
20 Jahre Mauerfall
Dr. Hildegard Wiewelhove, Direktorin des Museums Huelsmann, Rolf Mitschke (42), Bühnenmeister am Theater Bielefeld, Harald Pilzer, Leiter der Bielefelder Stadtbibliothek, und weitere Bielefelder schildern ihre Erinnerungen an den historischen Tag.
Der renommierte Bielefelder Historiker Prof. Hans-Ulrich Wehler ist 20 Jahre nach dem Mauerfall optimistisch, dass Deutschland lern- und damit zukunftsfähig ist. Im Interview mit Lars Rohrandt spricht er sich für die Aufgabe des Solidarpakts und mehr Geld für Bildung aus.
Die WESTFALEN-BLATT-Redakteure Bernhard Hertlein und Wolfram Brucks erlebten im Herbst 1989, wie der Mut und die Wut der Leipziger die DDR-Revolution ins Rollen brachten. Lesen Sie zudem, dass ein Turmuhrwerk aus Gehrden (Kreis Höxter) als Friedensuhr weltbekannt ist.
Thomas Herold (66) ärgert sich über die Häme, mit der Helmut Kohls Satz von blühenden Landschaften heute kommentiert wird. Mit dem früheren Spezialisten der NRW-Wirtschaft für den innerdeutschen Handel sprach Redakteur Bernhard Hertlein. - Des Weiteren gibt das WESTFALEN-BLATT drei Leseemfpehlungen zu den Themen Mauerfall und Geschichte der DDR.
Auch nach 20 Jahren ist die Mauer in den Köpfen noch da. 64 Prozent der Ostdeutschen fühlen sich als Bürger zweiter Klasse, nahezu drei Viertel werfen den »Wessis« mangelndes Verständnis für ihre Situation vor. Diese ernüchternden Ergebnisse ermittelten Wissenschaftler der Universität Bielefeld.
Der Tag der Entscheidung: Die DDR-Führung wollte die Proteste im Land eindämmen und in Leipzig ein Exempel statuieren. Doch trotz Einschüchterung gingen am 9. Oktober 1989 in der Messestadt 70 000 Menschen für Veränderungen auf die Straße - so viele wie nie zuvor. Sie schrieben mit ihrem Mut Geschichte.
"Wir sind zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise ... möglich geworden ist." Als der bundesdeutsche Außenminister Hans-Dietrich Genscher diese Worte sprach, stand Oliver Otten aus Herford vor dem Balkon der bundesdeutschen Botschaft in Prag. Er und seine Familie gehörten zu den DDR-Bürgern, die noch in der Nacht in die Bundesrepublik ausreisen durften.
Im thüringischen Heiligenstadt zeigten am 30. Oktober 10000 von 15000 Einwohnern der SED und der Stasi ihr Gesicht. Heiligenstadt liegt im Eichsfeld - dort wo Thüringen Kassel näher ist als Erfurt. Das Grenzlandmuseum Eichsfeld informiert heute über die Geschichte der innerdeutschen Grenze.
Die Revolution der Freiheit von 1989 hat eine lange Vorgeschichte: Von 1980 an höhlte die freie Gewerkschaft Solidarnosc den Kommunismus im Ostblock aus.