WESTFALEN-BLATT

MITTWOCH23. Mai 2012OWL:  heiter, Tag: 30 °C , Nacht: 11 °C

Nervenkrieg in Memmingen
Kriminalität
Ermittler zu Amokalarm: Waffen gehören dem Vater
23.05.12
11:14
1 hour
23.05.2012
- 12:00
Memmingen (dpa) - Die Waffen des 14-jährigen Schützen aus Memmingen gehören dessen Vater.
Das teilte die Staatsanwaltschaft als Ergebnis erster Ermittlungen zu dem Amokalarm mit. Der Vater sei ein Sportschütze.

Memmingen (dpa) - Die Waffen des 14-jährigen Schützen aus Memmingen gehören dessen Vater. Das teilte die Staatsanwaltschaft als Ergebnis erster Ermittlungen zu dem Amokalarm mit. Der Vater sei ein Sportschütze.

Der Junge hatte am Dienstag mit den Waffen vor seiner Schule und auf einem Sportplatz in die Luft geschossen. Niemand wurde verletzt. Erst nach Stunden hatte sich der 14-Jährige der Polizei ergeben.

Am Tag nach dem Amokalarm haben Schüler und Lehrer der Schule in Memmingen mit der Aufarbeitung der Ereignisse begonnen. »Es ist uns sehr wichtig, dass möglichst bald wieder Normalität in die Schule einziehen kann«, sagte Rektor Franz Michael Schneider am Mittwoch. Die Kinder sollten das Geschehen mit ihren Klassenlehrern besprechen. Außerdem stand ein großes Team an Krisenhelfern bereit, um Kinder psychologisch zu betreuen. »Es ist kein normaler Unterricht, wir können nicht sagen, wir gehen zum Tagesablauf über und machen wieder Mathematik«, sagte die Schulamtsdirektorin Elisabeth Fuß.

Der 14-Jährige, der am Vortag an der Schule mit zwei Schusswaffen den Amokalarm ausgelöst hatte, sollte noch im Laufe des Tages dem Haftrichter vorgeführt werden. Eine Bereitschaftsrichterin hatte bereits am Dienstag gegen ihn Haftbefehl erlassen. Seit seiner Festnahme am Abend wurde er auch psychologisch betreut. Nach wie vor unklar ist den Ermittlern zufolge noch das Motiv.

Drogenbericht vorgestellt

Was meinen Sie dazu?: Expertin fordert, Alkohol erst ab 18 zu erlauben

22.05.12 16:29

Drogenbericht: Jugendliche rauchen seltener, trinken aber häufiger – Suchtexpertin: Aus gesundheitlicher Sicht sei es ratsam, Alkohol möglichst spät konsumieren zu dürfen +++ Teilen Sie uns Ihre Meinung mit und nehmen Sie an unserer Umfrage teil!

Bünde

Unfall auf der A 30: Mann (51) aus Bad Oeynhausen tödlich verunglückt

22.05.12 22:00

Auto geriet in den Gegenverkehr - Herforder (49) schwerstverletzt

Arminia Bielefeld

Testroet stürmt nach Bielefeld

Von Dirk Schuster
23.05.12 00:48

Odonkor ist kein Thema

Steinheim

Nachbarn stellen Kerzen für Juliane auf

Von Michael Robrecht
23.05.12 00:47

Bluttat in Steinheim: Verdächtiger spricht in JVA erstmals mit Anwalt

WESTFALEN-BLATT

Gärtner helfen Gärtnern online

18.05.12 09:47

Das neue WESTFALEN-BLATT-Forum »Auf in den Garten!« bietet eine Plattform zum Fachsimpeln und Ideenaustausch: Sie können dort Fragen stellen oder anderen Hobbygärtnern mit Antworten weiterhelfen. Es wird bereits eifrig diskutiert, schauen Sie doch mal rein!

Ostwestfalen-Lippe

Preußisch Oldendorf
Wohn- und Geschäftshaus steht in Flammen
23.05.12
11:26
57 min
23.05.2012
- 11:31
Feuerwehr löscht Brand an der Spiegelstraße, Polizei sucht nach der Brandursache
Preußisch Oldendorf (WB). Um kurz vor Mitternacht hat ein Passant an der Spiegelstraße in Preußisch Oldendorf Flammen hinter einer Schaufensterscheibe eines Geschäftes beobachtet. Er rief die Feuerwehr. Das Feuer konnte schnell gelöscht werden. Die Bewohnerin einer Wohnung oberhalb der Geschäftsräume wurde von Rettungskräften aus ihrer Wohnung befreit. Sie blieb unverletzt. Die Ursache für den Brand ist unklar. Brandexperten der Polizei haben die Ermittlungen aufgenommen. Die Bundesstraße 65 war für die Dauer der Löscharbeiten gesperrt.
Bielefeld
Grüne stellen Koalitionsfrage
23.05.12
00:48
12 hrs
23.05.2012
- 07:19
Krach mit den Ampel-Partnern SPD und FDP wegen der Sportpauschale +++ mit Kommentar
Bielefeld (WB). Der Streit um die Sportpauschale hat die Ampelkoalition aus SPD, FDP und Grünen in die Krise geführt. »Wir werden diskutieren müssen, ob und wie die Ampelkoalition weitergeführt werden kann«, sagte die grüne Fraktionsvorsitzende Lisa Rathsmann-Kronshage gestern Abend. Sie reagierte damit auf die Entscheidung von SPD und FDP im Sportausschuss des Rates, auf einen Vorschlag des Stadtsportbundes einzugehen, es beim jährlichen Wechsel zwischen Vereinen und Stadt bei der Verteilung der Sportpauschale des Landes (zurzeit 875000 Euro) zu belassen. Der Sportbund hatte sich im Gegenzug bereit erklärt, auf zehn Prozent der Pauschale zu verzichten. Dieses Geld könne für Investitionen in den vereinsungebundenen Sport verwandt werden. Nach einer Sitzungsunterbrechung verständigten sich auch CDU, Bürgergemeinschaft und Linke auf diese Linie. Die Grünen blieben bei ihrer Ablehnung. Die Übernahme der Position des Stadtsportbundes stehe im Gegensatz zu der ursprüngliche Absicht, zu einer an Prioritäten orientierten Verwendung der Mittel zu kommen, hatte die grüne Sportpolitikerin Dr. Inge Schulze erklärt. »Für uns ist es völlig inakzeptabel, dass die SPD einen mühsam gefundenen und gemeinsam erarbeiteten Kompromiss einseitig aufkündigt«, legte anschließend die grüne Fraktionsvorsitzende Lisa Rathsmann-Kronshage nach. »Ebenso wenig Verständnis haben wir für die Zustimmung der FDP zu diesem Vorgehen.« Rathsmann-Kronshage ergänzte: »Wir haben erhebliche Zweifel an der Verlässlichkeit von SPD und FDP.« Sicher sei für die Grünen, dass ein solches Verhalten der Koalition nicht zuträglich sei und nicht ohne Konsequenzen bleiben werde. SPD-Fraktionschef Georg Fortmeier will nun versuchen, im Gespräch mit dem Koalitionspartner die Wogen wieder zu glätten. Er erinnerte daran, dass die SPD auch nicht die Koalitionsfrage gestellt habe, als die Grünen gemeinsam mit der CDU gegen eine Holding-Lösung im Zusammenhang mit dem Stadtwerke-Rückkauf gestimmt hatten. Außerdem verwies er auf die Grundschuldebatte. Auch dort habe sich gezeigt, dass sich bestimmte Vorstellungen nicht gegen eine breite Mehrheit durchsetzen ließen. In der Frage der Sportpauschale sei der Fall ähnlich gelagert. Eine Neuregelung könne nicht gegen den Stadtsportbund, der 80000 Vereinssportler vertrete, durchgesetzt werden. CDU-Ratsfraktionschef Ralf Nettelstroth zeigte sich gestern Abend überrascht, dass die Grünen wegen der Entscheidung über die Sportpauschale die Koalitionsfrage stellen. »Dass es aber auf Dauer schwierig würde, in der Ampelkoalition drei teilweise deutlich auseinanderliegende Meinungen unter einen Hut zu bringen, hat sich zuletzt immer deutlicher abgezeichnet.« Nettelstroth begrüßte die Einsicht von SPD und FDP zum Kompromiss bei der Verteilung der Pauschale: »Das ist ganz im Sinne des Sports.« Keine Einigkeit
Ein Kommentar von Michael Schläger
Bei der Party im Rathaus zur Landtagswahl lagen sich Bielefelder Grüne und Sozialdemokraten noch in den Armen. Aber auch da war schon klar, dass die Frage der Sportpauschale für die Politik vor Ort reichlich Zündstoff birgt. Nicht umsonst war eine Aussprache über das Thema noch kurz vorm Wahltag per Geschäftsordnungsantrag im Sportausschuss verhindert worden. Bloß keinen Ärger deswegen, hieß die Devise. Jetzt ist der Ärger da. Dass die Grünen am Ende wegen der Verteilung eines Landeszuschusses die Koalitionsgfrage stellen, zeigt vor allem, dass die nach außen demonstrierte Einigkeit tatsächlich nicht mehr besteht und vielleicht schon länger nicht mehr bestanden hat.
Bielefeld
Sieben Jahre Haft im Tiefkühltruhen-Prozess
23.05.12
00:48
12 hrs
23.05.2012
- 07:20
Update: 36-Jähriger wegen Totschlags verurteilt – Vorsitzende Richterin erkennt keine Mordmerkmale
Bielefeld (WB). Das Bielefelder Schwurgericht hat den 36-jährigen Hooman S. wegen Totschlags zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Der Mann aus Halle hatte am 30. September 2011 seinen Bekannten Serkan Ö. (32) getötet und die Leiche in einer Tiefkühltruhe versteckt. Vom ursprünglich angeklagten Mordvorwurf wollte die Vorsitzende der 10. Strafkammer, Jutta Albert, allerdings nichts wissen. »In diesem Fall spricht alles gegen eine geplante Tat. Ich sehe weder das Motiv Habgier noch Heimtücke.« Die Beziehung zwischen Täter und Opfer sei sehr ambivalent gewesen, sagte die Richterin. Beide kannten sich seit 1993. Es gab freundschaftliche, aber auch andere Seiten. 2010 gewährte der 32-Jährige dem Angeklagten ein Darlehen über 13500 Euro. Als dieser das Geld nicht sofort zurückzahlen konnte, begannen körperliche Misshandlungen und Quälereien. Jutta Albert: »Alle Zeugen haben das Opfer als durchgeknallt, reizbar und einen nicht sehr netten Menschen beschrieben.« Hooman S. musste seinem Bekannten Tag und Nacht zur Verfügung stehen, Fahrdienste verrichten und sich dabei immer wieder drangsalieren lassen. Am 30. September 2011 eskalierte die Situation. Der Angeklagte wollte seine noch offenen Schulden mit Marihuana bezahlen. Als er dem späteren Opfer das Rauschgift zeigte, zog dieses über die Qualität her und ging umgehend wieder zu Beleidigungen über. Mit einer Pistole wollte Hooman S. seinen Bekannten aus dem Keller im Haus seiner Freundin an der Kleinen Howe vertreiben. Doch dieser beleidigte weiter und drohte, die Freundin des Angeklagten »auf den Strich« zu schicken. Da drückte der 36-Jährige ab. »Wahnsinnige Angst, Demütigungen und Kränkungen sind die Motive dieser Tat gewesen, die dennoch durch nichts zu rechtfertigen ist«, verlas Jutta Albert in ihrer Urteilsbegründung. Dass der Angeklagte erst nach der Tat »Knall auf Fall« eine Tiefkühltruhe besorgt habe, um die Leiche direkt am Tatort zu verstecken, wertete das Gericht als Beleg dafür, dass kein Tötungsplan existiert habe. Auch dass der Haller das Verfahren mit seinem Geständnis erheblich verkürzte, sprach zu seinen Gunsten. Gegen ihn sprachen indes, dass er sich illegal eine Waffe besorgt hatte und ein »völliges Missverhältnis« von Auslöser und Reaktion. Außerdem hatte der Angeklagte zwei Bekannte mit hineinziehen wollen, weil er sie - erfolglos - um Hilfe bei der Leichenbeseitigung gebeten hatte. Insgesamt hielt das Gericht einen siebenjährige Haftstrafe für angemessen. Die Staatsanwaltschaft hatte acht Jahre Gefängnis gefordert.
Lübbecke
Ein Ring fürs Leben
23.05.12
00:46
12 hrs
23.05.2012
- 12:22
Naturschützer Stefan Bulk kennzeichnet die Jungstörche im Lübbecker Land
Lübbecke-Gehlenbeck (WB). Wo findet der Storch die Sonne, wenn es bei uns Winter wird? Die Antwort auf diese Frage gibt ein Ring. Daher wird jedem Storch, der im Kreis Minden-Lübbecke geboren wird, ein Ring um den Fuß angelegt. Damit können Forscher auf der ganzen Welt den Lebenslauf der Tiere dokumentieren. Weißstorchbetreuer Stefan Bulk vom Aktionskomitee »Rettet die Weißstörche im Kreis Minden-Lübbecke«, der für den Altkreis diese wunderschönen Vögel beobachtet, besuchte gestern den Horst in Gehlenbeck. An diesem sonnigen Morgen hatte sich der Storchenliebhaber Stefan Bulk vorgenommen, die Jungstörche im Horst an der Frotheimer Straße zu beringen. Dazu wird den Störchen an den Beinen im Alter von drei bis sechs Wochen mit einem ELSA-Ring (laserbeschichtete Kunststoffringe) angebracht, der einen fortlaufenden Buchstaben-Ziffern-Code besitzt. Mit einem Fernglas sind diese Ringe bis auf etwa 200 Meter Entfernung gut ablesbar – selbst im Flug. Die Seiten des Ringes tragen das Kürzel für die Beringungszentrale, wobei eine Seite die Post- und E-Mail-Adresse für Finder trägt. Durch die Beringung der Weißstörche ist es somit möglich, die faszinierenden Vögel in ihren Brutgebieten und auf den Fernwegen zu identifizieren sowie ihren Lebenslauf zu erforschen. Bereits seit 1998 brütet immer das gleiche Weißstorchenpaar im Horst an der Frotheimer Straße. »Eine leichte Steigerung der Brutpaare ist in diesem Jahr im Mühlenkreis zu verzeichnen«, berichtet Weißstorchbetreuer Stefan Bulk. »Waren es im Jahr 2011 noch 36 Brutpaare, so konnten wir bereits in diesem Jahr feststellen, das sich die Zahl auf 39 Brutpaare erhöht hat«, so Bulk weiter. Ein Rekord! Stefan Bulk hofft, dass sich nach der Flurbereinigung bald wieder viele Storchenpaare an der großen Aue heimisch fühlen. Die Frage, wo die Störche im Winter hinfliegen, ist seit vielen Jahren weitgehend beantwortet, auch dank der konsequenten Beringung der Störche. Auch über die Lebensgewohnheiten unserer Störche im Altkreis Lübbecke wissen die Experten sehr viel. Durch das ständige Beobachten und das Beringen der Jungvögel kommen von Jahr zu Jahr weitere wertvolle Informationen dazu. Im März kommen als erstes die Westzieher aus Spanien zu uns nach Deutschland, gefolgt von den Ostziehern aus Afrika, die einen längeren Weg zurücklegen müssen. Ihre Fernzüge lassen sich an Hand der Beringung gut rekonstruieren. Im Jahre 1902 wurde der erste Storch beringt.
Bielefeld
10-Zentner-Fliegerbombe in Schildesche entschärft
22.05.12
17:00
19 hrs
22.05.2012
- 17:40
98 Bewohner mussten ihre Häuser verlassen
Bielefeld (WB/vz). Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Westfalen-Lippe haben am Dienstagnachmittag eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg in Bielefeld-Schildesche entschärft und die Reste beseitigt. Menschen kamen nicht zu Schaden.
Nach Angaben von Feuerwerker Karl-Heinz Clemens handelte es sich um eine 500 Kilogramm schwere amerikanische Bombe, die während der Angriffe der Allierten auf den Schildescher Viadukt abgeworfen worden war.

Ein Teil der  Außenhülle des fast einen Meter langen Sprengkörpers war aufgeplatzt, von den 250 Kilogramm Sprengstoff waren laut Clemens etwa 80 Kilogramm im Erdreich in 3,50 Metern Tiefe versickert. Der Zünder steckte noch und konnte innerhalb einer halben Stunde vom Feuerwerker herausgedreht worden.
Wegen der Entschärfung mussten von 14.30 Uhr an 98 Bewohner aus 31 Häusern, die im Radius von 150 Metern um den Bombenfundort - einer Baustelle für ein Haus - liegen, ihre Wohnungen verlassen. Nur 14 Anwohner  nutzten die von Feuerwehr angebotene und vorübergehende Betreuungsmöglichkeit in einem nahe gelegenen Jugendzentrum.

Der Autoverkehr rund um den Fundort wurde weiträumig umgeleitet. Auf den  benachbarten Ausfallstraßen kam es daher zu Staus. Gegen 15.35 Uhr wurden die Sperrungen aufgehoben, die Anwohner durften in ihre Häuser zurück.

