WESTFALEN-BLATT

MITTWOCH16. Mai 2012OWL:  Gewitter, Tag: 12 °C , Nacht: -1 °C

Wahlverlierer Röttgen
Bundesregierung
Merkel entlässt Röttgen als Bundesumweltminister
16.05.12
16:41
17 min
16.05.2012
- 16:55
Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Bundesumweltminister Norbert Röttgen nach dem Wahldesaster der CDU in Nordrhein-Westfalen entlassen.
Das teilte sie am Mittwoch in Berlin auf einer überraschend anberaumten Pressekonferenz mit.
Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Bundesumweltminister Norbert Röttgen nach dem Wahldesaster der CDU in Nordrhein-Westfalen entlassen. Das teilte sie am Mittwoch in Berlin auf einer überraschend anberaumten Pressekonferenz mit. Sie habe Bundespräsident Joachim Gauck gebeten, Röttgen von seiner Aufgabe zu entbinden. Nachfolger wird der bisherige Unions-Geschäftsführer Peter Altmaier (CDU). Röttgen hatte als Spitzenkandidat das mit 26,3 Prozent schlechteste Wahlergebnis der CDU in NRW verantworten müssen. Der 46-Jährige war in der Union massiv kritisiert worden. Röttgen hatte offengelassen, ob er auch nach einer Niederlage in Düsseldorf bleibt. Bereits am Sonntagabend war Röttgen als CDU-Landeschef in NRW zurückgetreten. Noch am Montag hatten Merkel und Röttgen einen sofortigen Rückzug vom Ministeramt ausgeschlossen. Altmaier gilt als enger Vertrauter der Kanzlerin. Er muss nun als künftiger Umweltminister die von der schwarz-gelben Koalition eingeleitete und bisher nur schleppend umgesetzte Energiewende vorantreiben.
Fußball

Teilen Sie uns Ihre Meinung zum Skandalspiel in Düsseldorf mit

16.05.12 10:29

Ist die Spielwertung in Ordnung oder sollte die Relegationspartie wiederholt werden?

Detmold

Mordfall Arzu Özmen: Das Urteil ist gesprochen

16.05.12 11:50

[Update 15.46 Uhr]: Osman Özmen muss wegen Mord und Geiselnahme lebenslang ins Gefängnis

Bielefeld

Trug der Mörder eine Horrormaske?

16.05.12 12:17

Witwe (82) in Jöllenbeck erstochen – Polizei legt neue Beweise vor – 18 Jahre alter Tatverdächtiger schweigt

Halle

Mordfall Nelli Graf: Kripo will Alibis der Nichtteilnehmer prüfen

16.05.12 07:47

Update: 200 von 1300 haben freiwilligen Speicheltest nicht abgegeben - Polizei sucht mögliche Zeugen

WESTFALEN-BLATT

Neues Internet-Forum für Hobbygärtner

09.05.12 06:44

Hobbygärtnern bietet das WESTFALEN-BLATT jetzt ein neues Forum im Internet, in dem sie sich austauschen und fachsimpeln können. Haben Sie Fragen? Auf www.westfalen-blatt.de/garten finden Sie viele Anregungen rund um das Thema Garten. Hier geht's direkt zu »Auf in den Garten! Forum für Hobbygärtner in OWL«. Garten-Forum 2012

Ostwestfalen-Lippe

Paderborn
Zwei Schwerverletzte nach Vollbremsung
16.05.12
16:05
54 min
16.05.2012
- 16:16
Radfahrerin kollidiert mit Linienbus – Fahrgast stürzt zu Boden
Paderborn (WV/pic). Bei einem Verkehrsunfall eines Linienbusses haben sich in Paderborn eine 13-jährige Radfahrerin und eine 48 Jahre alte Bus-Passagierin schwere Verletzungen zugezogen. Die Schülerin war mit dem Bus kollidiert. Bei einer Vollbremsung des Busses stürzte der Fahrgast zu Boden.
Das Unglück ereignete sich am Mittwochnachmittag kurz nach 13 Uhr in der Stadtheide in Paderborn. Das Mädchen radelte vor dem Linienbus. Der 46 Jahre alte Busfahrer wollte das Kind überholen, das in diesem Moment nach Polizeiangaben plötzlich ohne Handzeichen nach links abbiegen wollte.
Der Busfahrer leitete eine Vollbremsung ein, konnte den Zusammenstoß mit der 13-Jährigen aber nicht mehr abwenden. Das Mädchen stürzte und verletzte sich schwer. Im Bus stürzte eine 48-jährige Passagierin, die gerade aufgestanden war, um an der nächsten Haltestelle auszusteigen. Durch das heftige Bremsmanöver wurde die Frau vom Ausstieg bis zum Busfahrer geschleudert. Auch sie zog sich schwere Verletzungen zu und wurde vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht. Das Mädchen kam mit einem Rettungswagen in die Kinderklinik.
Lübbecke
Acht Kinder bei Unfall verletzt
16.05.12
15:53
1 hour
16.05.2012
- 15:58
Zwei vollbesetzte Autos kollidieren auf einer Kreuzung
Lübbecke (WB/stb). Bei einem Autounfall in Lübbecke sind am Mittwochmittag acht Kinder soweit drei Erwachsene verletzt worden. Eine Frau musste mit dem Rettungshubschrauber Christoph 13 ins Mindener Klinikum gebracht werden. Ein Kleinkind kam ebenfalls mit schweren Verletzungen ins Klinikum nach Minden. Fünf weitere Personen wurden mit dem Rettungswagen ins Krankenhause gebracht. Die übrigen fünf Unfallopfer erlitten leichte Verletzungen und Schocks.

Warum die zwei vollbesetzten Autos auf einer Kreuzung kollidierten, ermittelt derzeit die Polizei. 
Zwei Leichtverletzte bei Auffahrunfall
16.05.12
14:23
3 hrs
16.05.2012
- 14:27
Lkw-Fahrer kann sein Fahrzeug nicht stoppen
Löhne (WB). Zwei Menschen wurden am Mittwochvormittag bei einem Verkehrsunfall bei Löhne leicht verletzte.

Ein Lkw fuhr in Schlangenlinien auf der A30  in Richtung Bad Oeynhausen. Der niederländische LKW Fahrer schaffte  es nicht vor der roten Ampel an der Kreuzung Ringstraße Kanalstraße sein Fahrzeug zu stoppenn. Vielmehr schob er einen Klein-Lkw auf zwei weitere Pkw. Der Verursacher des Unfalles sowie eine 42-jährige Fahrerin wurden bei dem Verkehrsunfall leicht verletzt. Beide wurden vorsorglich mit dem Rettungswagen in ein nahegelegenes Krankenhaus  gebracht. Aufgrund der bisher unklaren Unfallursache wurde dem Fahrer des Lkw durch einen Arzt eine Blutprobe entnommen. Die Blutprobe wurde zuvor durch einen Amtsrichter angeordnet. Der Sachschaden wird auf etwa 30.000 Euro geschätzt.
Bielefeld/Exter
Autodieb verunglückt auf der Autobahn
16.05.12
10:50
6 hrs
16.05.2012
- 12:10
Litauer bei Unfall auf der A2 schwer verletzt
Bielefeld/Exter (WB). Ein 31-jähriger Autodieb verletzte sich am Mittwochmorgen bei einem  Unfall auf der A2, Richtung Hannover, bei der Flucht vor der Polizei schwer.

Der Mann hatte versucht, sich einer Polizeikontrolle zu entziehen. Gegen 4.25 Uhr wollten Autobahnpolizisten einen schwarzen BMW X6 kontrollieren. Als  die Polizisten versuchten, den Mann zum Anhalten zu bewegen, gab der BMW-Fahrer Gas,  beschleunigte auf geschätzte 190 km/h und flüchtete weiter in Richtung Hannover. An der Anschlussstelle Exter versuchte der  31-jährige Litauer, die Autobahn zu verlassen. Offenbar aufgrund überhöhter Geschwindigkeit verlor er die Kontrolle über den Wagen,  kollidierte mit einem Verkehrszeichen und fuhr in einen Erdwall.

Der Fahrer wurde eingeklemmt und nach Bergung mit einem Hubschrauber  schwer verletzt in ein Krankenhaus geflogen. Die Ermittlungen ergaben, dass der Kölner Firmenwagen in Köln gestohlen wurde. Das  Fahrzeug war mit gefälschten Kennzeichen ausgestattet worden. Es  entstand Schaden in Höhe von circa 40.000 Euro. Das gestohlene  Fahrzeug wurde sichergestellt. Für die Dauer der Unfallaufnahme wurde die Fahrbahn der Ausfahrt komplett gesperrt. 
Arminia Bielefeld
DSC trennt sich von Krücken
16.05.12
08:07
9 hrs
16.05.2012
- 08:11
Jugendleiter verlässt den Verein
Bielefeld (WB/wie). Der DSC Arminia Bielefeld und Nachwuchsleiter Thomas Krücken gehen ab dem 30. Juni getrennte Wege. Darauf haben sich der Verein und der 34-Jährige verständigt.»Die Trennung erfolgt einvernehmlich. Es gibt auch keine atmosphärischen Störungen oder irgendwelche Scharmützel«, betont DSC-Geschäftsführer Marcus Uhlig, der sich bei Krücken in einer offiziellen Stellungnahme »für die gute Zusammenarbeit in den vergangenen zwei Jahren« bedankt. Arminias Vizepräsident Hans-Jürgen Laufer würdigt die Arbeit des Jugendleiters: »Thomas ist ein absoluter Fachmann. Er hat viele Projekte angestoßen und maßgeblich zur weiteren Professionalisierung des Nachwuchsleistungszentrums beigetragen.« Thomas Krücken, der im Sommer 2010 von Hertha BSC Berlin nach Bielefeld gekommen war, bedankte sich ebenfalls für die »gute Zusammenarbeit« und sieht den Verein für die Zukunft gut aufgestellt: »Mit den geschaffenen Strukturen ist der Club im Nachwuchsbereich auf einem guten Weg, den ich mit Interesse weiter verfolgen werde.« Wohin es Thomas Krücken ziehen wird, steht noch nicht fest. Arminia wird die Position, die Krücken eingenommen hat, in dieser Form nicht neu besetzen. »Es wird strukturelle und personelle Änderungen geben«, sagt Marcus Uhlig. Die Sparzwänge, denen der Verein unterworfen ist, haben offenbar dazu geführt, dass beide Seiten nicht weiter zueinander gefunden haben. Nach Informationen dieser Zeitung sollte Krücken auf Wunsch des Vereins zur neuen Saison auch eine der Leistungsmannschaften im Jugendbereich als Trainer übernehmen, was aber zu keiner Einigung geführt hat. Als neuer Jugendkoordinator im Gespräch ist Armin Perrey, der nach dieser Saison die U23 als Trainer an Daniel Scherning übergeben wird. Wer künftig die U19 und U17 coachen wird, soll erst nach Saisonende bekannt gegeben werden. Arminias U23 hat das NRW-Liga-Heimspiel gegen SSVg Velbert auf Wunsch des Gastes von Sonntag auf kommenden Samstag, 19. Mai, vorverlegt. Anstoß an der Rußheide ist um 14 Uhr.
Bielefeld
Tatortvermesser auf Spurensuche
16.05.12
01:41
15 hrs
16.05.2012
- 07:45
Tötungsfall Stieghorst: LKA im Einsatz
Bielefeld (hz). Bei den Ermittlungen nach dem Mord am Deutsch-Kasachen Waldemar R. – ein unbekannter Täter hat dem 44-Jährigen die Kehle durchgeschnitten – fügt sich langsam ein Bild zusammen.Mangels brauchbaren Täterhinweisen nach dem Verbrechen in der Nacht zum Freitag im Stieghorster Plattenbau an der Breslauer Straße 40 haben die Fahnder von der Bielefelder Mordkommission zu besonderen Mitteln gegriffen. Tatortvermesser des Landeskriminalamtes (LKA) waren gestern stundenlang in der Wohnung des getöteten Lageristen im Einsatz, um den Tatort mit 3-D-Laserscannern als Bild »einzufrieren«. »Es geht darum, den Tatort genau zu vermessen, um Spuren exakt positionieren und das Tatgeschehen rekonstruieren zu können«, erklärte Polizeisprecherin Sonja Rehmert. Den Angaben von LKA-Sprecher Frank Scheulen zufolge setzen die Tatortvermesser eine so genannte Rundumoptik ein, um den Tatort von verschiedenen Standpunkten aus zu erfassen. Mit einem so erzeugten digitalen Schwarz-Weiß-Bild könne der Tatort bei den Ermittlungen und einer späteren Gerichtsverhandlung immer wieder aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden. »Keiner muss mehr aufwändige Skizzen und Zeichnungen machen«, sagte Scheulen. Mit Hilfe dieser speziellen Technik ist es sogar möglich, eine virtuelle Figur in den digitalisierten Tatort einzufügen und so die Größe eines Verbrechers zu bestimmen. Unterdessen gibt es neue Details von der Tatnacht, der Nacht vom 10. zum 11. Mai. Zeugen wollen aus der Zwei-Zimmer-Dachgeschosswohnung von Opfer Waldemar R. zunächst einen lauten Streit gehört haben. Ob einer oder mehrere Täter den Lagerarbeiter und zweifachen Familienvater bedrängten, ist derzeit nicht bekannt. Zwischen 2 und 4 Uhr am frühen 11. Mai hörten Nachbarn Geräusche, als ob in der Wohnung des 44-Jährigen Möbel zerschlagen würden. Zweimal soll ein Mann aus dem Plattenbau auf den Parkplatz vor das Haus gelaufen sein. Die ermittelnde Oberstaatsanwältin Ina Leinkauf bestätigte, dass in der Tatnacht die Wohnungstür des Opfers eingetreten wurde. Das Schloss flog dabei aus der Verankerung. Eine Nachbarin entdeckte am Freitagmorgen Splitter im Treppenhaus, die wohl von der Tür und Rahmen stammen. »Es ist aber unbekannt, wer die Tür wann eingetreten hat«, sagte Polizeisprecherin Sonja Rehmert. Die Sprecherin bestätigte zudem, dass das Opfer alkoholisiert war. »Es gibt aber zur Zeit keine Hinweise auf ein Saufgelage«, meinte Rehmert. Informationen dieser Zeitung zufolge soll die Alkoholsucht der Grund dafür sein, dass die Ehe des Familienvaters zerbrach und der 44-Jährige seine in Bielefeld lebende Familie verließ. Nachbarn zufolge zog Waldemar R. vor zwei Monaten in den Plattenbau an der Breslauer Straße 40. Dort soll der Lagerist alleine gelebt haben.
Bielefeld
Täter soll acht Jahre in Haft
16.05.12
01:39
15 hrs
16.05.2012
- 08:06
Kühltruhen-Prozess: keine Mordmerkmale
Bielefeld (mn). Die Tötung eines 32-jährigen Versmolders in einem Haus an der Kleinen Howe in Bielefeld war offenbar doch kein heimtückischer Mord.

Oberstaatsanwältin Ina Leinkauf beantragte vor dem Bielefelder Landgericht acht Jahre Haft für den Angeklagten Hooman S., der die Leiche nach der Tat in einer Tiefkühltruhe versteckt hatte.

Die Verteidiger des 36-jährigen Hallers forderten gar eine Haftstrafe von weniger als fünf Jahren. Beide Parteien bewerteten die Tat, die sich am 30. September 2011 zugetragen hat, als Totschlag in einem minderschweren Fall. Demnach soll das spätere Opfer den Angeklagten, der die Tat vor Gericht gestanden hat, über Monate drangsaliert haben. So habe der 32-Jährige seinem langjährigen Bekannten zunächst einen hohen Geldbetrag geliehen. Als dieser das Darlehen vorerst nicht zurückzahlen konnte, sei der Mann dazu übergegangen, den Angeklagten auszunutzen, für sich arbeiten zu lassen, zu beleidigen und immer wieder körperlich anzugehen. »Mein Mandant musste zu jeder Tag- und Nachtzeit zur Verfügung stehen und musste sich immer wieder gängeln lassen«, sagte Verteidiger Detlev Binder. Um den ständigen Quälereien ein Ende zu setzen, besorgte sich der 36-Jährige eine Waffe. Diese zückte er am Abend des 30. September, um sein Gegenüber zu vertreiben. Als er daraufhin weiter beleidigte und provozierte, soll der Dolmetscher im Haus seiner Freundin an der Kleinen Howe abgedrückt haben. Ina Leinkauf sah keine Hinweise darauf, dass diese Version nicht der Wahrheit entspricht. Außerdem sei die Tiefkühltruhe, in der der Haller die Leiche verstaute, ebenfalls erst nach der Tat angeschafft worden. Auch das spreche gegen einen kalkulierten Plan. Die Polizei fand die Leiche des Versmolders durch einen Zufall am 13. Oktober. Nach einem Hinweis, im Haus an der Kleinen Howe seien Drogen versteckt, durchsuchten Beamte das Grundstück und entdeckten den Toten in der Tiefkühltruhe im Keller. Die Nebenklagevertreter rückten in ihren Plädoyers nicht vom Mordvorwurf ab und forderten eine lebenslange Haftstrafe. Das Urteil fällt die 10. Strafkammer am 22. Mai.
Paderborn
Der Wettlauf mit Calden beginnt
16.05.12
01:38
15 hrs
16.05.2012
- 08:35
Paderborner Flughafen startet nach Vertragsabschluss mit seinem Investitionsprogramm über 18,5 Millionen Euro
Kreis Paderborn (WB/bel). Mit einem Investitionspaket von 18,5 Millionen Euro bis 2016 startet der Paderborner Flughafen in den Konkurrenzkampf mit Kassel-Calden. Am Montag unterzeichneten alle Gesellschafter den neuen Vertrag mit der Kapitalaufstockung über zehn Millionen Euro. Vorausgegangen war Ende 2011 ein zähes Ringen des Kreises Paderborn als Hauptgesellschafter mit 56 Prozent mit den anderen Gesellschaftern um die drohenden Verlustabdeckungen in den kommenden Jahren.Der Kreis Paderborn hatte sich schließlich bereit erklärt, entsprechend seinem Anteil jährliche Verluste von bis zu 860000 Euro abzudecken und erwartete von den anderen Anteilseignern entsprechende Zusagen. Nach wochenlangen Diskussionen erfolgte schließlich die Zustimmung. Vor allem der Kreis Gütersloh mit seinem Anteil von 7,8 Prozent sträubte sich bis zur Jahreswende gegen die Erhöhung der Verlustabdeckung von vier auf acht Prozent. Mit dem neuen Vertrag kann jetzt die Investition starten, um so auch gegen den neuen und auch in Hessen nicht unumstrittenen Flughafen in Kassel-Calden bestehen zu können. Neben der Kapitalaufstockung auf zehn Millionen Euro kommen noch Gesellschafterdarlehen von 3,1 Millionen Euro und Eigenmittel des Paderborner Flughafens hinzu. Insgesamt können 18,5 Millionen Euro investiert werden. Paderborns Landrat Manfred Müller betonte, das östliche und südliche Westfalen habe erneut seine Handlungsfähigkeit in einer Zukunftsfrage unter Beweis gestellt. Auch Aufsichtsratsvorsitzender Reinold Stücke und Airport-Geschäftsführer Elmar Kleinert freuen sich, dass alle Gesellschafter nunmehr an einem Strang ziehen und den Flughafen Paderborn-Lippstadt mit ihrer Unterschrift auch offiziell unterstützen. »Die heutige Beurkundung ist für uns gleichzeitig der Startschuss. Ich bin sehr dankbar, denn nun können wir handeln. Jetzt sind wir in der Lage, dringend betriebsnotwendige Aufträge auszuschreiben und zu vergeben«, sagte Kleinert. Das Finanzierungskonzept sieht eine Finanzspritze von insgesamt 7,9 Millionen Euro vor. Es beinhaltet eine Stammkapitalerhöhung um rund 4,8 Millionen Euro und ein Gesellschafterdarlehen von 3,1 Millionen Euro. Durch den unterzeichneten Gesellschaftervertrag kann jetzt die rund 2,1 Kilometer lange Start– und Landebahn saniert werden. Hierzu wird der Flughafen im kommenden Jahr für wenige Tage komplett geschlossen, damit die Bahn abgeschliffen und die Decke neu aufgetragen werden kann. Erneuert werden muss in Kürze die EDV- und Sicherheitstechnik Aufsichtsratsvorsitzender Reinold Stücke dankte den Vertretern der Kreistage Paderborn (56,38 Prozent), Soest (12,26 Prozent), Gütersloh (7,84 Prozent), Lippe (7,84 Prozent), Bielefeld (5,88 Prozent), Hochsauerlandkreis (3,92 Prozent), Höxter (3,92 Prozent) und den IHKs zu Bielefeld (1,57 Prozent) und Lippe (0,39 Prozent) zum Abschluss der Gesellschafterversammlung für ihr einstimmiges Votum und entgegengebrachtes Vertrauen. Der Flughafen in Kassel-Calden bleibt auch weiterhin wegen der Subventionspolitik im Kreuzfeuer der Kritik. So haben unlängst die hessischen Grünen den Airport als »Millionengrab« bezeichnet. Dort hätten vor wenigen Tagen die Gesellschafter mit großem öffentlichen Aufwand mit der Südhessischen Globalis Erlebnisreisen GmbH einen ersten touristischen Kunden präsentiert. Das Unternehmen plane, im April 2013 zwei Mal mit der türkischen Fluggesellschaft Onur Air von Kassel-Calden nach Ercan in Nordzypern fliegen. Die Flüge finden am 4. und 15. April statt. Globalis ist ein Spezial-Reiseveranstalter und hatte im vergangenen Jahr 12000 Kunden Rechne man die Flughafenkosten auf die Flüge um, so koste jeder Flug den Steuerzahler 135 Millionen Euro, rechnete die verkehrspolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, Karin Müller, vor und schloss daraus: »Wenn schon zwei Flüge so groß gefeiert werden, muss die Lage ernst sein.« Am Paderborner Flughafen ist im vergangenen Jahr nur knapp der erneute Sprung über die Millionenmarke bei den Fluggästen verpasst worden. 975000 Fluggäste hoben dort ab. Derzeit werden 31 Destinationen in sieben Ländern von Ahden aus angeflogen. Durch die tägliche Verbindung nach München können weitere 60 Länder angeflogen werden.
Delbrück
Motorradfahrer nimmt Autofahrer die Vorfahrt
15.05.12
20:11
21 hrs
15.05.2012
- 20:16
67-jähriger Zweiradfahrer schwer verletzt
Delbrück (WB). Mit schwersten Verletzungen ist ein 67-jähriger Motorradfahrer aus Delbrück (Kreis Paderborn) am Dienstagnachmittag nach einem Unfall ins Krankenhaus eingeliefert worden.

