
Werther (cas/star). Bisher war sie die Assistentin von Chefcoach Heiko Bonan. Nun wird die Wertheranerin Christina Krüger zur Cheftrainerin des Frauenfußball-Zweitligisten FSV Gütersloh »befördert«.
Bonan, der im Sommer ohnehin aufgehört hätte, verkündete gestern seinen sofortigen Abgang. Christina Krüger (25) wird bis zum Saisonende den Zweitligisten betreuen. Der FSV hat bereits den Deutschen Fußball-Bund über den Wechsel informiert. Krüger besitzt zwar nicht die für diese Liga erforderliche A-Lizenz. Sollte indes der DFB keine Ausnahmegenehmigung erteilen, womit kaum zu rechnen ist, soll offiziell Kerstin Stegemann benannt werden. Christina ist übrigens die erste heimische Übungsleiterin in einer höheren Spielklasse, seit Frauenfußball in der Dalkestadt gespielt wird.
Krügers Leistungskurve als Spielerin hatte viele Jahre steil nach oben gezeigt. Beim BV Werther lernte sie das Fußball-ABC, zählte bis zur C-Jugend in den Jungen-Teams zu den Leistungsträgern, ehe sie 1999 zum FCG wechselte. In Gütersloh reifte der Neuzugang zur Junioren-Nationalspielerin und Zweitliga-Fußballerin, wurde 2002 mit der deutschen U19-Auswahl Europameisterin und WM-Dritte in Kanada - vor bis zu 45000 Zuschauern bei den Spielen.
Statt allein auf die Karte Fußball zu setzen, wollte sich die Wertheranerin lieber auf das Abitur konzentrieren und begann später ihr Studium in Bielefeld. Ein Angebot von Erstligist Rheine lehnte sie ab. Im Nachhinein die richtige Entscheidung. Denn aufgrund eines chronischen Hüftleidens musste sie nach der Saisonvorbereitung 2006 beim FCG unter ihre aktive Laufbahn einen Schlusstrich ziehen.
Heiko Bonan setzt dagegen voll auf die Karte Fußball. »Da ein Vollzeitjob beim FSV nicht möglich ist, muss ich hier leider aufhören«, hofft der ehemalige Trainer von Rot-Weiß Essen und Rot-Weiß Ahlen, wieder im Männerbereich unterzukommen. Dazu braucht er allerdings Kontakte und muss sich deshalb an den Wochenenden in den Stadien blicken lassen, was aufgrund seiner bisherigen Aufgabe beim FSV kaum möglich war. Auch der mit ihm befreundete frühere Essener Teammanager Olaf Jansen, mit dem sich Bonan Anfang der Woche in Duisburg traf, konnte ihm nur raten, mehr Präsenz zu zeigen. Vielleicht wäre er im Heidewald geblieben, wenn ihm der FSV eine Arbeitsstelle besorgt hätte. »Wir haben wirklich alles versucht. Doch vor allem wegen der Wirtschaftskrise hat das leider nicht funktioniert«, bedauert Michael Horstkötter.
Heiko Bonan, der schon zweimal beim Zweitligisten als Trainer ausgeholfen hat, versicherte bei der gestrigen Pressekonferenz, dass sein Ausscheiden absolut nichts mit dem Weggang von Christina Drewitz zu tun habe. Die mit Bonan privat verbandelte einstige FSV-Kapitänin wird bekanntlich nach der Winterpause für Arminia Bielefeld auflaufen. Der Ex-Trainer erklärte: »Das Persönliche kann ich gut trennen.«
27.01.2010
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