Der Bombenfund geht auf gezielte Untersuchungen zurück, die angestellt werden, wenn Baumaßnahmen in dem Gebiet nahe der damaligen Abwurfstellen vorgesehen sind. Anhand von Luftbildern, die die amerikanischen Streitkräfte während des Zweiten Weltkrieges nach Bombardements stets anfertigten und die deutschen Behörden zur Verfügung gestellt wurden, lassen sich Blindgänger aufspüren. Mit Sonden wird  danach die genaue Lage ermittelt.
Die entschräfte Bombe wurde am Nachmittag zur einem Zerlegebetrieb nach Ringelstein (Kreis Paderborn) gebracht. 
Detmold
Mordfall Arzu Özmen: »Kein Beweis gegen Vater«
22.05.12
16:58
19 hrs
23.05.2012
- 09:07
Anwalt beantragt, Verfahren gegen Fendi Özmen einzustellen
Von Christian Althoff

Detmold (WB). Der Vater der ermordeten Jesidin Arzu Özmen (18) hat über seinen Anwalt beantragt, die Ermittlungen gegen ihn einzustellen.
Die Staatsanwaltschaft verdächtigt den Arbeiter Fendi Özmen (52) seit mehr als einem halben Jahr, hinter dem Mord an seiner Tochter zu stecken. Vor Gericht mussten sich bisher aber nur fünf Geschwister Arzus verantworten. Sie wurden in der vergangenen Woche zu Strafen zwischen fünfeinhalb Jahren und lebenslanger Haft verurteilt. »Der Vater wurde nicht mit angeklagt, weil das den Prozess überfrachtet hätte«, erklärte Oberstaatsanwalt Christopher Imig, der bei der Staatsanwaltschaft Detmold Tötungsdelikte bearbeitet. Imig sagte, er werde die Ermittlungsakten jetzt auf eine mögliche Beteiligung des Vaters hin durchforsten und bis Ende Juni entscheiden, wie es weitergehe. »Die Bandbreite reicht von der Einstellung des Verfahrens bis zu einer Mordanklage.«

Der Oberstaatsanwalt räumte ein, dass der Prozess gegen die Geschwister keine Beweise gegen den Vater ergeben habe. »Ich war aber auch nicht so blauäugig, etwas anderes zu erwarten.« Ansätze für weitere Ermittlungen gebe es nicht, und der Beschuldigte lehne es ab, auszusagen. »Wir müssen also mit dem leben, was in den Akten steht.«

Rechtsanwalt Wilfried Ewers sagte, in den Ermittlungsakten fänden sich keine Beweise gegen seinen Mandanten. Er habe deshalb für Fendi Özmen die Einstellung des Verfahrens beantragt. »Es gibt nichts, was ihn belastet«, erklärte Ewers und warb um Rücksicht auf Arzus Eltern: »Sie haben durch das Geschehen letztlich sechs Kinder verloren.« Auf die Frage, warum sein Mandant sich nicht vernehmen lasse, sagte der Anwalt, es gebe nichts zu sagen. »Es gilt das, was Fendi Özmen im Januar dem Westfalen-Blatt erklärt hat.« Damals sagte der 52-Jährige: »Es hat keinen Mordauftrag gegeben. Meine Tochter war ein Stück von mir, von meinem Herzen! Wie könnte ich wollen, dass ihr etwas passiert?«

Da die Staatsanwaltschaft im Mordfall Arzu keine Revision einlegt, werden die Urteile gegen Sirin Özmen (zehn Jahre) sowie Elvis und Kemal Özmen (fünfeinhalb Jahre) morgen rechtskräftig. Gegen die Verurteilungen von Osman (lebenslang) und Kirer Özmen (zehn Jahre) haben die Anwälte Revision eingelegt. Lesen Sie auch:
Vorwürfe gegen Vater Özmen (vom 20. Mai) den Bericht zur Urteilsverkündung:
»Das war eine Hinrichtung« (vom 17. Mai)
Hille
Bus kollidiert mit Auto: Fahrerin und Kind verletzt
22.05.12
15:57
20 hrs
22.05.2012
- 16:06
Ursache des Unfalls noch unklar
Hille (WB). Bei der Kollision zwischen einem Linienbus und einem Auto sind am Dienstagnachmittag in Hille-Eickhorst (Kreis Minden-Lübbecke) eine 46-jährige  Autofahrerin und ihr Sohn (6) verletzt worden. Der Busfahrer (52) und die vier Fahrgäste blieben unverletzt.

Nach ersten Feststellungen der Polizei war der Bus der Mindener Kreisbahn (MKB) um kurz nach 14 Uhr auf der Hauptstraße in Richtung Oberlübbe unterwegs. Rund 150 Meter hinter dem Kreisel an der B 65 kam es dann in einer langgezogenen Rechtskurve im Begegnungsverkehr zu dem Zusammenstoß der Fahrzeuge. Dabei prallte der Pkw der 46-Jährigen etwa mittig in die linke Fahrzeugseite des
Busses. Da zunächst mit mehreren Verletzten gerechnet werden musste, waren neben einem Notarzt noch zwei Rettungswagen im Einsatz. Erste
Hinweise, dass eine Person eingeklemmt war, bestätigten sich nicht. Sowohl die Fahrerin wie auch ihr ordnungsgemäß in einem Kindersitz gesicherter Junge kamen ins Johannes-Wesling-Klinikum nach Minden.

Warum es zur Kollision kam, kann die Polizei noch nicht genau angeben. Die Beamten markierten zur Beweissicherung die Spuren auf der Fahrbahn, fertigen Fotos sowie eine Skizze von der Unfallstelle.

Während der Bus noch fahrbereit blieb, wurde der Audi abgeschleppt. Den Schaden schätzt die Polizei auf rund 15.000 Euro.

Zur Unfallaufnahme und Bergung der Fahrzeuge musste die Kreisstraße
für rund 90 Minuten gesperrt werden.
Bielefeld/Halle
36-Jähriger muss sieben Jahre ins Gefängnis
22.05.12
14:13
22 hrs
22.05.2012
- 14:19
Urteil im Tiefkühltruhen-Prozess
Bielefeld/Halle (WB/mn). Sieben Jahre Haft: So lautet das Urteil im so genannten Tiefkühltruhen-Prozess, das das Bielefelder Landgericht am Mittwoch gesprochen hat. Nach Überzeugung der 10. Strafkammer tötete der 36-jährige Haller S. seinen Bekannten Ö. am 30. September 2011 mit einem Schuss in den Hinterkopf. Dieser hatte ihn zuvor über Monate drangsaliert, beleidigt und misshandelt. Anschließend erwarb S. im Internet eine Tiefkühltruhe und hielt die Leiche dort im Keller eines Mietshauses an der Kleinen Howe in Bielefeld versteckt. Nach einem anonymen Hinweis nahm die Polizei S. am 13. Oktober fest. Dieser gestand sofort. Mordmerkmale sah Richterin Jutta Albert nicht. »Es fehlen alle Anhaltspunkte für eine geplante Tat.«
Espelkamp
Frau stirbt drei Wochen nach Unfall
22.05.12
12:58
23 hrs
22.05.2012
- 13:15
46-Jährige war mit einem entgegenkommenden Auto kollidiert
Espelkamp (dapd). Knapp drei Wochen nach einem schweren Unfall in Espelkamp (Kreis Minden-Lübbecke) ist eine 46-jährige Autofahrerin gestorben. Sie erlag am Montag in einem Klinikum in Minden ihren schweren Verletzungen, teilte die Polizei am Dienstag mit.

Zu dem Unfall war es gekommen, weil die 46-Jährige die Kontrolle über ihren Wagen verloren hatte und mit einem entgegenkommenden Auto kollidiert war. Auch die Fahrerin des anderen Fahrzeugs sowie deren neunjährige Tochter waren damals verletzt worden.
Stemwede
Motorradfahrer prallt gegen Schaufensterscheibe
22.05.12
11:49
1 day
22.05.2012
- 12:46
22-Jähriger verletzt sich bei Unfall schwer
Stemwede (WB). Ein 22-jähriger Motorradfahrer aus Stemwede hat sich bei einem Verkehrsunfall in Dielingen in der Nacht zu Dienstag schwer verletzt.

Nach Angaben der Polizei war der junge Mann gegen 0.20 Uhr auf der Dielinger Straße in Richtung Drohne unterwegs. Innerhalb der geschlossenen Ortschaft geriet er Ausgangs einer Linkskurve von der Straße ab und fuhr gegen die Schaufensterscheibe eines Schuhgeschäftes.

Durch den Aufprall schleuderte der Mann samt seines Zweirades noch durch einen Zaun und kam erst rund 30 Meter weiter auf einer angrenzenden Wiese zum Liegen.

Die Inhaber des Geschäftes hörten plötzlich einen lauten Knall, begaben sich vor die Haustür und entdeckten den Verletzten in der Dunkelheit. Ein alarmierter Rettungswagen brachte den Biker ins Krankenhaus nach Rahden. Sein Krad musste abgeschleppt werden. Den Schaden schätzt die Polizei auf 6000 Euro.
Bielefeld
Landesbetrieb siegt im A-33-Rechtsstreit
22.05.12
08:57
1 day
22.05.2012
- 09:40
Vergabekammer weist Beschwerde einer Baufirma zurück – Arbeiten im Bielefelder Abschnitt verzögern sich
Bielefeld (WB). Im Rechtsstreit um eine Ausschreibung im Zuge des A-33-Ausbaus hat der Landesbetrieb Straßen NRW einen Sieg errungen. Die Behörde durfte die Arbeiten an Betonleitwänden neu ausschreiben. Das hat die Vergabekammer der Bezirksregierung Detmold entschieden. Die Beschwerde einer Baufirma wurde zurückgewiesen. Die Fertigstellung der A33 im Bielefelder Süden verzögert sich dadurch weiter. Eigentlich sollten die Arbeiten an den so genannten Übergangssystemen zwischen den Betonleitwänden und den Schutzleitplanken im Abschnitt 5B zwischen Sennestadt und dem Ostwestfalendamm schon seit Wochen laufen. Nun können sie frühestens im Spätsommer beginnen. Die Entscheidung der Vergabekammer der Bezirksregierung Detmold sieht vor, dass das Ausschreibungsverfahren zurückgesetzt wird. Das bedeutet, dass sich die 15 Firmen, die sich im Juli 2011 um den 1,6 Millionen Euro teuren Auftrag beworben hatten, erneut an der korrigierten Ausschreibung beteiligen können. »Wir haben die Ausschreibungsunterlagen bereits an die Firmen rausgeschickt. Wenn alles glatt läuft, sind wir guten Mutes, dass die Autobahn im Abschnitt 5B noch in diesem Jahr freigegeben wird«, sagt Sven Johanning, Sprecher des Landesbetriebs Straßen NRW. Unklar ist jedoch, ob die unterlegene Baufirma, die das günstigste Angebot vorgelegt hatte und den Zuschlag erhalten sollte, vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf Beschwerde gegen die Entscheidung der Vergabekammer einlegt. Dazu hat das Unternehmen noch 14 Tage Zeit. Aber selbst wenn die Firma die Entscheidung akzeptiert und seine Hoffnungen auf das neue Vergabeverfahren setzt, wird es noch Monate dauern, bis die Arbeiten an den Betonleitwänden beginnen. Der Submissionstermin, bis zu dem alle Angebote der 15 Firmen – darunter auch ausländische Unternehmen – vorliegen müssen, ist Anfang Juli. »Danach müssen wir die Angebote prüfen und dann den unterlegenen Firmen mitteilen, dass sie es nicht werden«, erklärt Johanning. Sind die Unternehmen informiert, haben sie eine mehrwöchige Einspruchsfrist, um vor der Vergabekammer Beschwerde gegen das neue Verfahren einzulegen, ähnlich wie es die Firma getan hat, die im Sommer 2011 den Zuschlag für die Arbeit an den Betonleitwänden erhalten sollte. Wie exklusiv berichtet, wollte der Landesbetrieb den Auftrag neu ausschreiben, weil der Behörde im ersten Ausschreibungstext ein Fehler unterlaufen war. Der Landesbetrieb hatte den Wettbewerb unzulässig eingeschränkt, weil er forderte, dass alle verwendeten Produkte in der so genannten BASt-Liste, einem Dokument der Bundesanstalt für Straßenwesen, stehen müssten. Das war jedoch ein Verstoß gegen EU-Recht, weil auch die A-33-Arbeiten europaweit ausgeschrieben werden mussten. Schließlich zog der Landesbetrieb auch mit Blick auf eine Entscheidung einer Vergabekammer in Sachsen in einem ähnlichen Fall die Ausschreibung zurück. Das wiederum rief die Baufirma auf den Plan, die sich bei einem zweiten Verfahren schlechtere Chancen ausrechnete. Die Freigabe des 6,4 Kilometer langen Abschnitts 5B noch in diesem Jahr, der seit Juni 2007 im Bau ist, gerät durch den Rechtsstreit immer mehr ins Wanken. Das NRW-Verkehrsministerium schließt inzwischen einen Eröffnungstermin im Frühjahr 2013 nicht mehr aus. Ursprünglich sollte der Abschnitt vor zwei Jahren fertiggestellt sein. Der Termin für ein A-33-Fest der Stadtbezirke Sennestadt, Senne und Brackwede, das am 6./7. Oktober gefeiert werden sollte, scheint ohnehin nicht mehr haltbar. Eine Veranstaltung auf der Trasse ist erst möglich, wenn die Baustellenfahrzeuge abgerückt sind. Und selbst der Landesbetrieb spricht mittlerweile vom Winter als möglichen Freigabezeitpunkt.
Bielefeld
Nach Attacke auf Werder-Fan: zwei Hooligans auf freiem Fuß
22.05.12
08:57
1 day
22.05.2012
- 11:08
21-Jähriger aus Werther und 23-Jähriger aus Bielefeld aus Untersuchungshaft entlassen – Opfer nach wie vor auf Intensivstation
Bielefeld (WB). Zwei der Hooligans, die wie berichtet am 5. Mai einen 26-jährigen Werder-Bremen-Fan brutal zusammengetreten haben sollen, sind seit Montag zunächst wieder auf freiem Fuß. Von den sieben Inhaftierten der insgesamt 13 Beschuldigten wurden ein 21-Jähriger aus Werther sowie ein 23-Jähriger aus Bielefeld aus der Untersuchungshaft entlassen, erklärte der zuständige Staatsanwalt Veit Walter. Der 21-Jährige war bislang in in Detmold inhaftiert. Ihm wird wie fünf anderen Inhaftierten Beihilfe zum versuchten Mord vorgeworfen. Bei der gestrigen Vernehmung habe der junge Mann seine Beteiligung an dem Geschehen gestanden, sagte Staatsanwalt Walter. »Außerdem hat er uns ausführlich seine familiäre und soziale Situation dargelegt. Deswegen sind wir der Auffassung, dass er sich dem Verfahren stellt«, erläuterte Walter den Grund für die Entlassung. Bei dem 23-jährigen Bielefelder, der bislang in der Justizvollzugsanstalt in Hamm in Haft war, habe es Schwierigkeiten gegeben, den eigentlichen Tatvorwurf der Beihilfe zum versuchten Mord aufrecht zu erhalten. »Nach der Vernehmung stellt sich die Tatbeteiligung des 23-Jährigen anders dar als ursprünglich angenommen«, so der Staatsanwalt. Außerdem habe sich auch der Bielefelder dem Verfahren gestellt. Die Vernehmungen der Beschuldigten werden in dieser Woche fortgesetzt – am Dienstag und Mittwoch sollen jeweils zwei weitere der mutmaßlichen Täter Rede und Antwort stehen. Einer der beiden Hauptverdächtigen, denen versuchter Mord vorgeworfen wird, soll morgen befragt werden. Dass der andere Hauptbeschuldigte demnächst aus der Haft entlassen werden könnte, ist jedoch nicht zu erwarten. Veit Walter: »Das steht momentan nicht an.« Unterdessen sorgt sich die Familie des Opfers weiterhin um den Gesundheitszustand des 26-Jährigen. Wie dessen Mutter Birgit K. am Montag berichtete, wechseln sich die Familienmitglieder dabei ab, ihn im Krankenhaus zu besuchen. »Wir wollen so viel wie möglich Kontakt halten, um unserem Sohn geistige Anreize zu geben. Auf Familienmitglieder reagiert er sehr intensiv«, erklärte Birgit K. Nach wie vor werde der 26-Jährige auf der Intensivstation behandelt, »Grünes Licht« von den Ärzten gebe es noch nicht. »Es ist ein ständiges Auf und Ab. In einigen Bereichen reagiert er logisch und scheint klar zu sein, wenig später herrscht wieder völliges Durcheinander in seinem Kopf. Ob es bei dieser geistigen Behinderung bleiben wird, ist noch völlig unklar. Auf jeden Fall bedarf es eines langen Atems, ehe man von einer Verbesserung wird sprechen können«, so Birgit K.


