WESTFALEN-BLATT

SAMSTAG19. Mai 2012OWL:  Gewitter, Tag: 22 °C , Nacht: 9 °C

G8

G8-Gipfel: Merkel verweigert Konjunkturprogramme

19.05.12 18:57

Camp David/Chicago (dpa) - Die führenden Industriestaaten (G8) haben sich endgültig von gemeinsamen Konjunkturprogrammen aus Steuer-Milliarden verabschiedet. Das wurde am Samstag nach der ersten Arbeitssitzung beim G8-Gipfel in Camp David bei Washington deutlich.

Bielefeld

Besucher genießen Traumwetter am Leineweber-Wochenende

18.05.12 11:30

350.000 Menschen in der Innenstadt erwartet +++ mit großer Bildergalerie

Fußball

Teilen Sie uns Ihre Meinung zum Skandalspiel in Düsseldorf mit!

17.05.12 10:29

Ist die Spielwertung in Ordnung oder sollte die Relegationspartie wiederholt werden?

Medien

Kurt Felix ist tot

19.05.12 15:20

St. Gallen (dpa) - Mit dem Fernseh-Klassiker »Verstehen Sie Spaß?« eroberte Kurt Felix vor 30 Jahren die Herzen der Zuschauer. Jetzt starb der Fernsehmoderator im Alter von 71 Jahren im schweizerischen St. Gallen, wie sein Sprecher der Nachrichtenagentur dpa am Samstag sagte. Er erlag demnach schon am Mittwoch seiner langjährigen Krebserkrankung und wurde am Samstag in St. Gallen beigesetzt.

WESTFALEN-BLATT

Gärtner helfen Gärtnern online

18.05.12 09:47

Das neue WESTFALEN-BLATT-Forum »Auf in den Garten!« bietet eine Plattform zum Fachsimpeln und Ideenaustausch: Sie können dort Fragen stellen oder anderen Hobbygärtnern mit Antworten weiterhelfen. Es wird bereits eifrig diskutiert, schauen Sie doch mal rein!

Ostwestfalen-Lippe

Kreis Minden-Lübbecke
Planwagenfahrer setzt Pfefferspray gegen Fußgänger ein
18.05.12
14:45
1 day
18.05.2012
- 15:00
[Update] Vatertag: Mann wollte im Sielpark ein Polizeipferd treten - Polizei zieht grundsätzlich aber eine positive Bilanz
Minden-Lübbecke (WB). Die Polizei im Kreis Minden-Lübbecke hat eine »durchaus positive Bilanz« nach den zahlreichen Feiern am Vatertag gezogen. An allen Veranstaltungsorten im Mühlenkreis seien die Feierlichkeiten weitestgehend friedlich verlaufen. Auch die Anzahl der Feiernden habe nicht das Niveau der vergangenen Jahre erreicht. Eine größere Ausnahme ereignete sich in Stemwede-Destel:  Dort hatte eine Gruppe von Fußgängern, die mit einem Bollerwagen einen Vatertagsumzug machte, eine unliebsame Begegnung. Als sie gegen 15 Uhr auf der Straße Harlingerort unterwegs waren, kam ihnen ein Planwagen entgegen, der von einem grünen Unimog gezogen wurde. Die Fußgänger wollten sich einen Spaß erlauben und das Gespann zum Anhalten bringen. Der Fahrer des Unimog verstand diesen Spaß offensichtlich nicht und gab Gas, wobei er auf die Gruppe zuhielt. Die Fußgänger mussten zur Seite springen, um einen Zusammenstoß zu vermeiden.
Im Vorbeifahren spritzte der Fahrer zudem Pfefferspray in Richtung der Fußgänger. Zwei 22 und 23 Jahre alte Mitglieder der Gruppe wurden getroffen. Sie klagten bei der Anzeigenaufnahme über brennende Augen und gereizte Haut. Der Fahrer des Unimog wird als etwa 50 bis 60 Jahre alt beschrieben, schlank, mit Drei-Tage-Bart und kurzen, angegrauten Haaren. Hinweise nimmt die Polizei in Lübbecke unter Telefon 05741/2770 entgegen. Eine außergewöhnliche Straftat leistete sich zudem ein stark alkoholisierter junger Mann gegen 19 Uhr in Bad Oeynhausen: Er war im Begriff,  im Sielpark einem Polizeipferd einen kräftigen Tritt zu verpassen. Polizisten erkannten das Vorhaben rechtzeitig und konnten den Tritt abfangen. »Der Mann hatte Glück, dass das Pferd sich nicht sofort revanchierte und der Reiter sein Dienstpferd beruhigen konnte«, heißt es im Polizeibericht von Donnerstagabend. So erwartet den jungen Mann nun eine Strafanzeige wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz. Die Polizisten nahmen den Mann vorläufig fest. Nachdem die größeren Vatertagsveranstaltungen im Bereich der Gemeinde Hille (Unterlübbe und Südhemmern) abgesagt worden waren, konzentrierte sich das Hauptaugenmerk der Polizei auf die Einsatzorte im Bereich der Städte Bad Oeynhausen und Lübbecke. Der Sielpark erwies sich erneut als größter Anziehungspunkt für die Feiernden im Kreisgebiet. Ein großes Polizeiaufgebot, unterstützt durch die Reiterstaffel Dortmund und Kräfte der Bereitschaftspolizei, sorgte dafür, dass die Vatertagsfeiern in ruhigen Bahnen verliefen. Die Beamten hätten bereits bei kleineren Rangeleien sofort deeskalierend eingegriffen, um Schlägereien größeren Ausmaßes vorzubeugen, teilte die Polizei am Donnerstagabend mit. Im Bereich des Sielparks mussten dennoch rund ein Dutzend Personen in Gewahrsam genommen werden. Die Polizei lobte die gute Zusammenarbeit mit der Ordnungsbehörde der Stadt Bad Oeynhausen aus. Bereits an den Kontrollstellen rund um den Park stellten die Ordnungsbeamten zehn Liter hochprozentigen Schnaps und zehn Grills sicher, die trotz Verbote in den Sielpark eingeschleust werden sollten. Im Bereich der Stadt Lübbecke wurde ebenfalls größtenteils friedlich gefeiert. Bei einer Schlägerei an der Hermann-Löns-Straße gegen 16 Uhr wurden zwei Personen in Gewahrsam genommen. Trotz kühler Wassertemperaturen gab es einige Unvernünftige, die von Kanalbrücken gesprungen waren. Sie wurden durch Beamte der Wasserschutzpolizei und Einsatzkräfte an Land auf die damit verbundenen Gefahren aufmerksam gemacht. Auf Grund zahlreicher weiterer Einsätze im Verlauf des früheren Abend mussten bis 20 Uhr 27 weitere Personen in Gewahrsam genommen werden.
Gütersloh
Mann attackierte Wahlvorsteher
18.05.12
13:00
1 day
19.05.2012
- 10:40
Kreis Gütersloh prüft Strafanzeige
Gütersloh (WB). Sein aggressives Verhalten im Wahllokal könnte für einen Gütersloher noch ein juristisches Nachspiel haben: Gegen 14.30 Uhr kam es im Wahllokal des Stimmbezirks 52 (Volkshochschule Gütersloh) bei der Landtagswahl am 13. Mai zu einem Angriff auf den Wahlvorsteher. Das teilte der Kreis am Freitag mit. Der Wahlvorsteher hatte einen Mann darauf aufmerksam gemacht, dass man allein die Wahlkabine betreten müsse, um das Wahlgeheimnis zu wahren. Der Gütersloher hatte mit seiner weiblichen Begleitung den Stimmzettel ausfüllen wollen. Nachdem der Wahlvorsteher ihn angesprochen hatte, packte der Gütersloher den Mann an den Armen, schubste den Wahlvorsteher an die Wand und beschimpfte ihn lautstark.