Der Mann befuhr gegen 17.35 Uhr mit seiner BMW-Maschine in Delbrück die Friedrichstraße in Richtung Nordring. Dabei übersah er einen von rechts aus der Marienstraße nach links abbiegenden 19-jährigen Rover-Fahrer. In der Tempo-30-Zone mit »Rechts-vor-links-Regelung« prallte der Motorradfahrer mit großer Wucht gegen den linken Kotflügel des Autos und schleuderte über das Fahrzeug hinweg auf die Straße.

Nach notärztlicher Erstversorgung wurde der 67-Jährige mit schwersten Verletzungen an Kopf und Beinen von einem Rettungswagen in ein Paderborner Krankenhaus gefahren. Der 19-Jährige blieb unverletzt. An beiden Fahrzeugen entstand wirtschaftlicher Totalschaden, den die Polizei auf 10.000 Euro schätzt.

Die Fahrzeuge waren nicht mehr fahrbereit und mussten abgeschleppt werden. Um ausgelaufene Betriebsstoffe des Motorrades kümmerte sich der Löschzug Delbrück.
Höxter/Holzminden
Mit 184 km/h auf Bundesstraße unterwegs
15.05.12
19:25
22 hrs
15.05.2012
- 19:41
25-Jähriger testet Auto − Fahrverbot und 600 Euro Bußgeld drohen
Höxter/Holzminden (WB). Ein 25-Jähriger aus Höxter ist von der Polizei bei einer Probefahrt auf der B64 bei Holzminden mit 184 Kilometern pro Stunde erwischt worden.

Der junge Mann testete am Dienstag einen flotten Flitzer und befasste sich mit dem Gedanken, das Fahrzeug zu kaufen, als es plötzlich blitzte. Diese Kaufabsichten waren ganz offensichtlich der Grund dafür, dass der 25-jährige Mann die Leistungsfähigkeit des begehrten Objekts auf der Bundesstraße 64 im Bereich der Umgehung Holzminden-Bevern eindrucksvoll erproben wollte.

Womit der junge Mann allerdings nicht gerechnet hatte, war der Umstand, dass die Einsatzbeamten des Polizeikommissariats Holzminden just zu diesem Zeitpunkt eine Geschwindigkeitskontrolle genau dort durchführten. Das Ergebnis der Messung liest sich relativ nüchtern im Messprotokoll der Beamten: 184 Kilometer pro Stunde und damit sage und schreibe 84 Kilometer pro Stunde zu schnell.
Dem jungen Mann erwartet nach dem Bußgeldkatalog nunmehr ein Bußgeld in Höhe von 600 Euro und ein dreimonatiges Fahrverbot. Ob die »beeindruckende« Fahrt mit dem PKW den 25-Jährigen aus Höxter nun letztlich überzeugt hat, das Fahrzeug zu kaufen, ist nicht mitgeteilt  worden.
Halle
Andrea Petkovic sagt Gerry Weber Open ab
15.05.12
18:24
23 hrs
15.05.2012
- 18:43
Anastassija Andrejewna Myskina soll nun an der Seite von Stefan Edberg spielen
Halle (WB). Tennisspielerin Andrea Petkovic hat die Teilnahme an der Champions Trophy der Gerry Weber Open in Halle abgesagt. Sie sei verletzt, teilte der Turnierveranstaler am Dienstag mit.

Anastassija Andrejewna Myskina soll nun am Sonntag, 10. Juli, ab 15 Uhr an der Seite von Stefan Edberg gegen Martina Navratilova und Michael Stich spielen. »Wir sind sehr froh, kurzfristig eine so attraktive und spielstarke Mixed-Partnerin für Stefan Edberg gefunden zu haben«, sagte Turnierdirektor Ralf Weber. »Mit Anastassija Myskina konnten wir einen adäquaten Ersatz für Andrea Petkovic verpflichten, denn die Russin gehörte zweifelsohne zu den besten Tennisspielerinnen der Welt.«

Karten für die Champions Trophy und alle weiteren Spiele der Gerry Weber Open gibt es in den Geschäftsstellen des WESTFALEN-BLATTS.
Lübbecke/Lemgo/Minden
Handball-Trio erhält Lizenz
15.05.12
17:15
24 hrs
15.05.2012
- 17:25
Lübbecke, Lemgo und Minden ist die 1. Bundesliga sicher
Lübbecke/Lemgo/Minden (WB). Alle drei Handball-Bundesligisten in Ostwestfalen-Lippe haben die Lizenz ohne jegliche Auflage für die kommende Saison erhalten. Das teilte Rolf Nottmeier, einer von drei Entscheidungsträgern der Lizenzierungskommission der Handball-Bundesliga (HBL), am Dienstag mit.

»Eine sehr positive Entwicklung«, erklärte er und meinte damit vorrangig Erstliga-Rückkehrer GWD Minden. Dort wurden Jahr für Jahr die Schulden des Vereins getilgt. »Heute sind die Dankerser zusammen mit dem SC Magdeburg und TuSEM die erfreulichsten Erscheinungen der diesjährigen Lizenzierung.« Aber auch der TBV Lemgo und der TuS N-Lübbecke hätten wieder vorzügliche Arbeit geleistet, so dass es keinerlei Zweifel an der Erteilung der Lizenz gegeben hätte. Erfreulich aus Sicht der Kommission war auch die Tatsache, dass keinem Erst- oder Zweitligisten die Lizenz verweigert werden musste. Allerdings gibt es zwei Sorgenkinder, für die die Erteilung noch an die Erfüllung gewisser Bedingungen geknüpft ist: die beiden Altmeister VfL Gummersbach und TV Großwallstadt. »Hier muss noch eine Liquiditätslücke geschlossen werden. Dafür haben beide Vereine Zeit bis zum 30. Mai. Ich denke aber, dass das machbar ist«, sagte Nottmeier.
Herford
Kündigung wegen Facebook-Eintrag
15.05.12
15:41
1 day
16.05.2012
- 12:15
Mitarbeiter verweist auf seiner Profilseite auf Deichkind-Song − Firma aus Rödinghausen fühlt sich brüskiert
Herford/Rödinghausen (WB). Ein Hinweis auf einen Song der HipHop-Gruppe »Deichkind« auf seinem Facebook-Account hat einem Arbeitnehmer in Rödinghausen eine Kündigung beschert.

Der Mitarbeiter eines Möbelzulieferers zieht dagegen vor Gericht. Er hatte am 20. April die außerordentliche Kündigung erhalten. Darin heißt es: »Wir erfuhren am 16. April 2012, dass Sie auf Ihrem Facebook-Profil, auf das sowohl einige unserer Mitarbeiter, als auch Mitarbeiter von Zulieferer-Firmen sowie deren Inhaber Zugriff haben, auf das bekannte Lied »Bück dich hoch« von Deichkind verweisen und zwar mit der wörtlichen Aussage: »Bück dich hoch!!! Hm, mal überlegen. Wieso gefällt mir ausgerechnet das Lied von Deichkind, my friends!!!«.

Diese Äußerung könne nur so verstanden werden, dass der Mitarbeiter die von »Deichkind« besungenen, mit den bei der Firma herrschenden Arbeitsbedingungen gleichsetze. So sei die Äußerung auch bei den Mitarbeitern angekommen.

In dem Song heißt es unter anderem »Bück dich hoch! Mach dich beim Chef beliebt! Bück dich hoch! Auch wenn es dich verbiegt!« oder »Fleißig Überstunden, ganz normal! Bück dich hoch. Unbezahlt, scheiß egal, keine Wahl!« Durch den angeblichen Vergleich, »werfen Sie uns menschenverachtende Arbeitsbedingungen vor, bei denen die Mitarbeiter aus unserer reinen Profitgier unter Gefährdung ihrer Gesundheit ausgebeutet werden«, heißt es in der Kündigung.

Da der Beschäftigte gewusst habe, dass diese Äußerungen auch von Mitarbeitern von Zulieferfirmen wahrgenommen werde, sei ihm der Vorwurf zu machen, »dass Sie nicht versucht haben, eventuelle Missstände zunächst innerbetrieblich zu klären, bevor Sie sie in einer unangemessenen Art und Weise über Facebook veröffentlichten«.

Das Herforder Arbeitsgericht hat die Streitparteien für den 1. Juni zu einem Gütetermin geladen. Gibt es keine Einigung, muss das Gericht bei einem späteren Kammertermin entscheiden.
Wirtschaft
Knackpunkt Finanzierung
15.05.12
11:28
1 day
15.05.2012
- 21:00
WESTFALEN-BLATT-Telefonaktion am Mittwoch: Was potenzielle Bauherren beachten sollten – Experten geben Tipps
Bielefeld (WB/ef). Das historische Zinstief macht die selbst genutzte Immobilie immer beliebter. Beim Bau eines Eigenheims oder beim Hauskauf müssen Bauherr oder Eigentümer jedoch eine Menge Dinge beachten. Das A und O ist eine seriöse Finanzierung.

Doch wie sieht ein solides Finanzierungskonzept aus? Welche Daten speichert die Schufa? Wie unterscheide ich seriöse von unseriösen Angeboten zur Finanzierung? Was ist aus steuerlicher Sicht zu beachten?

Diese und andere Fragen beantworten Ihnen Mittwoch, 16. Mai, von 11 bis 13 Uhr unsere Experten Carsten Opitz (Verband der Privaten Bausparkassen), Andreas Lehmann (Schufa-Sprecher) und Frank-Michael Teckentrup (Vizepräsident der Steuerberaterkammer Westfalen-Lippe). Sie sind unter den folgenden Telefonnummern erreichbar:


Carsten Opitz: 0521/585465

Andreas Lehmann: 0521/585466

Frank-Michael Teckentrup: 0521/585467

 
Detmold
»Arzu hat die Ehre der Familie verletzt«
15.05.12
08:44
1 day
16.05.2012
- 08:50
Gutachter sagt im Mordprozess zum Thema Jesiden aus
Von Christian Althoff

Detmold (WB). Aus Sicht einer jesidischen Familie hat Arzu Özmen (18) gegen zwei wesentliche Normen verstoßen, als sie sich einem deutschen Freund zuwandte.

Das hat der Psychologe Prof. Dr. Jan Kizilhan von der Universität Freiburg gestern vor dem Landgericht Detmold erklärt. Dort müssen sich seit Ende April fünf Geschwister Arzu Özmens verantworten. Sie hatten ihre Schwester am 1. November aus der Wohnung ihres russlanddeutschen Freundes verschleppt. Wenige Stunden später war die 18-Jährige mit zwei Schüssen in den Kopf getötet worden.

Prof. Kizilhan tritt seit 15 Jahren als Gerichtsgutachter auf und gilt als Experte für Ritualmorde und Ehrverletzungen. Er ist Jeside, doch seine Forschungen erstrecken sich auch auf andere Religionen. Der Gutachter sagte, Arzu habe zwei Regeln gebrochen: »Zum einen hat sie sich einem Nichtjesiden zugewandt, was aus religiösen Gründen zu einem Ausstoß aus der Gemeinschaft führt. Zum anderen hat sie die Ehre der Familie verletzt, indem sie ein sexuelles Verhältnis gehabt hat, ohne mit dem Mann verheiratet gewesen zu sein.« Diese sogenannte Ehrverletzung sei nicht in der jesidischen Religion begründet, sondern in der patriarchischen Gesellschaft, in der Jesiden lebten. Durch ihr sexuelles Verhältnis zu ihrem Freund habe Arzu ihren Vater dem Vorwurf ausgesetzt, er habe nicht auf seine Tochter aufgepasst. »Solche Vorwürfe werden gewöhnlich von Verwandten erhoben«, sagte Dr. Jan Kizilhan. Der Vater schäme sich, und die Familie traue sich nicht mehr, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Diese Einschätzung wird durch eine E-Mail bestätigt, die die Familie an die untergetauchte Arzu geschrieben hatte. Darin heißt es, man traue sich ihretwegen nicht mehr auf Hochzeitsfeiern. Kizilhan: »Die Gefahr, auf einer Feier auf Arzu angesprochen zu werden, war für den Vater das Schlimmste, was er sich vorstellen konnte.« Es gehe immer darum, das Gesicht nicht zu verlieren.
 Der Gutachter sagte, in Deutschland gebe es etwa 60 000 Jesiden, vor allem in Bielefeld, Detmold, Osnabrück und Celle. Die hier geborene Generation lebe in zwei Welten: »Zum einen sind die jungen Jesiden sehr bemüht, sich zu integrieren, zum anderen wollen sie ihre Eltern nicht verletzen.«

Im Jesidentum stehe nicht der einzelne im Vordergrund, sondern die Gemeinschaft, sagte Kizilhan. »In den Herkunftsländern wie dem Irak oder der Türkei werden die Kinder noch vom ganzen Dorf erzogen.« Eine individuelle Entwicklung sei nicht gewünscht, man habe sich den Regeln der Allgemeinheit unterzuordnen. Auch Gespräche zwischen Kindern und Eltern über Dinge wie Gefühle gebe es kaum. »Man unterhält sich vielleicht über das Taschengeld und die Schule. Ein Jugendlicher käme aber nie auf die Idee, seinen Eltern etwas über eine Freundin zu erzählen, weil seine Eltern über solche Themen gar nicht reden können«, sagte Prof. Kizilhan.

Das Jesidentum sei eine patriarchische Gesellschaft, erklärte der Gutachter. »Der Vater ist der Familienvorstand, der älteste Sohn sein Vertreter.« Es sei nicht ungewöhnlich, das sich ein liebevoller Vater zum Despoten wandele, sobald seine Tochter in die Pubertät komme. Werde ein Jeside beleidigt oder in seiner Ehre verletzt, werde das immer als Angriff auf die gesamte Familie gesehen. »Es gilt dann, die Ehre wieder herzustellen.« Das könne mit Gesprächen geschehen, mit Geld oder mit Gewalt. »In keinem Fall aber bittet man den Staat um Hilfe.«

 Auf den Mord an Arzu angesprochen, sagte der Gutachter, es passe nicht ins Schema eines sogenannten Ehrenmordes, dass fünf Geschwister auf der Anklagebank säßen. »Üblich ist eine ökonomische Lösung: Man sucht jemanden aus, auf den die Familie am leichtesten verzichten kann, und der begeht dann die Tat.« Auch hätte man bei einem klassischen Ehrenmord erwartet, dass Arzus Freund ebenfalls getötet worden wäre.

Der Prozess wird am Mittwochmorgen mit den Plädoyers des Staatsanwalts und der Verteidiger fortgesetzt. Anschließend soll das Urteil gesprochen werden.

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den Bericht zum dritten Prozesstag
Arzu Özmen (18) erkannte in dem Rapper-Video »Köln-Kalk-Ehrenmord« ihr eigenes Leben wieder (vom 10. Mai 2012)

die Chronologie des dritten Prozesstags:

Arzu hatte Angst, Opfer eines Ehrenmordes zu werden (vom 9. Mai 2012)

den Bericht zum zweiten Prozesstag:

Zwei Angeklagte entlastet? (vom 8. Mai 2012)

die Chronologie des zweiten Prozesstags:

Kein Hinweis auf geplanten Mord (vom 7. Mai 2012)

die Berichte zum ersten Prozesstag:

Teil 1:
Bruder gesteht Mord an Arzu Özmen. Geschwister sollen nicht dabei gewesen sein (vom 1. Mai 2012)

Teil 2:
»Das war nicht gewollt« - Angeklagte stellen Verbrechen an ihrer Schwester als spontane Tat eines Einzelnen dar (vom 1. Mai 2012)

die Chronologie:
So verlief der erste Prozesstag (vom 30. April 2012)

den
Vorbericht zum Prozess:
Geschwister wollen Schweigen brechen (vom 26. April 2012)



Bad Driburg/Paderborn
Hinter Bushidos Bühne gibt es Krach
15.05.12
08:28
1 day
15.05.2012
- 13:08
Nach Vorfall in Paderborn sagt Veranstalter aus Bad Driburg Konzerte ab +++ Update: Bushido entschuldigt sich für abgesagte Konzerte
Bad Driburg (WB/bex). Weil Bodyguards des Rappers Bushido am Rande des Konzertes am 26. April in Paderborn Mitarbeiter des Veranstalters Detlef Hornstein (OWL-Konzerte, Bad Driburg) bedroht haben sollen, hat dieser jetzt zwei Auftritte Bushidos abgesagt.

Hornstein sprach gestern von einem »schwerwiegenden Vorfall«, wollte sich aufgrund des laufenden Verfahrens aber nicht näher äußern. Die Sicherheit seines Personals sei aber erheblich gefährdet gewesen. »Es waren auch Waffen im Spiel«, sagte er dem WESTFALEN-BLATT. Anlass seien »Nichtigkeiten« gewesen. Hornstein habe alle Verträge mit Bushido fristlos gekündigt, »obwohl der Ticketverkauf gut war«. Die Shows seien aus Sicherheitsaspekten aber nicht mehr durchführbar.

Die abgesagten Auftritte waren für Ende dieser Woche in Flensburg und Erfurt geplant. Anfang Mai war bereits ein Auftritt in Siegen ausgefallen. Damals war in Siegener Medien über den Vorfall in Paderborn berichtet worden: Dass Bushido nicht aufgetreten sei, habe mit einer juristischen Auseinandersetzung zwischen Hornstein und Bushidos Management zu tun. Das Management war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

+++ Update: +++
Via Internet hat sich Rapper Bushido für die abgesagten Konzerte in Flensburg und Erfurt entschuldigt. »Zu den Gründen können wir uns nicht äußern. Ihr kennt ja die Regeln, wenn es rechtlich noch was zu klären gibt«, heißt es auf seiner Homepage. Bushido erklärte zudem bei Twitter: »Tut mir leid Flensburg und Erfurt aber der Veranstalter möchte nicht dass wir auftreten. Der selbe Typ wie in Siegen;(.«
Bielefeld
Zweifachem Vater die Kehle durchgeschnitten
15.05.12
07:50
1 day
15.05.2012
- 08:02
Update: Ermittler haben noch keine heiße Spur - Opfer wurde von Nachbarn gefunden
Von Jens Heinze

Bielefeld (WB). Bluttat im Plattenbau-Wohnblock an der Breslauer Straße 40: Nachbarn haben am Samstagabend einen Mieter (44) tot in seiner Stieghorster  Wohnung gefunden. Offenbar wurde dem Mann bereits eineinhalb Tage zuvor die Kehle durchgeschnitten.


Bisher seien die Hintergründe der Tat unklar, hieß es von der Mordkommission unter Leitung von Kriminalhauptkommissar Jürgen Heinz. Die ermittelnde Oberstaatsanwältin Ina Leinkauf machte zunächst keine Angaben zum Motiv für das Kapitalverbrechen, zum Tatverdächtigen oder zur Tatwaffe. Die gestern durchgeführte Obduktion habe ergeben, »dass der Mann aufgrund schwerer Halsschnittverletzungen verstorben ist«. Nach Informationen dieser Zeitung wurde dem 44-Jährigen die Kehle durchgeschnitten.