Lesen Sie auch die bisherige Berichterstattung:

Fan-Attacke: Beschuldigte wollen aussagen (vom 17. Mai 2012)

Fans wollen Gewalt mit Zivilcourage begegnen (15. Mai 2012)

Mutter fordert lange Haftstrafen (vom 14. Mai 2012)

Fan-Attacke: Erster Gewalttäter gesteht (vom 12. Mai 2012)
Opfer nicht mehr in akuter Lebensgefahr (vom 11. Mai 2012) »Attacke auf den Werder-Fan: So schnell weicht der Schock nicht« (vom 11. Mai 2012)

Fan weiter in Lebensgefahr (vom 10. Mai 2012)

Nach Fan-Attacke: Ermittler durchsuchen Wohnungen (vom 9. Mai 2012)

Werder-Fan weiter in Lebensgefahr (vom 8. Mai 2012)

Bremer Fan von Arminia-Anhängern lebensbedrohlich verletzt (vom 7. Mai 2012)
Paderborn
Unfallkommission nimmt sich B1-Auffahrt in Bad Lippspringe vor
22.05.12
08:57
1 day
22.05.2012
- 10:11
22 Unfälle in drei Jahren: An keiner Auffahrt zur B1 kracht es im Kreisgebiet Paderborn so häufig
Bad Lippspringe (WB). An keiner Auffahrt zur B1 kracht es im Kreisgebiet so häufig wie an jener in Höhe Bad Lippspringe: 22 Unfälle in gut drei Jahren. Mehrfach wurde die Kurve entschärft – scheinbar ohne Erfolg. Jetzt landet der Knotenpunkt erneut auf der Agenda der Unfallkommission. 2008 rückte die B1-Auffahrt erstmals in den Fokus der Verkehrshüter. Sechs Karambolagen binnen zwölf Monaten verschafften ihr die unrühmliche Bezeichnung »Unfallhäufungsstelle«. Diese Kategorie verleiht die Polizei, wenn es an ein und derselben Stelle innerhalb eines Jahres zu drei Unfällen kommt, die alle die gleiche Ursache haben. Nachdem es ein Jahr später sogar neunmal krachte, wurde Ursachenfotschung betrieben. Das Resultat: Herabsetzung des Tempolimits zunächst auf 50 bei Nässe, später dann ein generelles Tempolimit im Kurvenbereich, zusätzlich Hinweistafeln, die auf den Streckenverlauf und die Verkehrsführung aufmerksam machen. Geholfen hat es scheinbar nicht, denn seit den Maßnahmen Mitte 2010 haben sich weitere neun Unfälle zum Teil mit Schwerverletzten an dieser Stelle ereignet – zuletzt am Mittwoch vergangener Woche (WB vom 17. Mai). Polizeisprecher Michael Biermann betont, dass in allen Fällen unangepasste Geschwindigkeit die Ursache war: »Wenn man Tempo 50 einhält, ist die Kurve ohne Probleme zu nehmen.« Auch eine parallel zur Fahrtrichtung verlaufende Bodenwelle, die dem Wasserablauf dient, abseits der Einfädelungsspur auf die Bundesstraße 1 sei seinerzeit entschärft worden, indem eine Sperrfläche auf die Fahrbahn aufgemalt worden sei. Zudem wurde zuletzt im März dieses Jahres die Griffigkeit des Asphalts untersucht – das Ergebnis: alles in Ordnung. Mit der B1-Zufahrt, die täglich 7000 Verkehrsteilnehmer nutzen, beschäftigen sich nun einmal mehr die Behörden. Die Unfallkommission des Kreises Paderborn mit Vertretern des Kreisstraßenbauamtes, der Polizei und des Straßenbaulaststrägers – in diesem Fall Straßen NRW – kommen am 1. und 5. Juni zusammen. »Die Auffahrt in Bad Lippspringe wird dann auch auf der Tagesordnung stehen«, bestätigt Michaela Pitz, Sprecherin des Kreises Paderborn. Aber auch andere so genannte Unfallhäufungsstellen in der Region würden zur Sprache kommen, zunächst am grünen Tisch diskutiert, anschließend dann aber auch vor Ort in Augenschein genommen, um mögliche Lösungen zu finden. Bleibt zu hoffen, dass die B1-Auffahrt Bad Lippspringe bis dahin nicht mehr in der Unfallstatistik auftaucht.
Halle
Mordfall Nelli Graf: Kripo verdoppelt Personalstärke
22.05.12
08:56
1 day
22.05.2012
- 10:28
16 Beamte befragen diejenigen Männer, die den freiwilligen Speicheltest nicht vorgenommen haben
Halle (WB/SKü). Im Mordfall Nelli Graf wird die Kriminalpolizei in den nächsten Tagen alle diejenigen Männer aufsuchen, die der Einladung zum freiwilligen Speicheltest nicht gefolgt sind.

200 Personen, die innerhalb eines 750 Meter großen Radius um das Wohnhaus der Familie Graf wohnen, haben bisher keine DNA-Probe der Polizei zur Verfügung gestellt zwecks Abgleich mit der Fremd-DNA am Leichnam von Nelli Graf. »Wir werden jetzt jeden einzelnen kontaktieren und dann einen Besuch abstatten«, sagt der Chef der Mordkommission, Kriminalhauptkommissar Ralf Östermann. Jeder Befragte sei als Zeuge auskunftspflichtig. Die Personalstärke der Mordkommission ist wie schon beim Massengentest auch für die Befragungen auf 16 Beamte verdoppelt worden. Die Kripo weiß, dass die Gründe für eine Nichtteilnahme vielschichtig sein können. So gab es eine Reihe von Postrückläufern, weil die Meldeanschrift falsch war. Andere Männer sind verzogen oder befanden sich auf Montage. Sie alle aber würden überprüft werden, kündigt die Kripo an. »Das gilt für jeden in dem bewussten Radius«, betont Ralf Östermann. Zu keinem Ergebnis hat der Zeugenaufruf der vergangenen Woche geführt. Die Kripo sucht ein Pärchen (55 bis 60 Jahre alt) als Zeugen, das am Tag des Verschwindens von Nelli Graf (14. Oktober 2011) um 13.30 Uhr auf einem Waldweg an der Hachhowe spazieren gegangen sein soll.



Lesen Sie dazu auch die bisherige Berichterstattung:


Mordfall Nelli Graf: Polizei sucht Pärchen als Zeugen (vom 17. Mai 2012)

Kripo will Alibis der Nichtteilnehmer prüfen (vom 16. Mai 2012)

Erster Tag macht Ermittlern Mut (vom 12. Mai 2012)

Wurde Nelli Graf bedroht? Mordfall in »Aktenzeichen XY« (vom 9. Mai 2012)

»DNA-Daten werden vernichtet« (vom 8. Mai 2012)

Massengentest im Mordfall Nelli Graf (vom 4. Mai 2012)

Mordkommission im Fall Nelli Graf unter Hochdruck (vom 16. März 2012)

Mehr als 500 Bürger nehmen Abschied (vom 23. Februar 2012)
Bielefeld
Radfahrer und Motorradfahrer verletzten sich schwer
21.05.12
20:14
2 days
21.05.2012
- 20:20
Beide berühren sich und stürzen
Bielefeld (WB). Am Montagabend sind in Bielefeld ein Radfahrer und ein Motorradfahrer bei einem Unfall schwer verletzt worden. Gegen 18.54 Uhr befuhr ein 49-jähriger Radfahrer den Radweg der Kurt-Schumacher-Straße in Richtung Victor-Gollancz-Straße und wollte nach links auf die Stapenhorststraße in Richtung Stadtmitte abbiegen. Gleichzeitig befuhr ein 53-jähriger Motorradfahrer mit seiner Suzuki ebenfalls die Kurt-Schumacher-Straße und wollte die Stapenhorststraße nach Erkenntnissen der Polizei geradeaus in Richtung Victor-Gollancz-Straße überqueren. Im Kreuzungsbereich kam es zu einer Berührung der Beteiligten.

Beide kamen zu Fall und mussten mit schweren Verletzungen in Bielefelder Krankenhäuser eingeliefert werden. An den Fahrzeugen entstand leichter Sachschaden. Der Kreuzungsbereich wurde kurzfristig gesperrt.

Bielefeld
Mann stürzt zwischen Stadtbahn und Bahnsteig
21.05.12
19:12
2 days
22.05.2012
- 13:14
Schwere Verletzungen an Becken und Oberschenkeln
Bielefeld (WB). Lebensgefährliche Verletzungen hat sich ein Mann am Montagnachmittag in Bielefeld zugezogen, als er gegen 15.20 Uhr an der Haltestelle Johanneswerk zwischen die einfahrende Stadtbahn und den Hochbahnsteig stürzte.

Der Mann wurde von der Feuerwehr unter Einsatz eines Lufthebekissens befreit und noch am Unfallort von einem Notarzt versorgt. Er erlitt schwerste Verletzungen an Becken und Oberschenkeln und wurde in ein Krankenhaus gebracht.
Spenge
73-Jähriger überschlägt sich mit seinem Auto
21.05.12
18:16
2 days
21.05.2012
- 18:21
Polizei: Alkohol wahrscheinlich die Unfallursache
Spenge (WB/her). Bei einem Autounfall ist ein 73-jähriger Spenger am Montag schwer verletzt worden. Nach Angaben der Polizei war der Mann alkoholisiert.

Der Spenger war auf der Herforder Straße von Enger Richtung Spenge unterwegs, als er gegen 16.45 Uhr nach rechts von der Straße abkam. Der Ford-Focus fuhr in den Graben, überschlug sich und kam auf dem Dach liegend zum Stehen. Nach Einschätzung der Polizei ist der Alkohol wahrscheinlich die Unfallursache. Der 73-Jährige kam schwer verletzt ins Mathilden-Hospital nach Herford.

Nordrhein-Westfalen
Erneut Dioxin-Eier in den Handel gelangt
21.05.12
16:36
2 days
22.05.2012
- 18:48
Betroffener Legehennenbetrieb im Kreis Borken gesperrt
Borken (WB/ewp). In Nordrhein-Westfalen sind erneut mit Giftstoffen belastete Eier in den Handel gelangt. Nach Informationen dieser Zeitung ist der betroffene Legehennenbetrieb in Velen (Kreis Borken) gesperrt. Es handelt sich um einen mittleren Betrieb mit rund 30.000 Legehennen in Freilandhaltung. Der Vermarkter der Eier habe eine Rückrufaktion eingeleitet, bestätigte ein Sprecher des NRW-Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz. Die genauen Handelswege seien noch nicht bekannt. Eigenkontrollen hätten bei den Eiern eine zweifach erhöhte Dioxinbelastung sowie eine 4,5fache Erhöhung mit dem dioxinähnlichen PCB (Polychlorierte Biphenyle) ergeben. Über die Ursache der Belastung könne noch keine Auskunft gegeben werden.

Betroffen seien Eier mit den Stempelnummern 1-DE-05 22462 und 1-DE-05 22461. Eine akute Gesundheitsgefährdung bestehe nach dem derzeitigen Ermittlungsstand nicht.

Um Ostern war in Stemwede (Kreis Minden-Lübbecke) ein Bio-Geflügelhof gesperrt worden. In den Eiern war eine hohe Belastung mit PCB festgestellt worden. Rund eine Million Eier mussten vernichtet werden. Der Hofinhaber gibt den Schaden mit mehr als 500.000 Euro an. Die genaue Ursache der Belastung ist noch unklar. Da im Boden des Hofes Schadstoffbelastungen festgestellt wurden, müssen die Hühner in den Ställen bleiben. Zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft Bielefeld wegen illegaler Bodenverunreinigung gegen Unbekannt. Die Eier aus Stemwede waren bundesweit vermarktet worden.

Auch in Niedersachsen waren zuletzt dioxinbelastete Eier auf mehreren Höfen entdeckt worden.

Meistgelesen

Steinheim
Mordfall Juliane V.: Verdächtiger verstrickt sich in Widersprüche
21.05.12
14:52
2 days
22.05.2012
- 18:48
Mögliche Tatwerkzeuge bei 21-Jährigem gefunden.
Mögliche Tatwerkzeuge bei 21-Jährigem gefunden
  • 1386
Fußball
Wie ist Ihre Meinung zum Urteil des DFB-Sportgerichts?
21.05.12
14:17
2 days
22.05.2012
- 11:07
Spiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC wird nicht wiederholt – Hertha legt Berufung ein.
Spiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC wird nicht wiederholt – Hertha legt Berufung ein
  • 1224
Arminia Bielefeld
Arminia spricht 13 Stadionverbote aus
22.05.12
10:48
1 day
23.05.2012
- 09:11
Nach Angriff auf Werder-Fan dürfen 13 Männer drei Jahre lang bundesweit kein Stadion mehr betreten.
Nach Angriff auf Werder-Fan dürfen 13 Männer drei Jahre lang bundesweit kein Stadion mehr betreten
  • 908
Film
Kino-Charts
21.05.12
14:34
2 days
21.05.2012
- 15:26
Quelle: CinemaxX .
Quelle: CinemaxX
  • 770
Halle
Mordfall Nelli Graf: Kripo verdoppelt Personalstärke
22.05.12
08:56
1 day
22.05.2012
- 10:28
16 Beamte befragen diejenigen Männer, die den freiwilligen Speicheltest nicht vorgenommen haben.
16 Beamte befragen diejenigen Männer, die den freiwilligen Speicheltest nicht vorgenommen haben
  • 746

Debatte

Debatte - reden Sie mit

Von Reinhard Brockmann
NRW verhandelt: Die neuen alten Probleme
22.05.12
19:48
17 hrs
22.05.2012
- 19:54
.
Fast geräuschlos haben gestern die Koalitionsverhandlungen in Düsseldorf begonnen. In drei Wochen soll der Fahrplan für fünf Jahre Rot-Grün in Nordrhein-Westfalen stehen. Am 20. Juni will sich Hannelore Kraft (SPD) – diesmal ohne Duldung der Linken – von Rot-Grün zur Ministerpräsidentin wählen lassen, am Tag darauf soll das neue und vermutlich kaum veränderte Kabinett stehen.

Die satte Mehrheit aus 128 von 237 Mandaten macht's möglich. Die versprochenen stabilen Verhältnisse bis 2017 sind wahrscheinlich. Gut so, für das Land.

Dennoch sind die alten Probleme auch die neuen. Die prekäre Finanzlage ist durch die Wahlen nicht besser geworden. Die Kommunen kommen vorne und hinten nicht klar. In Düsseldorf sind bislang ernsthafte Sparabsichten nicht zu erkennen.

Die Zeit drängt. Schließlich steht das Land seit dem Scheitern der alten Minderheitsregierung am 14. März unter vorläufiger Haushaltsführung. Außerdem kann und will sich das Duo Kraft/Löhrmann nicht noch eine Niederlage vor dem Verfassungsgericht wegen fehlerhafter Haushaltsplanung einfangen. Die nächsten Tage werden zeigen, inwieweit die Grünen, die sich im Wahlkampf immerhin mit Sparvorschlägen aus der Deckung trauten, sich gegenüber der immer noch ausgabefreudigen SPD durchsetzen.

Die Verhandler können sofort zur Sache kommen, sie müssen sich nicht aufhalten mit langwierigen Sondierungen, wie noch vor zwei Jahren. Eines der wenigen präzise erklärten Ziele lautet, eine Milliarde Euro einzusparen. Exakt dieser Betrag müsse aufgetrieben werden, um Risiken der West-LB zum 30. Juni abzudecken, heißt es bei Rot-Grün.

Wer an dieser Stelle stutzt, hat richtig gelesen. Ja, es geht um genau jene Milliarde, die CDU und FDP im alten Landtag vehement angemahnt haben. Stets wollte die Landesregierung davon nichts wissen. Im gescheiterten Etat 2012 kam dieser Milliarden-Posten gar nicht vor.

Wer jetzt erneut stutzt und unwillkürlich an die für ungültig erklärte Kommunalwahl in Dortmund denkt, liegt wiederum richtig. Auch dort wurde ein Haushaltsloch erst am Tag nach der Wahl eingeräumt.

Weitgehend konfliktfrei dürfte das Kapitel Schule im Koalitionsvertrag aufgesetzt werden. Hier gilt der mit der CDU ausgehandelte Konsens weitere zehn Jahre. Die Klimapolitik ist da schon heikler. Die SPD will mindestens vier im Bau befindliche konventionelle Kraftwerke durchsetzen, die Grünen träumen immer noch vom Dauerstopp für das schlüsselfertige und eine Milliarde Euro teure Kohlekraftwerk in Datteln.
Ostwestfalen wird mit Spannung auf die Formulierungen zum Nationalpark achten. Minister Johannes Remmel (Grüne) will jetzt mit aller Macht durchziehen, die lippische SPD steht dagegen zu ihrem Wahlversprechen einer Bürgerbefragung. Mal sehen, was regionale Wünsche wert sind...
Von Friederich Mielke
Nato-Gipfel: weniger wäre mehr
21.05.12
19:44
2 days
21.05.2012
- 19:49
.
Die Nato gilt zu Recht als erfolgreichstes Militärbündnis der Welt. Dennoch fragt man sich heute: Wieviel Nato ist noch nötig und bezahlbar? Können die neuen sicherheitspolitischen Probleme militärisch gelöst werden? Was nützen Truppen, Panzer und Drohnen gegen den Klimawandel, gegen Internet-Terrorismus, gescheiterte Staaten oder die Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen?

Das westliche Verteidigungsbündnis braucht nicht mehr Geld und Waffen, sondern weniger. Eine große militärische Bedrohung ist nicht in Sicht – weder aus China, Russland, Iran noch Nordkorea. Zu Zeiten relativer Stabilität und Sicherheit kann es sich die Nato leisten, seine Fähigkeiten zu begrenzen und zu sparen. Die USA, die 75 Prozent des Nato-Beitrags zahlen, verlagern ihre Interessen gen Asien und fordern die Europäer auf, mehr Geld für die Allianz auszugeben. Doch das wäre ein Fehler: Es ist sinnlos, dort mehr Geld aufzuwenden, wo weniger mehr wäre.

Da die Finanzkrise alle trifft, haben die meisten Regierungen den Sparkurs akzeptiert. Generalsekretär Rasmussens Idee von der »klugen Verteidigung« überzeugt: Die Staaten sollten ihre Verteidigungsausgaben auf Kernfähigkeiten konzentrieren und Kosten durch bessere Zusammenarbeit sparen. Sie können neue Waffensysteme gemeinsam anschaffen oder ihre Ausbildungsstätten zusammenlegen. Am wichtigsten: Die Staaten können ihre sicherheitspolitische Souveränität ihren Partnern übertragen. Das würde große Sparpotenziale erschließen.

Der Chicago-Gipfel ist diesen Schritt leider nicht gegangen. Denn wer kann dem Mitglied Deutschland noch trauen, wenn es während der Libyen-Intervention seine Streitkräfte zurückzieht? Die Abgabe von sicherheitspolitischer Souveränität setzt gleiche Interessen und Verlässlichkeit voraus. Niemand darf sich auf Kosten der anderen Vorteile verschaffen oder auf dem militärischen Trittbrett mitfahren. Nur ein Bündnis, das Geschlossenheit und Solidarität praktiziert, kann eine gemeinsame Militärpolitik durchsetzen.

In Chicago wurde immerhin der Afghanistan-Abzug bekräftigt. Dabei kann es niemand dem französischen Präsidenten verübeln, seine Truppen vorzeitig heimholen zu wollen. Auch Berlin weiß, dass jedes Abzugszenario blutig und unbefriedigend wird. Zehn Jahre Afghanistan-Intervention haben das Land nicht befriedet.

Sollte der Chicago-Gipfel in Zukunft eine sparsame und verkleinerte Nato hervorbringen, wäre die Konferenz ein großer Erfolg gewesen. Doch schon das geplante Raketenabwehrsystem zerstört diese Hoffnung. Besonders, weil es Russland verärgert und die Geister des Kalten Krieges weckt. Die Nato braucht eine neue Identität, reduzierte Haushalte, die Übertragung von Souveränität und die Ein- und Anbindung Russlands. In Chicago war davon wenig zu sehen.
 