Der stellvertretende Kreiswahlleiter, Michael Hellweg, kündigte in der Sitzung des Kreiswahlausschusses am Freitag, 17. Mai, an, dass man in den nächsten Tagen prüfen werde, ob man eine Strafanzeige stelle. »Ein solches Verhalten gegenüber einem ehrenamtlichen Wahlhelfer ist vollkommen inakzeptabel.«

Die Prüfung der Strafanzeige sei nötig, damit der aggressive Wähler einen Warnschuss erhalte und die ehrenamtlichen Wahlhelfer, die schließlich ihren Sonntag der Allgemeinheit geopfert hätten, von der Wahlleitung im Kreis Gütersloh Rückendeckung erhielten. Helmut Feldmann (CDU) und Liane Fülling (SPD) sicherten diesem Vorgehen im Wahlausschuss ihre Unterstützung zu.
Rheda-Wiedenbrück
6000 Besucher bei »Frühling im Park«
18.05.12
12:33
1 day
18.05.2012
- 12:52
Gartenfestival läuft noch bis zum 20. Mai
Rheda-Wiedenbrück (cabo). Im zehnten Jahr hat sich »Frühling im Park« in Rheda-Wiedenbrück (Kreis Gütersloh) als eine der beliebtesten Veranstaltungen dieser Art in der Region etabliert. Nachdem Gastgeber Maximilian Erbprinz zu Bentheim-Tecklenburg am Donnerstagmorgen das Gartenfestival gemeinsam mit Ehefrau Marissa und Stargast Heikko Deutschmann eröffnet hatte, strömten nach Auskunft von Kanzleidirektor Albrecht Wrede den von der Sonne verwöhnten Feiertag über bis zu 6000 Besucher auf das weitläufige Areal am Schloss zu Rheda. Noch bis zum Sonntag, 20. Mai, läuft das Gartenfestival und entführt nach Ansicht des Erbprinzen in eine andere Welt vor malerischer Kulisse.
Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der Wochenendausgabe des WESTFALEN-BLATTES, Lokalteil Gütersloh.