Im ungepflegten Wohnblock an der Breslauer Straße 40/Ecke Detmolder Straße wohnen sechs Mietparteien. Das Opfer, ein Deutsch-Kasache, ist bei den Nachbarn kaum bekannt. Der von Frau und zwei Kindern getrennt lebende Mann sei erst vor zwei Monaten in die linke Dachgeschosswohnung des dreigeschossigen Flachdachbaus eingezogen, heißt es.

Zeugenangaben zufolge gilt als mögliche Tatzeit die Nacht zum Freitag zwischen etwa 2 und 4 Uhr. Die Nachbarin (63) aus der Dachgeschosswohnung rechts berichtete, Lärm aus der Wohnung des 44-Jährigen habe sie aufgeschreckt. »Das war so, als hätte einer Möbel zerschlagen.« Mit Unterbrechungen sei die Randale etwa zwei Stunden lang weiter gegangen. »Ich habe vor Angst gezittert«, beschrieb die 63-Jährige die unheimliche Situation. Zwischendurch habe ein Mann das Haus verlassen: »Ich hatte meine Brille nicht auf, glaubte aber, das war mein Nachbar.«

Gegen 4.15 Uhr sei wieder ein Mann mit einem Rucksack und auffällig hängenden Schultern aus dem Wohnblock gekommen, sei ziellos über den Parkplatz vor dem Haus geschlendert und sei dann in Richtung Schneidermühler Straße verschwunden.Am Freitagmorgen bemerkte die Nachbarin Splitter vor der angelehnten Tür zur Tatortwohnung und konnte sich das nicht erklären. Als die Tür bis Samstagabend immer weiter offen stand, wurde der Mieter (51) aus dem Erdgeschoss gebeten, im Dachgeschoss nachzuschauen. Der Nachbar habe den Toten auf dem Boden des Wohnzimmers der Zwei-Zimmer-Wohnung gefunden, sagte die 63-Jährige. Um 18.20 Uhr ging über Notruf der Alarm bei der Polizei ein. Hinweise an die Polizei Bielefeld unter der Rufnummer 0521/545-0

+++ Update +++

Ermittler haben noch keine heiße Spur

Bielefeld (hz). Nach dem Mord an einem 44-Jährigen in Stieghorst haben die Fahnder von der siebenköpfigen Mordkommission Breslauer Straße noch keine heiße Spur. »Wir haben nichts: keine Tatwaffe, kein Motiv für die Tat, keinen Verdächtigen«, sagte die ermittelnde Oberstaatsanwältin Ina Leinkauf auf Anfrage.

Gleichzeitig bestätigte Leinkauf WESTFALEN-BLATT-Informationen, wonach Opfer Waldemar R. in der Nacht zum Freitag in seiner kleinen Dachgeschosswohnung im Sechs-Parteien-Block Breslauer Straße 40 die Kehle durchgeschnitten worden sein soll. Wann genau der 44-Jährige ermordet worden sei, müsse noch von Rechtsmedizinern bestätigt werden, die das Alter der massiven Wunden am Hals untersuchten.

Zur möglichen Tatwaffe wollte Polizeisprecherin Sonja Rehmert aus ermittlungstaktischen Gründen nichts sagen. In der Wohnung des Ermordeten würden weiter Spuren gesichert. Gestern Mittag waren Kripofahnder an der Breslauer Straße erneut im Einsatz.

Der Mord in Stieghorst ist das fünfte Kapitalverbrechen in Bielefeld in diesem Jahr. Drei Menschen wurden umgebracht, zwei Opfer überlebten schwer verletzt.


Halle
Vier Keltinnen in perfekter Harmonie
15.05.12
02:21
2 days
15.05.2012
- 08:49
Die irische Musikformation Celtic Woman präsentiert in Halle ein mitreißendes Konzert
Halle (WB). Schon bei den ersten Takten wehte ein Hauch von irischem Lebensgefühl durch das Rund des Gerry-Weber- Stadions. Den vier irischen Musikerinnen der Formation Celtic Woman gelang es am Sonntagabend in Halle, 2200 Zuschauer mit dem Klang ihrer Stimmen und Instrumente tief zu beeindrucken. Sie zeigten mit ihrer Show zum neuen Album »Believe« im Rahmen ihrer Europatournee die ganze Bandbreite ihres Könnens. Seit Jahren faszinieren Chloe Agnew, Lisa Lambe, Lisa Kelly (alle Gesang) und Mairead Nesbitt (Violine) ihre Fans mit einem bunten Mix aus irischer Folklore, Popsongs und klassischer Musik, geboren aus einem einzigartigen Klang aus elektrisierenden Instrumentierungen und magisch-sentimentaler Vokalkunst. Da Gründungsmitglied Lisa Kelly wegen einer Babypause ihre Kolleginnen nicht mit auf die Tournee begleiten konnte, wurde sie durch Susan McFadden ersetzt, die schon im »Londoner West End« in Musicalproduktionen glänzte und sich harmonisch mit ihrer hellen, vollglühenden Stimme in das Frauenquartett einfügte. Im zweistündigen Konzert, das mit zunehmender Dunkelheit an Atmosphäre gewann, weil die sehr auf Lichteffekte setzende Bühnenshow besser zur Geltung kam, überzeugte Celtic Woman besonders in den mit sehr viel Inbrunst vorgetragenen ruhigen Nummern wie »Danny Boy«, »The Water is Wide«, und »You 'll never walk alone«. Perfekte stimmliche Harmonie, gepaart mit einem bisweilen etwas zu dick aufgetragenen Orchesterteppich, erzeugten eine wohlige Gänsehaut. Dem gegenüber hüpfte die blonde Mairead Nesbitt mit ihrer Violine wie ein Floh über die Bühne und dominierte gerade die temperamentvollen, beinahe ekstatischen irischen Momente, die einen Touch von »Riverdance« in das Hallenrund trugen und den Funken auf das Publikum überspringen liessen. Pipes und Drums, wie ein intensives und feurig vorgetragenes Bodhran-Solo (irische Rahmentrommel), bildeten ein ideales Gegengewicht zu den zumeist vokalen Nummern, in denen sich die Sängerinnen auch solistisch auszuzeichnen verstanden. Lisa Lambe bemühte sich redlich und mit viel Charme, das Publikum sängerisch in den Song »Green Grow The Rushes« zu integrieren; Chloe Agnew versuchte nachdrücklich und voll tiefer Inbrunst im Kerzenscheine im »Ave Maria« (Bach/Gounod) den Hörern einen klassischen Moment zu vermitteln, und Susan McFadden entwickelte im Song »The Water is Wide« ihre stimmliche Präsenz mit glasklarem Timbre. Im »Broadway Tribute«, einer der stärksten Momente in dieser Show, interpretierten Lisa Lambe und ihre Kolleginnen Melodien aus »Les Miserables« und »König der Löwen« und bewiesen mit ihren gefühlvollen Arrangements, warum es ihnen immer wieder gelingt, die Menschen für ihre Musik zu begeistern und von den Stühlen zu reißen. So gelang es Celtic Woman, die Zuschauer mehr und mehr auf ihrer musikalischen Reise für sich einzunehmen. Schließlich ergab sich am Ende des Konzerts, das mehr von der musikalischen Dominanz als von einer perfekten und mit viel Effekt ausgestatten Bühnenshow lebte, mit dem keltisch gefärbten Song »The Parting Glass« aus dem Film »Lang lebe Ned Divine« noch einmal die Gelegenheit, alle Akteure dieses Abends, Instrumentalisten, Tänzer und Sängerinnen, ins rechte Licht zu rücken und sich in einem fulminanten, hoch emotionalen Finale frenetisch feiern zu lassen.

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Detmold
Mordfall Arzu Özmen: Das Urteil ist gesprochen
16.05.12
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16.05.2012
- 15:49
[Update 15.
46 Uhr]: Osman Özmen muss wegen Mord und Geiselnahme lebenslang ins Gefängnis
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Herford
Kündigung wegen Facebook-Eintrag
Von Bernd Bexte
15.05.12
15:41
1 day
16.05.2012
- 12:15
Mitarbeiter verweist auf seiner Profilseite auf Deichkind-Song − Firma aus Rödinghausen fühlt sich brüskiert.
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Bielefeld
Fans wollen Gewalt mit Zivilcourage begegnen
15.05.12
02:21
2 days
15.05.2012
- 23:08
Nach brutalem Überfall: 70 DSC-Anhänger diskutieren mit Vereinsspitze - Mutter des Opfers bezieht in einem neuen Brief Stellung zu den Aussagen Bielefelder Wissenschaftler.
Nach brutalem Überfall: 70 DSC-Anhänger diskutieren mit Vereinsspitze - Mutter des Opfers bezieht in einem neuen Brief Stellung zu den Aussagen Bielefelder Wissenschaftler
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Debatte

Debatte - reden Sie mit

Von Christian Althoff
Mordfall Arzu Özmen: eine Frage der Ehre
15.05.12
19:17
22 hrs
15.05.2012
- 19:22
.
Das Bestreben des Detmolder Schwurgerichts, den Mord an der 18 Jahre alten Jesidin Arzu Özmen aufzuklären, ist nur zum Teil von Erfolg gekrönt. Wie will man auch in einer Parallelgesellschaft ermitteln, in der sich die Menschen abschotten, in der alles auf den Erhalt der sogenannten Familienehre, auf das Vermeiden eines Gesichtsverlustes ausgerichtet ist?

Wenn das Gericht am Mittwoch sein Urteil spricht und die fünf Geschwister ins Gefängnis schickt, können wir sicher sein, dass die Richtigen hinter Gittern sitzen. Was jedoch genau in der Tatnacht geschehen ist, werden wir nie erfahren. Auch wird niemals herauskommen, ob die Eltern eine Rolle gespielt haben.

Den fünf angeklagten Geschwistern des erschossenen Mädchens war nicht daran gelegen, im Prozess reinen Tisch zu machen. Ihnen ging es um Schadensbegrenzung. Vater und Mutter wurden ganz herausgehalten: An den vier Verhandlungstagen ist nicht ein einziges Mal das Wort »Eltern« gefallen. Stattdessen war immer nur von der Familie die Rede.

Und als Osman Özmen die tödlichen Schüsse abgegeben hat, will niemand in der Nähe gewesen sein. Ja, man will nicht einmal geahnt haben, dass er eine Pistole besaß. Und die Tat soll nichts mit der Ehrverletzung der Familie zu tun gehabt haben, sondern passiert sein, weil das entführte Mädchen seinen Bruder angeblich angespuckt und beleidigt hat.

Diese Version ist nicht zu widerlegen, aber man muss sie auch nicht glauben. Denn wenn es so gewesen wäre: Warum verrät Sirin Özmen nicht, wo ihr iPhone ist, auf dem die Polizei aufschlussreiche SMS vermutet? Warum sagt Osman Özmen nicht, wo er die Pistole weggeworfen hat?

Es gibt noch viele Fragen in diesem Fall, deren Klärung für eine Verurteilung nicht notwendig war, die aber einen schalen Geschmack zurücklassen. Wie glaubhaft ist es, dass in einer patriarchischen Familie, in einer Macho-Welt, ein junger Mann eine scharfe Waffe besitzt und seinen Brüdern nichts davon erzählt haben will? Worum ging es in jenen fünf Telefongesprächen, die Sirin Özmen in der Tatnacht mit ihrem Elternhaus geführt hat? Und wie wahrscheinlich ist es, dass Arzu den Bruder, der sie schon zweimal ins Krankenhaus geprügelt hatte, nachts in einem Wald bis aufs Blut reizt?

Die letzten Wochen haben bei den Angeklagten mehr Scheinheiligkeit als Ehrbewusstsein offenbart. Arzu wurde als schwarzes Schaf hingestellt, das die sogenannte Familienehre beschmutzt hat, doch ihre Geschwister sind selbst nicht ohne: Sirin hat versucht, Geld aus der Familienkasse zur Seite zu schaffen, ein Bruder besaß illegal eine Pistole, und bei zwei Brüdern wird geprüft, ob sie ihre Arbeitgeber bestohlen haben.

Es hätte für alle fünf eine Frage der Ehre sein können, sich der eigenen Verantwortung zu stellen. Aber soweit ging das Streben nach Ehre dann doch nicht.
Von Reinhard Brockmann
NRW-CDU: Vormann dringend gesucht
14.05.12
21:07
2 days
14.05.2012
- 21:23
.
Angela Merkel wird ihren Generalsekretär Hermann Gröhe nicht als Statthalter Berlins für den Landesvorsitz in NRW kandidieren lassen. Das hat sie am Montag vor der Hauptstadtpresse klargestellt. Ob das damit wieder eingefangene Gerücht vom Wahlabend ein Berliner Versuchsballon, eine Düsseldorfer Nebelkerze oder schlicht ein Missverständnis war, ist zwei Tage nach dem Desaster der NRW-CDU nicht mehr wichtig. Eines hat die Geschichte aber gezeigt: bloß kein neuer Kandidat aus der Bundes-CDU. Zu viele Verletzte, Enttäuschte und Empörte hat Norbert Röttgen mit seiner glücklosen, wenn nicht stümperhaften Kampagne zurückgelassen. Schon im Juni will die NRW-Union einen neuen Vorsitzenden wählen. Das wurde am Sonntag noch vor Schließung der Wahllokale verabredet. Offenbar war das Rücktrittsgeeiere Jürgen Rüttgers' 2010 noch in lebhafter Erinnerung.

Aber warum diese Eile, wo doch Rot-Grün vor Kraft kaum laufen kann und fünf Jahre Zeit hat, um ungestört zu regieren? Außerdem: Hannelore Kraft scheint klug und bescheiden genug, um sich nicht auf das Abenteuer Kanzlerkandidatur einzulassen. Die Frau schickt sich an, in den großen Schuhen des Johannes Rau Fuß zu fassen. Sie wird allerdings dessen einzigen politischen Fehler kaum wiederholen. Der legendäre SPD-Ministerpräsident bekam 1987 als SPD-Kanzlerkandiat bundesweit keine Schnitte. Außerdem: Kraft hat gewonnen, weil sie einen personenbezogenen Wahlkampf ähnlich wie Angela Merkel geführt hat. Mit dieser Methode wird Kraft auch 2017 in NRW leichtes Spiel haben – auch deshalb dürfte sie im Lande bleiben.

Heute dürften Karl-Josef Laumann und Armin Laschet ihre Kandidaturen für die Röttgen-Nachfolge an der CDU-NRW-Spitze anmelden. Der Versuch, einen gemeinsamen Vorschlag des Landesvorstands zu machen, wäre damit gescheitert. Für eine Mitgliederbefragung bis Ende Juni fehlt so oder so die Zeit, also kommt es zur Kampfabstimmung bei einem Landesparteitag.

Beide Kandidaten starten mit Mankos. Laschet erzielte beim Mitgliederentscheid 2010 nur 45 Prozent. Auch der sonst so geschickte Themen-Allrounder hat am Sonntag als Schatteninnenminister verloren. Seine Beiträge zum Röttgen-Wahlkampf werten einige als auffällig unauffällig. Auf keinen Fall erreichte er eine vergleichbare mediale Präsenz wie zu seiner Zeit als Integrationsminister.
Laumann ist wie er ist in seiner westfälischen Art von Schrot und Korn. Auch er hat im Röttgen-Team nicht über das Mittelmaß hinausgefunden. Der an sich grundehrliche Arbeitnehmer-Anwalt ist einigen in der Union einen Tucken zu weit links.

Merkel wird also weder dem einen noch dem anderen abraten. Wie auch immer: Die Landes-CDU braucht einen guten Vormann, der auch das Zeug zum Fraktionschef im Landtag hat. Weniger dringend gesucht wird ein Spitzenkandidat, der sich in absehbarer Zeit als Ministerpräsident beweisen muss.
Von André Best
NRW-Wahl: Röttgens tiefer Fall
13.05.12
21:43
3 days
13.05.2012
- 21:47
.
 Norbert Röttgen ist nicht mehr »Muttis Klügster«. Die bitterste Niederlage seiner bisherigen Polit-Karriere ist gleichzeitig eine Katastrophe für die CDU. Röttgens Woche endet wie sie begann. Erst wird er von der Kanzlerin zurückgepfiffen, dann patzt er bei einem Fernsehauftritt, scheitert mit der Kürzung der Solarförderung und tritt als Landesvorsitzender nach dem mit Abstand schlechtesten Ergebnis in der Geschichte der CDU in Nordrhein-Westfalen zurück. Der Herausforderer muss sich am Wahltag gefühlt haben wie Bayern München nach der Pleite gegen Borussia Dortmund im DFB-Pokal-Endspiel: gedemütigt, vorgeführt, blamiert. Nach diesem Ergebnis war sein sofortiger Rücktritt nicht mehr zu vermeiden. Wer hätte das gedacht: Die Union mit dem Bundesumweltminister als Spitzenkandidat scheitert deutlich an der 30-Prozent-Hürde. Vor sieben Jahren hatte die CDU noch 44,8 Prozent der Stimmen geholt. Norbert Röttgen »knackte« sogar den Negativrekord aus 2010 (34,6 Prozent). NRW hat den Absturz eines Überfliegers erlebt. Nach dieser Niederlage wird kein Mensch mehr davon sprechen, dass Röttgen Merkel im Kanzleramt ablösen könnte. »Muttis Klügster« wird aufgrund seines Pleiten-, Pech- und Pannenwahlkampfes sogar in den eigenen Reihen als »Muttis Dümmster« verhöhnt. Beides ist übertrieben, aber dennoch: Röttgen hat viele Fehler gemacht. Sein größter war, dass er sich zu keiner Zeit eindeutig zu NRW bekannt hat. Die Gewinner dieser Wahl heißen Hannelore Kraft, FDP-Landeschef Christian Lindner und die Piraten. Die alte und neue Ministerpräsidentin hat das Land zu ihrer Herzensangelegenheit gemacht. Ihre kumpelhafte, menschliche Art reichte, um Röttgen zu besiegen. Ihm fehlte es zu jeder Zeit an Glaubwürdigkeit. Krafts Verschuldungspolitik war offenbar nicht so entscheidend. Auch das ist eine Erkenntnis dieser Wahl.
Die FDP kann sich bei Christian Lindner, aber auch bei Norbert Röttgen bedanken. Lindner und Kubicki sind jetzt die Retter der Liberalen. Parteichef Rösler wird davon aber nicht profitieren, weil er selbst zu schwach ist.
In Röttgen hat Angela Merkel zwar einen Konkurrenten weniger, aber dafür wird das Regieren für sie schwerer.
Problem Nr. 1: Röttgen und Rösler, die wichtigsten Minister bei der Umsetzung der Energiewende, sind angeschlagen, ihr Verhältnis zu Merkel ist zerrüttet.
Problem Nr. 2: Nach der Wahl strotzt die SPD vor Kraft und drängt auf den Wechsel im Bund.
Problem Nr. 3: Morgen trifft sich die Kanzlerin das erste Mal mit Frankreichs Staatspräsident François Hollande. Der Sozialist kommt mit doppeltem Rückenwind nach Berlin. Für ihn war das Ergebnis aus NRW ein Steilpass. Schwere Zeiten also für Angela Merkel. Die NRW-CDU hat andere Sorgen: Sie muss sich einen neuen Vorsitzenden suchen.

Von Ulrich Windolph
NRW-Landtagswahl: Es steht viel auf dem Spiel
11.05.12
20:23
5 days
11.05.2012
- 20:24
.
Das war er also, der Turbowahlkampf in Nordrhein-Westfalen: kurz ganz sicher, aber leider viel zu selten knackig. Die einen konnten offenbar nicht anders, die anderen mussten es nicht.

So fand die SPD sogar Zeit, »Currywurst« zu sein. Politischer Diskurs im Tiefflug. Die CDU scheiterte unterdessen auf atemberaubende Weise mit dem Versuch, die Schulden und das Sparen zu dem zu machen, was sie hätten sein müssen – die alles entscheidenden Wahlkampfthemen. SPD-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hatte die Lunte mit ihrer »vorsorgenden Finanzpolitik« selbst gelegt, aber CDU-Spitzenkandidat Norbert Röttgen konnte sie einfach nicht zünden. Das lag zuerst an ihm, wohl aber auch daran, dass auch wir Nordrhein-Westfalen lieber anderen Spartipps geben als selbst zu sparen.