Von Edgar Fels
Tarifabschluss IG Metall: Ein Erfolg für alle Seiten
20.05.12
18:27
3 days
20.05.2012
- 18:30
.
Streik abgewendet! Gewerkschaft und Arbeitgeber zufrieden! Der Abschluss in der Metallindustrie ist für alle Seiten ein Erfolg – wenn auch mit Einschränkungen. 4,3 Prozent mehr Geld sind ein Punkt für die Gewerkschaften. Beim Thema Mitbestimmung bei der Zeitarbeit hat sich das Arbeitgeberlager durchgesetzt. Und auch die vereinbarte unbefristete Übernahme der Auszubildenden lässt den Firmen ein Hintertürchen offen – folglich können beide Seiten für sich einen Verhandlungserfolg beanspruchen.
 Für den Industriestandort Deutschland ist der Tarifabschluss insgesamt als Gewinn zu sehen. In Zeiten voller Auftragsbücher wäre ein Streik für alle Parteien schädlich gewesen. Das nun fällige Lohnplus können die Firmen schultern. Nicht nur, weil sie in der Regel gut verdienen, sondern auch, weil sie durch stetig steigende Effizienz – also schnellere und sparsamere Maschinen – ihre Personalkostenquote gering halten. Da sind ein paar zehntel Prozentpunkte mehr Lohn eher zu verkraften als eine teure Maschine, die tagelang stillsteht. Obendrein berücksichtigt die kurze Laufzeit von 13 Monaten den Fall, dass es bei den Unternehmen als Folge der europäischen Finanz- und Währungskrise schon bald nicht mehr so rund läuft wie bisher.
 Aus Arbeitnehmersicht aber ist wichtig, dass (auf zwölf Monate gerechnet) knapp vier Prozent mehr Geld deutlich über der Inflationsrate von derzeit etwa 2,5 Prozent liegen. Höhere Kosten durch steigende Sprit- und Strompreise werden kompensiert und die Kaufkraft gestärkt. Davon können Länder wie Spanien oder Griechenland nur träumen. In diesem Punkt dürfen sich die Gewerkschaften zu Recht auf die Schulter klopfen.
 Anders sieht es bei der Leiharbeit aus. Die von der IG Metall angestrebte Stärkung der Betriebsräte durch mehr Mitbestimmung bei der Beschäftigung von Leiharbeitern ist fehlgeschlagen. Unternehmen haben weiterhin die Flexibilität wie bisher. Dass Leiharbeiter nach zwei Jahren Einsatz vom Betrieb fest übernommen werden müssen, ist wohl eher ein Erfolg auf dem Papier. Denn in der Praxis bleiben die Zeitarbeiter gar nicht so lange im Betrieb.
 Und doch hat die Gewerkschaft hier erstmals ein Zeichen gesetzt: Leiharbeiter, so die Botschaft, gehören zur Gesamtbelegschaft. Eine Zweiklassengesellschaft an der Werkbank soll es nicht geben.
 Auch bei der von der IG Metall geforderten unbefristeten Übernahme der Auszubildenden gibt es eine Einschränkung, die den Verhandlungerfolg relativiert. Wenn ein Betrieb einen Azubi partout nicht übernehmen will, gibt es dafür einen Weg. Die Frage ist, ob es angesichts des vielerorts beklagten Fachkräftemangels dazu überhaupt kommt.
 Â»Dieser Abschluss war eine recht komplizierte Geburt«, fasst Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser das Ergebnis zusammen. Schon deshalb wäre es wünschenswert, wenn der Pilotabschluss nun von allen anderen Verbänden übernommen wird.
Von Bernhard Hertlein
Facebook: »Gefällt mir nicht« gibt es nicht
18.05.12
19:44
5 days
18.05.2012
- 19:47
.
Facebook-Nutzer kennen ihn, den »Gefällt mir«-Button. Rudi findet die Nazis blöd? Gefällt mir. Laura liest gerade zum zweiten Mal »Pigafetta« von Felicitas Hoppe? Gefällt mir. Pedro hat ein Bild von seinem Haus in Acapulco online gestellt? Gefällt mir. Kerstin und Jürgen sind jetzt ein Paar? Gefällt mir.
Facebook ging am Freitag mit großem Tamtam an die Börse? Wer jetzt »Gefällt mir« anklicken möchte, hat es leicht. Den Button »Gefällt mir nicht« gibt es dagegen nicht bei Facebook. Wer trotzdem sein Missfallen kundtun möchte, muss sich schon die Mühe machen, seine Meinung etwas länger in Worte zu fassen.
Facebook gefällt mir. Es ermöglicht auf einfache Weise ständigen Kontakt mit »Freunden« in aller Welt. Nicht-Facebook-Nutzer – und das sind immerhin noch zwei von drei erwachsenen Deutschen – stören sich vor allem an der Nutzung dieses Begriffs. Bielefelds Oberbürgermeister Pit Clausen hat 4467 »Freunde«, die Sängerin Anna-Maria Zimmermann sogar 4846. Das können doch nicht alle Freunde sein, sagen die Kritiker von Facebook. Natürlich nicht, antworten die, die mitmachen. Viele sind einfach nur Bekannte. Oder Freunde von Bekannten. Na und?
Die Na-und-Haltung ermöglicht, dass die Facebook-Gemeinde ständig größer wird.
 Facebook ist eine Datenkrake? Na und, mein Nachbar weiß auch alles über mich.
 Mit Hilfe von Facebook erfahren Personalentscheider in Unternehmen alles über meine heimlichen Schwächen? Na und. Da achte ich schon darauf, dass ich keine negativen Fotos oder andere Infos über mich poste.
Eines muss man Facebook zugute halten: Die Manager wissen, dass sie ohne Datenschutz und -sicherheit leicht ihre Geschäftsgrundlage verlieren können. Sie gehen das Thema deshalb neuerdings verstärkt offen an, indem sie die Nutzer informieren und zur Diskussion auffordern. Da könnten sich Google und andere ein Beispiel nehmen.
Wirtschaftlich gesehen sind die Daten bislang allerdings auch fast das einzige Kapital, auf das sich die Gewinnerwartungen der Gründer und Neuaktionäre stützen. Mit ihrer Hilfe kann Facebook Trends früh erkennen und Werbebanner der Kunden gezielt platzieren.
Trotzdem könnten Anleger, die sich jetzt ärgern, weil sie in Deutschland im Vorfeld keine Facebook-Aktien zeichnen konnten, eines Tages noch froh darüber sein. Denn so toll Facebook von seinen Nutzern angenommen wird, es ist nicht ohne Risiken. Fast die Hälfte wählt das Netzwerk vom Smartphone an, das bislang anzeigenfrei ist. Und wie die Community reagiert, wenn sie mit zu viel Werbung konfrontiert wird, lässt sich nur vermuten.
 Die Internet-Welt lässt ihre erfolgreichen Kinder auch schnell wieder fallen. Große Namen wie AOL schreibt man heute nur noch klein. Der Lycos-Chat war einmal der größte in Europa. Und selbst in der eigenen Branche kann Facebook sehen, wie schnell es vom Gipfel abwärts gehen kann. Ob StudiVZ oder Wer kennt wen: Alle früher starken Wettbewerber kämpfen heute ums Überleben.

Umfrage

Suchtexpertin fordert: Alkohol erst ab 18. Was meinen Sie dazu?

 
 

Specials

Arminia Bielefeld
Arminia greift durch
23.05.12
00:48
12 hrs
23.05.2012
- 02:48
Nach dem Angriff auf die Bremen-Fans: Drittligist spricht bundesweite Stadionverbote aus.
Nach dem Angriff auf die Bremen-Fans: Drittligist spricht bundesweite Stadionverbote aus
Bielefeld (WB). Während nach der Attacke auf einen Werder-Bremen-Fan vom 5. Mai die sieben zunächst inhaftierten Hooligans zum Teil wieder auf freien Fuß kommen, zeigt Arminia Härte. Gestern sprach der Verein gegen alle 13 Beschuldigten Stadionverbote aus. Das Verbot gilt zunächst für drei Jahre und sei damit die höchste Sanktionierung mit bundesweiter Wirkung, die ein Verein aussprechen könne, erklärte DSC-Geschäftsführer Marcus Uhlig. Denn die im Deutschen Fußball-Bund (DFB) organisierten Vereine haben die Vereinbarung getroffen, dass ein Hausverbot, das einer der Klubs ausspricht, auch von den anderen Vereinen übernommen wird. »Unabhängig von den einzelnen Tatbeiträgen besagen die Richtlinien eindeutig, dass ein Stadionverbot dann ausgesprochen werden kann, wenn ein Ermittlungsverfahren gegen eine Person wegen einer Straftat im Zusammenhang mit einem Fußballspiel eröffnet wurde. Das ist bei allen 13 Personen der Fall, so dass die Stadionverbote eine konsequente Folge sind«, sagte der Geschäftsführer. Überwacht werden Stadionverbote laut Uhlig von den szenekundigen Beamten der Polizei und den Ordnern in den Stadien. Und es gibt eine bundesweite Liste. Darüber hinaus behalte sich der DSC vor, den Beschuldigten ein lebenslanges Haus- und Stadionverbot für sämtliche DSC-Veranstaltungen auszusprechen, wenn das Ermittlungsverfahren beendet sei, erläuterte Uhlig. Außerdem wolle der Verein nach dem Treffen der Fan-AG vergangene Woche Maßnahmen erarbeiten, um Gewalttaten künftig zu verhindern. Nachdem bereits am Montag zwei Beschuldigte aus der Haft entlassen worden sind, gab es gestern Vernehmungsgespräche mit einem 22-Jährigen aus Bielefeld und einem 20-Jährigen aus Werther. Bei beiden beantragte Staatsanwalt Veit Walter ebenfalls die Aufhebung des Haftbefehls, so dass sie seit gestern wieder auf freiem Fuß sind. Walter: »Sie haben ihre Beteiligung an der Tat eingeräumt.« Demnach haben der Bielefelder und der Wertheraner zwar nicht selbst zugeschlagen, die Tat der beiden Hauptbeschuldigten jedoch unterstützt. Klar sei in den gestrigen Vernehmungen auch geworden, dass es sich bei der Attacke auf den Werder-Anhänger nicht um eine spontane Aktion gehandelt habe, betonte der Staatsanwalt. »Gegen Spielende gab es einen gemeinsame Entschluss, Bremer Fans abzuzocken und ihnen Fan-Artikel abzunehmen, auch mit Gewalt.« Aus diesem Grund erhalte er den Tatvorwurf der Beteiligung am versuchten Mord auch gegen die nun aus der Untersuchungshaft Entlassenen weiter aufrecht. Da nach den detaillierten Aussagen jedoch nicht mehr die Gefahr bestehe, dass sich die Beschuldigten untereinander absprechen und sich diese nach seiner Einschätzung dem Verfahren stellen, habe er die Aufhebung der Haftbefehle beantragt, das Amtsgericht habe dem zugestimmt. Heute soll einer der beiden Hauptbeschuldigten, ein 21-Jähriger aus Leopoldshöhe, vormittags von der Polizei vernommen werden. Gegen Mittag gibt es einen Haftprüfungstermin vor einem Amtsrichter, bei dem entschieden wird, ob auch dieser mutmaßliche Täter auf freien Fuß kommt. Das 26-jährige Opfer des Angriffs ist außer Lebensgefahr. Am Montagabend sei er aus der Intensivstation verlegt worden, nachdem seine Genesung in den vergangenen drei Tagen deutliche Fortschritte gemacht habe, teilte seine Mutter mit. »Ich habe jetzt die Hoffnung, dass er wieder ganz gesund werden kann.«

SC Paderborn
Alushi wechselt nach Kaiserslautern
21.05.12
06:59
2 days
22.05.2012
- 11:05
Stürmer Poljanec kommt aus Linz.
Stürmer Poljanec kommt aus Linz
Paderborn (WB/MR). Enis Alushi verlässt nach vier Jahren den SC Paderborn. Das hat der 26-Jährige dem Zweitligisten jetzt offiziell mitgeteilt. »Wir haben Enis ein sehr, sehr gutes Angebot gemacht, doch er hat eine neue Herausforderung gesucht. Wir bedauern seine Entscheidung, aber wir müssen das akzeptieren«, sagte Manager Michael Born zum Abgang.

Über seinen neuen Klub sagt Alushi nichts, auch sein Berater Maikel Stevens wollte sich dazu nicht äußern. Nach Informationen dieser Zeitung soll sich der Kosovare aber längst mit dem Erstliga-Absteiger 1. FC Kaiserslautern über einen Zweijahresvertrag einig sein (wir berichteten bereits am 10. Mai). Weitere Angebote haben Alushi auch vom TSV 1860 München und von Hertha BSC Berlin vorgelegen.

Mit Stürmer David Poljanec gab der SCP am Sonntag den sechsten Neuzugang bekannt. Der Slowene, der Sören Brandy ersetzen soll, kommt vom FC Blau Weiß Linz und hat einen Zweijahresvertrag plus Option für weitere zwölf Monate unterschrieben. »David ist lauffreudig und verfügt über einen guten Abschluss«, beschreibt Cheftrainer Roger Schmidt den Stürmer aus der 1. Liga Österreichs. Manager Born war von den Gesprächen mit dem Torjäger (19 Tore in 26 Spielen) begeistert: »David ist sehr ehrgeizig und weiß, was er will.«

Damit hat der Tabellenfünfte für jeden Mannschaftsteil mindestens einen Neuen geholt. Die Abwehr verstärken künftig Tobias Feisthammel
(Alemannia Aachen) und Patrick Ziegler (SpVgg Unterhaching), für das Mittelfeld wurden Tobias Kempe (FC Erzgebirge Aue), Mario Vrancic (Borussia Dortmund II) und Manuel Zeit (1. FC Nürnberg) verpflichtet, den Angriff soll Poljanec beleben.

Der Bundesliga-Tipp

Tippspiel zur Fußball Bundesliga:

Zur Tippabgabe!

www.baeren-blatt.de

Aktuelle Nachrichten für Kinder gibt es hier:

www.baeren-blatt.de

Kino

Film-Highlights im WB-Kinokanal

reinschauen!

Ressorts

Politik

Kipping und Schwabedissen
Parteien
Frauen gehen bei den Linken in die Offensive
23.05.12
11:40
43 min
23.05.2012
- 12:00
Berlin (dpa) - Nach dem Rückzug von Oskar Lafontaine geht der Führungsstreit bei der Linken in eine neue Runde.
Thüringens Fraktionschef Bodo Ramelow legte Lafontaines Widersacher Dietmar Bartsch nahe, nun ebenfalls auf eine Kandidatur für den Parteivorsitz zu verzichten.

Berlin (dpa) - Nach dem Rückzug von Oskar Lafontaine geht der Führungsstreit bei der Linken in eine neue Runde. Thüringens Fraktionschef Bodo Ramelow legte Lafontaines Widersacher Dietmar Bartsch nahe, nun ebenfalls auf eine Kandidatur für den Parteivorsitz zu verzichten.

Zugleich mehren sich die Stimmen für eine weibliche Doppelspitze. Bereits an diesem Mittwoch wollen die stellvertretende Parteichefin Katja Kipping und die nordrhein-westfälische Landesvorsitzende Katharina Schwabedissen gemeinsam ihren Hut in den Ring werfen.

Nach Angaben des Bundestagsabgeordneten Thomas Nord möchten die beiden als Führungsduo kandidieren. Prominente Linke-Politiker haben für den Mittag (12.00 Uhr) zu einer Pressekonferenz in Hannover eingeladen, zu der auch Schwabedissen und Kipping erwartet werden. Schwabedissen hat bereits ihr grundsätzliches Interesse an einer Kandidatur signalisiert. Kipping hatte letzte Woche einen neuen Personalvorschlag für den Fall angekündigt, dass es zu keiner einvernehmlichen Lösung zwischen Lafontaine und Bartsch kommen sollte.

Weitere Kandidaten für die neue Doppelspitze sind Bundestags-Fraktionsvize Bartsch und die sächsische Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann. Die sieht ihre Chancen durch den Rückzug Lafontaines nicht geschmälert. »Ich habe meine Kandidatur nicht von Oskar Lafontaine abhängig gemacht«, sagte Zimmermann der in Chemnitz erscheinenden »Freien Presse« (Mittwoch).

Lafontaine hatte am Dienstag seinen Verzicht auf eine Kandidatur für den Parteivorsitz erklärt, nachdem Bundestags-Fraktionschef Gregor Gysi ihm am Montag seine Unterstützung entzogen hatte. Lafontaine hatte sich nur unter der Bedingung zu einer Kandidatur bereiterklärt, dass kein anderer gegen ihn antritt. Vor allem Ost-Linke, die dem pragmatischen Flügel um Bartsch zuzurechnen sind, bezeichneten dieses Verhalten als undemokratisch.

Inzwischen wird der Ruf nach einer weiblichen Doppelspitze lauter. »Zwei Männer haben wir ja schon gehabt«, sagte Parteichef Klaus Ernst am Dienstagabend auf einer Regionalkonferenz in Berlin. Es müssten Frauen mit Ausstrahlung auch in die alten Bundesländer sein. Der stellvertretende saarländische Linke-Chef Heinz Bierbaum verlangte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa, Lafontaines Lebensgefährtin, die stellvertretende Parteivorsitzende Sahra Wagenknecht, müsse dabei eine zentrale Rolle spielen.

Auch der Thüringer Fraktionschef Ramelow plädierte für einen sogenannten Dritten Weg. »Ich habe Dietmar Bartsch immer den Rücken frei gehalten«, sagte er der »Berliner Zeitung« (Mittwoch). »Aber wenn es einen besseren gemeinsamen Weg gibt, dann möchte ich darüber nicht öffentlich zu Gericht sitzen. Alle müssen sich gemeinsam an einen Tisch setzen.« Denkbar sei eine weibliche Doppelspitze, bei der sich die Frage stelle, »ob ein versierter Bundesgeschäftsführer mit dem Profil eines Dietmar Bartsch dabei gewollt ist«.

Rösler und Merkel
Bundesregierung
Energiegipfel bei Kanzlerin Merkel
23.05.12
11:34
49 min
23.05.2012
- 12:00
Berlin (dpa) - Im Bundeskanzleramt hat ein Energie-Gipfel von Kanzlerin Angela Merkel (CDU), mehreren Ministern und den 16 Ministerpräsidenten begonnen.

Berlin (dpa) - Im Bundeskanzleramt hat ein Energie-Gipfel von Kanzlerin Angela Merkel (CDU), mehreren Ministern und den 16 Ministerpräsidenten begonnen.