Weitere Termine zu Gartenfesten in der Region finden Sie hier!
Lügde/Marienmünster
Auto prallt gegen Baum: Fahrer (82) tot
17.05.12
19:55
2 days
19.05.2012
- 10:43
Mann aus Marienmünster gerät von der Fahrbahn ab
Lügde (WB). Tödlicher Verkehrsunfall in Lippe: Ein 82-jähriger Mann aus Marienmünster (Kreis Höxter) ist am Donnerstagnachmittag mit seinem Auto gegen einen Baum geprallt. Er erlag noch an der Unfallstelle seinen Verletzungen, teilte die Polizei mit. Der Mann war auf der Köterbergstraße in Niese unterwegs. Von Köterberg aus kommend geriet er am Ortseingang Niese aus bislang nicht bekannter Ursache nach links von der Fahrbahn ab und prallte dort gegen einen Baum. Der Fahrer, der alleine im Fahrzeug war, starb.
Bielefeld
Fan-Attacke: Beschuldigte wollen aussagen
17.05.12
12:46
2 days
17.05.2012
- 13:29
Ärzte: Der Zustand des 26 Jahre alten Werder-Fans hat sich leicht stabilisiert
Bielefeld (WB/hz). Fünf weitere Beschuldigte der Hooliganattacke auf Werder-Fans wollen in der kommenden Woche vor Ermittlungsrichtern des Amtsgerichtes aussagen. Das wurde aus Justizkreisen bekannt. Für vier der in Untersuchungshaft sitzenden Beschuldigten haben Anwälte Haftprüfungstermine beantragt, weil sie den Vorwurf der Beihilfe zum versuchten Mord für überzogen halten.

Sollten diese jungen Männer umfassend auspacken, könnten sie darauf hoffen, dass ihre Haftbefehle außer Vollzug gesetzt oder sogar aufgehoben werden. Davon profitierte bereits am vergangenen Freitag ein 20-Jähriger, der als Erster zur Tat und den Hintergründen umfassend aussagte. Derzeit sitzen sieben mutmaßliche Tatverdächtige der Hooliganattacke vom 5. Mai in Untersuchungshaft. Sie sind auf Gefängnisse in NRW bis ins Rheinland verteilt, um mögliche Kontaktaufnahmen der Beschuldigten untereinander zu verhindern.

Dem nach Schlägen und einem Tritt gegen den Kopf lebensgefährlich verletzten Hauptopfer der Hooliganattacke an der Ecke Jöllenbecker-/Wittekindstraße geht es etwas besser. Der Zustand des 26 Jahre alten Werder-Fans aus dem niedersächsischen Landkreis Lüneburg habe sich leicht stabilisiert, hieß es von den behandelnden Ärzten der Klinik Gilead 1. Lesen Sie auch die bisherige Berichterstattung: Fans wollen Gewalt mit Zivilcourage begegnen (15. Mai 2012)

Mutter fordert lange Haftstrafen (vom 14. Mai 2012)

Fan-Attacke: Erster Gewalttäter gesteht (vom 12. Mai 2012)
Opfer nicht mehr in akuter Lebensgefahr (vom 11. Mai 2012) Kommentar: »Attacke auf den Werder-Fan: So schnell weicht der Schock nicht« (vom 11. Mai 2012)

Fan weiter in Lebensgefahr (vom 10. Mai 2012)

Nach Fan-Attacke: Ermittler durchsuchen Wohnungen (vom 9. Mai 2012)

Werder-Fan weiter in Lebensgefahr (vom 8. Mai 2012)

Bremer Fan von Arminia-Anhängern lebensbedrohlich verletzt (vom 7. Mai 2012)
Halle
Mordfall Nelli Graf: Polizei sucht Pärchen als Zeugen
17.05.12
11:43
2 days
17.05.2012
- 12:00
Hinweise auf Spaziergänger an der Hachhowe am Tag des Verschwindens
Von Stefan Küppers

Halle (WB). Kriminalhauptkommissar Ralf Östermann, Chefermittler der Mordkommission im Fall Nelli Graf, ist Überraschungen gewohnt. Darum hat es ihn auch nicht verwundert, dass am letzten Tag des vorläufig abgeschlossenen Massengentests ein Haller bei der Abgabe seiner Speichelprobe mit einer interessanten Aussage aufgewartet hat.


Der Zeuge hat am Tag des Verschwindens von Nelli Graf am Freitag, 14. Oktober 2011, ein Pärchen beobachtet, das etwa zwischen 13.30 und 13.45 Uhr auf dem Waldweg in Höhe des späteren Fundortes des Fahrrades von Nelli Graf spazieren ging. Das Paar kam aus Richtung Wiesenstraße und wanderte in Richtung der Sitzbänke an der Hachhowe, wo Nelli Graf gelegentlich heimlich geraucht haben soll. Die Mordkommission bittet dringend, dass sich dieses Pärchen als Zeugen mit der Polizei in Verbindung setzt.

Nach der Beschreibung soll die Frau etwa 55 Jahre alt sein, etwa 1,75 Meter groß sein und dunkelblonde Haare haben. Die Frau trug eine auffallend rote Wind- beziehungsweise Regenjacke ohne Aufschrift. Der Mann soll etwa 60 Jahre alt sein, zwischen 1,80 und 1,85 Meter groß sein. Er trug einen Schnäuzer und eine auffallend große Brille. Er war bekleidet mit einer Jeans und einer großen Jacke.