Symptomatisch und zugleich dramatisch: Röttgen und der Wähler fanden in diesem Wahlkampf nur selten zusammen. Der Bundesumweltminister und CDU-Landesvorsitzende brachte das Kunststück fertig, als Herausforderer permanent in der Defensive zu sein. Erst der Stolperstart mit der Diskussion um die Frage, ob er womöglich nur auf Stippvisite in Düsseldorf ist. Und im Endspurt diese Woche gleich zwei Aussagen, die gefährlich breiten Raum für Interpretationen ließen. Kanzlerin Angela Merkel und die halbe Bundes-CDU erzürnt und die Wähler kräftig gescholten – mehr Debakel im Vorfeld geht kaum. Man darf gespannt sein, was all das für das Ergebnis der CDU und für die Karriere von Norbert Röttgen bedeutet.

Gar um Sein oder Nichtsein geht es für FDP, Piraten und Linkspartei. Im politischen Überlebenskampf hatten die Liberalen zuletzt wieder deutlich bessere Karten. Christian Lindner will nun fortführen, was Wolfgang Kubicki vergangene Woche in Schleswig-Holstein begonnen hat. Auch die Piraten haben den Trend auf ihrer Seite, während die Linkspartei ihn bis zuletzt zu brechen versucht.

Und die bisherigen Koalitionspartner? SPD und Grüne haben voll auf Rot-Grün gesetzt, Ministerpräsidentin Hannelore Kraft lehnt jedoch eine abermalige Minderheitsregierung ab. Andere Machtoptionen wie die Große Koalition gibt es, sie kämen aber allesamt gefühlt einer Niederlage gleich.
Erreicht die 51-jährige Mülheimerin jedoch ihr Ziel, ist sie die Strahlefrau der SPD. Fürs Erste zumindest ständen die drei sozialdemokratischen Kanzlerkandidatenkandidaten im Schatten der Kümmerin, die in den vergangenen Wochen das Bild der warmherzigen Landesmutter wie keine Zweite kultiviert hat. Nicht ausgeschlossen auch, dass dann trotz Krafts Ablehnung abermals die Debatte darüber entbrennt, ob der beste Kandidat für das Duell mit Angela Merkel nicht doch eine Kandidatin ist – sie selbst.

Sonntagabend wissen wir mehr. Zuvor jedoch sollten Sie es mit unserem neuen Bundespräsidenten halten. Wie sagte Joachim Gauck doch so treffend in seiner Antrittsrede: »Ich werde niemals eine Wahl versäumen.«

Umfrage

Nach der Pleite im DFB-Pokalfinale: Gewinnt Bayern am Samstag die Champions League?


 

Specials

Arminia Bielefeld
DSC trennt sich von Krücken
16.05.12
08:07
9 hrs
16.05.2012
- 08:11
Jugendleiter verlässt den Verein.
Jugendleiter verlässt den Verein
Bielefeld (WB/wie). Der DSC Arminia Bielefeld und Nachwuchsleiter Thomas Krücken gehen ab dem 30. Juni getrennte Wege. Darauf haben sich der Verein und der 34-Jährige verständigt.»Die Trennung erfolgt einvernehmlich. Es gibt auch keine atmosphärischen Störungen oder irgendwelche Scharmützel«, betont DSC-Geschäftsführer Marcus Uhlig, der sich bei Krücken in einer offiziellen Stellungnahme »für die gute Zusammenarbeit in den vergangenen zwei Jahren« bedankt. Arminias Vizepräsident Hans-Jürgen Laufer würdigt die Arbeit des Jugendleiters: »Thomas ist ein absoluter Fachmann. Er hat viele Projekte angestoßen und maßgeblich zur weiteren Professionalisierung des Nachwuchsleistungszentrums beigetragen.« Thomas Krücken, der im Sommer 2010 von Hertha BSC Berlin nach Bielefeld gekommen war, bedankte sich ebenfalls für die »gute Zusammenarbeit« und sieht den Verein für die Zukunft gut aufgestellt: »Mit den geschaffenen Strukturen ist der Club im Nachwuchsbereich auf einem guten Weg, den ich mit Interesse weiter verfolgen werde.« Wohin es Thomas Krücken ziehen wird, steht noch nicht fest. Arminia wird die Position, die Krücken eingenommen hat, in dieser Form nicht neu besetzen. »Es wird strukturelle und personelle Änderungen geben«, sagt Marcus Uhlig. Die Sparzwänge, denen der Verein unterworfen ist, haben offenbar dazu geführt, dass beide Seiten nicht weiter zueinander gefunden haben. Nach Informationen dieser Zeitung sollte Krücken auf Wunsch des Vereins zur neuen Saison auch eine der Leistungsmannschaften im Jugendbereich als Trainer übernehmen, was aber zu keiner Einigung geführt hat. Als neuer Jugendkoordinator im Gespräch ist Armin Perrey, der nach dieser Saison die U23 als Trainer an Daniel Scherning übergeben wird. Wer künftig die U19 und U17 coachen wird, soll erst nach Saisonende bekannt gegeben werden. Arminias U23 hat das NRW-Liga-Heimspiel gegen SSVg Velbert auf Wunsch des Gastes von Sonntag auf kommenden Samstag, 19. Mai, vorverlegt. Anstoß an der Rußheide ist um 14 Uhr.

SC Paderborn
Rolf-Christel Guié-Mien blickt zurück
11.05.12
01:59
6 days
11.05.2012
- 16:42
»Ich war schon weg vom Fenster«, sagt der 34-Jährige, der 15 Profijahre in der Bundesliga verbracht hat.
»Ich war schon weg vom Fenster«, sagt der 34-Jährige, der 15 Profijahre in der Bundesliga verbracht hat
Paderborn (WB). 81 Erstligaspiele, 180 Zweitligapartien: So oft wie Rolf-Christel Guié-Mien (34) war noch nie ein Spieler des SC Paderborn am Bundesliga-Ball. Seit Sonntag ist seine Zeit beim SCP vorbei. Ob auch die Bundesliga-Karriere des 34-Jährigen zu Ende ist, bleibt offen. Für das WESTFALEN-BLATT blickt Guié-Mien schon mal auf 15 Profijahre zurück.


Karrierebeginn

Ich habe immer von Deutschland geträumt. Da Kongo eine französische Kolonie ist, hatte ich viele Angebote aus Frankreich, aber auch aus Italien. Da ist es viel wärmer, dennoch war ich von Deutschland am meisten begeistert. Da wollte ich hin. Ich dachte, wenn ich als Techniker mit meinen 67 Kilogramm noch die deutsche Power bekomme, bin ich ein kompletter Spieler. So hat damals beim Karlsruher SC alles angefangen.


SC Paderborn 07


Als ich 2008 zum SCP kam, war ich schon fast weg vom Fenster. Bei Sachsen Leipzig hatte ich in der 4. Liga gekickt, danach mit RW Essen die Qualifikation für die 3. Liga verpasst. Dann kam der Anruf von Pavel Dotchev, Paderborn war gerade in die 3. Liga abgestiegen. Ich habe gehofft, dass ich mit viel Wille und harter Arbeit noch mal in die Bundesliga zurückkehren kann. Das wollte der Verein auch und das hat mir gut gefallen. Es war für beide Seiten der richtige Moment, auch wenn ich, ganz ehrlich, damals nicht gedacht hätte, dass ich so lange bleibe. Inzwischen ist der SCP der Klub, bei dem ich am längsten gespielt habe.


Saison 2011/2012


Wir haben eine tolle Mannschaft mit super Kollegen. Dass wir in dieser Saison sogar um den Aufstieg mitgespielt haben, kommt für mich total überraschend. Mit so einem geringen Etat darfst du von der 1. Liga eigentlich nicht reden. Aber die Ergebnisse sprechen für sich, die Relegation wäre die Krönung einer großartigen Saison gewesen. Dass ich an diesem erfolgreichsten Abschneiden in der Vereinsgeschichte wenig mitwirken konnte, ist natürlich sehr enttäuschend. 15 Einsätze und nur ein Mal von Beginn an – das ist zu wenig. Menschlich komme ich mit unserem Trainer Roger Schmidt sehr gut aus, doch sportlich hat er andere Vorstellungen und mir leider keine Chance gegeben.


Lieblingsverein


Borussia Dortmund, obwohl ich nie dort gespielt habe. Als ich nach Deutschland kam, spielten dort Matthias Sammer und Andreas Möller. Die haben mich begeistert.


Schönster Moment


Mein erstes Profi-Tor zum 1:0-Sieg für den Karlsruher SC gegen den 1. FC Köln. Das werde ich nie vergessen.


Mein bester Trainer

Der leider schon verstorbene Jörg Berger. Ihm habe ich am meisten zu verdanken. Er hat mich in Karlsruhe entdeckt und mir die Chance gegeben, in der Bundesliga zu spielen. Später hat er mich dann auch zu Eintracht Frankfurt geholt.


Schlimmstes Erlebnis


In der Qualifikation für den Afrika-Cup habe ich für Kongo gegen Burkina Faso einen Elfmeter verschossen und am Ende haben wir nur 0:0 gespielt. Die Fans waren sauer, hatten Hass auf mich und wollten mein Haus zerstören. Zum Glück hatte ich Unterstützung seitens der Polizei, aber das war eine schwere Zeit.


Aufhören oder weitermachen?

Ich fühle mich körperlich gut, möchte gerne noch zwei Jahre Fußball spielen und warte auf Angebote. Ich weiß, dass es aufgrund meines Alters und da ich in dieser Saison wenig gespielt habe, schwer wird, in der Bundesliga zu bleiben, aber die Liga ist mir nicht so wichtig. Es geht auch nicht so sehr ums Geld. Ich möchte Spaß haben. Ideal wäre es, wenn ich einen interessanten Klub finden würde, der in der Nähe meiner Familie liegt.


Zeit nach der Karriere

Klar ist, dass meine Familie in Deutschland bleibt. Meine drei Kinder sind hier geboren, wir haben ein Haus in Wesseling, zwischen Köln und Bonn, gekauft. Da sind wir gut aufgehoben. Da ist Multikulti, viele Leute kommen aus unserem Land und wir haben sogar eine afrikanische Kirchengemeinde. Wir sind dort sehr zufrieden und es gibt keinen Grund, wegzugehen. Ich möchte gerne die Trainerlizenz erwerben. Ich könnte mir auch gut vorstellen, als Manager zu arbeiten und Talente von Afrika nach Europa zu holen. Auf jeden Fall wird es mir auch in Zukunft um Fußball gehen, denn ich habe in meinem Leben noch nie etwas anderes gemacht.

Der Bundesliga-Tipp

Tippspiel zur Fußball Bundesliga:

Zur Tippabgabe!

www.baeren-blatt.de

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Kino

Film-Highlights im WB-Kinokanal

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Ressorts

Politik

Prozess um Ermordung von Arzu Ö.
Prozesse
Lebenslange Haft für Mord von Arzu Ö.
16.05.12
16:34
24 min
16.05.2012
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Detmold (dpa) - Verprügelt und getötet von den eigenen Geschwistern: Die junge Kurdin Arzu Ö.
starb, weil sie anders leben wollte, als es die Familie vorschrieb. Jetzt wurden fünf ihrer Geschwister verurteilt. Der Detmolder Richter spricht von »Ehrenmord«.

Detmold (dpa) - Verprügelt und getötet von den eigenen Geschwistern: Die junge Kurdin Arzu Ö. starb, weil sie anders leben wollte, als es die Familie vorschrieb. Jetzt wurden fünf ihrer Geschwister verurteilt. Der Detmolder Richter spricht von »Ehrenmord«.

Der 22-jährige Osman, der im Prozess die tödlichen Schüsse gestanden hatte, muss wegen Mordes ins Gefängnis. Das entschieden die Richter am Mittwoch. Gegen die Geschwister Sirin und Kirer verhängte das Gericht Haftstrafen von zehn Jahren wegen Geiselnahme sowie Beihilfe zum Mord. Die Brüder Elvis und Kemal sollen wegen Geiselnahme für fünfeinhalb Jahre ins Gefängnis (Az.: 4 Ks 31 Js 1086/11-10/12).

Die Geschwister im Alter zwischen 21 und 27 Jahren hatten eingeräumt, Arzu im November vergangenen Jahres entführt zu haben. Die Tötung sei aber nicht geplant gewesen. Das Gericht sprach dagegen von einem »Ehrenmord«.

Hintergrund war nach Ansicht des Gerichts die Beziehung Arzus zu einem deutschen Bäckergesellen. Diese Verbindung habe die jesidische Familie nicht hinnehmen wollen. Jesiden dürfen streng genommen keine Beziehungen außerhalb der Glaubensgemeinschaft haben. Arzu war mehrmals von der Familie verprügelt worden. Daraufhin hatte sie im September 2011 Anzeige erstattet und war ins Frauenhaus geflohen. Die Anklage hatte von ehrbezogenen Motiven gesprochen. Richter Michael Reineke: »Das war fast schon ihr Todesurteil.«

Staatsanwalt Ralf Vetter hatte nicht nur für Osman eine lebenslange Haftstrafe wegen Mordes gefordert, sondern auch für Sirin und Kirer. Auch für Kemal und Elvis hatte der Ankläger höhere Strafen verlangt, nämlich elf und elfeinhalb Jahre wegen Geiselnahme mit Todesfolge. Die Verteidiger plädierten für Strafen zwischen zwei Jahren auf Bewährung und elf Jahren.

Die Geschwister hatten Arzu in der Nacht zum 1. November 2011 gewaltsam aus der Wohnung ihres Freundes entführt. Dann fuhren die zwei Brüder Kemal und Elvis nach Hause. Die drei anderen - Sirin, Kirer und Osman - fuhren mit Arzu im Auto über Hamburg in Richtung Lübeck. Bei einer Rast kam es dann zu zwei tödlichen Kopfschüssen. Die Leiche brachten die Geschwister an den Rand eines Golfplatzes bei Großensee in Schleswig-Holstein. Dort wurde sie erst Mitte Januar gefunden.

Vor dem Gerichtsgebäude warnten die Menschenrechtsorganisationen Terre des Femmes und Peri davor, sogenannte Ehrenmorde mit Verweis auf andere Kulturen zu relativieren. Es dürfe keine Toleranz in Fällen von Gewalt und Willkür geben.

Merkel trifft Karsai
Konflikte
Deutschland und Afghanistan vertiefen Partnerschaft
16.05.12
16:19
39 min
16.05.2012
- 16:52
Berlin (dpa) - Mit Blick auf den geplanten Abzug der Bundeswehr im übernächsten Jahr haben Deutschland und Afghanistan ihre Zusammenarbeit auf eine neue Grundlage gestellt.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Präsident Hamid Karsai unterzeichneten dazu in Berlin ein Partnerschaftsabkommen.

Berlin (dpa) - Mit Blick auf den geplanten Abzug der Bundeswehr im übernächsten Jahr haben Deutschland und Afghanistan ihre Zusammenarbeit auf eine neue Grundlage gestellt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Präsident Hamid Karsai unterzeichneten dazu in Berlin ein Partnerschaftsabkommen.

Merkel versprach nochmals deutsche Hilfe auch über das Ende des Kampfeinsatzes hinaus. Für den Aufbau eigener Sicherheitskräfte soll Afghanistan dann etwa 150 Millionen Euro pro Jahr bekommen.

Karsai hielt sich zu einem eintägigen Besuch in Berlin auf. Deutschland war für ihn Zwischenstopp auf dem Weg zum Nato-Gipfel Ende dieser Woche in Chicago, an dem auch Merkel teilnehmen wird. Die Allianz will dort auch über die Verteilung der Kosten für den weiteren Aufbau der afghanischen Polizei und Armee entscheiden. Pro Jahr werden dafür etwa 4,1 Milliarden US-Dollar (3,2 Milliarden Euro) veranschlagt.

Die USA als größter Truppensteller wollen den Löwenanteil übernehmen. Merkel kündigte an, dass aus Deutschland 190 Millionen Dollar (etwa 148 Millionen Euro) hinzukommen sollen. »Sie können sich darauf verlassen, dass nach 2014 Afghanistan weiter zur Seite gestanden wird«, sagte die Kanzlerin zu Karsai. Wichtig sei aber auch, dass sich die Strukturen dort »transparent entwickeln«. Auch die Sicherheitskräfte müssten sich »an Recht und Gesetz halten«.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte nach einem Treffen mit Karsai, Deutschland habe ein eigenes Interesse daran, dass Afghanistan nicht wieder zum Rückzugsraum für Terroristen werde.

Das neue Abkommen regelt auch die deutsche Hilfe bei Ausbildung und Wiederaufbau sowie die wirtschaftliche Zusammenarbeit. Merkel und Karsai sprachen beide von einem »Meilenstein« in den beiderseitigen Beziehungen. Eine ähnliche Vereinbarung hat Afghanistan bereits mit den USA geschlossen. Bislang zählen die afghanischen Sicherheitskräfte etwa 352 000 Mann. Die Zahl soll nach jetziger Planung bis 2017 auf 228 500 reduziert werden.

Nach einer Umfrage für die Deutsche Presse-Agentur (dpa) sind fast zwei Drittel (65,3 Prozent) der Bundesbürger dafür, dass die Bundeswehr den Hindukusch früher verlässt. In der Befragung des Meinungsforschungsinstituts YouGov sprachen sich nur 20,5 Prozent dafür aus, an dem innerhalb der Nato abgestimmten Zeitplan festzuhalten. Frankreichs neuer Präsident François Hollande will seine Truppen bis Ende 2012 nach Hause holen. Merkel bekräftigte jedoch den vereinbarten Zeitplan.

Der Umfrage zufolge schätzen die Bundesbürger die Zukunft Afghanistans düster ein. 58 Prozent glauben, dass das Land wieder in Chaos und Bürgerkrieg versinkt. Den Einsatz der Bundeswehr, der sich nach 2014 nur noch auf Ausbildung und Sicherung der eigenen Kräfte beschränken soll, hält eine große Mehrheit auch dann noch für höchst gefährlich. 87 Prozent rechnen damit, dass auch dann deutsche Soldaten in Afghanistan sterben werden.

Karsai nutzte den Besuch in Berlin auch dazu, um für deutsche Investitionen zu werben. Afghanistan verfüge über »große mineralische Ressourcen«, von denen auch deutsche Unternehmen profitieren könnten.

Polizei
Innere Sicherheit
Kriminalität steigt - Aufklärungsquote sinkt
16.05.12
15:56
1 hour
16.05.2012
- 16:39
Berlin (dpa) - Erstmals seit sieben Jahren ist die Kriminalität in Deutschland wieder leicht angestiegen.
Nach der am Mittwoch vorgelegten »Polizeilichen Kriminalstatistik« wurden im vergangenen Jahr 5,99 Millionen Straftaten registriert. Dies bedeutet einen Zuwachs um ein Prozent im Vergleich zu 2010.

Berlin (dpa) - Erstmals seit sieben Jahren ist die Kriminalität in Deutschland wieder leicht angestiegen. Nach der am Mittwoch vorgelegten »Polizeilichen Kriminalstatistik« wurden im vergangenen Jahr 5,99 Millionen Straftaten registriert. Dies bedeutet einen Zuwachs um ein Prozent im Vergleich zu 2010.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) verurteilte bei der Vorlage der Zahlen vor allem zunehmende Gewalt gegen Polizisten - und forderte aus aktuellem Anlass die Fußball-Vereine zum Durchgreifen gegen Hooligans auf.

Die Aufklärungsquote bei allen Straftaten sank von 56,0 auf 54,7 Prozent. Wie in den Vorjahren dominieren Diebstahldelikte mit einem Anteil von 40,1 Prozent an der Gesamtkriminalität. 2011 sind diese Delikte um 4,4 Prozent angestiegen. Besonders stark zugenommen haben Wohnungseinbrüche. Bei der Gewaltkriminalität wurde dagegen ein leichter Rückgang verzeichnet. Dies sei jedoch »keine Trendwende«, sagte Friedrich.

Auch die Straßenkriminalität ist wieder leicht um 2,2 Prozent angestiegen. Verglichen mit den 90er Jahren liegt sie aber deutlich niedriger. 2011 wurden in diesem Bereich mehr als eine Million Delikte weniger registriert - ein Minus von 42 Prozent gegenüber 1993. Auch die Kriminalität insgesamt ist in diesem Zeitraum um 11,3 Prozent zurückgegangen. Die Aufklärungsquote stieg von 43,8 auf jetzt 54,7 Prozent.

Erstmals erfasst die Statistik auch Gewalt gegen Polizisten »in Ausübung ihres Dienstes«. 54 800 Polizeibeamte wurden Opfer einer Straftat. »Das ist etwas, was wir nicht hinnehmen können«, sagte Friedrich.

Von den Fußball-Vereinen forderte er ein entschlosseneres Vorgehen gegen Gewalt in den Stadien. Ohne direkt auf die Tumulte beim Relegationsspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC am Dienstagabend einzugehen sagte Friedrich, die Vereine seien in der Pflicht, ihr Hausrecht in den Stadien auszuüben. Kontrollen müssten verschärft, Stadionverbote für Hooligans und Gewalttäter auch bundesweit durchgesetzt werden.