Auf der Tagesordnung stehen der stockende Stromnetzausbau, die fehlenden Investitionen in neue Gaskraftwerke als Ersatz für die wegfallenden Atomkraftwerke und die drohende Kostensteigerung für die Bürger. Zudem soll über weitere Maßnahmen zum Energiesparen gesprochen werden, etwa im Bereich der Gebäudesanierung. Wird weniger Energie verbraucht, sind auch weniger neue Netze, Windparks und Kraftwerke notwendig.

An dem Spitzentreffen nimmt auch der neue Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) teil, der am Dienstag als Nachfolger von Norbert Röttgen sein Amt angetreten hatte. CDU-Vize Röttgen war von Merkel nach der schweren Wahlniederlage in Nordrhein-Westfalen entlassen worden. Ebenfalls dabei sind Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) und Bauminister Peter Ramsauer (CSU). Für 13.30 Uhr ist eine Pressekonferenz zu den Ergebnissen angekündigt.

Seit Wochen mehren sich die Äußerungen aus Wirtschaft und Industrie, dass die Energiewende dringend eines klaren Fahrplans und einer besseren Koordinierung bedürfe. Zudem fehlt bisher eine Abstimmung der Energiekonzepte von Bund und Ländern. Hinzu kommt der ungelöste Streit um die Solarförderung, deren Kosten die Bürger über den Strompreis zu zahlen haben. Als ein Modell zur Entlastung der Bürger wird auch über eine Senkung der Stromsteuer nachgedacht.

IAEA-Flagge
Konflikte
Atomgespräche mit Iran sollen am Nachmittag beginnen
23.05.12
11:25
58 min
23.05.2012
- 12:00
Bagdad (dpa) - Vor der neuen Verhandlungsrunde über das umstrittene iranische Atomprogramm sind internationale Diplomaten in der irakischen Hauptstadt Bagdad eingetroffen.
Der Beginn der Gespräche mit den iranischen Unterhändlern werde für den Nachmittag erwartet, sagte ein irakischer Regierungssprecher.

Bagdad (dpa) - Vor der neuen Verhandlungsrunde über das umstrittene iranische Atomprogramm sind internationale Diplomaten in der irakischen Hauptstadt Bagdad eingetroffen. Der Beginn der Gespräche mit den iranischen Unterhändlern werde für den Nachmittag erwartet, sagte ein irakischer Regierungssprecher.

Die internationale Gemeinschaft will die Bemühungen um eine friedliche Lösung des Atomstreits mit dem Iran fortsetzen. Vertreter der 5+1-Gruppe (China, Frankreich, Großbritannien, Russland und die USA - sowie Deutschland) wollen bei dem Treffen an den als positiv bezeichneten Start neuer Gespräche vor gut fünf Wochen in Istanbul anknüpfen.

Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms an Atomwaffen zu arbeiten. Die Führung in Teheran bestreitet das. Israel hat mehrfach indirekt mit Militärschlägen auf iranische Atomanlagen gedroht.

Unmittelbar vor der neuen Verhandlungsrunde hatte der Iran Zugeständnisse signalisiert. Teheran erklärte sich bereit, eine Vereinbarung zur genaueren Überprüfung seines Atomprogramms durch die Internationale Atomenergie-Behörde IAEA zu unterzeichnen. Im Gegenzug fordert die iranische Führung, dass der Westen Sanktionen aufhebt.

Wahl in Ägypten
Wahlen
Erste freie Präsidentenwahl in Ägypten
23.05.12
11:24
59 min
23.05.2012
- 12:00
Kairo (dpa) - In Ägypten hat die erste demokratische Präsidentenwahl in der Geschichte des Landes begonnen.
In zahlreichen Wahllokalen begann die Abstimmung verspätet.

Kairo (dpa) - In Ägypten hat die erste demokratische Präsidentenwahl in der Geschichte des Landes begonnen. In zahlreichen Wahllokalen begann die Abstimmung verspätet.

Vor den Wahllokalen in der Innenstadt von Kairo bildeten sich lange Warteschlangen. Die Schlangen der Frauen, die in Ägypten getrennt anstehen, waren vielerorts deutlich länger als die der Männer.

Die Abstimmung war von den rund 50 Millionen Wählern mit Spannung erwartet worden. Denn bisher ist noch völlig offen, wer das Rennen um die Nachfolge von Präsident Husni Mubarak gewinnen wird. Laut jüngsten Umfragen haben fünf der insgesamt zwölf Kandidaten gute Chancen. Zwei von ihnen gehören dem Lager der Islamisten an. Gewinnt keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit, treten die beiden Bestplatzierten Mitte Juni in einer Stichwahl gegeneinander an.

Nach dem Rücktritt von Mubarak im Februar 2011 hatte das Militär die Macht übernommen und eine Übergangsregierung eingesetzt. Die Generäle haben versprochen, sich Ende Juni aus der Politik zurückzuziehen. Die erste Runde der Präsidentenwahl dauert zwei Tage. Mit dem Ergebnis wird frühestens am Freitag gerechnet.

Wirtschaft

Bilanz-PK Commerzbank AG
Banken
Müller verteidigt höhere Gehälter für Commerzbankvorstände
23.05.12
11:42
41 min
23.05.2012
- 12:01
Frankfurt/Main (dpa) - Der Commerzbank-Aufsichtsrat hat das Ende der Gehaltsbegrenzung für die Vorstände des teilverstaatlichten Konzerns verteidigt.
Es handele sich nicht um eine Gehaltserhöhung, sondern »lediglich um die Einsetzung des regulären Gehalts«, betonte Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller vor Aktionären.

Frankfurt/Main (dpa) - Der Commerzbank-Aufsichtsrat hat das Ende der Gehaltsbegrenzung für die Vorstände des teilverstaatlichten Konzerns verteidigt. Es handele sich nicht um eine Gehaltserhöhung, sondern »lediglich um die Einsetzung des regulären Gehalts«, betonte Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller vor Aktionären.

Nach vier mageren Jahren erhalten Commerzbankchef Martin Blessing und seine Vorstandskollegen in diesem Jahr wieder deutlich höhere Bezüge. Die Obergrenze von jährlich 500 000 Euro, die wegen der staatlichen Rettungsmilliarden gezogen werden musste, gilt nicht mehr. Damit erhält Blessing für das Jahr 2012 ein Festgehalt von 1,3 Millionen Euro. Seine acht Vorstandskollegen bekommen fix pro Jahr 750 000 Euro. Dazu können noch leistungsabhängige Boni kommen.

»Ich halte die Entscheidung des Aufsichtsrates, die Deckelung der Vorstandsgehälter nicht zu verlängern, für unbedingt geboten«, sagte Müller. Die Bank müsse eine dauerhaft wettbewerbsfähige Vergütung bieten, um für gute Manager attraktiv zu sein. Müller rechnete vor: Die Gesamtbezüge für neun Vorstandsmitglieder beliefen sich für das Jahr 2006 auf knapp 24 Millionen Euro, verglichen mit 5,3 Millionen Euro im Jahr 2011.

Software-Unternehmen SAP
Computer
SAP überrascht zu Hauptversammlung mit Milliardenzukauf
23.05.12
11:31
52 min
23.05.2012
- 12:00
Mannheim (dpa) - Mit einer überraschenden Firmenübernahme hat sich der Vorstand des Softwareriesen SAP am Mittwoch in Mannheim bei der Hauptversammlung seinen Aktionären präsentiert.

Mannheim (dpa) - Mit einer überraschenden Firmenübernahme hat sich der Vorstand des Softwareriesen SAP am Mittwoch in Mannheim bei der Hauptversammlung seinen Aktionären präsentiert.

»Es gibt weltweit kein besseres Unternehmen, das mehr Synergien mit SAP hat, als Ariba«, sagte SAP-Co-Chef Jim Hagemann Snabe am Rande der Hauptversammlung. Gleichzeitig bekräftigten er und sein Kollege Bill McDermott, dass SAP mit eigenen Ideen wachsen wolle und nicht auf groß angelegter Einkaufstour sei. »Unsere Strategie ist es nicht, Unternehmen zu übernehmen«, sagte Snabe.

Der Walldorfer Dax-Konzern hatte über Nacht den Kauf des amerikanischen Cloud-Spezialisten Ariba für rund 4,3 Milliarden Dollar (3,3 Mrd Euro) angekündigt. Der neue Wunschpartner bietet Handelsnetzwerke für Firmen an und stützt dieses Geschäftsmodell mit der sogenannten Cloud-Technik, mit der Software-Anwendungen über das Internet bezogen werden.

Der geplante Kauf von Ariba ist für SAP die zweite milliardenschwere Übernahme binnen weniger Monate. Erst vor kurzem stemmte der Konzern die etwa 3,4 Milliarden Euro teure Übernahme des ebenfalls amerikanischen Cloud-Experten Successfactors.

Schlecker
Handel
Quo vadis Schlecker: Investor oder Zerschlagung?
23.05.12
11:25
58 min
23.05.2012
- 12:00
Stuttgart (dpa) - Die Verhandlungen über eine Rettung der insolventen Drogeriekette Schlecker gehen auf die Zielgerade.
Eine Vorentscheidung über den Einstieg von Investoren könnte bereits an diesem Freitag in einer Sitzung des Gläubigerausschusses fallen, hieß es am Dienstagabend aus Verhandlungskreisen.

Stuttgart (dpa) - Die Verhandlungen über eine Rettung der insolventen Drogeriekette Schlecker gehen auf die Zielgerade. Eine Vorentscheidung über den Einstieg von Investoren könnte bereits an diesem Freitag in einer Sitzung des Gläubigerausschusses fallen, hieß es am Dienstagabend aus Verhandlungskreisen.

»Es gibt weiterhin verschiedene Optionen.« Medienberichten zufolge steht Schlecker aber schon am Freitag vor dem Aus. Die Gläubiger könnten dann die Zerschlagung beschließen, berichteten die »Stuttgarter Nachrichten« und das »Managermagazin«.

Ein Sprecher des Insolvenzverwalters ließ am Mittwoch dazu alle Fragen offen: »Was am Freitag passieren wird, weiß kein Mensch. Theoretisch ist und war auch immer alles möglich.« Er räumte aber ein, dass es immer wieder kritische Momente mit den Gläubigern gegeben habe. Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz sei aber weiter mit drei möglichen Investoren in »vertieften Gesprächen«.

Sollte es zur Zerschlagung kommen, würden zum Beispiel die attraktiveren Unternehmensteile wie die Auslandsgesellschaften einzeln verkauft, an der Tochter IhrPlatz zeigte der Münchner Investor Dubag bereits großes Interesse. Doch was wird aus all den Schlecker-Filialen, wenn es jetzt schon schwer ist, Interessenten für das gesamte Netz zu finden? Im schlimmsten Fall werden nur einige Perlen verkauft und der Großteil wird geschlossen - und das könnte langfristig ein erneutes Aus für tausende Mitarbeiter bedeuten.

Die Gewerkschaft Verdi will gar nicht erst an diese Option denken, doch auch dort scheint das Bauchgefühl kein wohliges zu sein. »Die Entscheidung wäre furchtbar für die Beschäftigten, wenn sie fallen würde - aber wir möchten uns an den Spekulationen nicht beteiligen«, sagte Verdi-Sprecherin Christiane Scheller am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa.

Die Lage ist brenzliger als je zuvor. An diesem Freitag könnte eine richtungsweisende Vorentscheidung fallen, die am 5. Juni bei der Gläubigerversammlung beschlossen wird. Letzten Endes vertritt der Insolvenzverwalter die Interessen der Gläubiger, er ist verpflichtet, das Bestmögliche für diese aus Schlecker herauszuholen. Es ist noch völlig unklar, ob es zu einer Investorenlösung kommt.

Den »Stuttgarter Nachrichten« zufolge ist das arabische Emirat Katar am Montag als möglicher Investor abgesprungen. Lars und Meike Schlecker, die Kinder des Firmengründers Anton Schlecker, hätten das Emirat als Geldgeber vorgesehen. Katar sei jedoch nicht an Risikogeschäften interessiert. Deshalb habe man Insolvenzverwalter abgesagt. Dies bestätige ein Sprecher von Geiwitz nicht.

Schlecker verliere derzeit täglich einen sechsstelligen Euro-Betrag, berichtete das »Manager Magazin«. Erschwerend kämen die rechtliche Probleme durch tausende Kündigungsschutzklagen hinzu. Der Schuldenberg des Unternehmens nähere sich der Milliardengrenze. Gläubiger drängten daher auf eine rasche Lösung. Die Insolvenzverwaltung wollte sich nicht zur Höhe der Verluste äußern. Das Schlecker rote Zahlen schreibe, sei bekannt und im Rahmen der Restrukturierung auch so kalkuliert, hieß es.

Im Zuge der Insolvenz der Drogeriekette mit Sitz in Ehingen in Baden-Württemberg war Ende März bundesweit rund 10 000 Beschäftigten gekündigt worden. Mehr als 13 500 sind derzeit bei Schlecker beschäftigt. Bisher reichten knapp 4000 Ex-Schlecker-Beschäftigte Klage gegen ihre Kündigung ein. Ursprünglich wollte der Insolvenzverwalter bis Pfingsten einen Investor präsentieren.

Facebook-Aktie
Computer
Facebook-Börsengang im Zwielicht: Anleger klagt
23.05.12
11:15
1 hour
23.05.2012
- 12:00
New York (dpa) - Der verpatzte Börsengang von Facebook wird zum Fall für Aufsichtsbehörden und Gerichte.
Die US-Börsenaufsicht SEC will die Umstände der Aktienplatzierung untersuchen. Ein Anleger reichte bereits Klage ein.

New York (dpa) - Der verpatzte Börsengang von Facebook wird zum Fall für Aufsichtsbehörden und Gerichte. Die US-Börsenaufsicht SEC will die Umstände der Aktienplatzierung untersuchen. Ein Anleger reichte bereits Klage ein.

Die Aktie fällt unterdessen immer weiter: Am dritten Handelstag sackte sie um rund 9 Prozent auf 31 Dollar ab. Während Facebook und die Alteigentümer 16 Milliarden Dollar einnahmen, verlor ein Investor, der ihnen die Aktien zum Ausgabepreis von 38 Dollar abgekauft hatte, bis Dienstagabend 18 Prozent seines Geldes.

Nachbörslich ging es für die Facebook-Aktie am Dienstag noch tiefer runter auf 30,50 Dollar - damit deuten sich weitere Kursverluste für diesen Mittwoch an. Damit legt das das weltgrößte Online-Netzwerk mit seinen inzwischen mehr als 900 Millionen Mitgliedern einen der übelsten Börsengänge der vergangenen Jahre hin.

Überdies rücken angebliche Mauscheleien Facebook und die am Börsengang beteiligten Banken in ein schlechtes Licht. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg muss sich auf einen juristischen Schlagabtausch einstellen.

Die Kanzlei Glancy Binkow & Goldberg aus Los Angeles reichte am Dienstag bereits Klage vor einem kalifornischen Gericht ein. Die Anwälte werfen Facebook und den Banken im Namen ihres Mandanten vor, die Börsenunterlagen schlampig zusammengestellt und wichtige Informationen zum Geschäft und dessen Aussichten verschwiegen zu haben. Die Kanzlei fordert Wiedergutmachung im Namen aller Geschädigten.

Die Anwälte werfen der Gegenseite insbesondere vor, verheimlicht zu haben, dass die beteiligten Banken kurz vor dem Börsengang ihre Gewinnprognosen für das Soziale Netzwerk gesenkt hätten. Namentlich werden Morgan Stanley, JPMorgan Chase und Goldman Sachs aufgeführt. Das sind die drei sogenannten »Lead Underwriter«, also die wichtigsten Organisatoren des Börsengangs.

Bei ihren Vorwürfen stützen sich die Anwälte auf US-Medienberichte, unter anderem vom »Wall Street Journal«. Demnach haben nur eine Handvoll ausgewählter Kunden der Banken von den gesenkten Erwartungen an das künftige Facebook-Geschäft erfahren. Entsprechend vorsichtig seien diese Kunden dann beim Kauf von Facebook-Aktien geworden. Die Facebook-Hauptbank Morgan Stanley erklärte am Dienstag, alle Regularien eingehalten zu haben.

Das Blog »Business Insider« ging am Dienstag sogar noch einen Schritt weiter: Ein Facebook-Manager habe den Analysten dazu geraten, ihre Vorhersagen nach unten zu korrigieren, hieß es unter Berufung auf eine ungenannte Quelle.

Damit wirkt der Vorwurf, die Banken hätten sich bei der Nachfrage verschätzt und zu viele Papiere auf den Markt geworfen, noch am harmlosesten. Ursprünglich hatte Facebook einen Stückpreis zwischen 28 und 35 Dollar angepeilt. Dann jedoch stockte das Unternehmen den Ausgabepreis und die Zahl der Aktien kräftig auf - was sich nun als fataler Fehler herausstellt. Nach Informationen des »Wall Street Journal« war es die Entscheidung von Facebook-Finanzchef David Ebersman, die Zahl der angebotenen Aktien um ein Viertel zu erhöhen. Zuvor habe ihm Morgan Stanley allerdings versichert, dass die Nachfrage sehr hoch sei.

Nach Daten des Anbieters Dealogic, die das »Wall Street Journal« veröffentlichte, ist kein anderer US-Börsengang im Milliardenbereich seit fünf Jahren so miserabel gelaufen. Das nächst schlechtere Unternehmen, der Vermögensverwalter Och-Ziff, war im Jahr 2007 nach drei Handelstagen auf ein Minus von 13 Prozent gekommen. Unter den Börsenverlierern findet sich auch der enge Facebook-Partner und Spieleentwickler Zynga mit minus 8 Prozent.

Die Technologiebörse Nasdaq gestand jetzt auch noch ein, sie hätte den Börsengang lieber abgeblasen, wenn ihr vorher das gesamte Ausmaß der technischen Probleme bewusst gewesen wäre. Wegen der Fehlfunktion wussten Anleger am Freitag zum Teil über Stunden nicht, ob ihre Aufträge erfüllt worden waren.