Kontakt mit der Mordkommission in Bielefeld unter 0521/5450. Lesen Sie auch die Artikel: Kripo will Alibis der Nichtteilnehmer prüfen (vom 16. Mai 2012)

Erster Tag macht Ermittlern Mut (vom 12. Mai 2012)
Wurde Nelli Graf bedroht? Mordfall in »Aktenzeichen XY« (vom 9. Mai 2012) »DNA-Daten werden vernichtet« (vom 8. Mai 2012) Massengentest im Mordfall Nelli Graf (vom 4. Mai 2012) Mordkommission im Fall Nelli Graf unter Hochdruck (vom 16. März 2012)

Mehr als 500 Bürger nehmen Abschied (vom 23. Februar 2012)
Bielefeld
Kellerbrand in der Innenstadt
17.05.12
11:30
2 days
17.05.2012
- 11:35
Polizei sperrt August-Bebel-Straße
Bielefeld (WB/sb). Brennender Unrat im Keller hat am späten Mittwochabend einen Feuerwehr-Einsatz in der Nähe vom Bielefelder Kesselbrink ausgelöst.

Nach der Alarmierung gegen 23.30 Uhr rückten 23 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr und der Löschabteilung Mitte zum Gebäude an der August-Bebel-Straße 97b an, das an der Ecke zur Heeper Straße liegt. Das Haus wurde evakuiert, so dass sechs Bewohner das Gebäude verließen.

Die Feuerwehr bekam das Feuer schnell unter Kontrolle. »Wir haben das Brandgut aus dem Keller nach draußen gebracht«, berichtet Feuerwehr-Sprecher Ulrich Dreiwes. Und so beendete die Feuerwehr bereits nach einer Stunde den Einsatz.
Den Schaden beziffert Dreiwes auf 1000 Euro. Während der Löscharbeiten sperrte die Polizei ein Teilstück der August-Bebel-Straße. Die Brandursache ist noch unbekannt.
Bielefeld
Brand im Studentenwohnheim
17.05.12
11:07
2 days
18.05.2012
- 12:04
47 Menschen müssen Gebäude verlassen – 50 Feuerwehrleute im Einsatz
Von Stefan Biestmann

Bielefeld (WB). Diese Nacht werden die Bewohner des Studentenwohnheimes an der Stennerstraße 21 so schnell nicht vergessen: Nach einem Brand in einer Wohnung im zweiten Obergeschoss mussten alle 47 anwesenden Studenten teilweise aus dem Schlaf geholt werden und das Gebäude verlassen. Es wurde niemand verletzt.


Etwa 50 Feuerwehrleute waren in der Nacht zu Donnerstag fast dreieinhalb Stunden lang  im Einsatz. Die Brandursache ist noch unbekannt. Der Schaden in dem Gebäude des Studentenwerks liegt bei 75.000 Euro.

Gegen 1.10 Uhr wurde das Feuer gemeldet. Eine Bad-Küchen-Einrichtung war in Brand geraten. »Die Bewohnerin war allerdings nicht anwesend«, berichtet Feuerwehr-Sprecher Ulrich  Dreiwes. Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr sowie der Löschabteilungen West, Theesen und Babenhausen rückten zum Einsatzort an. Mit Unterstützung der Polizei wurde das Gebäude evakuiert. Nicht jeder Bewohner realisierte sofort das Feuer.

»Es mussten einige Wohnungstüren eingetreten werden«, berichtet Dreiwes. Und so standen schließlich 47 Studenten auf der Straße. Die aus 22 Mitarbeitern von  Arbeiter-Samariterbund, Deutschem Roten Kreuz und der Johaniter-Unfallhilfe bestehende Schnelleinsatzgruppe (SEG) betreute die Bewohner und versorgte sie mit Wärmedecken.

Unterdessen bekam ein Trupp der Feuerwehr mit einem C-Rohr den Brand schnell unter Kontrolle. Auch die Drehleiter kam zum Einsatz. »Das Problem war allerdings, dass es durch die Versorgungsschächte eine Rauchausbreitung in die oberen Stockwerke gab«, berichtete Dreiwes. »Deshalb war der Einsatz so langwierig.« Es entstanden große Rauchschäden im Gebäude. »Fünf Wohnungen sind unbewohnbar. Die Mieter fanden aber schnell eine andere vorübergehende Unterkunft.«

Alle anderen Bewohner konnten am frühen Morgen in ihre Wohnungen zurückkehren. Viele von ihnen waren aufgrund der langen Dauer der Arbeiten zwischenzeitlich im Gerätehaus der Feuerwehr Gellershagen betreut worden.

Die Kriminalpolizei will sich nun am Freitag mit der Ermittlung der Brandursache beschäftigen.
Köln/Warburg
»Let's Dance«: Brzeska und Klann tanzen im Finale
17.05.12
10:52
2 days
17.05.2012
- 11:06
Fünf Millionen Zuschauer
Köln/Warburg (dapd/WB). Die 26-malige deutsche Meisterin in der Rhythmischen Sportgymnastik, Magdalena Brzeska (34), und der Warburger Tanzlehrer Erich Klann stehen im Finale der RTL-Tanzshow »Let's Dance«.