Die erfassten Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern haben 2011 erneut zugenommen: Die Zahl stieg um 4,9 Prozent. In diesem Feld muss nach Ansicht von Experten mit einer hohen Dunkelziffer gerechnet werden. Massiv zugenommen hat der Besitz und die Beschaffung von Kinderpornografie. Hier wurde ein Plus von 23,3 Prozent registriert.

Regional wurden erneut große Unterschiede ermittelt. Das Bundesland mit der geringsten Kriminalität ist wieder Bayern, wo es im Vergleich die wenigsten Straftaten pro 100 000 Einwohner gab. Dahinter folgt Baden-Württemberg. Die meisten Straftaten gab es in Berlin, gefolgt von den anderen beiden Stadtstaaten Bremen und Hamburg. Unter den Großstädten hat München die geringste Kriminalitätsrate, Frankfurt/Main die höchste.

Die Vize-Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Christine Lambrecht, warf Friedrich vor, er glaube seiner eigenen Statistik nicht. Obwohl die Gewalttaten von Jugendlichen um 10,7 Prozent zurückgegangen seien, habe die Koalition den umstrittenen »Warnschussarrest« für jugendliche Straftäter eingeführt.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) machte »völlig verfehlte Sparmaßnahmen bei der Polizei« für die Entwicklung verantwortlich. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) nannte vor allem den Wegfall der Grenzkontrollen Ende 2007 als Ursache des Anstiegs der Kriminalität.

Lafontaine und Bartsch
Parteien
Machtgerangel stürzt Linke in Existenzkrise
16.05.12
15:55
1 hour
16.05.2012
- 16:39
Berlin (dpa) - Der anhaltende Machtkampf bei der Linken spitzt sich zu einer handfesten Existenzkrise der gesamten Partei zu.
Fraktionschef Gregor Gysi warnte am Mittwoch eindringlich vor einer Spaltung, falls es nicht zu einer einvernehmlichen Lösung in der Führungsfrage kommt.

Berlin (dpa) - Der anhaltende Machtkampf bei der Linken spitzt sich zu einer handfesten Existenzkrise der gesamten Partei zu. Fraktionschef Gregor Gysi warnte am Mittwoch eindringlich vor einer Spaltung, falls es nicht zu einer einvernehmlichen Lösung in der Führungsfrage kommt.

Als Kompromiss schlug er den früheren Vorsitzenden Oskar Lafontaine als Parteichef und Vizefraktionschef Dietmar Bartsch als Bundesgeschäftsführer vor. Thüringens Fraktionschef Bodo Ramelow warf Parteichef Klaus Ernst eine »Schmierenkomödie« vor.

Vor dem Parteitag Anfang Juni sympathisieren die Ost-Landesverbände mehrheitlich mit Bartsch, die West-Landesverbände sind überwiegend für Lafontaine. Keiner der beiden Widersacher will klein beigeben.

»Der Sieg der einen über die anderen oder umgekehrt ist kein Weg zur Vereinigung, sondern läuft letztlich auf eine Trennung hinaus«, warnte Gysi. Er appellierte an Lafontaine und Bartsch, zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen. »Oskar Lafontaine müsste auf Dietmar Bartsch zugehen und ihn als Bundesgeschäftsführer vorschlagen und akzeptieren. Und dann müsste Dietmar Bartsch auf Oskar Lafontaine zugehen und ihn als Parteivorsitzenden akzeptieren.«

Gleichzeitig forderte Gysi die Frauen in der Partei mit Ambitionen auf den Vorsitz auf, ihre Kandidatur zu erklären. »Nach unserem Statut können zwei Frauen Parteivorsitzende werden, auf jeden Fall aber nur ein Mann und gleichberechtigt dazu eine Frau. Es wird Zeit, dass sie sich selbst melden und Ansprüche artikulieren.«

Bartsch hatte seine Kandidatur für den Posten des Parteichefs schon vor einem halben Jahr erklärt. Lafontaine ist zu einer Rückkehr an die Linke-Spitze bereit, will eine Kampfkandidatur gegen Bartsch aber vermeiden. Dieser hat bereits erklärt, dass er sich im neuen Linke-Vorstand Lafontaine nicht unterordnen will.

»Ich sehe keinen Grund dafür, meine Kandidatur zurückzuziehen«, sagte Bartsch am Mittwoch dem Sender »Phoenix«. Gleichzeitig machte er klar, dass es auf das Gesamtpaket ankomme. Er wünsche sich »eine kollektive Führung, in der alle an einem Strang ziehen«.

Thüringens Fraktionschef Bodo Ramelow machte die Berliner Parteispitze für den Führungsstreit verantwortlich. Das Agieren von Parteichef Klaus Ernst sei katastrophal, sagte er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. »Er benimmt sich, als wenn er ausschließlich der Pressesprecher von Oskar Lafontaine wäre.« Ernst hatte zuletzt erklärt, er sehe die Mehrheit der Mitglieder hinter einer Kandidatur von Lafontaine. Zudem hätten der Bundesvorsitzende und der Bundesvorstand monatelang keine Gespräche zum Personal geführt.

Eine viereinhalbstündige Spitzenrunde am Dienstag hatte keine Annäherung in dem Machtkampf gebracht. Für den Posten des Bundesgeschäftsführers bewarb sich am Mittwoch der Vorsitzende der Linkspartei in Sachsen-Anhalt, Matthias Höhn, der zu den Unterstützern Bartschs als Parteichef zählt.

Die stellvertretende Parteivorsitzende Katja Kipping ist für einen dritten Weg ohne Bartsch und Lafontaine. Es ist auch eine Doppelspitze mit zwei Frauen im Gespräch. Laut Satzung muss mindestens eine Frau dem Führungsduo angehören. Nach dem Rücktritt der bisherigen Vorsitzenden Gesine Lötzsch aus familiären Gründen hat bisher noch keine Frau ihre Kandidatur für die Nachfolge erklärt.

Der neue Vorstand wird am 2. und 3. Juni auf einem Parteitag in Göttingen gewählt. Vorher soll eine weitere Spitzenrunde mit dem geschäftsführenden Bundesvorstand und den Landeschefs beraten.

Wirtschaft

E.ON Erdgasspeicher
Energie
Milliardendeal: Eon verkauft Gasnetz an Finanzinvestoren
16.05.12
16:36
23 min
16.05.2012
- 16:52
Düsseldorf (dpa) - Europas wichtigstes Gasnetz für die Versorgung von 40 Millionen Haushalten in Deutschland und Nachbarländern wechselt den Besitzer.
Der Energieriese Eon verkauft seine 12 000 Kilometer langen Pipelines für 3,2 Milliarden Euro an eine Gruppe von Finanzinvestoren, wie der Düsseldorfer Konzern mitteilte.

Düsseldorf (dpa) - Europas wichtigstes Gasnetz für die Versorgung von 40 Millionen Haushalten in Deutschland und Nachbarländern wechselt den Besitzer. Der Energieriese Eon verkauft seine 12 000 Kilometer langen Pipelines für 3,2 Milliarden Euro an eine Gruppe von Finanzinvestoren, wie der Düsseldorfer Konzern mitteilte.

Für Eon ist der Verkauf ein großer Schritt beim Schuldenabbau. Die Transaktion soll im dritten Quartal abgeschlossen werden. Nötig ist grünes Licht von Bundeskartellamt und Bundeswirtschaftsministerium. Zu dem Erwerberkonsortium um die australische Bank Macquarie gehört neben Investoren aus Kanada und Abu Dhabi auch der deutsche Versicherungsriese Munich Re/Ergo. Für Investoren aus der Finanzwelt bieten die Eon-Fernleitungen zum Transport von Erdgas aus Russland, Norwegen und den Niederlanden attraktive und stabile Erträge.

Eon Ruhrgas hatte das Netzgeschäft 2010 auf Druck der Europäischen Kommission vom Gashandel getrennt und in die eigenständige Tochter Open Grid Europe (OGE) ausgegliedert, die jetzt verkauft wird. Durch die ein bis zwei Meter dicken und unterirdisch verlaufenden Rohrleitungen fließt jährlich ein Volumen von 660 Milliarden Kubikmeter Erdgas. Die Essener Gesellschaft OGE hat 1600 Mitarbeiter und beliefert 450 nationale und internationale Kunden. Das Fernleitungsnetz gilt mit seinen Pipelines in Ost-West-Richtung sowie in Nord-Süd-Richtung als die Drehscheibe für Gas in Europa.

Der Verkauf des Eon-Ferngasnetzes hat nach Einschätzung von Aktionärsschützern keine direkte Auswirkungen auf die Verbraucher. Bei Stromfernleitungen gebe es allerdings großen Investitionsbedarf, sagte der Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, Thomas Hechtfischer. »Wie kriegt man den Strom von den Windparks an der Küste dahin, wo er gebraucht wird.« Bei den Stromnetzen stünden Finanzinvestoren als neue Eigentümer in der Verantwortung. Neben Kapital gehe es um erforderliche Genehmigungen.

Die Trennung vom Ferngasnetz ist Teil eines Verkaufsprogramms bei Eon, um Schulden abzutragen. Damit können auch Belastungen aus dem deutschen Atomausstieg besser verkraftet werden. Die Verkaufspläne hatte Eon-Chef Johannes Teyssen aber schon vor der energiepolitischen Wende angekündigt. Von 15 Milliarden Euro, die Eon bis Ende 2013 mit Verkäufen erlösen will, seien jetzt über 12 Milliarden Euro erreicht.

Verkauft hat Eon bereits ein britisches Stromnetz, eine Beteiligung am russischen Gasriesen Gazprom sowie ein italienisches Gasnetz. Geplant ist auch der Verkauf Eon Energy from Waste, dem Geschäft mit Müllverbrennungsanlagen. Laut Finanzvorstand Markus Schenck war Eon dort zuletzt noch nicht ganz so weit. Berichten zufolge haben Interessenten Angebote von bis zu 1,5 Milliarden Euro abgegeben, Eon soll ursprünglich 2 Milliarden Euro angestrebt haben. Eon mit Sitz in Düsseldorf ist der größte deutsche Energiekonzern.

Zu Macquarie passt der Kauf des Eon-Gasnetzes, da die Australier Ende 2010 schon das Gasfernleitungsnetz von RWE übernommen hatten. Der Vermögensverwalter von Munich Re/Ergo, Meag, hatte sich 2011 bereits am Höchstspannungsnetzbetreiber Amprion beteiligt, der aus dem zweitgrößten deutschen Energiekonzern RWE hervorgegangen ist.

IG Metall-Fahne
Tarife
Metall-Tarifverhandlungen treten weiter auf der Stelle
16.05.12
16:34
24 min
16.05.2012
- 16:52
Sindelfingen (dpa) - Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie starten IG Metall und Arbeitgeber an diesem Freitag einen neuen Anlauf, um den ersten groß angelegten Streik seit zehn Jahren zu verhindern.

Sindelfingen (dpa) - Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie starten IG Metall und Arbeitgeber an diesem Freitag einen neuen Anlauf, um den ersten groß angelegten Streik seit zehn Jahren zu verhindern.

Die Tarifgespräche im möglichen Pilottarifbezirk Baden-Württemberg endeten am frühen Mittwochmorgen nach 18 Stunden Marathonverhandlung zwar ohne eine wegweisende Annäherung, wie IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann erklärte.

Die Gewerkschaft ist aber bereit, die Verhandlungen fortzusetzen. Dies verlautete am Mittwoch in Stuttgart aus Gewerkschaftskreisen. Sie dürften bundesweite Signalwirkung für alle 3,6 Millionen Beschäftigten in Deutschlands Schlüsselbranche haben.

»Es wurden Fortschritte erzielt, aber noch keine ausreichenden«, sagte Hofmann. Er sehe weiterhin die Gefahr einer Urabstimmung über einen Arbeitskampf, der in den Pfingstferien starten könnte. Südwestmetall-Vorsitzender Rainer Dulger zeigte sich zuversichtlich: »Ich gehe fest davon aus, dass wir uns am Freitag treffen und die Verhandlungen fortsetzen.« In einigen wesentlichen Punkten seien Annäherungen erzielt worden - über Details hätten die beiden Seiten aber Stillschweigen vereinbart.

Knackpunkt bei den nächtlichen Gesprächen waren weiterhin die Themen unbefristete Azubi-Übernahme und Regelungen für die umstrittene Leiharbeit. Zu Diskussionen über die Entgeltforderungen sei es noch nicht gekommen. Die IG Metall will 6,5 Prozent mehr Geld. Die Arbeitgeber hatten drei Prozent für 14 Monate geboten und gehen davon aus, dass das Thema auch am Freitag auf der Agenda steht. Dulger meinte: »Auch hier sollte eine faire Lösung möglich sein.« Dann könne ein Gesamtpaket geschnürt werden. Auch Hofmann betonte: »Wir haben neben den qualitativen Themen weiter vollkommen offen die Frage der Entwicklung der Entgelte.«

Die Gewerkschaft hatte wiederholt bekräftigt, dass in der inzwischen fünften Runde die Fronten brechen müssten, um das letzte Mittel Arbeitskampf noch abzuwenden. Zuletzt hatte es Urabstimmungen und tagelange Streiks im Jahr 2002 gegeben.

Aus Sicht des Arbeitgeberverbandes ist eine friedliche Einigung aber in »greifbare Nähe« gerückt. Einen anderen Zungenschlag hat die Bewertung der Gewerkschaft, die betont, dass man sich in einigen wichtigen Punkten noch nicht geeinigt habe. Hofmann sagte vor Journalisten: »Ich bedauere es außerordentlich, dass wir nicht zum Punkt gekommen sind, dass ich Ihnen heute sagen kann: "Wir haben belastbare und für beide Seiten tragbare Ergebnisse erreicht".«

Kurz vor der Unterbrechung hatten die Delegationen Papier ausgetauscht, hektisch telefoniert und Gespräche in den unterschiedlichsten Zusammensetzungen geführt. Dabei berieten Dulger und Hofmann auch unter vier Augen und hielten Rücksprache mit ihren jeweiligen Bundesspitzen, Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser und IG-Metall-Chef Berthold Huber, die beide nach Sindelfingen gekommen waren.

Woran genau es bei den Streitthemen Leiharbeit und Azubi-Übernahme noch hakt, ist nicht bekanntgeworden. Die Arbeitgeber fühlen sich aber generell durch diese Ziele in ihrer unternehmerischen Freiheit zu stark beschnitten und pochen darauf, die Belegschaft möglichst flexibel halten zu können - das sei für die Wettbewerbsfähigkeit unerlässlich. Sie hatten in die Gespräche sogar eigene Forderungen nach mehr Flexibilität eingebracht.

Die IG Metall will beim Thema Azubi-Übernahme erreichen, dass die jungen Menschen in der Regel unbefristet übernommen werden. Aber bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Unternehmens, bei Ausbildung über Bedarf und bei personenbedingten Problemen könne davon abgewichen werden. Die Arbeitgeber wollen sich zwar Nachwuchskräfte sichern, lehnen bislang aber jeglichen Zwang ab - über die bisherige Übernahme nach der Lehre für zwölf Monate hinaus.

Mario Draghi
EU
EZB-Chef für Verbleib von Griechenland in der Eurozone
16.05.12
16:28
30 min
16.05.2012
- 16:52
Frankfurt/Main (dpa) - Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) Mario Draghi wünscht sich den Verbleib Griechenlands in der Eurozone.
Es sei die »starke Präferenz« der EZB, dass Griechenland Mitglied der Eurozone bleibe, sagte Draghi am Mittwoch in Frankfurt.

Frankfurt/Main (dpa) - Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) Mario Draghi wünscht sich den Verbleib Griechenlands in der Eurozone. Es sei die »starke Präferenz« der EZB, dass Griechenland Mitglied der Eurozone bleibe, sagte Draghi am Mittwoch in Frankfurt.

Die Entscheidung über die Zukunft von Griechenland in der Eurozone werde jedoch nicht von der EZB getroffen. Die Regierungen in der Eurozone hätten bedeutsame Reformen durchgeführt, sagte Draghi. Es seien wichtige Schritte in der Fiskalpolitik ergriffen worden. Der Schuldenstand dürfte im kommenden Jahr seinen Höhepunkt erreicht haben. Die Erfolge würden jedoch nicht ausreichend gewürdigt.

Facebook
Computer
Facebook bringt mehr Aktien unters Volk
16.05.12
16:00
58 min
16.05.2012
- 16:52
New York (dpa) - Facebook steht endgültig vor einem der größten Börsengänge aller Zeiten.
Weil sich die Investoren um einen Anteil am boomenden Sozialen Netzwerk reißen, verkaufen die Alteigentümer um Gründer Mark Zuckerberg mehr eigene Aktien als ursprünglich geplant.

New York (dpa) - Facebook steht endgültig vor einem der größten Börsengänge aller Zeiten. Weil sich die Investoren um einen Anteil am boomenden Sozialen Netzwerk reißen, verkaufen die Alteigentümer um Gründer Mark Zuckerberg mehr eigene Aktien als ursprünglich geplant.

Das treibt die Gesamteinnahmen um satte 25 Prozent hoch. Mit einem Volumen von 16 Milliarden Dollar (12,3 Mrd Euro) rückt Facebook in die absolute Topliga der Börsengänge auf.

Wie aus dem am Mittwoch aktualisierten Börsenprospekt hervorgeht, wechseln nun 421 Millionen Anteilsscheine zu einem Stückpreis zwischen 34 und 38 Dollar den Besitzer. Ursprünglich sollten 337 Millionen Aktien auf den Markt kommen - und das zu einem geringeren Einzelpreis. Die Preisspanne hatte Facebook erst am Vortag angehoben. Ganz zu Beginn hatte Facebook gerade einmal Einnahmen von 5 Milliarden Dollar angepeilt und damit weniger als ein Drittel der aktuellen Summe.

Zusammen mit der sogenannten Mehrzuteilungsoption - eine Art Aktienreserve der beteiligten Banken - könnte der Börsengang sogar auf bis zu 18,4 Milliarden Dollar anschwellen. Damit würde Facebook an die beiden größten Börsengänge der US-Geschichte anschließen: Die Kreditkartenfirma Visa hatte 2008 inklusive Mehrzuteilung 19,7 Milliarden Dollar eingenommen und der Autokonzern General Motors im Jahr 2010 nach seinem Neustart 18,1 Milliarden Dollar. Noch größer waren lediglich die Börsengänge dreier chinesischer Finanzkonzerne.

Der endgültige Preis wird erst kurz vor dem ersten Handelstag an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq bekanntgegeben. Das dürfte der kommende Freitag sein (18. Mai). Es wäre der krönende Abschluss monatelanger Vorbereitungen. Zu den Banken, die beim Börsengang helfen, gehört auch die Deutsche Bank. Privatanleger werden es allerdings schwer haben, gleich zu Beginn Aktien zu erhalten. Wie üblich wird der Großteil der Anteilsscheine an institutionelle Investoren wie Pensionsfonds gehen.

Zu den Alteigentümern, die nun Kasse machen, gehört die Investmentbank Goldman Sachs. Der Wall-Street-Koloss und seine Kunden hatten vor einem guten Jahr kräftig in Facebook investiert und könnten nun im besten Falle rund 1,1 Milliarden Dollar erlösen. Statt geplanter 13,2 Millionen wird Goldman Sachs 28,7 Millionen Aktien abstoßen. Auch einige Facebook-Manager und Verwaltungsratsmitglieder verkaufen mehr Anteilsscheine. Gründer Zuckerberg selbst wird weiterhin 30,2 Millionen Aktien hergeben, um Steuern zu bezahlen. Er behält jedoch auch nach dem Börsengang die Kontrolle über Facebook.

Der Anstieg der Einnahmen dürfte die Diskussion darüber weiter anfachen, ob Facebook nicht doch überbewertet ist. Im vergangenen Jahr machte das Unternehmen gerade einmal 3,7 Milliarden Dollar Umsatz und 1 Milliarde Dollar Gewinn. Andere Internetfirmen, die jüngst an die Börse gegangen waren, kosten mittlerweile deutlich weniger als zum Start. Ein Beispiel ist das Schnäppchenportal Groupon, das seine Aktien zu 20 Dollar ausgegeben hatte. Heute bekommen die Anleger noch 12 Dollar dafür.

Facebook besitzt jedoch einen Schatz: seine rund 900 Millionen Mitglieder. In Deutschland sind es nach Daten des IT-Analyse-Unternehmens Social Bakers 23,6 Millionen. Sein Geld macht das Netzwerk durch Werbung - und die Einnahmen müssen noch viel kräftiger sprudeln, will Facebook seine angepeilte Gesamtbewertung von mehr als 100 Milliarden Dollar rechtfertigen.