Sport

UEFA-Chef
Fußball
Platini weist Lahm-Kritik wegen Ukraine zurück
23.05.12
11:50
33 min
23.05.2012
- 12:01
Nyon (dpa) - UEFA-Präsident Michel Platini hat die Forderung von DFB-Kapitän Philipp Lahm nach einer klaren Positionierung in der Diskussion um die politische Situation im EM-Gastgeberland Ukraine zurückgewiesen.

Nyon (dpa) - UEFA-Präsident Michel Platini hat die Forderung von DFB-Kapitän Philipp Lahm nach einer klaren Positionierung in der Diskussion um die politische Situation im EM-Gastgeberland Ukraine zurückgewiesen.

»Er kann sagen, was er will. Das ist mir egal. Herr Lahm ist nicht mein Chef. Er hat von mir nichts zu fordern. Er ist Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, nicht Kapitän der UEFA«, sagte der Präsident der Europäischen Fußball-Union in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa am Verbandssitz in Nyon.

Lahm hatte zuletzt im »Spiegel« die politische Führung der Ukraine wegen des Umgangs mit der inhaftierten Oppositionsführerin Julia Timoschenko kritisiert und von der UEFA gefordert, sich deutlich zur Frage der Menschenrechte in der früheren Sowjetrepublik zu äußern. In Richtung Platini sagte er: »Ich glaube, dass er Position beziehen sollte. Und ich bin gespannt, was er zu sagen hat.«

Platini verteidigte die »unpolitische« Linie seines Verbandes und warf einigen Politikern Unglaubwürdigkeit vor. »Ich kann Ihnen die damaligen Reaktionen zeigen, als die EM an Polen und die Ukraine vergeben wurde. Alle haben applaudiert und die Öffnung zum Osten begrüßt.« Diejenigen, die jetzt den Spielen in der Ukraine fernbleiben wollen, seien »die Gleichen, die vor vier Jahren gesagt haben, wie toll es ist, dass wir uns Polen und der Ukraine öffnen«.

Die UEFA werde sich nicht in politische oder religiöse Belange einmischen. »Ich mache keine Politik, ich mache Fußball. Wenn ich Politik machen wollte, würde ich in die Politik gehen«, so Platini.

Beifahrer
Fußball
Podolski hat Spaß: Spritztour mit Schumacher und Rosberg
23.05.12
11:19
1 hour
23.05.2012
- 12:00
Tourrettes (dpa) - Rekord-Weltmeister Michael Schumacher und dessen Formel-1-Teamkollege Nico Rosberg haben für die deutschen Fußball-Nationalspieler Chauffeur gespielt.

Tourrettes (dpa) - Rekord-Weltmeister Michael Schumacher und dessen Formel-1-Teamkollege Nico Rosberg haben für die deutschen Fußball-Nationalspieler Chauffeur gespielt.

Lukas Podolski und Tim Wiese wurden nach einer Spritztour von Rosberg am Trainingsplatz der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Tourrettes abgesetzt. Im Auto von Schumacher saßen Marco Reus und André Schürrle. Ermöglicht hatte die kleine Abwechslung für Poldi & Co. DFB-Generalsponsor Mercedes. Am Sonntag starten Schumacher und Rosberg für Mercedes beim Großen Preis von Monaco.

Schumacher und Rosberg waren am Morgen mit dem Hubschrauber zum DFB-Quartier geflogen. »Unser Generalsponsor war so freundlich, das die Fahrer, die voll eingespannt sind, zu uns nach oben kommen und einfach mal Hallo sagen«, berichtete Teammanager Oliver Bierhoff.

Vor dem Training wurde auf dem Platz noch ein Mannschaftsfoto mit den beiden Formel-1-Piloten gemacht. Schumacher und Rosberg spielten sich bei dem PR-Termin mit den Nationalspielern auch ein paar Bälle zu. Die Autonarren Podolski, Wiese, Reus und Schürrle hatten sich die Beifahrerplätze bei der Testfahrt in der neuen A-Klasse gesichert. »Ich steige ein«, hatte der Leverkusener Schürrle vorab erklärt: »Michael Schumacher und Nico Rosberg sind herausragende deutsche Sportler.«

Gedemütigt
Fußball
Problemfall Robben ausgepfiffen - Van Bommel: »Skandal«
23.05.12
11:08
1 hour
23.05.2012
- 12:00
München (dpa) - Der Hauptdarsteller des Abends wollte nur noch weg.
Wortlos, mit einem gequälten Lächeln auf den Lippen, stürzte Arjen Robben aus der Münchner Allianz Arena, verfolgt von einer Riesentraube Journalisten.

München (dpa) - Der Hauptdarsteller des Abends wollte nur noch weg. Wortlos, mit einem gequälten Lächeln auf den Lippen, stürzte Arjen Robben aus der Münchner Allianz Arena, verfolgt von einer Riesentraube Journalisten.

Ausgepfiffen und gedemütigt von den eigenen Fans - der Stachel der Enttäuschung saß zu tief, als dass der Niederländer seine Gefühle in Worte fassen wollte.

Dafür sprachen seine Teamkollegen und Bondscoach Bert van Marwijk. »Es ist eine Schande, dass Arjen ausgepfiffen wurde. So etwas gehört sich nicht«, sagte van Marwijk. Er war sichtlich verärgert. Auch Mark van Bommel, viereinhalb Jahre in Diensten des FC Bayern und zuletzt Kapitän, war erregt. »Das ist ein Skandal. So etwas habe ich in München noch nie mitgemacht«, sagte der Mittelfeldspieler. »Man muss doch sehen, was er die letzten Jahre für den Club getan hat. Ich hätte nicht gedacht, dass das bei Bayern München passiert.«

Robben war beim 3:2-Sieg der deutschen Rekordmeisters im Kompensationsspiel gegen die Niederlande erst eine Viertelstunde vor dem Ende eingewechselt worden. Beim Warmlaufen vor der Südkurve war der 28-Jährige, der im vielleicht entscheidenden Meisterschaftsspiel bei Borussia Dortmund und dann im Champions-League-Finale gegen den FC Chelsea in der Verlängerung je einen Elfmeter verschossen hatte, noch mit aufmunterndem Applaus bedacht worden. Doch nachdem er den Platz betreten hatte, gab es bei jedem Ballkontakt lautstarke Pfiffe.

Dass ein Teil der Bayern-Anhänger weiter versuchte, Robben zu unterstützen, half nichts - der Eklat war da. Statt einer Aufarbeitung des Champions-League-Desasters gegen den FC Chelsea wurde die Partie für Robben zum Spießrutenlaufen. Der 28-Jährige als Sündenbock für den geplatzten Traum vom Triumph beim Finale dahoam.

»Der FC Bayern sollte sich schämen, das hat Arjen nicht verdient«, schimpfte Elftal-Kollege Rafael van der Vaart. Wesley Sneijder attackierte auch die Münchner Chefs. »Man hat schon die Tage zuvor gesehen, dass keiner aus dem Clu b ihn geschützt hat. So vergrault man ihn«, meinte der Mittelfeldstratege und schob hinterher: »Wenn es nach mir geht, kommt er im Sommer zu mir zu Inter Mailand.«

In der Tat scheint ein Abschied Robbens in der derzeitigen Gemengelage bei den Bayern nicht ausgeschlossen. Zwar hat Robben erst vor kurzem seinen Vertrag bis 2015 verlängert, doch ob er angesichts der jüngsten Vorkommnisse nach der Europameisterschaft tatsächlich nach München zurückkehrt, ist ungewiss. »Wenn ich an seiner Stelle wäre, würde ich mir das ganz genau überlegen«, riet auch van Bommel seinem Mitspieler im Oranje-Team zu einem Club-Wechsel.

Im Lager der Bayern versuchte man den unschönen Saisonausklang herunterzuspielen. »Damit muss er leben. Es waren doch nur vereinzelte Fans«, sagte Trainer Jupp Heynckes. »Er hat ja auch starken Beifall bekommen«, meinte Sportdirektor Christian Nerlinger lapidar. Mehr Verständnis für Robbens tiefe Enttäuschung gab es bei den Mitspielern. »Von uns hat er die volle Rückendeckung«, beteuerte Nationalverteidiger Holger Badstuber, »klar ist es erschreckend, wenn er ausgepfiffen wird.«

Robben wird jetzt bis Freitag untertauchen, ehe er im Oranje-Trainingslager in Lausanne zum Nationalteam stößt. »Die paar Tage werden ihm gut tun«, sagte van Marwijk, der das Training am Freitag extra auf den Nachmittag verlegte, um Robben noch etwas mehr Zeit zu geben. »Und dann werden ihn unsere Jungs schon wieder aufbauen«, sagte der Bondscoach zuversichtlich.

Überragend
Fußball
Drogba: Bei Final-Niederlage weiter bei Chelsea
23.05.12
10:02
2 hrs
23.05.2012
- 10:52
London (dpa) - Didier Drogba wäre bei einer Niederlage im Finale der Champions League gegen den FC Bayern München beim FC Chelsea geblieben.
Das verriet der 34 Jahre alte Ivorer, nachdem sein Weggang vom Londoner Fußball-Verein offiziell bestätigt worden war.

London (dpa) - Didier Drogba wäre bei einer Niederlage im Finale der Champions League gegen den FC Bayern München beim FC Chelsea geblieben. Das verriet der 34 Jahre alte Ivorer, nachdem sein Weggang vom Londoner Fußball-Verein offiziell bestätigt worden war.

»Das war meine Herausforderung. Das war es, was ich erreichen wollte«, sagte Drogba mit Blick auf den erstmaligen Gewinn der begehrtesten europäischen Vereinstrophäe. Nun brauche er eine neue Herausforderung.

Durch den 4:3-Sieg im Elfmeterschießen gegen den FC Bayern hatte Drogba auch seinen Final-Fluch abgelegt - bis dahin hatte der Stürmerstar von der Elfenbeinküste noch kein großes Endspiel gewonnen. »Ich wäre am liebsten heute noch im Münchner Stadion, um mit den Fans zu feiern. Es ging zu schnell«, sagte Drogba.

Wohin sein Weg nun führen wird, ist weiter offen. Ihm soll ein hoch dotiertes Angebot aus China vorliegen. Ein anderer englischer Club kommt für den Final-Helden mit dem Ausgleichstreffer zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit und dem entscheidenden Elfmetertreffer zum 4:3 jedenfalls nicht infrage. »Mein Blut ist blau und daran wird sich auch nichts ändern«, sagte Drogba.

In seinen achten Jahren für den Verein von der Stamford Bridge erzielte Drogba in 341 Einsätzen 157 Tore. Seine Erfolge mit den »Blues«: Dreimal Meister, viermal FA-Pokal und zweimal Carling Cup. Und als buchstäblich krönender Abschluss die Champions League. »Für Chelsea spielen zu können war das Beste, was mir passieren konnte.«

Aus aller Welt / Kultur

Eurovision Song Contest - 1st semi-final
Medien
Das Eurovision-Song-Contest-Quiz 2012
23.05.12
11:53
30 min
23.05.2012
- 12:00
Berlin (dpa) - 56 Jahre Grand-Prix-Geschichte haben einen Riesenberg an Wissenswertem, Kuriosem und Abseitigem hervorgebracht. Wer solche unnützen Fakten drauf hat, kann bei jeder Eurovisions-Party glänzen - oder wenigstens das ESC-Quiz »Zwölf Fragen, zwölf Antworten« gewinnen.
Wer solche unnützen Fakten drauf hat, kann bei jeder Eurovisions-Party glänzen - oder wenigstens das ESC-Quiz »Zwölf Fragen, zwölf Antworten« gewinnen.

Berlin (dpa) - 56 Jahre Grand-Prix-Geschichte haben einen Riesenberg an Wissenswertem, Kuriosem und Abseitigem hervorgebracht. Wer solche unnützen Fakten drauf hat, kann bei jeder Eurovisions-Party glänzen - oder wenigstens das ESC-Quiz »Zwölf Fragen, zwölf Antworten« gewinnen.

1. Welcher Schlagersänger hat eine deutsche Cover-Version des italienischen Siegerliedes von 1990, »Insieme« von Toto Cutugno, gesungen?

a) Jürgen Drews b) Roland Kaiser c) Howard Carpendale

Antwort: Roland Kaiser. Das Lied heißt bei ihm auf Deutsch »Extreme«.

2. Welche Kombination von Star, europäischem Land und ESC-Sieg gab es so nie?

a) Die Kanadierin Céline Dion für die Schweiz 1988 b) Die Griechin Vicky Leandros für Luxemburg 1972 c) Die Französin France Gall für Belgien 1964

Antwort: France Gall - sie gewann 1965 für Luxemburg (1964 gewann Italien übrigens)

3. Wer moderierte 1989 in Lausanne den Grand Prix nach dem Sieg der Schweiz im Vorjahr?

a) Lolita Morena b) Paola c) Desirée Nosbusch

Antwort: Lolita Morena, später eine Ehefrau von Rekordnationalspieler Lothar Matthäus

4. Dreimal war der Grand Prix in Deutschland zu Gast - wo?

a) In Frankfurt, München und Düsseldorf b) In Hamburg, Berlin und Düsseldorf c) In Köln, Hannover und Düsseldorf

Antwort: 1957 in Frankfurt, 1983 in München und 2011 in Düsseldorf.

5. Welche deutschen Interpreten standen am häufigsten im Finale?

a) Lena und Margot Hielscher b) Dschingis Khan und Joy Fleming c) Katja Ebstein und Wind

Antwort: Auf die Rekordzahl von je drei Teilnahmen kommen Katja Ebstein (1970/71/80) und die Gruppe Wind (1985/87/92).

6. Welches Land steht in den Siegerlisten des Grand Prix, das es heute so gar nicht mehr gibt?

a) die Sowjetunion b) die Tschechoslowakei c) Jugoslawien

Antwort: Jugoslawien. 1989 gewann die Band Riva mit »Rock Me«.

7. In welchem Jahr und mit welchem Teilnehmer ging Ralph Siegel erstmals für Deutschland beim Grand Prix an den Start?

a) 1974 mit Ireen Sheer und der Komposition »Bye Bye I Love You« b) 1976 mit den Les Humphries Singers und dem »Sing Sang Song« c) 1982 mit Nicole und dem Lied »Ein bißchen Frieden«

Antwort: 1976 startete Ralph Siegel zum ersten Mal für Deutschland; zwei Jahre zuvor hatte er mit seiner Komposition für Ireen Sheer für Luxemburg seine Grand-Prix-Premiere gegeben.

8. Wer hat bislang die meisten Siege auf dem Konto?

a) Solosängerinnen b) Solosänger c) Gruppen/Duos

Antwort: Die Frauen. Solo-Interpretinnen haben 34 Mal den Grand Prix gewonnen und führen damit die Rangliste deutlich an. Musikgruppen beziehungsweise Duos gelang 16 Mal der Sprung an die Spitze, Solosänger schafften das nur neunmal.

9. Welche Farbe hatte die Gitarre von Nicole bei ihrem Sieg 1982?

a) braun-beige b) bordeauxrot c) weiß

Antwort: Sie war weiß.

10. Wer hat etliche Jahre die deutschen Grand-Prix-Party-Sendungen rund um das Finale moderiert?

a) Hermann Thomas b) Eva Herman c) Thomas Hermanns

Antwort: Der Comedian Thomas Hermanns, der selbst großer Grand-Prix-Fan ist.

11. Welches nordafrikanische Land hat einmal beim ESC teilgenommen?

a) Tunesien b) Ägypten c) Marokko

Antwort: Marokko. Im Jahr 1980 kam das Land mit der Sängerin Samira Saïd (»Bitakat hob«) auf Plaz 18.

12. Welcher deutsche ESC-Beitrag kam im Finale nur auf drei Punkte?

a) Cindy & Bert (»Die Sommermelodie«), 1974 b) No Angels (»Disappear«), 2008 c) Gracia (»Run & Hide«), 2005

Antwort: Cindy & Bert, die zusammen mit anderen den 14. und letzten Platz im Jahr des Abba-Sieges belegten. Die No Angels kamen auf 14 Punkte (23. Platz) und Gracia holte vier Punkte (24. Platz).

Eurovision Song Contest - 1st semi-final
Medien
Russland und Irland im ESC-Finale
23.05.12
11:51
32 min
23.05.2012
- 12:00
Baku (dpa) - Das Finale des Eurovision Song Contest wird schräg, bunt und voller Retro-Pop: Im ersten Halbfinale qualifizierten sich am Dienstagabend unter anderem die russischen Omas der Gruppe Buranowskije Babuschki und die hyperaktiven irischen Jedward-Zwillinge mit ihren Partysongs für den Wettbewerb am Samstag..

Baku (dpa) - Das Finale des Eurovision Song Contest wird schräg, bunt und voller Retro-Pop: Im ersten Halbfinale qualifizierten sich am Dienstagabend unter anderem die russischen Omas der Gruppe Buranowskije Babuschki und die hyperaktiven irischen Jedward-Zwillinge mit ihren Partysongs für den Wettbewerb am Samstag.

Auch die Dänin Soluna Samay, die mit ihrem Stuttgarter Vater schon als Straßenmusikerin durch deutsche Fußgängerzonen tingelte, ist dabei. Doch trotz des Halbfinalerfolges sagte die 21-Jährige, dass ihr die Wandermusiktradition wichtig sei, beim Grand Prix gehe es um eine Spaßerfahrung.

Der deutsche Grand-Prix-Veteran Ralph Siegel scheiterte mit seiner Komposition für den Kleinstaat San Marino (»The Social Network Song«). Auch die österreichische Spaß-Rap-Gruppe Trackshittaz und die Schweizer Pop-Rocker Sinplus kamen im ersten Halbfinale am Dienstag nicht unter die besten zehn der 18 Teilnehmer.

Erfolgreicher waren da (zusätzlich zu Irland, Russland und Dänemarkt) Albanien, Griechenland, Island, Moldau, Rumänien, Ungarn und Zypern. Die Halbfinalisten präsentierten eine bunte Mischung aus Pop-Rock, mythischen Klängen, Folklore-Pop und Tanzeinlagen - oft mit einem Schuss Retro-Chic aus den 70er Jahren versehen.