Sie setzten sich am Mittwoch im Halbfinale gegen Volksmusikerin Stefanie Hertel (32) durch, die in der zehnten Show der Staffel die Segel streichen musste. Knapp fünf Millionen Zuschauer sahen zu. Im Finale am kommenden Mittwoch treten Brzeska und Klann gegen das Model Rebecca Mir (20) und ihren Tanzpartner Massimo Sinató an. Brzeska und Klann gelten als Favoritin, obwohl sie eigentlich schon ausgeschieden waren. Nur durch den Ausstieg von Sängerin Gitte Haenning, die wegen des Todes ihrer Schwester die Show verließ, kehrten sie im April zurück.

Detmold
»Das war eine Hinrichtung«
17.05.12
10:00
2 days
19.05.2012
- 20:57
[Update: Do., 10 Uhr]: Landgericht Detmold verhängt im Fall »Arzu Özmen« lange Haftstrafen und spricht von »Ehrenmord«
Von Bernd Bexte
Detmold (WB). Am Ende zeigen sich alle fünf Angeklagten reumütig. »Die Sache ist eskaliert, es tut mir leid«, gibt der 22-jährige Osman Özmen unter Tränen zu Protokoll. Weil er seine Schwester Arzu (18) erschossen hat, ist er zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Auch die tatbeteiligten Geschwister erhielten langjährige Freiheitsstrafen.
Der Andrang vor Saal 165 im Landgericht Detmold ist gewaltig. Beim Einlass in den Zuschauerbereich wird gedrängelt und geschubst. Die Justizbeamten müssen das Chaos ordnen. Alle wollen am fünften und letzten Verhandlungstag das Urteil im Fall Arzu Özmen hören. Die 18-jährige Detmolderin war in der Nacht zum 1. November von ihren Geschwistern aus der Wohnung ihres deutschen Freundes entführt und nahe Lübeck erschossen worden. Die zentrale Frage: War dies eine geplante Tat, um sie zu bestrafen, weil sie die Regeln ihrer Familie und ihrer Religion, dem Jesidentum, verletzt hat? Ein »Ehrenmord« also. So sieht es Oberstaatsanwalt Ralf Vetter. Oder war es die Tat eines Einzelnen, ein aus dem Ruder gelaufener Gewaltexzess bei dem Versuch, sie in den Schoß der kurdischen Familie zurückzuholen, wie die Verteidigung glauben machen will?

Das Gericht schließt sich mit seinem Urteil in großen Teilen der Einschätzung der Anklage an. Der Vorsitzende Richter Michael Reineke findet deutliche Worte: »Arzu ist von ihrem Bruder mit zwei Kopfschüssen hingerichtet worden. Das war ein Mord mit Ansage, es ging nicht darum, ihr den Kopf zu waschen.« Weil sie anders leben wollte, als ihre Familie dies für richtig hielt, war sie zuvor bereits zweimal krankenhausreif geschlagen worden. »Sie war schon ausgestoßen, und die Familie konnte mit dieser Situation nicht leben.«

Die Verteidiger hatten in ihren Plädoyers auf das große Medieninteresse verwiesen. Dies sei für die Angeklagten ein Belastung und erschwere ihnen einen Neuanfang nach der drohenden Haft. Diese Einlassung rügte Reineke scharf: »Es ist gut, dass es diese Öffentlichkeit gibt, denn es geht um Dinge, die direkt neben uns passieren.« Der Fall Arzu sei keine innerfamiliäre Streitigkeit. »Es war ein ›Ehrenmord‹, nichts anderes.« Er betonte, diese furchtbare antiquierte Tradition könne niemand schön reden.

Zuvor hatte Oberstaatsanwalt Ralf Vetter in seinem Plädoyer von einem Mord aus niederen Beweggründen gesprochen: »Dabei hat Arzu nur das getan, was jeder Frau zugebilligt wird: ein selbstbestimmtes Leben führen.« Er forderte hohe Strafen: lebenslang für Osman, Kirer und Sirin Özmen. Kemal und Elvis Özmen, die an der Entführung aus der Wohnung von Arzus Freund, einem Bäckergesellen, beteiligt waren, dann aber nach Hause nach Steinheim fuhren, wollte er für elf beziehungsweise elfeinhalb Jahre hinter Gittern sehen.

Die Verteidiger machten eine andere Rechnung auf. Die Tötung sei zu keinem Zeitpunkt geplant gewesen, die Familie habe Arzu zurückholen wollen, sagte Jerrit Schöll, Verteidiger des Haupttäters Osman Özmen. Er wertete die Erschießung Arzus als Totschlag. In Tateinheit mit einer Geiselnahme sei eine maximal elfjährige Freiheitsstrafe angemessen. Die »nicht zu erklärende Autofahrt« mit Arzu, zunächst nach Hamburg, dann weiter Richtung Lübeck, sei ein Beleg für die konfusen, nicht geplanten Tatumstände.