Der Opel-Mutterkonzern General Motors überprüft aber gerade, ob sich Anzeigen auf Facebook überhaupt lohnen. »Es ist nicht ungewöhnlich für uns, dass wir unsere Ausgaben zwischen den verschieden Medien verschieben«, erklärte ein Sprecher auf Anfrage. Nach Informationen von US-Medien ist die Entscheidung in Sachen Facebook bereits gefallen: GM werde seine Anzeigen stoppen, weil die Kunden damit schlicht nicht erreicht würden.

Es geht zwar nur um ein Budget von 10 Millionen Dollar - für Facebook wäre es jedoch ein negatives Signal zur denkbar schlechtesten Zeit. General Motors ist einer der größten Werbetreibenden. Unabhängig von klassischen Anzeigen betreibt der Konzern auch eine eigene Facebook-Seite. Deren Inhalte seien »effektiv und wichtig«, sagte Marketingchef Joel Ewanick dem »Wall Street Journal«.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) forderte am Mittwoch Facebook-Gründer Mark Zuckerberg in einem offenen Brief auf, den Verbraucher- und Datenschutz nachhaltig zu verbessern. Das Netzwerk weise große Defizite im Bereich Nutzersupport und Datenschutz auf, die dringend angegangen werden müssen. Facebook müsse angesichts seines Börsengangs die Unternehmenspolitik überdenken und den Verbraucherschutz ernsthaft verbessern, verlangte die Organisation.

Sport

Zuversichtlich
Fußball
Trotz Störfällen: Löw hält am Titelziel fest
16.05.12
15:48
1 hour
16.05.2012
- 16:39
Porto Cervo (dpa) - Joachim Löw mag noch so sehr mit den vielen Störfällen in der Vorbereitung hadern, vom Ziel des Titelgewinns bei der Fußball-Europameisterschaft rückt er nicht ab.

Porto Cervo (dpa) - Joachim Löw mag noch so sehr mit den vielen Störfällen in der Vorbereitung hadern, vom Ziel des Titelgewinns bei der Fußball-Europameisterschaft rückt er nicht ab.

»Stand heute sind wir völliger Außenseiter«, antwortete der Bundestrainer auf Sardinien zunächst auf die Frage, ob er seine Ansprüche aktuell zurückschraube. Das war natürlich nur ein Scherz. »Nein«, fuhr er mit fester Stimme fort, »ich ändere nicht ständig meine Erwartungen.« Er sei »absolut tiefenentspannt«, schummelte der 52-Jährige sogar bei seiner ersten Ansprache an die Fußball-Nation während des Trainingslagers auf der italienischen Ferieninsel, wo er inzwischen immerhin mit 17 Akteuren arbeiten kann. »Die Vorbereitung wird letztendlich ganz gut hinhauen mit allen Hürden, die wir haben«, versprach Löw den Fans daheim: »Unsere Mannschaft wird gut präpariert ins Turnier gehen.«

Löw verwies 24 Tage vor dem ersten Gruppenspiel gegen Portugal mit Superstar Cristiano Ronaldo nochmals auf die »Weltklasseleistungen« seines jungen Teams bei etlichen Länderspielen in der jüngeren Vergangenheit, sprach von Spitzenwerten im läuferischen Bereich und bei Ballkontaktzeiten. Einziges Problem: Schweinsteiger, Klose, Podolski & Co. müssen bis zum ersten Turnierspiel am 9. Juni wieder in ihrer besten Verfassung sein. »Wer im Turnier weit kommen will, braucht sechsmal eine Topleistung - von allen«, betonte Löw.

Das Eintreffen der fünf Dortmunder Double-Sieger auf Sardinien und die bevorstehende Ankunft der spanischen Meister Mesut Özil und Sami Khedira am Sonntag im zweiten Camp in Südfrankreich hat die Stimmung des Bundestrainers aufgehellt. Mit Mats Hummels, Marcel Schmelzer, Mario Götze, Ilkay Gündogan und Sven Bender führte er am Vormittag gleich Einzelgespräche. »Sie haben gemerkt, dass die Feierlichkeiten sehr anstrengend sein können«, berichtete Löw danach lächelnd.

Das BVB-Quintett sei »ohne Blessuren« angereist und blicke mit Vorfreude den anstehenden neuen Aufgaben entgegen. »Sie zeigen schon wieder Motivation, hier im Training Gas zu geben«, berichtete Löw. Am Mittwoch bekam der DFB-Tross im Teamhotel auch unangekündigten Besuch von Dopingkontrolleuren, die fünf Spieler testeten.

Löw rief mit dem Eintreffen der Dortmunder einen »sich langsam aufbauenden Konkurrenzkampf« aus. Leistungen in Bundesliga oder Pokal spielten für ihn keine Rolle mehr: »Entscheidend ist jetzt, was ein Spieler hier vor Ort zeigt.« Hochbelastete Borussen wie Hummels und Schmelzer sollen zunächst dosiert üben, die längere Zeit verletzten Mario Götze und Sven Bender müssen dagegen sofort richtig ran. »Sie müssen jetzt draufpacken«, kündigte Löw an. Dies gelte ebenfalls für die in der Rückrunde lange ausgefallenen Per Mertesacker und Miroslav Klose.

Ein Spezialprogramm soll auch Lukas Podolski nach muskulären Problemen und dem bitteren Bundesliga-Abstieg mit dem 1. FC Köln wieder herstellen. Löw plant fest mit dem gebürtigen Polen für seine EM-Wunschelf: »Wir brauchen wie bei der WM 2010 wieder einen starken Lukas Podolski.« Nach dem Umzug von Sardinien nach Südfrankreich am Freitag soll der Außenstürmer ins Mannschaftstraining einsteigen.

Löw wird zum Pragmatiker. Er hat sich davon verabschiedet, alle geplanten Trainingsinhalte »voll umfänglich durchziehen« zu können. Das intensive Einüben von Standards etwa muss ausfallen: »Wir werden trotzdem das eine oder andere Standardtor schießen«, glaubt er. Auch erste taktische Überlegungen gab Löw preis: So betrachtet er den wendigen und ballgewandten Gladbacher Marco Reus, »einen der Spieler der Saison«, auch als Alternative für das Sturmzentrum, »wenn es ganz eng ist im Strafraum. Er ist anspielbar in der letzten Linie.«

Flexibilität ist gefragt. Da Löw erst nach dem Eintreffen der Bayern-Spieler am 25. Mai mit der gesamten Mannschaft arbeiten kann, erwägt er, in Südfrankreich oder auch nach dem Bezug des EM-Quartiers in Polen am 4. Juni noch Übungsspiele gegen Juniorenteams zu bestreiten. Fix sind die Länderspiele am 26. Mai in Basel gegen die Schweiz sowie am 31. Mai in Leipzig gegen Israel. »Ein offizielles Spiel kommt nicht dazu«, erklärte Löw.

Massen
Fußball
Fortuna zwischen Himmel und Hölle - Hertha-Protest?
16.05.12
14:52
2 hrs
16.05.2012
- 15:39
Düsseldorf (dpa) - Nach einem Fußball-Abend zwischen Himmel und Hölle fehlt Fortuna Düsseldorf die letzte Gewissheit über den Aufstieg in die Bundesliga.
Hertha BSC berät nach den skandalösen Fan-Tumulten über einen Protest. Der DFB-Kontrollausschuss hat die Ermittlungen aufgenommen.

Düsseldorf (dpa) - Nach einem Fußball-Abend zwischen Himmel und Hölle fehlt Fortuna Düsseldorf die letzte Gewissheit über den Aufstieg in die Bundesliga. Hertha BSC berät nach den skandalösen Fan-Tumulten über einen Protest. Der DFB-Kontrollausschuss hat die Ermittlungen aufgenommen.

»Ich sehe keinen Handlungsbedarf für einen Protest und gehe fest davon aus, dass wir aufgestiegen sind«, sagte Fortuna-Manager Wolf Werner nach dem 2:2 im Relegations-Rückspiel.

»Ich weiß gar nicht, ob ich mich nach diesen Bildern am Schluss des Spiels freuen soll«, sagte Düsseldorfs Vorstandsvorsitzender Peter Frymuth zu den Krawallszenen in der Esprit-Arena. Bereits nach dem 2:1 in der 59. Minute musste Referee Wolfgang Stark die Partie erstmals unterbrechen, weil aus dem Hertha-Block Feuerwerkskörper auf den Rasen geworfen wurden. Richtiges Chaos brach jedoch in der Nachspielzeit beim Stande von 2:2 durch Raffael (85.) aus. Sieben Minuten Verlängerung hatte der Linienrichter angezeigt, doch schon nach knapp sechs stürmten Hunderte Fortuna-Anhänger in den Innenraum.

»Die Fans sind nach einem geglaubten Abpfiff auf das Spielfeld gelaufen. Wir haben dann aber alles getan, um sie wieder aus dem Innenraum zu bringen«, erklärte Werner. Da der Unparteiische Stark dennoch nach 21-minütiger Unterbrechung das Spiel fortsetzte, ist für ihn die Sachlage klar: »Damit ist die Spielwertung nicht gefährdet.«

Dafür bangte Hertha-Manager Michael Preetz um das Leben seiner Profis. »Ich glaube, die Sicherheit für die Spieler war nicht mehr gewährleistet. Da ist es schwierig für sie, wieder aus der Kabine zu kommen«, sagte Preetz. Erst Schiedsrichter Stark musste die Berliner dazu bewegen, wieder aus den Katakomben zu kommen. Zuvor hatte er sich bei der Polizei versichert, ob eine gefahrlose Fortsetzung gewährleistet werden könnte.

»Der Schiedsrichter hat die Mannschaft nicht wegen des Fußballs auf den Platz zurückgeführt, sondern nur auf Bitten der Polizei, um eine Eskalation - man hat von einem Blutbad gesprochen - zu verhindern«, behauptete Hertha-Anwalt Christoph Schickhardt im »Morgenmagazin« von ARD und ZDF. »Ich finde das total überzogen«, entgegnete Werner ungehalten. Lob erhielt Stark vom Chef der DFB-Schiedsrichter für sein umsichtiges Handeln. »Aus unserer Sicht hat er das sauber bis zum Ende abgewickelt«, erklärte Herbert Fandel.

Hertha muss nach Schickhardts Angaben bis Donnerstag Einspruch gegen die Wertung des Spiels einlegen. Der Fortuna würde im Extremfall ein Wiederholungsspiel drohen, wahrscheinlicher aber eine saftige Geldstrafe oder eine Partie vor einer Geisterkulisse. Die Berliner hatten das Hinspiel mit 1:2 verloren und sind nach dem 2:2 - vorbehaltlich einer DFB-Entscheidung - zum sechsten Mal aus der Bundesliga abgestiegen.

»Die Mannschaft ist cool geblieben«, sagte Fortuna-Stürmer Thomas Bröker am Ende eines turbulenten Abends. Die Party nach dem Bundesliga-Comeback nach 15 Jahren wollten er und seine Mitspieler sich aber nicht verderben lassen. »Wir sind alle überglücklich. Es ist wohl für jeden einzelnen der schönste Moment in unserem Leben«, sagte Torschütze Ranisav Jovanovic. »Ich kann nur jedem sagen: »Das ist kein Traum mehr, sondern nun Realität.« Ziemlich nahe gerückt war der fünfte Aufstieg nach 1966, 1971, 1989 und 1995 schon nach 25 Sekunden, als Maximilian Beister das Führungstor geschossen hatte.

»Dieses Spiel war Fortuna-like. Nach dem 2:2 mussten wir noch mal zittern«, sagte Düsseldorfs-Trainer Norbert Meier. »Die wichtigste Erkenntnis ist für mich heute: Wir können nicht mehr aufsteigen. Dieses Wort kann ich nicht mehr hören.« Für Manager Werner ist der Höhenflug - von 2002 bis 2004 spielte Fortuna noch in der viertklassigen Oberliga - kaum zu glauben: »Ich hatte vor Jahren eine Vision aufgezeigt, wie wir in den Profi-Fußball zurückkehren können. Da hat man mir gesagt, wer Visionen hat, gehört ins Krankenhaus.«

Hertha BSC wird in der Saison 2012/13 wohl wieder in die 2. Liga spielen. »Es ist ein sehr bitterer Abend für den Verein und die Fans«, sagte der Berliner Mittelfeldspieler Peter Niemeyer. Trotz des Absturzes will Hertha-Präsident Werner Gegenbauer an dem umstrittenen Manager Michael Preetz festhalten: »Für mich ist es völlig unstrittig, dass er in seiner Position bleibt.«

Für Otto Rehhagel fand seine mutmaßliche letzte Traineraufgabe ein erfolgloses Ende. »Jetzt können wir eine Nacht weinen, dann müssen die Augen nach vorne gerichtet und die Mannschaft verstärkt werden, um einen Neustart zu machen«, sagte der 73-Jährige. Die Tumulte bezeichnete er als Katastrophe. »Ich habe so etwas noch nie erlebt.«

Vorfreude
Fußball
Countdown zum Jahrhundertspiel - Löw glaubt an Bayern
16.05.12
14:47
2 hrs
16.05.2012
- 15:39
München (dpa) - Auf zum Jahrhundertspiel! Nach einem trainingsfreien Tag zur Bewältigung des Dortmund-Traumas und zum Krafttanken ist der FC Bayern mit Vollgas in die unmittelbare Vorbereitung auf sein Heim-Finale gegen den FC Chelsea gestartet.

München (dpa) - Auf zum Jahrhundertspiel! Nach einem trainingsfreien Tag zur Bewältigung des Dortmund-Traumas und zum Krafttanken ist der FC Bayern mit Vollgas in die unmittelbare Vorbereitung auf sein Heim-Finale gegen den FC Chelsea gestartet.

»Man sieht, worum es geht am Samstag. Anspannung und Konzentration wachsen von Stunde zu Stunde«, berichtete Fußball-Nationaltorhüter Manuel Neuer nach einer »harten« Einheit am Mittwoch. »Wir können es natürlich kaum noch erwarten. Es ist das Highlight der Saison. Wir freuen uns alle riesig drauf und ich hoffe, dass man die Freude dann auf dem Platz sehen wird.«

Keiner fürchtet sich, die 2:5-Pokalschlappe hin oder her, alle blicken mit riesengroßer Zuversicht auf das ersehnte Heim-Finale. »Es kommt immer näher, deswegen wird die Vorfreude auch immer größer«, verkündete Mario Gomez und durfte sich über aufmunternde Worte aus dem DFB-Lager auf Sardinien freuen. »Sie werden richtig heiß laufen. Rein gefühlsmäßig sage ich, sie werden es schaffen«, erklärte Bundestrainer Joachim Löw.

Das Spiel am Samstag in der Münchner Allianz Arena wird in höchste Fußball-Dimensionen vorstoßen. Rund 2000 Journalisten werden nach FCB-Angaben berichten, über 200 Millionen Live-Zuschauer an den Bildschirmen erwartet, in mehr als 200 Ländern ist das Spiel zu sehen. Und überall in der Stadt werden die Münchner Profis in fast jeder Minute an »das Highlight in der Geschichte des FC Bayern« erinnert, wie es Präsident Uli Hoeneß nannte. Man versuche sich irgendwie abzulenken, sagte Gomez. Aber das ist alles andere als leicht. Im Radio, in den Zeitungen, auf dem Weg zum Training - überall ist der bayerische Traum sichtbar.

»Man denkt viel öfters als sonst vor einem Spiel an mögliche Situationen, an Dinge, die passieren, können und deswegen glaube ich, spürt schon jeder Spieler, dass es etwas ganz Besonderes ist«, schilderte Gomez und hatte die Pokal-Pleite gegen Borussia Dortmund längst abgeschüttelt. »Wir haben jetzt ein viel zu großes Ziel, als dass wir uns noch groß Gedanken oder Sorgen darüber machen müssen, was denn da abgelaufen ist oder nicht.« Und trotz der fünf denkwürdigen Gegentreffer habe man »keine Angst, kein komisches Gefühl, sondern absolutes Vertrauen in die Spieler, die spielen.«

Auch Ehrenpräsident Franz Beckenbauer ist nicht »bange«. »Die Mannschaft wird gegen Chelsea gewinnen«, versicherte der »Kaiser«. Wie Hoeneß will er den Samstag nur genießen. »Das wäre sicher das Größte, was man im Clubfußball erreichen kann«, hob der Präsident in der »Süddeutschen Zeitung« hervor. Und auf dem Weg zu einer siegreichen Truppe für die vom Portugiesen Pedro Proença geleitete Partie waren nicht nur Trainer Jupp Heynckes und die Mannschaft gefordert. »Glauben Sie mir, dass der ganze Verein diese Woche daran arbeiten wird, das Selbstvertrauen unserer Mannschaft wieder aufzubauen«, sagte Hoeneß.

Dazu muss die wegen Sperren für David Alaba, Holger Badstuber und Luiz Gustavo veränderte Abwehr gegen Didier Drogba & Co. wieder an Format im Vergleich zu Dortmund gewinnen. »Das hatte ja nichts mit Defensivverhalten zu tun, das waren einfach individuelle Fehler, die wir da gemacht haben. Dann ist egal, in welcher Formation du da spielst«, sagte der Angreifer. »Das Gute ist vielleicht dann aber auch, dass wir jetzt schon alle Fehler gemacht haben und am Samstag keine mehr machen.«

»Bloß keine Zweifel« heißt das Motto beim FC Bayern, egal wie schlimm die Niederlage gegen die Borussia war. Man sei ein bisschen zur Ruhe gekommen am freien Tag und habe sich seine Gedanken machen können, sagte Neuer. Bei ihm sind zum Verdauen einer Niederlage »meistens 48 Stunden« nötig, »bei so einem wichtigen Spiel vielleicht ein bisschen länger«. Nun wird der komplette Fokus auf den größten Titel im europäischen Vereins-Fußball gerichtet. »Wir wissen spätestens seit Samstag, wie schwer das einem fällt, Titel liegen zu lassen«, sagte Neuer.

Dass Trainer Heynckes im Falle eine Triumphes und auf dem Höhepunkt seiner Bayern-Amtszeit abtritt, befürchtet Hoeneß nicht. »Das schließe ich aus, weil wir dieses Thema intern schon angesprochen und diskutiert haben. Jupp Heynckes wird auch im nächsten Jahr unser Trainer sein. Jupp ist keiner, der aus einer Emotion heraus fahnenflüchtig wird. Das lässt sein Charakter gar nicht zu«, erklärte der Präsident.

Abschiedsvorstellung
Fußball
Rehhagels letzte Mission im Chaos gescheitert
16.05.12
14:18
3 hrs
16.05.2012
- 15:13
Düsseldorf (dpa) - Er kam aus der Fußball-Rente und sollte die »alte Dame« Hertha BSC wieder flott bekommen.
Doch nach dem Scheitern seiner waghalsigen Mission dürfte für Otto Rehhagel als Trainer nach 40 Jahren auf der Bank endgültig der letzte Vorhang gefallen sein.

Düsseldorf (dpa) - Er kam aus der Fußball-Rente und sollte die »alte Dame« Hertha BSC wieder flott bekommen. Doch nach dem Scheitern seiner waghalsigen Mission dürfte für Otto Rehhagel als Trainer nach 40 Jahren auf der Bank endgültig der letzte Vorhang gefallen sein.

Sein Verein steht jetzt vor einem Scherbenhaufen, die Zukunft ist ungewisser denn je. Der 73 Jahre alte Fußball-Lehrer ließ sich nach dem skandalösen Relegationsrückspiel bei Fortuna Düsseldorf noch ein kleines Hintertürchen offen. »Wenn man zwei solch dramatische Spiele miterlebt hat, muss man sich erst selbst runterfahren. Da brauche ich noch ein paar Tage dazu. Dann werde ich in mich gehen und sehen, was die Zukunft bringt. Aber meine Zeit hier in Berlin war von Anfang an nur bis zum Saisonende angelegt.«

Das 2:2 in der Esprit-Arena besiegelte nach der 1:2-Niederlage fünf Tage zuvor - rein sportlich gesehen - den sechsten Abstieg der Hertha aus der Bundesliga. Ob es dabei bleibt, muss nun womöglich die Gerichtsbarkeit des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) entscheiden, sollte Hertha Einspruch gegen die Wertung des Spiels einlegen. Eine Entscheidung darüber war bis Mittwochmittag noch nicht gefallen.

»Es ist unsere Verantwortung, darüber nachzudenken. Das sind wir auch unseren Fans schuldig«, hatte Manager Michael Preetz zu mitternächtlicher Stunde nach der Partie erklärt, die wegen des Werfens von Feuerwerkskörpern und Zünden von Bengalos mehrfach vor dem Abbruch stand und insgesamt dreimal unterbrochen wurde.

Rund eine Minute vor Ende der Nachspielzeit stürmten Hunderte Fans auf den Rasen. Letztlich gelang es dem umsichtigen Schiedsrichter Wolfgang Stark doch noch, die Partie mit Hilfe der Polizei und den Ordnungskräften zu Ende zu bringen.

