
Rahden/Altkreis Lübbecke (ni/aha/fn). Nach der Schweinegrippe-Impfaktion gibt es jetzt Lieferengpässe bei Mehrfach-Impfstoffen für Babys und Kinder. Das bestätigte gestern auch Dr. Wolfgang Adam aus Rahden. Der Sprecher der örtlichen Kinder- und Jugendärzte machte aber auch deutlich, dass es deswegen keinen Grund zur Besorgnis gebe.
»Natürlich sind wir nicht erfreut über diese Situation«, erklärte Adam auf Nachfrage der RAHDENER ZEITUNG. »Ich bin erstaunt und enttäuscht, dass bei den Impfstoff-Herstellern niemand vorausschauend geplant hat. Auf der anderen Seite ist es verständlich, dass Pharma-Unternehmen für die Herstellung des Schweinegrippe-Impfstoffs keine neuen Werke gebaut haben«, sagte er. Für die dringliche Herstellung dieses Serums hätten die Hersteller einfach andere Kapazitäten brach liegen lassen, vermutet der Kinder- und Jugendarzt.
»Natürlich sind wir von der Situation überrascht worden. Aber als mittelgroße Praxis haben wir etwas Vorrat an Impfstoffen«, erklärte Adam. Für die betroffenen Eltern bestehe kein Grund zur Panik. »Wir werden jetzt gezielt den Vierfachimpfstoff gegen Mumps, Masern, Röteln und Windpocken zunächst nur einmal impfen.
Damit ist ein Schutz vom 95 Prozent gewährleistet. Die zweite Impfung wird dann nachgeholt.«
Auch mit dem vorhandenen Sechsfachimpfstoff gegen Kinderlähmung, Diphterie, Tetanus, Keuchhusten, Hepatitis B und Haemophile Influenza werde für eine Grund-Immunisierung mit zwei Impfungen gesorgt. Auch hier könne die dritte Spritze nachgeholt werden, sagte Adam.
Kreis-Vertrauens-Apothekerin Birgit Borcherding bestätigte dass es voraussichtlich bis April Lieferengpässe bei den Impfstoffen gebe. »Wir werden aber auch nur davon benachrichtigt«, sagte sie. Betroffen seien lediglich die Mehrfachimpfstoffe der Firma Glaxo-Smith-Kline, des Herstellers des Schweinegrippen-Serums. Dessen Spezialität seien die Mehrfachimpfstoffe, die vor allem für die Kleinkinder nur einen einzigen »Pieks« bedeuten. Natürlich gebe es weiterhin die Einzel-Impfstoffe. Und auch der Masern-Mumps-Röteln Kombiimpfstoff eines anderen Herstellers sei erhältlich.
»Es ist aber auch so, dass Kinder-Impfstoffe erst zum zweiten Quartal vermehrt nachgefragt werden«, erklärte die Apotheker-Sprecherin für den Kreis Minden-Lübbecke. Das hätte seine Ursache darin, dass in der Erkältungszeit nur gesunde Kinder geimpft würden.
»Die Zeit der Frühjahrs-Krankheiten wirkt sich nicht so gravierend aus«, meinte aber Dr. Adam. »Wir verschieben dann meistens nur um eine oder zwei Wochen. Dass wir aber weniger Impfstoff brauchen, glaube ich nicht.«
Auch Kinderärztin Henrike Zinke von der Espelkamper Gemeinschaftspraxis Schöpfer und Zinke gibt Entwarnung für ihre kleinen Patienten: »Ausreichender Schutz ist auf jeden Fall gewährleistet«, sagte sie auf Anfrage. »Aber der Engpass bei dem Sechsfach-Impfstoff bedeutet einen Pieks mehr, weil wir sie in Fünf plus Eins aufteilen müssen, mit Mitteln anderer Hersteller.« Auch für den Röteln-Masern-Windpocken-Schutz könnte es einen Pieks mehr bedeuten.
»Außerdem strecken wir die üblichen Intervalle«, erklärt die Medizinerin. »Andere Länder arbeiten aber ohnehin nach anderen Impfschemata, also größere Abstände.« Dies wirke sich nicht negativ für die Patienten aus. Trotzdem kritisiert Henrike Zinke die aktuelle Situation: »Ich finde es nicht gut, dass ein solches Problem auf dem Rücken der Kinder ausgetragen wird.« Dies zeige deutlich, wie wichtig es sei, »dass es auch auf dem Markt der Impfstoffe verschiedene Unternehmen gibt, die Konkurrenz stehen«.