Die zehn gewählten Finalisten am Samstag im großen ESC-Finale zusammen mit dem deutschen Teilnehmer Roman Lob (21, »Standing Still«) um die europäische Musikkrone wetteifern. Denn Deutschland ist, ebenso wie die anderen großen Eurovision-Länder Frankreich, Italien, Großbritannien und Spanien sowie Gastgeber Aserbaidschan, für das Finale gesetzt. Die restlichen zehn Teilnehmer für das 26er-Finalfeld werden im zweiten Halbfinale aus 18 Kandidaten an diesem Donnerstag ermittelt.

Die von der Kölner Firma Brainpool organisierte erste große ESC-Show in Baku verlief unter beispiellosen Sicherheitsvorkehrungen in der von Deutschen gebauten Crystal Hall. In dem islamisch geprägten Nachbarland des Iran hatten Extremisten, denen die westliche ESC-Partystimmung ein Dorn im Auge ist, zuvor Drohschriften verteilt. Der Iran zog am Montag seinen Botschafter ab. Als Gründe wurden die Westorientierung Aserbaidschans und die Verletzung religiöser Gefühle genannt.

Die Show, die die öl- und gasreiche Südkaukasusrepublik auch zur Eigenwerbung nutzte, verlief glanzvoll in der überdachten Arena, die am Kaspischen Meer dank Leuchtdioden wie ein Juwel glänzt. Zu jedem Teilnehmerland erstrahlte die Halle in den jeweiligen Landesfarben.

Den Einzug ins Finale schafften unter anderem die stimmgewaltige Rona Nishliu mit ihrer Gänsehaut-Ballade »Suus« für Albanien sowie die sechs skurrilen Omis zwischen 43 bis 76 Jahren aus dem russischen Dorf Buranowo. »Ich hatte Angst zu singen. Da war so viel Lärm in der Halle, dass man sich selbst nicht hören konnte«, sagte die 73-jährige Galina Konewa vor Journalisten. Die Buranowskije Babuschki aus der Wolga-Region Udmurtien mit ihren roten Trachten, Kopftüchern und Bastschuhen sind mit der Ethno-Pop-Nummer »Party for Everybody« längst Kult in Baku.

Zum zweiten Mal hintereinander schafften die Jedward-Zwillinge aus Irland den Sprung in die Samstagshow. Ihren Gute-Laune-Hit »Waterline« präsentierten sie um einen Springbrunnen in glitzerndem Science-Fiction-Look nicht mit der kultigen Föntolle, sondern mit platten Haaren. Beim ESC in Düsseldorf voriges Jahr landeten sie auf Rang acht. Als Vorjahressieger präsentierte Eldar Gassimow von dem Duo Ell & Nikki (»Running Scared«)- flankiert von zwei Moderatorinnen - die Fernsehshow und begrüßte die Gäste auch auf Deutsch mit einem Dank nach Düsseldorf.

Experten geben die Gesamtkosten für den ESC mit 629,8 Millionen Euro an, davon etwa ein Drittel allein für die Arena. Das sei der höchste Betrag, der je für einen Grand Prix ausgegeben wurde, hieß es. Kritiker meinen, dafür sei an anderer Stelle, etwa bei Renten, unbotmäßig gespart worden. Die Führung des Landes spricht hingegen von ESC-Kosten von rund 50 Millionen Euro. Die Arena und andere Infrastrukturobjekte dürften nicht mitgerechnet werden, da sie über den ESC hinaus genutzt würden, betonte ein Regierungsvertreter.

Ursprünglich waren beim ESC 42 Länder angetreten. Ausscheiden mussten am Dienstagabend außerdem Montenegro, Finnland, Israel, Belgien und Lettland.

Eurovision Song Contest - 1st semi-final
Medien
Russland und Irland im ESC-Finale
23.05.12
11:51
32 min
23.05.2012
- 12:00
Baku (dpa) - Das Finale des Eurovision Song Contest wird schräg, bunt und voller Retro-Pop: Im ersten Halbfinale qualifizierten sich am Dienstagabend unter anderem die russischen Omas der Gruppe Buranowskije Babuschki und die hyperaktiven irischen Jedward-Zwillinge mit ihren Partysongs für den Wettbewerb am Samstag..

Baku (dpa) - Das Finale des Eurovision Song Contest wird schräg, bunt und voller Retro-Pop: Im ersten Halbfinale qualifizierten sich am Dienstagabend unter anderem die russischen Omas der Gruppe Buranowskije Babuschki und die hyperaktiven irischen Jedward-Zwillinge mit ihren Partysongs für den Wettbewerb am Samstag.

Auch die Dänin Soluna Samay, die mit ihrem Stuttgarter Vater schon als Straßenmusikerin durch deutsche Fußgängerzonen tingelte, ist dabei. Doch trotz des Halbfinalerfolges sagte die 21-Jährige, dass ihr die Wandermusiktradition wichtig sei, beim Grand Prix gehe es um eine Spaßerfahrung.

Der deutsche Grand-Prix-Veteran Ralph Siegel scheiterte mit seiner Komposition für den Kleinstaat San Marino (»The Social Network Song«). Auch die österreichische Spaß-Rap-Gruppe Trackshittaz und die Schweizer Pop-Rocker Sinplus kamen im ersten Halbfinale am Dienstag nicht unter die besten zehn der 18 Teilnehmer.

Erfolgreicher waren da (zusätzlich zu Irland, Russland und Dänemarkt) Albanien, Griechenland, Island, Moldau, Rumänien, Ungarn und Zypern. Die Halbfinalisten präsentierten eine bunte Mischung aus Pop-Rock, mythischen Klängen, Folklore-Pop und Tanzeinlagen - oft mit einem Schuss Retro-Chic aus den 70er Jahren versehen.

Die zehn gewählten Finalisten am Samstag im großen ESC-Finale zusammen mit dem deutschen Teilnehmer Roman Lob (21, »Standing Still«) um die europäische Musikkrone wetteifern. Denn Deutschland ist, ebenso wie die anderen großen Eurovision-Länder Frankreich, Italien, Großbritannien und Spanien sowie Gastgeber Aserbaidschan, für das Finale gesetzt. Die restlichen zehn Teilnehmer für das 26er-Finalfeld werden im zweiten Halbfinale aus 18 Kandidaten an diesem Donnerstag ermittelt.

Die von der Kölner Firma Brainpool organisierte erste große ESC-Show in Baku verlief unter beispiellosen Sicherheitsvorkehrungen in der von Deutschen gebauten Crystal Hall. In dem islamisch geprägten Nachbarland des Iran hatten Extremisten, denen die westliche ESC-Partystimmung ein Dorn im Auge ist, zuvor Drohschriften verteilt. Der Iran zog am Montag seinen Botschafter ab. Als Gründe wurden die Westorientierung Aserbaidschans und die Verletzung religiöser Gefühle genannt.

Die Show, die die öl- und gasreiche Südkaukasusrepublik auch zur Eigenwerbung nutzte, verlief glanzvoll in der überdachten Arena, die am Kaspischen Meer dank Leuchtdioden wie ein Juwel glänzt. Zu jedem Teilnehmerland erstrahlte die Halle in den jeweiligen Landesfarben.

Den Einzug ins Finale schafften unter anderem die stimmgewaltige Rona Nishliu mit ihrer Gänsehaut-Ballade »Suus« für Albanien sowie die sechs skurrilen Omis zwischen 43 bis 76 Jahren aus dem russischen Dorf Buranowo. »Ich hatte Angst zu singen. Da war so viel Lärm in der Halle, dass man sich selbst nicht hören konnte«, sagte die 73-jährige Galina Konewa vor Journalisten. Die Buranowskije Babuschki aus der Wolga-Region Udmurtien mit ihren roten Trachten, Kopftüchern und Bastschuhen sind mit der Ethno-Pop-Nummer »Party for Everybody« längst Kult in Baku.

Zum zweiten Mal hintereinander schafften die Jedward-Zwillinge aus Irland den Sprung in die Samstagshow. Ihren Gute-Laune-Hit »Waterline« präsentierten sie um einen Springbrunnen in glitzerndem Science-Fiction-Look nicht mit der kultigen Föntolle, sondern mit platten Haaren. Beim ESC in Düsseldorf voriges Jahr landeten sie auf Rang acht. Als Vorjahressieger präsentierte Eldar Gassimow von dem Duo Ell & Nikki (»Running Scared«)- flankiert von zwei Moderatorinnen - die Fernsehshow und begrüßte die Gäste auch auf Deutsch mit einem Dank nach Düsseldorf.

Experten geben die Gesamtkosten für den ESC mit 629,8 Millionen Euro an, davon etwa ein Drittel allein für die Arena. Das sei der höchste Betrag, der je für einen Grand Prix ausgegeben wurde, hieß es. Kritiker meinen, dafür sei an anderer Stelle, etwa bei Renten, unbotmäßig gespart worden. Die Führung des Landes spricht hingegen von ESC-Kosten von rund 50 Millionen Euro. Die Arena und andere Infrastrukturobjekte dürften nicht mitgerechnet werden, da sie über den ESC hinaus genutzt würden, betonte ein Regierungsvertreter.

Ursprünglich waren beim ESC 42 Länder angetreten. Ausscheiden mussten am Dienstagabend außerdem Montenegro, Finnland, Israel, Belgien und Lettland.

Kelly Clarkson
Musik
Kelly Clarkson mag es sonnig
23.05.12
11:31
52 min
23.05.2012
- 12:00
New York (dpa) - US-Sängerin Kelly Clarkson (30) ist so glücklich verliebt, dass es ihre Kreativität beeinträchtigt. .

New York (dpa) - US-Sängerin Kelly Clarkson (30) ist so glücklich verliebt, dass es ihre Kreativität beeinträchtigt.

»Das bringt mich echt um. Ich versuche ein ernstes Lied zu schreiben und am Ende kommen nur Schmetterlinge und Regenbogen heraus. Es ruiniert meine Kreativität. Ich schreibe nur noch glückliches Zeug«, scherzte sie laut US-Magazin »People«. »Ich liebe es. Es ist ein großartiges Problem«, so Clarkson. Sie ist seit Ende 2011 mit dem Musikagenten Brandon Blackstock (35) zusammen, dem Sohn ihres Managers Narvel Blackstock. Die nächste Single-Auskopplung ihres fünften Albums soll allerdings »Darkside« heißen.

Fit + aktiv

Wildkräuter im Supermarkt
Ernährung
Wiesenkraut Sauerampfer als Gemüsebeilage zu Geflügel
22.05.12
11:55
1 day
22.05.2012
- 13:00
Bonn (dpa/tmn) - Für die Landwirtschaft ist der Sauerampfer aufgrund seiner Widerstandsfähigkeit ein Problem. In der Küche kann das Knöterichgewächs als Gemüsebeilage jedoch Gaumen erfreuen.
In der Küche kann das Knöterichgewächs als Gemüsebeilage jedoch Gaumen erfreuen. Und gesund ist das Wildkraut auch.

Bonn (dpa/tmn) - Für die Landwirtschaft ist der Sauerampfer aufgrund seiner Widerstandsfähigkeit ein Problem. In der Küche kann das Knöterichgewächs als Gemüsebeilage jedoch Gaumen erfreuen. Und gesund ist das Wildkraut auch.

Auf feuchten Wiesen und an Waldlichtungen wächst der Sauerampfer (Rumex acetosa). Das Wildkraut kann in der Küche genutzt werden: Es hat einen erfrischend säuerlichen Geschmack, der an Zitrone erinnert, beschreibt der Verbraucherinformationsdienst aid in Bonn. Die fein gehackten, kurz in Salzwasser gekochten und anschließend in Butter gedünsteten Blätter seien eine schmackhafte Gemüsebeilage zu Geflügel, Fisch und Meeresfrüchten. Sauerampfer lasse sich auch gut mit Blattspinat oder Mangold kombinieren und die jungen Blätter und Triebspitzen verleihen Suppen, Soßen, Omeletts und Kräuterquark eine besondere Note

Das Frühlingskraut hat einen hohen Gehalt an Vitamin C und Mineralstoffen. Auf der Wiese erkennt man Sauerampfer an den langen pfeilförmigen Blättern. Bis in den Spätsommer erntet man die jungen, zarten Blätter - mit einer Schere oder einem scharfen Messer abtrennen und dann möglichst frisch verarbeiten.

Service:

Weitere Informationen gibt es im aid-Heft »Heil- und Gewürzpflanzen« unter der Bestellnummer 61-1192 für 3,00 Euro im aid-medienshop.de erhältlich.

Wasser im Glas
Ernährung
Im Restaurant explizit »Mineralwasser« bestellen
21.05.12
14:55
2 days
21.05.2012
- 16:00
Hamburg (dpa/tmn) - Um zu sparen, greift der ein oder andere Gastronom schon mal in die Trickkiste. Gerade bei Wasser sollten Gäste präzise Bestellungen abgeben, um sich nicht lumpen zu lassen.
Gerade bei Wasser sollten Gäste präzise Bestellungen abgeben, um sich nicht lumpen zu lassen.

Hamburg (dpa/tmn) - Um zu sparen, greift der ein oder andere Gastronom schon mal in die Trickkiste. Gerade bei Wasser sollten Gäste präzise Bestellungen abgeben, um sich nicht lumpen zu lassen.

Wer im Restaurant nicht über den Tisch gezogen werden möchte, sollte beim Bestellen genau sein. Verlangt ein Gast nur »ein Wasser«, kann es sein, dass der Wirt ihm aufgesprudeltes Leitungswasser, Tafelwasser aus einer Schankanlage oder in Flaschen umgefüllte billige Discounterware serviert. Will der Kunde aber wie in der Speisekarte vermerkt ein Mineralwasser haben, sollte er dieses immer ausdrücklich bestellen, rät die Verbraucherzentrale Hamburg.

Manche Gastronomen mogeln, weil Leitungs- oder Tafelwasser sehr viel günstiger ist als Mineralwasser. Echtes Mineralwasser muss in einer Flasche an den Tisch kommen, die erst dort geöffnet wird. Gäste sollten daher eine original verschlossene Flasche verlangen und schon geöffnete Flaschen zurückweisen, empfehlen die Verbraucherschützer.

Die Verbraucherzentrale hat eine Liste mit dieser Mogelei und weiteren häufigen Verbraucherbeschwerden beim Essen im Restaurant zusammengestellt. Dazu zählen auch Orangennektare oder Fruchtsaftgetränke, die als 100-prozentiger Orangensaft ausgegeben werden. Fruchtnektar enthält nur 50 Prozent Fruchtsaft, ein Fruchtsaftgetränk nur 6 Prozent - der Rest ist Zuckerwasser.

Gemogelt wird der Liste nach außerdem zum Beispiel bei Fischfilet: So wird Billigfisch wie Pangasius oder Tropenzunge aus Kostengründen als echte Seezunge ausgegeben. Der Unterschied ist für Laien allerdings kaum zu erkennen, denn Filets sehen sich sehr ähnlich. Fischkenner bemerken bei Seezunge einen aromatischeren Geschmack als beim eher fad schmeckenden Pangasius aus Südostasien.

Mit Salbeiduft Desserts aufpeppen
Ernährung
Mit Salbeiduft Desserts aufpeppen
18.05.12
12:33
5 days
18.05.2012
- 14:00
Heidelberg (dpa/tmn) - Küchenkräuter können Desserts eine besondere Note geben. Martin Scharff von den Restaurants auf dem Schloss Heidelberg empfiehlt zum Beispiel Ananas- oder Honigmelonensalbei wegen des tollen Duftes.
Martin Scharff von den Restaurants auf dem Schloss Heidelberg empfiehlt zum Beispiel Ananas- oder Honigmelonensalbei wegen des tollen Duftes.

Heidelberg (dpa/tmn) - Küchenkräuter können Desserts eine besondere Note geben. Martin Scharff von den Restaurants auf dem Schloss Heidelberg empfiehlt zum Beispiel Ananas- oder Honigmelonensalbei wegen des tollen Duftes.

Eine Crème pâtissière, eine Art edler Vanillepudding, etwa lasse sich mit einzelnen Blättern dieser Salbeiarten hübsch dekorieren. »Lutschen Sie die Blätter wie ein Bonbon, dann entfalten sie am meisten Aroma«, rät der Sternekoch. Gekaut bleibe davon leider nur wenig erhalten. Außerdem seien die Bitterstoffe zu stark, wenn man direkt mit dem Kauen anfange.

Ähnlich verhalte es sich mit Marzipan-Gewürzsalbei. Der sei »von der Nase her am interessantesten«. Wegen seiner schönen blau-roten Blüten sehe er zudem besonders dekorativ auf einer Nachspeise aus, sagt Scharff. Aber er bedauert: »Leider essen unsere Gäste selten die Blüten und Blätter.«

Dithmarscher Eintopf mit Klößchen und Mettwurst
Ernährung
Dithmarscher Eintopf mit Klößchen und Mettwurst
18.05.12
09:39
5 days
18.05.2012
- 11:00
Aus dem Norden Deutschlands stammt dieser Eintopf. Fernsehkoch Nelson Müller hat ihn als Kind bei seiner Oma gegessen.
Fernsehkoch Nelson Müller hat ihn als Kind bei seiner Oma gegessen. Das war so lecker, dass er das Rezept zum Nachkochen weiterempfiehlt.

Aus dem Norden Deutschlands stammt dieser Eintopf. Fernsehkoch Nelson Müller hat ihn als Kind bei seiner Oma gegessen. Das war so lecker, dass er das Rezept zum Nachkochen weiterempfiehlt.

Kategorie: Eintopf

Zutaten für 4 Personen:

Für den Eintopf:

1/2 Zwiebel

1 Möhre

100 g Knollensellerie

1 Petersilienwurzel

200 g festkochende Kartoffeln

1/2 Stange Lauch

8 Wirsingblätter

300 g durchwachsener

geräucherter Schweinebauch

4 EL Rapsöl (oder Schweineschmalz)

1 l Hühner- oder Rinderbrühe

100 ml Weißwein

4 Mettwürstchen

Salz

Pfeffer aus der Mühle

Einige Petersilienblätter zum Garnieren

Für die Klößchen:

2 Eier

300 g Mehl

100 ml Milch

Salz

Pfeffer aus der Mühle

frisch geriebene Muskatnuss

Zubereitung:

Für den Eintopf die Zwiebel schälen und in Streifen schneiden. Die Möhre, den Sellerie und die Petersilienwurzel putzen und schälen, die Kartoffeln schälen und waschen. Alles in Scheiben bzw. haselnussgroße Würfel schneiden. Den Lauch putzen, waschen und den weißen Teil in etwa 1 cm dicke Scheiben schneiden. Die Wirsingblätter waschen, die harte Mittelrippe entfernen und den Rest in etwa 1/2 cm breite Streifen schneiden.