Andreas Chlosta sah bei seinem Mandanten Kirer Özmen den Tatbestand den Körperverletzung und Freiheitsberaubung erfüllt. Er überließ dem Schwurgericht die Strafbemessung, forderte aber die Aussetzung des Haftbefehls. Der 21-jährige Elvis sei als jüngster Tatbeteiligter in das Geschehen hineingerutscht, argumentierte Verteidigerin Susanne Renner. Sie forderte eine zweijährige Bewährungsstrafe. Strafverteidiger Detlev Binder, der Kemal Özmen vertrat, hielt wegen Freiheitsberaubung und gefährlicher Körperverletzung eine Strafe von unter drei Jahren für angemessen.

Arzus Schwester Sirin sei ein »aktiver Part« gewesen, gestand Verteidiger Carsten Ernst zu. Einen Mordplan habe es aber nicht gegeben. Sirin Özmen habe noch nicht einmal gewusst, dass Osman eine Waffe bei sich hatte. Wegen Geiselnahme sei eine Haftstrafe von sieben Jahren vertretbar. Ankläger Vetter hatte Sirin Özmen als treibende Kraft bezeichnet, die nach dem Bruch Arzus mit ihrer Familie »fanatisch« nach der Schwester gesucht habe. Die Anwälte von Elvis, Kirer und Osman wollen das Urteil mit Revision anfechten. Die Staatsanwaltschaft will das Urteil zunächst prüfen. Die Eltern von Arzu und der fünf Angeklagten waren nicht im Gerichtssaal. Familienangehörige informierten sie per Telefon. (Az.: 4 Ks 31 Js 1086/11-10/12) Die Verurteilten: Kirer Özmen (25) ist wegen Geiselnahme sowie Beihilfe zum Mord zu einer zehnjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte eine lebenslange Haft wegen Mord aus niederen Beweggründen gefordert. Sein Verteidiger Andreas Chlosta hatte lediglich auf eine gemeinschaftliche Körperverletzung und Freiheitsberaubung plädiert. Kirer Özmen nutzte gestern zum Ende der Plädoyers die Gelegenheit zu einem letzten Wort. »Ich habe meine Schwester Arzu, mein Gesicht und meine Zukunft verloren«, sagte der 25-Jährige. Er bereue, könne die Tat aber nicht mehr rückgängig machen. Elvis Özmen (21) ist wegen Geiselnahme zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. Er hatte an der Entführung von Arzu in der Nacht zum 1. November vergangenen Jahres mitgewirkt. Als seine Geschwister Osman, Kirer und Sirin mit der 18-Jährigen Richtung Hamburg aufbrachen, fuhren er und sein ebenfalls tatbeteiligter Bruder Kemal nach Hause nach Steinheim. Elvis Özmen war an der Ermordung seiner Schwester also nicht direkt beteiligt. Der jüngste der fünf Angeklagten äußerte sich am letzten Verhandlungstag nur kurz zu den Vorwürfen: »Es tut mir leid.« Osman Özmen (22), der Haupttäter, ist zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Er hatte gestanden, seine Schwester Arzu auf dem Weg nach Lübeck in einem Wald mit zwei aufgesetzten Kopfschüssen getötet zu haben. Den letzten Verhandlungstag verfolgte er gestern mit gesenktem Kopf und starrem Blick, wirkte zeitweilig wie paralysiert. Zum Ende der Plädoyers erklärte er mit tränenerstickter Stimme. »Ich bereue, es tut mir leid.« Er sei »außer Kontrolle geraten« und habe Arzu getötet, weil sie ihn und seine Eltern beleidigt habe, hatte er zuvor im Prozess erklärt. Kemal Özmen (24) soll, ebenso wie sein Bruder Elvis, wegen Geiselnahme für fünfeinhalb Jahre ins Gefängnis. Auch er war an der Mordtat nicht direkt beteiligt, hatte aber an der Entführung Arzus aus der Wohnung ihres Freundes in Detmold mitgewirkt. Oberstaatsanwalt Ralf Vetter hatte für ihn elf Jahre Haft wegen Geiselnahme mit Todesfolge gefordert. Die Gelegenheit zu einem abschließenden Wort ergriff der 24-Jährige gestern nur kurz. Die Beteiligung an der Tat nannte er einen »Riesenfehler«. Er hatte in einer E-Mail Arzu angeblich angeboten, dass sie bei ihm und seiner Frau Unterschlupf finden könne. Sirin Özmen (27): Das Landgericht hat gegen sie eine Haftstrafe von zehn Jahren wegen Geiselnahme sowie Beihilfe zum Mord verhängt. Sirin nutzte ausgiebig die Gelegenheit zu einem letzten Wort. »Ich hätte mich mit Arzus Entscheidung abfinden müssen, ebenso mit der meiner Eltern, sie zu verstoßen«, erklärte die 27-jährige unter Tränen. Die Jesidin bemühte dabei das biblische Gleichnis vom verlorenen Sohn. »Vielleicht wäre Arzu eines Tages wieder zurückgekommen.« Sie wünsche sich, dass Arzu ihr verzeihe. Sie bereue, sich niemandem anvertraut zu haben, der ihr den rechten Weg habe weisen können.
Lesen Sie auch: den Bericht zum vierten Prozesstag
»Arzu hat die Ehre der Familie verletzt« (vom 15. Mai 2012)

die Chronologie des vierten Prozesstags
Psychiater: Alle Angeklagten sind voll schuldfähig (vom 14. Mai 2012)
den Bericht zum dritten Prozesstag
Arzu Özmen (18) erkannte in dem Rapper-Video »Köln-Kalk-Ehrenmord« ihr eigenes Leben wieder (vom 10. Mai 2012)

die Chronologie des dritten Prozesstags:

Arzu hatte Angst, Opfer eines Ehrenmordes zu werden (vom 9. Mai 2012)

den Bericht zum zweiten Prozesstag:

Zwei Angeklagte entlastet? (vom 8. Mai 2012)

die Chronologie des zweiten Prozesstags:

Kein Hinweis auf geplanten Mord (vom 7. Mai 2012)

die Berichte zum ersten Prozesstag:

Teil 1:
Bruder gesteht Mord an Arzu Özmen. Geschwister sollen nicht dabei gewesen sein (vom 1. Mai 2012)

Teil 2:
»Das war nicht gewollt« - Angeklagte stellen Verbrechen an ihrer Schwester als spontane Tat eines Einzelnen dar (vom 1. Mai 2012)

die Chronologie:
So verlief der erste Prozesstag (vom 30. April 2012)

den
Vorbericht zum Prozess:
Geschwister wollen Schweigen brechen (vom 26. April 2012)
Bielefeld
Mordermittlungen gehen weiter
17.05.12
03:49
3 days
17.05.2012
- 09:46
Erstochene Jöllenbecker Rentnerin: weitere Spuren
Bielefeld (WB/hz). Die Ermittlungen nach dem Mord an der Jöllenbecker Rentnerin Hanna L. (82) werden mit Hochdruck fortgesetzt. Das bestätigten sowohl Staatsanwalt Veit Walter als auch Polizeisprecher Friedhelm Burchard auf Anfrage. Walters Angaben zufolge werde die Horrormaske, die der dringend tatverdächtige 18-jährige Mieter beim Mord an der 82-Jährigen getragen haben soll, weiter von Experten des Landeskriminalamtes nach Spuren untersucht. Das gelte auch für so genannte Abriebspuren, die am Tatort im Wohnhaus der erstochenen Witwe gesichert wurden. Offenbar haben die Kripoermittler von der Mordkommission Eickum, benannt nach dem Tatort Eickumer Straße, weitere belastende Beweise in der Hand. Polizeisprecher Burchard: »Es wurde ein Taschentuch sichergestellt, mit dem die Tatwaffe gereinigt worden sein könnte.« Das Tuch werde ebenfalls untersucht, um zu klären, ob damit das 33,5 Zentimeter lange Küchenmesser abgewischt wurde. Wie berichtet, wurde Witwe Hanna L. am Abend des 29. März in ihrer Wohnung mit etwa 40 Messerstichen getötet. Der mutmaßliche Täter, der 18 Jahre alte Nachbar und Ex-Mieter, sitzt in der Justizvollzugsanstalt Herford in Untersuchungshaft und schweigt zum Mordvorwurf. Somit ist völlig offen, ob sich der junge Mann von einem Psychologen oder Psychiater untersuchen lässt. Das ist von der Staatsanwaltschaft angesichts des Tathintergrundes dringend gewünscht. Wie berichtet, handelt es sich beim Beschuldigten um einen ausgebildeten ehrenamtlichen Sanitätshelfer. Am Tatabend will der 18-Jährige den als jugendgefährdend und mit FSK 18 indizierten Horrorschocker »Saw« (Säge) gesehen haben. Ob dies der Auslöser für den Mord war ist derzeit ebenso ungewiss wie die Frage, ob sich der Sanitätshelfer mit der 82-Jährigen ein Opfer schaffen wollte, um später als ihr möglicher Retter dazustehen. Dass der 18-Jährige die Witwe per Herzmassage am Leben erhalten und selbst den Rettungsdienst rief, könnte Indizien dafür sein. Nach Eintreffen stellte der Notarzt jedoch nur noch den Tod der aufgrund von zahlreichen Schnittwunden stark blutenden Hanna L. fest. Lesen Sie auch die Artikel: Trug der Mörder eine Horrormaske? (vom 16. Mai 2012) Gutachten belastet Sanitäter (von 12. Mai 2012)

»Mein Sohn ist kein Mörder!« (vom 24. April 2012)

Suche nach Waffe geht weiter (vom 22. April 2012)

18-Jähriger unter Mordverdacht (vom 20. April 2012)

Keine neue Spur nach DNA-Analyse (vom 12. April 2012)