Apothekerin Gabriele Rüschoff von der Stern-Apotheke kann den Impfstoffmangel auch für Lübbecke bestätigen. »Wir warten aktuell seit zwei Wochen auf eine Lieferung. Ein Teil ist uns vom Großhandel für Mitte Februar angekündigt, ein Teil für Anfang März.« Das Problem sei vor allem der Sechsfach-Impfstoff für Säuglinge, aber auch die Vierfach-Impfung (gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken) sei Mangelware. Normalerweise sei der Impfstoff vorrätig oder innerhalb Tagesfrist lieferbar.
Die Lübbecker Kinderärztin Dr. Jeanette Auerswald musste gestern bereits ein Baby ohne Impfung nach Hause schicken. »Vorige Woche haben wir die letzten Dosen verbraucht«, sagt sie. Impftermine seien mit Vorsorgeuntersuchungen kombiniert. Jetzt müssten Extra-Termine ausgemacht werden. Pro Woche werden in der Praxis etwa 30 Babys mit dem Sechsfach-Schutz und 10 bis 15 mit dem Vierfach-Schutz geimpft.
Aus medizinischer Sicht spielten größere Impfabstände für das Immunsystem keine große Rolle. Aber, schränkt Dr. Jeanette Auerswald ein: »Im Einzelfall kann es zu Ansteckungen mit gefährlichen Erregern kommen, weil der Grundschutz ja nicht so schnell wie möglich aufgebaut wird.«
Der Engpass bei der Belieferung der Kinderärzte mit Kombi-Impfstoffen ist auch für den Altkreis Lübbecke bestätigt worden. Dennoch besteht für die Eltern kein Grund zur Panik. Natürlich kommt es so, wie es immer kommt: Unter den Fehlern der Großen (Pharma-Unternehmen) müssen die Kleinen (Kinder und Babys) leiden. Es ist zwar nur ein »Pieks« mehr, und schon ist der Schutz gegen die schlimmsten Krankheiten hergestellt. Das ist aber einmal mehr Stress mit den Kleinstkindern und auch ein Termin mehr für die Eltern.
Zu fragen ist, warum nur ein Hersteller die Kombi-Präparate anbietet. Nach dem Schweinegrippen-Impf-Desaster mit den nunmehr gar nicht benötigten Serum-Dosen eben dieser Firma drängt sich die Frage nach der Monopolstellung der Pharma-Riesen geradezu auf.
Die Eltern kann man beruhigen. Gut dass es Einzel-Impfstoffe gibt. Außerdem ist bereits ein guter Impfschutz im Kreisgebiet vorhanden, so dass sich ein Ansteckungsrisiko minimieren sollte. Michael Nichau
09.02.2010
Oppendorf/Münster (WB). Bei den Westfälischen Meisterschaften im Voltigieren präsentierten sich die altersoffenen Gruppen und Einzelvoltigierer im Rahmen der Westfalen-Woche in Münster-Handorf in einem spannenden Wettkampf um Titel und Nominierung zur »Deutschen«.
Minden (WB). Bevor Christoph Steinert gestern zur Junioren-Nationalmannschaft aufbrach, wird er sicher noch einmal zur Bank gefahren sein. Denn seine Geldbörse dürfte nach dem offiziellen Fototermin möglicherweise leer gewesen sein. Grund: Strafgeld wegen Zuspätkommens.
Oppenwehe (ko). Der TuS Dielingen ist Gewinner des Stemwederberg-Pokals bei den Senioren. Im Endspiel besiegte die Mannschaft von Wilhelm Beneker den TuS Levern mit 4:3 nach Elfmeterschießen. Sieger bei den Altherren wurde der FC Oppenwehe. Der Stemwederberg-Pokal der A-Jugend geht an den TuS Lemförde.
Preußisch Oldendorf/Herford (WB). Die für den Bünder TC aufschlagende Preußisch Oldendorferin Lea Katharina Jacob und der Düsseldorfer Jose Moncada waren die herausragenden Akteure bei den 8. TSG Open um den Schmiedekamp Tennishallen Cup auf der Anlage der TSG Herford.
Espelkamp/Ravensburg (WB). Der TV Espelkamp-Mittwald ist derzeit das Maß aller Dinge in der 2. Tennis-Bundesliga. Die Löhbrink-Truppe bestand auch in der Fremde ihre Feuertaufe, gewann beim TC Ravensburg mit 6:3 und feierte damit den dritten Sieg im dritten Spiel.
Preußisch Oldendorf (WB). Der Eggetaler Tennis Club hat am vergangenen Samstag sein 30-jähriges Bestehen gefeiert. Dabei sind treue Mitglieder ausgezeichnet worden.