Den Schweinebauch quer in dünne Streifen schneiden. Das Öl in einem Topf erhitzen und den Speck darin anbraten. Die Zwiebel hinzufügen und kurz mitbraten. Mit der Brühe und dem Weißwein ablöschen und zugedeckt etwa 10 Minuten kochen lassen.

Währenddessen für die Klößchen alle Zutaten zu einem glatten Teig verrühren bis er Blasen wirft.

Nun die Möhre, den Sellerie, die Petersilienwurzel, die Kartoffeln, den Lauch sowie die Wirsingstreifen zur Brühe hinzufügen und weitere 10 Minuten köcheln lassen. Die Mettwurst nach Belieben in Scheiben schneiden und 5 Minuten vor Ende der Garzeit in der Suppe erwärmen. Abschließend mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Während die Suppe kocht, vom Klößchenteig mit zwei Esslöffeln kleine Portionen abnehmen und in kochendem Salzwasser etwa 4 Minuten garen.

Den Dithmarscher Eintopf in vorgewärmten Schalen oder Tellern zusammen mit den Klößchen anrichten. Mit den gewaschenen Petersilienblättern garnieren.

Literatur:

Nelson Müller: Meine Rezepte für Body und Soul, 160 Seiten, Verlag Zabert Sandmann, 2011, 19,95 Euro, ISBN-13: 978-3-89883-300-4

Multimedia

Gerätebezeichnungen sorgen für Verwirrung
Technik
Kryptische Kürzel - Gerätebezeichnungen sorgen für Verwirrung
23.05.12
10:22
2 hrs
23.05.2012
- 12:00
Starnberg/Berlin (dpa/tmn) - Wer ein technisches Gerät anschaffen möchte, verliert oft zuerst die Übersicht - und dann die Nerven. Denn viele Hersteller geben ihren Produkten ellenlange und unverständliche Bezeichnungen.
Denn viele Hersteller geben ihren Produkten ellenlange und unverständliche Bezeichnungen. So lassen sich die kryptischen Kürzel entziffern:

Starnberg/Berlin (dpa/tmn) - Wer ein technisches Gerät anschaffen möchte, verliert oft zuerst die Übersicht - und dann die Nerven. Denn viele Hersteller geben ihren Produkten ellenlange und unverständliche Bezeichnungen. So lassen sich die kryptischen Kürzel entziffern:

Jetzt im Handel: Ein 42LW4500, der neue VSX-421-K und das X93SV-YZ225V. Was aussieht wie das Ergebnis einer Begegnung von Stirn und Computertastatur sind in Wahrheit die offiziellen Produktbezeichnungen für technische Geräte - in diesem Fall ein Fernseher, ein AV-Receiver und ein Notebook. Hersteller finden sich in ihren Namens-Systemen zurecht - im Gegensatz zu Käufern, für die ein Blick in die technischen Daten wichtiger ist.

Teilweise ist die Unordnung einfach aus der Not geboren, erklärt Ulrich Silberbach von der Firma DCI, die unter anderem Datenblätter für Onlinehändler bereitstellt. »Früher hatten die Hersteller nur wenige Produkte und Serien, die waren sehr viel leichter zu benennen.« Heute bringen gerade internationale Konzerne jedes Jahr unzählige Varianten in verschiedenen Reihen auf den Markt. Kryptische Kürzel helfen da zumindest dem Hersteller, den Überblick zu behalten. »Für den Verbraucher gibt es aber oft keine einfache Möglichkeit, Produkte zu erkennen und zu unterscheiden«, sagt Silberbach.

Völlig willkürlich gewählt sind die Namen aber trotzdem nicht, erklärt Silberbach: »Zumindest bei manchen Geräten stecken darin klare Hinweise«. Bei Fernsehern der Firma Samsung geben die ersten beiden Buchstaben zum Beispiel einen Hinweis darauf, ob der Fernseher ein LCD- oder Plasmadisplay hat, erklärt das Onlinemagazin »Chip.de«. Danach folgt die Bildschirmdiagonale in Zoll und ein Buchstabe für den Jahrgang - »D« steht etwa für Modelle von 2011. Ähnlich ist es bei Fernsehern von LG: Hier kommt zuerst die Diagonale und dann die Displaytechnologie.

Allerdings lässt sich längst nicht jede Bezeichnung so lesen, warnt Jenny Braune von der Stiftung Warentest: »Bei manchen Herstellern ist hinter Produktnamen eine Methode zu erkennen, andere sind aber selbst für uns völlig undurchschaubar.« Hinzu kommt, dass jeder Hersteller sein eigenes System verwendet. Wer ein Kürzel entziffern kann, versteht deshalb längst nicht jedes andere. Außerdem gehen viele Hersteller mit ihrem eigenen System nicht besonders konsequent um, lassen Ausnahmen zu oder ändern die Benennung in regelmäßigen Abständen.

Ulrich Silberbach geht davon aus, dass hinter den kryptischen Kürzeln mehr als Pragmatismus steht. »Die Firmen stellen damit ihren eigenen Namen mehr in den Mittelpunkt.« Denn so sagt ein Kunde nicht »Ich habe den Fernseher X«, sondern »Ich habe einen Fernseher von der Firma Y«. Manche Unternehmen geben ihren Geräteserien zwar eigene Namen - das gilt zum Beispiel bei Sony die Vaio-Notebooks oder bei Panasonic die Viera-Fernseher. Aber auch das ist nur ein Markenname. »Technisch haben solche Modelle nicht viel miteinander gemein«, sagt der Branchenkenner. »Das ist nicht wie beim Auto, wo jeder Golf auf der gleichen Plattform basiert.«

Es gibt allerdings Geräte, bei denen der Durchblick etwas leichter ist. »Kameras sind in vielen Fällen relativ klar durchnummeriert«, nennt Silberbach ein Beispiel. »Bei Notebooks und Fernsehern gibt es da deutlich mehr Verwirrung.« Einige kleinere Hersteller verwenden zwar für ihre Produkte wenige richtige Namen. Aber das führe unter Umständen auch zu Konfusion, sagt Jenny Braune. »Da kommt dann jedes Jahr ein Fernseher in den Handel, der genauso heißt wie der Vorgänger, aber andere Features hat.«

Verbrauchern bleibt bei der Flut an Gerätevarianten und Kürzeln nur der genaue Blick auf die technischen Daten. »Ich würde nie nur nach dem Produktnamen gehen, sondern immer auch die Ausstattung prüfen«, rät Braune. Theoretisch lassen sich Fernseher, Notebooks und Co. zwar auch anders identifizieren - zum Beispiel über die sogenannte Global Trade Item Number (GTIN), früher als EAN (European Article Number) bekannt.

Mit ihr ist theoretisch jedes Produkt gekennzeichnet. Herstellern und Händlern soll so die Erfassung und Verwaltung von Waren erleichtert werden. Für Verbraucher ist die GTIN aber eher ungeeignet, warnt Ulrich Silberbach, weil viele Onlineshops sie gar nicht anzeigen. So werden bei einer Internetsuche womöglich gute Angebote übersehen.

<block style="INFO">

<hl2>Verwirrung durch Händleranpassung</hl2>

Als wären die Produktbezeichnungen allein nicht schon oft unverständlich genug, bekommen Händler von vielen Modellen auch noch eigene Varianten. »Händleranpassungen unterscheiden sich oft nur in Nuancen von regulären Modellen«, erklärt Jenny Braune von der Stiftung Warentest. Ein guter Hinweis auf ein angepasstes Modell sei eine ungerade Zahl am Ende des Produktnamens. In solchen Fällen rät Braune, sich beim Hersteller nach möglichen Unterschieden zu erkundigen: »Die antworten da in der Regel auch ehrlich.«

 

Suchmaschine für Unpopuläres
Internet
Suchmaschine für Unpopuläres
23.05.12
10:16
2 hrs
23.05.2012
- 12:00
Berlin (dpa/tmn) - Recherchiert man im Netz mit einer Suchmaschine nach Informationen, bekommt man schnell das Wichtigste angezeigt. Wer jedoch über die Standard-Seiten hinaus nach weniger Populärem Ausschau hält, für den ist diese neue Suchmaschine eine echte Alternative:.
Wer jedoch über die Standard-Seiten hinaus nach weniger Populärem Ausschau hält, für den ist diese neue Suchmaschine eine echte Alternative:

Berlin (dpa/tmn) - Recherchiert man im Netz mit einer Suchmaschine nach Informationen, bekommt man schnell das Wichtigste angezeigt. Wer jedoch über die Standard-Seiten hinaus nach weniger Populärem Ausschau hält, für den ist diese neue Suchmaschine eine echte Alternative:

Fast gleichgültig, welche Begriffe man eingibt: Suchmaschinen listen auf den Topplätzen oft die immergleichen Seiten als vermeintlich populärste Ergebnisse auf. Was würde man wohl entdecken, wenn man die ersten 100, 1000 oder 100 000 Ergebnisse einfach überspringt? Dieses Experiment hat sich die alternative Suchmaschine millionshort.com zum Prinzip gemacht.

Bevor sie die Suchanfrage abschicken, können Nutzer auswählen, wie viele Treffer oben abgeschnitten werden. Bis zu einer Million Treffer lässt Millionshort ganz galant verschwinden. In der Praxis liefern Aussparungen im Bereich von 10 000 Treffern besonders interessante Ergebnisse: Wer nach »Michael Jackson« sucht, findet so nicht den obligatorischen Wikipedia-Artikel, sondern eine unterhaltsame Mischung obskurer Fanclubs. Leider gibt es die Seite zurzeit nur auf Englisch, unter den durchsuchten Seiten findet sich daher kaum bis wenig Deutschsprachiges.

Bilder im RAW-Format anzeigen
Computer
RAW-Dateien von Digitalkameras in Windows öffnen
23.05.12
09:11
3 hrs
23.05.2012
- 10:00
Meerbusch (dpa-infocom) - Kameras speichern Bilder meist im JPEG-Format. Wer seine Bilder verlustfrei am Computer nachbearbeiten möchte, stellt aber lieber auf das RAW-Format um.
Wer seine Bilder verlustfrei am Computer nachbearbeiten möchte, stellt aber lieber auf das RAW-Format um. Damit die »rohen« Bilder angezeigt werden können, braucht es ein Zusatzpaket.

Meerbusch (dpa-infocom) - Kameras speichern Bilder meist im JPEG-Format. Wer seine Bilder verlustfrei am Computer nachbearbeiten möchte, stellt aber lieber auf das RAW-Format um. Damit die »rohen« Bilder angezeigt werden können, braucht es ein Zusatzpaket.

Wer mit seiner digitalen Fotokamera hochwertige Aufnahmen machen und diese später verlustfrei am PC nachbearbeiten möchte, kann in vielen Kameras anstelle des JPEG-Formats das RAW-Format einstellen. Vorteil: In diesem Dateiformat werden die Aufnahmen so gespeichert, wie der Foto-Chip sie aufnimmt, ohne Komprimierung und Verluste. Allerdings verwendet jeder Kamerahersteller ein eigenes Format für die »rohen« Bilddaten.

Windows kann mit dem RAW-Format deshalb normalerweise nicht direkt etwas anfangen. Damit RAW-Fotos in der Windows-Vorschau und in Miniatur-Ansichten angezeigt werden können, können Sie das System mit einem Zusatz-Paket ausstatten. In diesem Kamera Codec Pack hat Microsoft verschiedene Hilfs-Programme zusammengefasst, mit deren Hilfe Windows mehr Bild-Formate lesen kann. Unterstützt werden dabei unter anderem Digitalkameras von Canon, Nikon, Sony, Olympus und Pentax.

Eine vollständige Liste der lesbaren Formate findet sich in der Beschreibung des Kamera Codec Packs. Auf der Seite lässt es sich kostenlos herunterladen – in einer 32-/x86- sowie einer 64-Bit-Version. Welche Version Sie brauchen, lesen Sie, indem Sie gleichzeitig auf [Windows] + [Pause] drücken. Das Kamera Codec Pack funktioniert mit Windows Vista (mindestens Service Pack 2) sowie Windows 7.

Der Mini-PC in der Hosentasche
Computer
Apps und Tools für USB-Sticks: Der Mini-PC in der Hosentasche
22.05.12
15:27
21 hrs
22.05.2012
- 17:00
Korschenbroich (dpa/tmn) - USB-Sticks sind Alltag. Doch die kleinen Wegbegleiter können nicht nur Fotos, Dokumente und Videos speichern.
Doch die kleinen Wegbegleiter können nicht nur Fotos, Dokumente und Videos speichern. Wer transportable Programme, sogenannte Portable Apps auf ihnen ablegt, hat seinen Mini-PC immer dabei.

Korschenbroich (dpa/tmn) - USB-Sticks sind Alltag. Doch die kleinen Wegbegleiter können nicht nur Fotos, Dokumente und Videos speichern. Wer transportable Programme, sogenannte Portable Apps auf ihnen ablegt, hat seinen Mini-PC immer dabei.

Am heimischen Computer arbeitet es sich immer noch am besten. Denn nur dort haben Nutzer alle Programme und Daten, die sie zum Surfen oder Schreiben brauchen. Portable Apps ermöglichen es allerdings, die wichtigsten Anwendungen auf einem USB-Stick herumzutragen und auch an fremden Rechnern zu benutzen. So wird aus einem Flash-Laufwerk ein Mini-PC für unterwegs. »Wenn man auf seine vertraute Arbeitsumgebung zugreifen möchte, ohne die Konfiguration des jeweiligen Systems zu verändern, sind Tools auf USB-Sticks sehr wertvoll«, sagt Götz Güttich, Leiter des Institut zur Analyse von IT-Komponenten im nordrhein-westfälischen Korschenbroich.

Der Vorteil der mobilen Apps ist, dass sie nicht installiert werden müssen. Das macht die Nutzung weniger kompliziert und schont außerdem den PC, da keine zusätzlichen Daten oder Einträge in der Registrierung notwendig sind. Im Internet stehen komplette Sammlungen zur Verfügung, die über einen Installationsassistenten verschiedene Tools kostenlos auf einem Stick unterbringen und in ein passendes Startmenü verpacken. Bekannte Anbieter in diesem Bereich sind zum Beispiel PortableApps.com und PenDriveApps.com.

Vor der Installation auf einem Stick sollten die Portable Apps aber auf jeden Fall auf Viren gecheckt werden. So wird der USB-Stick nicht zur Infektionsquelle für fremde Rechner. Schädlinge verbreiten sich nicht nur über E-Mails und manipulierte Webseiten, warnt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Auch in der »Flut von Dateien und Gratisprogrammen im Internet« versteckten sich zahlreiche Schädlinge.

Neben einfachen Tools gibt es für USB-Sticks auch komplette Office-Programme mit Textverarbeitung und Tabellenkalkulation. Bekannte Beispiele dafür sind OpenOffice.org Portable und LibreOffice Portable. Wer PDF-Dateien unterwegs nicht mit dem bekannten Adobe Reader lesen will, findet mit Foxit PDF Reader eine Möglichkeit dazu.

Thunderbird Portable bietet die Möglichkeit, Mails unterwegs per Software und nicht per Webmailer abzurufen. Über das Tool können Nutzer ihre elektronische Post nicht nur schreiben und lesen, sondern bei Bedarf auch verschlüsseln. Einen Spamfilter hat das Programm ebenfalls an Bord. Sehr hilfreich ist auch der Webbrowser Mozilla Firefox Portable, mit dem Anwender von unterwegs Zugriff auf ihre gewohnten Add-ons, Lesezeichen und gespeicherte Passwörter haben. Zur Verwaltung und Verschlüsselung vieler Zugangscodes eignen sich Open-Source-Programme wie KeePass oder Password Safe.

Theoretisch gibt es auch die Möglichkeit, gleich ein komplettes Betriebssystem vom USB-Stick aus zu starten. Praktisch ist das zum Beispiel, wenn man eine besonders sichere Surfumgebung braucht oder einen virenbefallenen Rechner säubern möchte. Gut geeignet dafür ist zum Beispiel die Linux-Distribution Damn Small Linux (»Verdammt kleines Linux«), die mit einem Umfang von rund 50 Megabyte ihrem Namen alle Ehre macht. Mit der Freeware Sardu erstellen Anwender einen bootfähigen USB-Stick, der mehrere Betriebssysteme starten kann. Integrieren lassen sich Linux-Distributionen wie BackTrack, Fedora oder Ubuntu. Im Bereich Antivirus stehen über Sardu diverse kostenlose Virenscanner zur Verfügung.

Wer ein Betriebssystem nicht nur starten, sondern dauerhaft installieren will, kann sich ebenfalls mit einem USB-Stick behelfen. Microsoft stellt zum Beispiel das kostenlose USB/DVD-Download-Tool für Windows 7 zur Verfügung, mit dem Anwender schnell und einfach bootfähige USB-Sticks oder SD-Karten erstellen können. Allerdings müssen Nutzer dafür eine Version von Windows 7 auf DVD besitzen, denn das Programm braucht zum Erstellen eines bootfähigen Sticks die Original-ISO-Dateien des Betriebssystems. Auf dem Flash-Laufwerk sollten mindestens vier Gigabyte Speicherplatz frei sein.

Das Tool funktioniert mit Windows 7 und den aktuellen Testversionen von Windows 8. »Für unsere Arbeit ist das Windows 7 USB DVD Download Tool eine enorme Hilfe«, sagt Sascha Lember, Sachverständiger für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik. Ein großer Vorteil ist zum Beispiel, dass die Installation vom USB-Laufwerk deutlich schneller geht als von DVD. Außerdem können Nutzer so auch Netbooks oder Ultrabooks ohne DVD-Laufwerk mit Windows 7 ausstatten.