Er habe schon viel erlebt, aber solch ein Chaos war selbst für einen »alten Hasen« mit mehr als 1000 Partien als Spieler und Coach Neuland: »Die Begleitumstände sind natürlich eine Katastrophe«, gestand Rehhagel. Er kritisierte, dass sich die Zuschauer immer mehr »das Recht herausnehmen, auf das Spiel einzuwirken«.

Als Trainer sei man hilf- und machtlos, »wenn da Hunderte oder Tausende kommen«, sagte der Essener, der sich zu seinem Karriereende einen würdigeren Rahmen gewünscht hätte. »Natürlich bin ich enttäuscht. Wir sind alle Sportler und wollen, dass das Spiel fair zu Ende geht und dass die Leute ihre Freude haben.«

Nach der gescheiterten Rettungsmission fällt Berlin nun in die Peinlichkeit zurück, einzige Hauptstadt Europas ohne Erstliga-Verein zu sein. Und ob die Bundesliga-Rückkehr wie nach dem Abstieg vor zwei Jahren erneut auf Anhieb gelingt, scheint mehr als fraglich. Obwohl Hauptsponsor Deutsche Bahn sein Engagement auch in Liga zwei aufrechterhält, muss Hertha nun sparen. Der Mannschaft droht der Ausverkauf.

Die finanziellen Möglichkeiten zum Wiederaufstieg seien nicht vorhanden, deutete der stellvertretende Aufsichtsratschef Andreas Schmidt die prekäre Situation schon an. Statt 25 Millionen stehen dem von 37,5 Millionen Schulden gedrückten Verein künftig nur noch etwa zehn Millionen Euro für das Personal zur Verfügung.

Damit gilt als sicher, dass vor allem die teuren Südamerikaner Raffael, Ronny und Adrian Ramos nicht zu halten sein werden. Ein Neuaufbau um den neuen Anführer Thomas Kraft und Peter Niemeyer ist die Herkulesaufgabe des Managers, der nach dem Willen von Präsident Werner Gegenbauer weiter unbedingt Michael Preetz heißen soll.

Doch von Vizepräsident Jörg Thomas und einigen weiteren Mitgliedern des Präsidiums, vor allem aber den Fans, weht Preetz nach dem zweiten Abstieg unter seiner Regie heftiger Gegenwind ins Gesicht. Preetz klebt aber weiter an seinem Job: »Ich bin gewillt, weiterzumachen.« Von Gegenbauer erhält er Rückendeckung: »Für mich ist es völlig unbestritten, dass er in seiner Position bleibt.«

Aus aller Welt / Kultur

Festival de Cannes - Moonrise Kingdom
Film
Filmfest Cannes startet mit Willis und Kruger
16.05.12
16:34
24 min
16.05.2012
- 16:52
Cannes (dpa) - Bruce Willis gab das Familienoberhaupt, das sich im Hintergrund hält und beobachtet. Bill Murray wirkte wie der schräge Onkel, kam er doch im wild-karierten Hemd und noch wilder kariertem Sakko, und Edward Norton erinnerte an den euphorisierten Neffen, der aus dem Schwärmen gar nicht mehr herauskam.
Bill Murray wirkte wie der schräge Onkel, kam er doch im wild-karierten Hemd und noch wilder kariertem Sakko, und Edward Norton erinnerte an den euphorisierten Neffen, der aus dem Schwärmen gar nicht mehr herauskam.

Cannes (dpa) - Bruce Willis gab das Familienoberhaupt, das sich im Hintergrund hält und beobachtet. Bill Murray wirkte wie der schräge Onkel, kam er doch im wild-karierten Hemd und noch wilder kariertem Sakko, und Edward Norton erinnerte an den euphorisierten Neffen, der aus dem Schwärmen gar nicht mehr herauskam.

»Es war wie ein Sommerferien-Lager«, erzählte der Schauspieler über die Dreharbeiten zu dem Film »Moonrise Kingdom«. Die sind zwar längst vorbei und der Film fertig, doch die Stars stellten die Tragikomödie von Regisseur Wes Anderson nun am Mittwoch in Cannes vor. Das Werk sollte dort am Abend die 65. Internationalen Filmfestspiele eröffnen.

Die Schauspieler verglichen die Arbeit an dem Werk immer wieder mit einem Familientreffen. »Wes Anderson hat über die Jahre eindeutig so etwas wie eine Familie geschaffen«, fand zum Beispiel Tilda Swinton. »Ich war sehr froh, dass ich da mitmachen konnte - es war wie ein Campingtrip.« Einer der beiden Jungdarsteller, Jared Gilman, erzählte gar, wie ihm Murray fast väterlich das Krawatte-Binden beibrachte. »Er hat sich vor mir hingekniet und sie mir gebunden.«

Auch Willis berichtete dann, als er auf der Pressekonferenz angesprochen wurde, ein bisschen von dem Dreh: Er habe die Arbeit mit Anderson sehr »erfrischend« gefunden, sagte er, habe der doch klare Anweisungen gegeben - anders als andere Regisseure. Dann fasste der 57-Jährige den Film noch schnell zusammen: »Es geht um Liebe, um alte und um junge. Es ist also die alte Geschichte: Jeder will geliebt werden, selbst die Polizisten!«

Tatsächlich standen auch in »Moonrise Kingdom« Familie und Zusammenhalt im Mittelpunkt, weswegen sich das Werk als der perfekte Eröffnungsfilm für das Festival entpuppte: Für die Premiere waren nicht nur die Stars nach Südfrankreich gereist, Anderson legte auch erneut einen kunstvollen, unterhaltsamen und zugleich tiefgründigen Film vor. In wunderbar komponierten und detailreichen Bildern erzählt er in »Moonrise Kingdom« von dem zwölfjährigen Pfadfinder Sam, der auf einer Insel vor der Küste Neuenglands mit seiner Freundin Suzy durchbrennt. Das ruft nicht nur Suzys Eltern (Murray und Frances McDormand) auf den Plan, sondern auch den Dorf-Sheriff (Willis) und den Pfadfinderlager-Leiter (Norton).

Anderson (»Die Royal Tennenbaums«) verbindet dabei schräg-komische Einfälle mit einer liebevollen Charakterzeichnung. Die Zuschauer bleiben nicht Beobachter aus der Entfernung, sondern kommen besonders den beiden jungen Protagonisten und ihren Wünschen und Träumen näher. Beide sind eigentlich eher Sonderlinge, Außenseiter, die in ihren eigenen Fantasiewelten leben und auch deswegen wie füreinander gemacht scheinen. Zusammen bilden sie eine starke Einheit, nicht nur gegen die etwas hysterisch agierenden Erwachsenen. »Moonrise Kingdom« wird so zu einem Plädoyer für Zusammenhalt, Freundschaft und kindliche Verspieltheit - wie gesagt, ein hoffentlich gutes Omen für die kommenden Festivaltage.

Welchen Film die Jury dann am Pfingstsonntag mit der Goldenen Palme auszeichnen wird, wird sicher noch für einige Spekulationen sorgen. Auf was sie bei den 22 Werken im Wettbewerb achten wollen, verriet kaum eines der neun Jurymitglieder, auch nicht der Präsident Nanni Moretti. Die meisten - darunter »Star Wars«-Star Ewan McGregor - betonten unisono, offen und unvoreingenommen an die Filme herangehen zu wollen.

Die Deutsche Diane Kruger zum Beispiel, die in Cannes einst erste große Erfolge mit dem Historienepos »Troja« feierte, freute sich darauf, tagelang nur Filme gucken zu können und unter Filmliebhabern zu sein. Nur Designer Jean-Paul Gaultier verriet ein bisschen mehr: »Ein Film muss mich berühren und bewegen, das ist wichtig. Ich hoffe, dass ich viele Emotionen und Überraschungen erlebe!«

Carlos Fuentes
Literatur
Mexikanischer Schriftsteller Carlos Fuentes gestorben
16.05.12
16:11
48 min
16.05.2012
- 16:52
Mexiko-Stadt (dpa) - Der mexikanische Schriftsteller Carlos Fuentes, einer der größten lateinamerikanischen Autoren des 20. Jahrhunderts, ist tot.
Jahrhunderts, ist tot. Er starb überraschend am Dienstag im Alter von 83 Jahren in Mexiko-Stadt. Staatspräsident Felipe Calderón bedauerte den Verlust des »geliebten und bewunderten« Autors.

Mexiko-Stadt (dpa) - Der mexikanische Schriftsteller Carlos Fuentes, einer der größten lateinamerikanischen Autoren des 20. Jahrhunderts, ist tot. Er starb überraschend am Dienstag im Alter von 83 Jahren in Mexiko-Stadt. Staatspräsident Felipe Calderón bedauerte den Verlust des »geliebten und bewunderten« Autors.

Fuentes gehörte zu den ganz Großen der spanischsprachigen Gegenwartsliteratur und wurde oft in einem Atemzug mit den Nobelpreisträgern Gabriel García Márquez (85) oder Octavio Paz (1914-1998) genannt. Wie viele mexikanische Dichter setzte er sich in seinem Schaffen in erster Linie mit der Geschichte seines Landes auseinander, um dessen Vergangenheit zu analysieren, diese mit der Gegenwart zu konfrontieren und die Frage nach der mexikanischen Identität zu beantworten.

Nach Aussage seines Arztes starb Fuentes an einer inneren Blutung im Verdauungstrakt. Wie der Gastroenterologe Arturo Ballesteros mexikanischen Medien sagte, war Fuentes im Bad seines Hauses im Süden von Mexiko-Stadt zusammengebrochen, nachdem er Blut gespuckt hatte. Er wurde in das nahe gelegene Krankenhaus Ángeles del Pedregal gebracht, wo er kurz darauf verstarb. Ursache der Blutung sei vermutlich ein Magengeschwür gewesen.

Der Tod kam für die mexikanische Öffentlichkeit überraschend, denn bis dahin war nichts von gesundheitlichen Problemen des Autors bekanntgewesen. Noch Anfang Mai hatte Fuentes an der Internationalen Buchmesse in Buenos Aires teilgenommen.

Der peruanische Schriftsteller Mario Vargas Llosa würdigte Person und Werk seines Kollegen. »Ich habe ihn vor 50 Jahren kennengelernt. Seither waren wir Freunde und nichts hat diese Freundschaft jemals getrübt«, schrieb der Literatur-Nobelpreisträger in der Nacht zum Mittwoch im Kurznachrichtendienst Twitter über das Konto seiner Tochter Morgana. »Er hinterlässt ein gewaltiges Werk, das ein ausdrucksvolles Zeugnis aller großen politischen Probleme und des kulturellen Lebens unserer Zeit darstellt«, ergänzte der 76-jährige Autor (»Der Traum des Kelten«).

Eines von Fuentes wichtigsten Büchern, der 1962 erschienene Roman »La muerte de Artemio Cruz« (Deutscher Titel: »Nichts als das Leben«), schildert stilistisch brillant die blutige Geschichte der mexikanischen Revolution und geht bitter mit dem Verrat an deren Idealen ins Gericht. Zugleich schildert er den moralischen Verfall derjenigen, die dank der Revolution zu Reichtum und Macht kamen.

Fuentes, der nach eigenen Worten am liebsten in den Morgenstunden in die Tasten oder zum Füllfederhalter griff, um nachmittags »zu lesen, ins Kino zu gehen, Freunde zu treffen, Kaffee zu trinken...«, schrieb nicht immer so düster und schwer wie in seinem Hauptwerk »Terra Nostra«. In dem Roman »Christóbal Nonato« zum Beispiel beschrieb er durchaus humoristisch das Alltagsleben Mexikos, seine Politik und seine sozialen Strukturen.

Obwohl Mexiko in den meisten seiner Romane, Erzählungen oder Essays die Hauptrolle spielte, entschied sich der in Panama geborene Diplomatensohn, der erst als 16-Jähriger zum ersten Mal in das Land seiner Eltern kam, für räumliche Distanz. Er war Botschafter in Paris, lehrte lange an den Universitäten Harvard und Columbia in den USA und besaß Wohnungen in Buenos Aires, Madrid oder London.

Stark beeinflusst wurde Fuentes - der Cervantes' »Don Quijote« liebte - auch von der deutschen Literatur, nach seiner Meinung die »reichste des 20. Jahrhunderts«. Thomas Manns »Doktor Faustus« sei für ihn »vielleicht der größte europäische Roman«.

Fuentes war immer auch ein politischer Mensch, mit gewissen Sympathien für den Sozialismus. Das kommunistische Regime in Kuba kritisierte er aber ebenso entschieden wie den linkspopulistischen Präsidenten Hugo Chávez in Venezuela, den er einmal einen »tropischen Mussolini« nannte. Fuentes bezeichnete sich als Freund des früheren US-Präsidenten Bill Clinton und als »Feind« von dessen Nachfolger George W. Bush.

Roman Lob
Medien
Großer Empfang für Roman Lob
16.05.12
15:31
1 hour
16.05.2012
- 16:26
Neustadt/Wied (dpa) - Vor dem Abflug in das weit entfernte Baku ist der deutsche Grand-Prix-Teilnehmer Roman Lob am Mittwoch in seiner rheinland-pfälzischen Heimatgemeinde gefeiert worden. .

Neustadt/Wied (dpa) - Vor dem Abflug in das weit entfernte Baku ist der deutsche Grand-Prix-Teilnehmer Roman Lob am Mittwoch in seiner rheinland-pfälzischen Heimatgemeinde gefeiert worden.

Neustadt (Wied) ehrte den 21-Jährigen mit einem offiziellen Empfang. »Wir sind auch total stolz auf den Roman Lob, dass er das so toll meistert und seinen Traum versucht zu leben und so charmant dabei bleibt«, sagte Ortsbürgermeisterin Jutta Wertenbruch (CDU) der dpa. Lob wird Deutschland beim Eurovision Song Contest in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku am 26. Mai vertreten. Vor voller Halle sang der 21-Jährige in Neustadt mehrere Songs, darunter auch sein Baku-Lied »Standing Still«.

Die überwiegend jugendlichen Fans waren begeistert, schwenkten selbst gebastelte Plakate mit den Parolen »12 Points für Roman« und »Du schaffst das!«. Roman Lob - im roten Karohemd und mit Schirmmütze - unterschrieb nicht nur zahllose Autogramme, er trug sich auch in das goldene Buch der Gemeinde ein und bedankte sich für »die große Unterstützung«. Wertenbruch gab ihm ganz offiziell die besten Wünsche seiner Heimat mit auf den Weg. Lobs Bekanntheit sei schon außergewöhnlich. »Pressemäßig war noch keiner so berühmt«, sagte sie. »Wir hatten natürlich auch Leute, die man im Fernsehen öfter mal gesehen hat. Aber da ist nicht so viel Rummel drum gemacht worden wie jetzt.«

An die Zeit, in der Lob in der Show »Unser Star für Baku« um die Teilnahme am Eurovision Song Contest kämpfte, kann sich die Ortsbürgermeisterin noch gut erinnern. »Ich hatte auch selber den Eindruck, er kann gut singen, und er macht das superschön, und er kommt auch gut an, und dann haben wir gehofft, er könnte es schaffen bis ins Finale«, erinnert sie sich. Sein Gewinn beim Vorentscheid habe die Gemeinde »total stolz« gemacht. Denn immerhin hätten hinter manchen anderen Kandidaten große Städte gestanden und für sie abgestimmt. »Wir mussten ja zum Teil dann hier von unserem Ort aus gegen Berlin voten.«

Am 26. Mai - dem Tag der Entscheidung - ist in Neustadt (Wied) ein Public Viewing geplant. Die 1250 Karten waren schon am ersten Tag alle weg. Jutta Wertenbruch weiß jetzt schon, wo sie dann sein wird: Bei den anderen in der Halle: »Auf jeden Fall.«

»Beau Sancy«
Auktion
Preußen-Diamant für 7,5 Millionen Euro versteigert
16.05.12
15:24
2 hrs
16.05.2012
- 16:13
Genf/Potsdam (dpa) - Einer der historisch bedeutendsten Edelsteine der Welt - der »Beau Sancy« aus dem Besitz der Preußenkönige - ist für umgerechnet knapp 7,5 Millionen Euro versteigert worden. Den Zuschlag bekam Dienstagabend in Genf ein Bieter am Telefon, der anonym bleiben wolle, teilte das Auktionshaus Sotheby\'s mit.
Den Zuschlag bekam Dienstagabend in Genf ein Bieter am Telefon, der anonym bleiben wolle, teilte das Auktionshaus Sotheby\'s mit.

Genf/Potsdam (dpa) - Einer der historisch bedeutendsten Edelsteine der Welt - der »Beau Sancy« aus dem Besitz der Preußenkönige - ist für umgerechnet knapp 7,5 Millionen Euro versteigert worden. Den Zuschlag bekam Dienstagabend in Genf ein Bieter am Telefon, der anonym bleiben wolle, teilte das Auktionshaus Sotheby's mit.

Mit dem Auktionspreis in Höhe von mehr 9,04 Millionen Schweizer Franken sei für den »Beau Sancy« fast das fünffache der zuvor angegebenen Schätzsumme erzielt worden. Der hohe Preis und ein »intensiver Kampf« von fünf Bietern reflektiere das historische Prestige des legendären Edelsteins, erklärte der Vorsitzende der Schmuck-Abteilung für Europa und den Nahen Osten, David Bennett.

Im Laufe von vier Jahrhunderten schmückte der Stein Mitglieder von vier Königsfamilien. Das wertvolle Stück wurde nun aus dem Privatbesitz von Georg Friedrich Prinz von Preußen, Chef des Hauses Hohenzollern, verkauft. Der Stein war zuletzt öffentlich 2004 in München bei der Ausstellung der Schatzhäuser Deutschlands zu sehen.

Finanzielle Engpässe führten zu dem Entschluss, sich von dem 34,98 Karat schweren Kronjuwel zu trennen. Die Verwaltungsleiterin des früheren preußischen Königshauses, Michaela Blankart: »Das Auktionsergebnis wird nicht von uns kommentiert.« Georg Friedrich von Preußen habe vom Großvater Prinz Louis Ferdinand (1907-1994) nicht nur den Titel, sondern auch zahlreiche Verpflichtungen übernommen.

Blankart sagte: »Pensionen und Renten für frühere Mitarbeiter müssen gezahlt werden.« Dazu hätten Mitglieder des Hauses Anspruch auf eine Apanage. »Da kommt jeden Monat eine stattliche Summe zusammen«, sagte sie, ohne diese nennen zu wollen. Georg Friedrich von Preußen arbeitet als Betriebswirt in einer Unternehmensberatung, die Patente von Universitäten und Hochschulen vermarktet.

Nach Angaben von Sotheby's wurde der aus Indien stammende »Beau Sancy« 1604 von Heinrich IV. gekauft, der ihn seiner Frau Maria de Medici schenkte. Sie ließ ihn auf der Krone anbringen, die sie zu ihrer Krönungsfeier 1610 trug. Später gelangte der Diamant ins Haus Oranien, wieder nach England und Anfang 1700 schließlich nach Preußen. Friedrich I., gerade zum König von Preußen gekrönt, ließ das wertvolle Stück als Zierde an die neue Königskrone anbringen.

Sein Nachfahr Friedrich II. (1712-1786) veranlasste wieder die Entfernung. Auf Wunsch seiner Ehefrau Elisabeth Christine wurde er der damaligen Mode entsprechend funkelnder Mittelpunkt einer Halsschleife. Später trugen Frauen der Familie den größten Edelstein der Sammlung bei wichtigen königlichen Anlässen: Zuletzt Auguste Victoria (1858-1921), die Frau des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II.

Fit + aktiv

Ernährung
Schafskäse-Produkt wegen Keimverdachts zurückgerufen
16.05.12
16:10
48 min
16.05.2012
- 16:57
Wiesbaden (dpa) - Wegen einer möglichen Verunreinigung mit Keimen wird der griechische Schafskäse »Manouri« zurückgerufen. Die Keime können grippeähnliche Symptome oder Durchfall verursachen.
Die Keime können grippeähnliche Symptome oder Durchfall verursachen.

Wiesbaden (dpa) - Wegen einer möglichen Verunreinigung mit Keimen wird der griechische Schafskäse »Manouri« zurückgerufen. Die Keime können grippeähnliche Symptome oder Durchfall verursachen.

Betroffen sein kann das Produkt mit der Bezeichnung Molkeneiweißkäse, Doppelrahmstufe in der 200-Gramm-Packung mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 21.9.2012, wie das hessische Verbraucherschutzministerium am Mittwoch (16. Mai) in Wiesbaden mitteilte. Verpackt wurde der Käse für »SHM Hellas - Pilion S.A.«. Bei Kontrollen des Vertreibers aus dem hessischen Altenstadt sei der Verdacht aufgekommen, dass der Käse mit »Listeria monocytogenes« verunreinigt sein könnte. Verkauft wurde die Ware laut Ministerium deutschlandweit sowie in Österreich und der Schweiz.

