster. »Es war total aufregend, als das erste Tier kam, ich habe ständig am Zaun gestanden und das Alpaka bewundert.« Probleme, die Tiere unterzubringen, hatte sie nicht, sie lebt auf einem Bauernhof, auf dem sie auch aufgewachsen ist.
Neben der Therapie und der Zucht setzt sie auch noch auf ein weiteres Standbein: die Alpaka-Wolle. »Sie ist sehr hochwertig, vergleichbar mit Kashmir.« Aus der Wolle lassen sich zum Beispiel Oberbetten herstellen, die besonders auch für Allergiker geeignet sind. Klappt die Nachzucht, dann möchte Kristin Reckmann demnächst auch Oberbetten und Strickwolle aus dem Vlies (so heißt das Fell der Alpakas) herstellen. Das wird allerdings noch ein bisschen dauern, noch werfen die derzeit acht Alpakas nicht genügend Wolle ab. »Alpaka-Stuten tragen ihre Jungen elfeinhalb Monate aus«, berichtet die Expertin, daher ist frühstens im kommenden Frühsommer mit Nachwuchs auf ihrer kleinen Farm am Große-Recke-Weg zu rechnen.
Wer sich über die Alpaka-Zucht oder die Therapie informieren möchte, erreicht Kristin Reckmann unter Tel. 01 70 / 4 62 21 06. Eine eigene Homepage befindet sich gerade im Aufbau.
18.06.2010
Harsewinkel (man). Auch die Karriere des siebenfachen Formel 1-Weltmeisters Michael Schumacher begann im Kartsport. Nun eifert der Nachwuchs des MSC Harsewinkel dem Motorsport-Ass nach - die »Mini-Schumis« gaben schon im ersten Saisonteil richtig »Gummi«.
Gütersloh (WB). In der Fußball-Bezirksliga steht ein Kracher vor der Tür: Am Sonntag trifft St. Gabriel auf Tur Abdin Gütersloh. In der Szene ist es das Spiel des Jahres, Außenstehende können die Brisanz nur erahnen. Daniel Moßbrucker sprach mit Michael Esen (30), Ex-Trainer beider Klubs, über das Derby, Rivalität und Michael Ballack.
Gütersloh (cas). Erst Gegen Mitternacht waren die Pokal-Heldinnen des FSV Gütersloh wieder in der Dalkestadt zurück. Nur für Brigitta Schmücker, die gegen Werder Bremen mit ihrem Siegtor zum 3:2 den Zweitligisten verdient ins Achtelfinale köpfte, ging die Reise noch weiter.
Gütersloh-Avenwedde (WB). Die Tischtennisspieler der DJK Blau-Weiß Avenwedde schmettern den kleinen weißen Zelluloidball künftig in der Verbandsliga über's Netz. Ganz bescheiden gibt der Liganeuling den Klassenerhalt als Saisonziel aus.
Herzebrock-Clarholz (WB). Seit dem vergangenen Wochenende schaut sich Udo Grimm die Tabelle der Fußball-Kreisliga B (Gruppe 2) besonders gern an. Denn »sein« Herzebrocker SV, mit dem frühere Obmann und langjährige Ex-Aktive immer noch ganz eng verbunden ist, steht nach drei Spieltagen mit drei Siegen an der Spitze.
Kreis Gütersloh (WB). Klare Voraussetzungen gelten für die heutigen Auftritte der Fußball-Regionalligisten SC Wiedenbrück 2000 und SC Verl im Westfalenpokal. Beide Klubs sollen sich nach den Willen ihrer Trainer ab 18.30 Uhr bei unterklassigen Klubs für das Achtelfinale am 20. November qualifizieren.
Marienfeld (rob). Im Ziel war Sabine Schumacher einfach »total happy«. Die Laufstrecke als letzte Disziplin eines langen Triathlontages legte sie mit einem Lächeln zurück, wie die Fotos zeigen, die sie in die Heimat geschickt hat. Die Freude ist berechtigt, denn Sabine Schumacher feierte beim Ironman Kanada nach dreijähriger Verletzungspause ein erfolgreiches Comeback.
Gütersloh (WB). Die Sportlandschaft wird sich in Gütersloh umkrempeln - mitunter radikal! Den Eindruck hat der erste Sportgipfel gestern Abend vermittelt. Positiv: Vereine und Politik sitzen wieder an einem Tisch. Ein Ende der Konfrontation ist das nicht.
Verl (WB). Lange, zum Teil sogar ganz lange Gesichter an der Poststraße. Der diesmal biedere SC Verl wurde von den filigranen U23-Technikern des FSV Mainz brutal entzaubert und auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Am verdienten 2:0 (1:0)-Sieg der Gäste gibt es nichts zu deuteln.
Gütersloh-Spexard (WB). Doris Figgemeier (37), Andrea Pohlmann (45), Regina Höppner (25) und Sabine Becker (45): Die fröhliche und unzertrennliche »Viererbande« des Tischtennis-Oberligisten SV Spexard. Schon seit acht Jahren hält dieses Quartett eisern zusammen, ist gemeinsam durch Höhen und Tiefen marschiert.
Rheda-Wiedenbrück (WB). Im Sporthotel Wiedenbrück war es in der Nacht von Freitag zu Samstag eng. Neben der Mannschaft von Bayer Leverkusen II nächtigte auch das Team des 1. FC Kaiserslautern II an der Wasserstraße. Alle Spieler schienen allerdings gut geschlafen zu haben: Bayer gewann mit 3:1 beim SC Wiedenbrück 2000 und die »Roten Teufel« triumphierten mit 2:0 bei Arminia Bielefeld II.