Das Bakterium könne grippeähnliche Symptome oder Durchfall verursachen, bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem wie Schwangeren, Säuglingen oder Älteren seien auch schwere Verläufe möglich. Verbraucher sollten die betroffene Charge nicht essen und im Laden zurückgeben, hieß es.

Erdbeeren reif ernten
Ernährung
Farbe und Aroma von Erdbeeren wecken Sommergefühle
15.05.12
14:05
1 day
15.05.2012
- 15:00
München (dpa/tmn) - Nur sehr wenige Menschen mögen keine Erdbeeren. Bei allen anderen wecken die Früchte Sommergefühle und verführen mit Farbe und Duft zum Zugreifen.
Bei allen anderen wecken die Früchte Sommergefühle und verführen mit Farbe und Duft zum Zugreifen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Naschereien ist das auch noch gesund.

München (dpa/tmn) - Nur sehr wenige Menschen mögen keine Erdbeeren. Bei allen anderen wecken die Früchte Sommergefühle und verführen mit Farbe und Duft zum Zugreifen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Naschereien ist das auch noch gesund.

Mittlerweile gibt es sie ganzjährig im Supermarkt zu kaufen. Trotzdem ist die Erdbeere untrennbar mit dem Lebensgefühl der ersten Sommertage verbunden. »Sie ist die erste richtig süße Frucht des Jahres«, sagt Karl Newedel, Koch und Lebensmittelfotograf aus München. Andere süße Beeren und Steinfrüchte werden erst später im Jahr reif, schon deswegen sei die Erdbeere etwas Besonderes. »Sie verströmt einen angenehmen Duft und hat eine gewisse Ästhetik. Das steigert das sinnliche Erlebnis noch.«

Ab Ende Mai sind in Deutschland die ersten Erdbeeren reif und können geerntet werden. »Je reifer die Erdbeere geerntet wird, desto mehr Aroma kann sie entwickeln«, erklärt Markus Grimmig, der auf einem Hof im badischen Oberkirch Erdbeeren anbaut. Nach dem Pflücken reifen Erdbeeren nicht mehr nach - anders als zum Beispiel Äpfel oder Bananen. Wer sie kauft, sollte also darauf achten, dass sie möglichst vollständig rot sind. »Wenn die Erdbeeren noch grüne Stellen haben, wurden sie einen Tick zu früh gepflückt.«

Allerdings sei die rote Färbung nicht immer ein eindeutiges Indiz für den Reifegrad, oft hat sie mit der Sorte zu tun. Mehr als 1000 Erdbeersorten sind bekannt, doch nur wenige werden flächendeckend angebaut. Vor allem in Süddeutschland setzen die Obstbauern auf früh reifende Erdbeersorten: zum Beispiel die aus Italien stammende Sorte Clery oder Darselect aus Frankreich. »Sie haben einen schönen Glanz und eine eher helle rote Farbe«, erklärt Grimmig.

Vor dem Kauf mal eine Frucht zu probieren, sei sinnvoll. »Um sicher zu sein, dass die Qualität stimmt«, erklärt Anja Bath vom Verband der Oecotrophologen in Bonn. Je reifer die Früchte sind, desto süßer schmecken sie und eignen sich auch besser zur weiteren Verarbeitung. Bei vielen Speisen müsse so kein Zucker zugefügt werden. Wer einen möglichst hohen Vitamingehalt möchte, sollte aber unbedingt auf die Frische der Erdbeeren achten. »Gerade bei Vitamin C ist es ja so, dass es verfällt, je älter das Obst ist«, erklärt die Ernährungswissenschaftlerin. Bei Erdbeeren ist die Frische gut an ihrem Blattkelch erkennbar. Ist er schon trocken und schlapp, liegen die Früchte schon länger im Laden.

Neben Vitaminen stecken noch viele weitere gesunde Nähr- und Mineralstoffe in Erdbeeren - Magnesium, Kalium und Eisen. Aber auch die sogenannten sekundären Pflanzenstoffe der Erdbeere können positiv wirken: zum Beispiel Ferulasäure und Ellagsäure, die im Ruf stehen, Krebs zu hemmen. »Je intensiver die Farbe ist, desto mehr sekundäre Inhaltsstoffe sind in der Frucht«, gibt Bath als Faustregel an.

Die Unterschiede im Geschmack sind zwar klein, trotzdem lohnt manchmal die Suche nach einer bestimmten Erdbeersorte. Wer sie zu Marmelade verarbeiten will, sollte nach dunkelroten Exemplaren fragen. »Auch eine Frucht, die ein bisschen mehr Säure hat, wäre gut. Denn in die Marmelade kommt ja sowieso schon viel Zucker«, erklärt Grimmig. Für Kuchen, Torten, Quark und die zahllosen weiteren Süßspeisen mit Erdbeeren spiele die Sorte dagegen eine geringere Rolle.

Von Erdbeeren in herzhaften Gerichten allerdings hält Newedel wenig. Viele Köche hätten sich bereits daran versucht, ein wirklich gutes Gericht habe er noch nicht entdeckt. »Meist verliert bei diesen Experimenten die Erdbeere und auch das Gericht«, sagt er. Wer trotzdem etwas Ausgefallenes probieren wolle, dem empfiehlt er Ravioli mit Erdbeer-Mandel-Füllung mit Portwein-Sabayon. »Das ist als Dessert zu einem frühsommerlichen Menü toll geeignet.« Er selbst esse Erdbeeren gerne schnörkellos. »Vielleicht noch etwas aufgepeppt mit Minze, Zitronenverbene oder Waldmeister, das reicht schon.« Erdbeeren sind eben schon ganz für sich eine süße Versuchung.

Literatur:

Karl Newedel: Erdbeere & Rhabarber. Bassermann Inspiration. 80 S., 9,99 Euro, ISBN-13: 978-3572080410

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Beim Einkochen von Konfitüre keinen Schneebesen verwenden
15.05.12
10:38
1 day
15.05.2012
- 12:00
Hamburg (dpa/tmn) - Es gibt nichts Herrlicheres für den Frühstückstisch als die selbstgemachte Marmelade. Für die Zubereitung gibt es einiges zu beachten, um sich lange am Ergebnis zu erfreuen.
Für die Zubereitung gibt es einiges zu beachten, um sich lange am Ergebnis zu erfreuen.

Hamburg (dpa/tmn) - Es gibt nichts Herrlicheres für den Frühstückstisch als die selbstgemachte Marmelade. Für die Zubereitung gibt es einiges zu beachten, um sich lange am Ergebnis zu erfreuen.

Beim Einkochen von Konfitüre sollte die Fruchtmasse im Topf immer mit einem Rührlöffel umgesetzt werden. Denn ein Schneebesen schlägt Luftblasen in die Konfitüre, die dadurch weniger haltbar wird, wie die Zeitschrift »essen und trinken« (Ausgabe 6/2012) erläutert. Generell wird geraten, lieber mehrere kleinere Gläser als große zu verwenden - am besten Behältnisse mit rund 200 Milliliter Fassungsvermögen. In den kleinen Gläsern geliere die Masse besser, so die Zeitschrift. Außerdem könne man so eine größere Auswahl Konfitüre auf den Tisch stellen, da kleinere Mengen schneller verbraucht werden.

Hochsaison für Straußwirtschaften
Ernährung
Straußwirtschaft - Wein direkt vom Winzer ausgeschenkt
11.05.12
15:15
5 days
11.05.2012
- 16:00
Mainz (dpa/tmn) - Wer Wein jenseits einer klassischen Weinprobe kosten möchte, sollte in Weinbauregionen jetzt die Augen nach Straußwirtschaften offen halten. Was das ist, erklärt das Deutsche Wein-Institut.
Was das ist, erklärt das Deutsche Wein-Institut.

Mainz (dpa/tmn) - Wer Wein jenseits einer klassischen Weinprobe kosten möchte, sollte in Weinbauregionen jetzt die Augen nach Straußwirtschaften offen halten. Was das ist, erklärt das Deutsche Wein-Institut.

Straußwirtschaften sind kleine Lokale, in denen ein Winzer selbst erzeugten Wein in eigenen Räumlichkeiten ausschenkt, erläutert das Deutsche Wein-Institut (DWI) in Mainz. Zu erkennen sind sie an einem Strauß, Besenreisig oder Kranz, den der Winzer an seiner Tür aufhängt, wenn seine Stube geöffnet hat. Je nach Region ist auch die Bezeichnung Besenschänke oder Besen-, Rädle- und Heckenwirtschaft gebräuchlich. Serviert werden meist rustikale regionale Speisen.

Wie viele Straußwirtschaften es in Deutschland gibt, ist dem DWI nur schwer zu sagen. Das hänge damit zusammen, dass für sie eine Sonderregel im Gaststättenrecht gilt. Danach müssen die Behörden über einen solchen Ausschank nur zwei Wochen vor Eröffnung informiert werden. Dann dürfe in der Regel längstens vier Monate geöffnet sein, entweder zusammenhängend oder in zwei Phasen im Jahr. Das führe dazu, dass die Kleinwirtschaften meist im Frühjahr ein bis zwei Monate und dann nochmals im Herbst zur Weinlese geöffnet sein.

Multimedia

Internet
Jeder zweite Internetnutzer in Sozialen Netzwerken unterwegs
16.05.12
15:29
1 hour
16.05.2012
- 16:57
Wiesbaden (dpa) - Dass sich soziale Netzwerke weiterhin großer Beliebtheit erfreuen, ist nicht überraschend. Aber das jeder zweite Onlinenutzer darin aktiv ist, mag erstaunen.
Aber das jeder zweite Onlinenutzer darin aktiv ist, mag erstaunen. Besonders beliebt sind Facebook, Twitter und Co. bei jungen Usern.

Wiesbaden (dpa) - Dass sich soziale Netzwerke weiterhin großer Beliebtheit erfreuen, ist nicht überraschend. Aber das jeder zweite Onlinenutzer darin aktiv ist, mag erstaunen. Besonders beliebt sind Facebook, Twitter und Co. bei jungen Usern.

Gut jeder zweite Internetnutzer in Deutschland kommuniziert privat in Sozialen Netzwerken. Rund 29,6 Millionen Erwachsene sowie Jugendliche und Kinder ab zehn Jahren nutzen Facebook, Twitter, Xing, Google+, SchülerVZ und andere Online-Netzwerke. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden anlässlich des Welt-Telekommunikationstages am Donnerstag (17. Mai) mit.

Besonders beliebt sind die Plattformen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen: 91 Prozent der Nutzer zwischen 16 und 24 Jahren waren 2011 in den Netzwerken unterwegs. Mit zunehmendem Alter nimmt die Zahl der Nutzer deutlich ab. Bei den 45- bis 64-Jährigen waren es noch 33 Prozent. Frauen, die im Internet unterwegs sind, kommunizieren häufiger privat über Soziale Netzwerke als Männer. Plattformen für berufsbezogene Kontakte nutzen dagegen mehr Männer. Insgesamt beteiligt sich lediglich knapp jeder zehnte Internetnutzer aus beruflichen Gründen an den Netzwerken.

Sowohl bei der Nutzung der Online-Plattformen für private als auch für berufliche Zwecke liegt Deutschland in Europa im Mittelfeld. Letten und Ungarn sind Spitzenreiter bei der privaten Kommunikation. Bei der beruflichen Kommunikation haben Niederländer und Finnen die Nase vorn.

Google Chrome
Internet
Neue Chrome-Version synchronisiert offene Tabs
16.05.12
11:16
6 hrs
16.05.2012
- 13:00
Berlin (dpa/tmn) - Eine neue Version des Browsers Chrome kann offene Tabs zwischen mehreren Rechnern synchronisieren. Wer sich zum Beispiel auf seinem Arbeitsrechner bei Chrome anmeldet, bekommt genau die Seiten angezeigt, die er vorher zu Hause geöffnet hatte.
Wer sich zum Beispiel auf seinem Arbeitsrechner bei Chrome anmeldet, bekommt genau die Seiten angezeigt, die er vorher zu Hause geöffnet hatte.

Berlin (dpa/tmn) - Eine neue Version des Browsers Chrome kann offene Tabs zwischen mehreren Rechnern synchronisieren. Wer sich zum Beispiel auf seinem Arbeitsrechner bei Chrome anmeldet, bekommt genau die Seiten angezeigt, die er vorher zu Hause geöffnet hatte.

Die Übertragung von Tabs funktioniert auch mit der Betaversion von Chrome für Android-Smartphones, erklärt Chrome-Entwickler Google. Bereits mit älteren Versionen des Browsers war es möglich, Lesezeichen und Einstellungen zwischen mehreren Rechnern zu übertragen.

Die Installation der neuen Chrome-Version empfiehlt sich auch aus Sicherheitsgründen. Google habe damit mehrere Lücken in der Abwehr gegen Schadsoftware geschlossen, teilt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik mit. Nutzer können das Update entweder direkt über die Aktualisierungsfunktion des Programms einspielen oder Chrome 19 bei Google herunterladen.

»Unterwegs in...«
Multimedia
Sprachen pauken für den Urlaub - Neue Apps und Lernprogramme
16.05.12
10:47
6 hrs
16.05.2012
- 12:00
Berlin (dpa/tmn) - »Hallo«, »Tschüss«, »Bitte« und »Danke«: Wer im Urlaub mehr als nur diese Sprachfetzen beherrschen will, kann fremde Begriffe und Vokabeln mit elektronischen Helfern lernen. Unter den neuen Programmen gibt es auch Angebote für Kinder.
Unter den neuen Programmen gibt es auch Angebote für Kinder.

Berlin (dpa/tmn) - »Hallo«, »Tschüss«, »Bitte« und »Danke«: Wer im Urlaub mehr als nur diese Sprachfetzen beherrschen will, kann fremde Begriffe und Vokabeln mit elektronischen Helfern lernen. Unter den neuen Programmen gibt es auch Angebote für Kinder.

Der Flug ist gebucht, die Impfungen und Reiseunterlagen komplett, jetzt fehlt nur noch die richtige Vorbereitung in Sachen Sprache. Wer im Urlaubsland nicht nur Bahnhof verstehen möchte, braucht ein wenig Vorbereitung. Unterstützung dabei gibt es mit Apps, Programmen und anderen technischen Helfern, die den richtigen Umgang mit fremden Sprachen vermitteln - in vielen Fällen auf spielerische Art und auch für jüngere Reisende.

Eine gute Lernhilfe für Kinder ab neun Jahren, mit der noch nicht vertrauten Sprache klarzukommen, sind die Kinder-Sprachreiseführer der Reihe »Unterwegs in...« aus dem Cornelsen Verlag. Richtig zum Leben erwachen die Bücher in Verbindung mit dem Ting Hörstift. Werden bestimmte Flächen in dem bebilderten Reisebegleiter damit angetippt, bekommen die Kinder die einzelnen Vokabeln oder Redewendungen vorgesprochen und erweitern so ihren Wortschatz.

Der Reisebegleiter für Kinder kann aber noch mehr: In kleinen Übungen erfahren die Nutzer Wissenswertes über Land und Leute, dazu gilt es kleine Rätsel und Aufgaben zu lösen. Der Sprachführer ist für die Länder Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien erhältlich und kostet inklusive Audio-CD jeweils knapp 13 Euro. Den Ting Hörstift gibt es für etwa 30 Euro.

Rätsel und Spiele für unterwegs bietet auch die App »Englisch Rätsel« aus dem Pons Verlag. Neben Englisch ist die App auch für die Sprachen Italienisch, Spanisch und Französisch erschienen. In zwölf verschiedenen Rätselvarianten können sich Jugendliche und Erwachsene der Sprache nähern. Die Möglichkeiten reichen vom Rebus, bei denen ein Bilderrätsel gelöst werden muss, bis hin zu Anagrammen, Silbenrätsel oder Wortgittern. Bei einem anderen Spiel geht es darum, sich gesprochene Wörter genau anzuhören und herauszufinden, welche Vokabel vom Klang her nicht zu den anderen passt.

Jedes Rätsel ist in drei Schwierigkeitsstufen spielbar und damit auch für Spracheinsteiger geeignet. Für jede richtige Lösung erhalten die Spieler Punkte. Bis zu sechs Mitspieler können parallel um die höchste Punktzahl streiten. Das App steht im App Store zum Download für iPod touch, iPhone und iPad zur Verfügung, jede Sprachversion kostet 1,59 Euro.

Der Sprachkurs »First Class Sprachkurs 12.0« von Digital Publishing ist in den vier klassischen Sprachen Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch für jeweils rund 15 Euro erschienen. Der Kurs richtet sich zunächst an Anfänger und Wiedereinsteiger. Auf zwei CD-ROMs steht das Training von Aussprache und Grammatik im Vordergrund. Für die Überprüfung ihrer Kenntnisse können die Nutzer das integrierte Sprachlabor nutzen und ihre eigene Aussprache mit den vertonten Sätzen vergleichen. Zu dem Programm gehört auch ein mobiler Audio-Vokabeltrainer mit dem Grund- und Aufbauwortschatz zum Zuhören und Nachsprechen für unterwegs.

Ebenfalls von Digital Publishing kommen die Audio-CDs der Reihe »Englisch lernen mit The Grooves«, die in verschiedenen Varianten wie »Travelling« oder »Small Talk« erschienen sind. Die Mischung aus Musik, Sprachtrainer und Hörbuch vermittelt nicht nur wichtige Vokabeln und Redewendungen, sondern erklärt zum Beispiel auch die typischen Fettnäpfchen im Englischen. Insgesamt 200 Vokabeln und Spracheigentümlichkeiten werden auf diese Weise vermittelt. Die Macher wollen dabei keinen trockenen Sprachkurs, sondern ein unterhaltsames Hörerlebnis bieten und neue Sprachkenntnisse über den sogenannten Ohrwurm-Effekt vermitteln. Die Audio-CDs kosten jeweils um die 17 Euro.

Wer im Urlaub direkt eine schnelle Übersetzung sucht, kann zum Beispiel auf die Wörterbuch-Apps von Langenscheidt zurückgreifen, die für verschiedene mobile Systeme wie iOS, Android, Symbian, Windows Phone und Blackberry erhältlich sind. Die Nachschlagewerke gibt es in den Varianten Basic, Standard und Professional, die sich durch die Anzahl der enthaltenen Stichwörter und den Preis unterscheiden. Praktisch für Auslandsreisen: Bei der Installation bringen die Apps alle Daten mit, eine Internetverbindung wird nicht mehr benötigt. Das erspart teures Nachladen von Vokabeln am Urlaubsort.

Wer die Apps zum Lernen benutzen will, kann einzelne Begriffe als Vokabelkarte speichern und sich anschließend abfragen lassen. Zur Verbesserung der Aussprache können sich Nutzer einzelne Wörter vorlesen lassen. Die intelligente Suchfunktion der Software findet auch Wörter, deren Schreibweise der Nutzer nicht genau kennt - praktisch zum Nachschlagen aufgeschnappter Wörter. Die Preise für die Apps liegen je nach Variante und Betriebssystem zwischen 12 und 50 Euro.

Radtour online mit Naviki planen
Internet
Radtour online mit Naviki planen
16.05.12
10:22
7 hrs
16.05.2012
- 12:00
Münster (dpa/tmn) - Wege für Fußgänger zeigt das vielgenutzte Google Maps hierzulande bereits an. Eine spezielle Routenplanung für Radfahrer ist bislang noch Nutzern in den USA vorbehalten.
Eine spezielle Routenplanung für Radfahrer ist bislang noch Nutzern in den USA vorbehalten.

Münster (dpa/tmn) - Wege für Fußgänger zeigt das vielgenutzte Google Maps hierzulande bereits an. Eine spezielle Routenplanung für Radfahrer ist bislang noch Nutzern in den USA vorbehalten.

In diese Lücke stößt das Projekt naviki.org der Fachhochschule Münster. Es basiert auf dem Kartenmaterial von Open Street Map und zeigt Routen für Radler an - auf Wunsch entweder die fahrradfreundlichere, sprich die verkehrsärmere und weniger steile Route oder die kürzere Strecke.

In einem Infofenster werden unter anderem Distanz, zu überwindende Höhenmeter und die geschätzte Fahrzeit bei 15 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit angezeigt. Die GPS-Wegpunkte der Strecke lassen sich auch herunterladen. Für Android und iOS gibt es eine kostenlose Naviki-App, mit der man ebenfalls planen und sich Routen unterwegs anzeigen lassen kann. Die Anwendungen zeichnen auch gefahrene Wege auf, die registrierte Nutzer dann als Tourempfehlung auf die Plattform hochladen können.