Keine heiße Spur im Falle Hanna L. (vom 2. April 2012)
Paderborn
Echte Paderborner erhalten Rabatt
17.05.12
01:51
3 days
17.05.2012
- 12:28
Stadt führt Heimvorteilkarte für Studenten ein – Preisabschlag in 90 Cafés, Museen und Geschäften
Paderborn (WB). Im Kino den Parkettpreis zahlen, den Film aber auf einem Logenplatz genießen. 50 Cent Rabatt auf einen Cappucino im Café oder fünf Mal freies Parken in der Radstation am Bahnhof. Die Heimvorteilkarte für Studenten mit Hauptwohnsitz in Paderborn ist attraktiv. Von Montag, 21. Mai, an können Frauen und Männer, die an einer der vier Paderborner Hochschulen eingeschrieben sind, diese Rabattkarte bestellen. Das geht online, dann wird das Dokument nach einer Bearbeitungszeit von etwa einer Woche zugeschickt, oder direkt im Einwohnermeldeamt, dann kann man mit dem gelben Servicekärtchen gleich einkaufen gehen. Die Stadt Paderborn verfolgt mit der Kampagne »Heimvorteil« zwei Ziele. »Wir verstehen sie zum einen als Charmeoffensive, mit der wir Paderborn als Universitätsstadt noch deutlicher positionieren wollen«, sagt der städtische Marketingchef Jan von Lübtow. Zum anderen hat die Stadtverwaltung ein finanzielles Interesse. Denn für jeden Bürger, der in Paderborn mit erstem Wohnsitz gemeldet ist, überweist das Land NRW jährlich 560 Euro an die Stadtkämmerei. Bei derzeit etwa 12000 Studenten, die im Schatten des Doms mit Nebenwohnung oder überhaupt nicht gemeldet sind, käme eine stattliche Summe zusammen, wenn die sich entscheiden könnten, echte Paderborner zu werden. Mit der Vorbereitung und Umsetzung der Aktion hat die Stadt die Göttinger Agentur Amaretis beauftragt, die bereits an anderen Uni-Standorten mit Erfolg eine Studenten-Rabattkarte vermarktet hat. Als ermutigendes Startsignal bezeichnet Amaretis-Projektleiter Manuel Vicente die Tatsache, dass sich in Paderborn bereits 90 Vorteilsgeber an der Kampagne beteiligen. Das sind Gaststätten und Bäckereien, das Theater und die Philharmonische Gesellschaft, Friseure, Fotostudios und Augenoptiker, Buchhandlungen und Möbelgeschäfte, aber auch der Kletterpark und ein Tätowierstudio. Studenten können das Angebot unbegrenzt nutzen. Die Teilnahme an der Kampagne ist für Vorteilsnehmer und Vorteilsgeber kostenfrei und wird vom Allgemeinen Studierenden Ausschuss (Asta) der Universität empfohlen. »Wir haben uns vergewissert, dass der Datenschutz gewahrt wird«, räumt Asta-Vorsitzender Christoph Husemann Bedenken zur Seite. »Und wir finden das Anreizmodell auf jeden Fall besser als das Sanktionsmodell«, spielt Husemann darauf an, dass bei großem Interesse an der Heimvorteilkarte und entsprechendem Anstieg der Erstwohnsitze die vom Stadtrat beschlossene Zweitwohnungssteuer wieder abgeschafft werden könnte.
Bielefeld
Die vierte Tonne kommt
17.05.12
01:51
3 days
17.05.2012
- 09:25
Neuer Wertstoffbehälter wird zunächst testweise in 40000 Bielefelder Haushalten eingeführt
Bielefeld (WB). Frühestens Anfang 2014, spätestens ein Jahr später ist die vierte Tonne da: Sie soll den »Gelben Sack« ablösen. »Eine saubere Sache«, sagt Klaus Kugler-Schuckmann, Technischer Leiter des städtischen Umweltbetriebes. Die ersten 600 Haushalte können ihre Leichtverpackungen und ihre Wertstoffe bereits jetzt in einem einzigen Abfallbehältnis entsorgen: Wohnungen der Freien Scholle sind die ersten, die am Probelauf der Getrennterfassung von Wertstoffen teilnehmen. Kugler-Schuckmann: »In diesem und im nächsten Jahr werden alle Großwohnanlagen der Wohnungsbaugesellschaften mit in diesen Probelauf einbezogen – mit insgesamt 40000 Haushalten.« In der neuen Tonne – Kennzeichen: ein orangefarbener Clip entsprechend dem blauen an der Papiertonne – sollen sowohl Leichtverpackungen (Gelber-Sack-Abfall wie Konserven, Getränkekartons, Joghurt- und Margarinebecher) wie Wertstoffe (Metalle, Holz, Glas) entsorgt werden. Man wolle, so Kugler-Schuckmann, »ein für den Bürger leicht nachvollziehbares System aus einer Hand« schaffen. Anlass: Am 1. Juni 2012 tritt das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz in Kraft. Ziel: die Recyclingquote der wiederverwertbaren Rohstoffe »aus dem Müll« bis 2020 auf mindestens 65 Prozent zu erhöhen. In Bielefeld liege die Recyclingquote zurzeit bei 58 Prozent (90000 Gewichts-Tonnen pro Jahr), sagt Rainer Hempelmann, Geschäftsbereichsleiter Stadtreinigung im Umweltbetrieb. Sortieranalysen hätten ergeben, dass pro Jahr und Einwohner zusätzliche sieben Kilogramm an Wertstoffen eingesammelt werden könnten – obwohl die Deutschen ohnedies bereits als Weltmeister im Mülltrennen gelten. Hempelmann rechnet mit einem jährlichen Mehr an Wertstoffen zwischen 2300 und 2500 Tonnen. Gleichzeitig sollen wie schon heute Sperrmüllsammlung und der Service der drei Wertstoffhöfe dazu beitragen, das bislang noch ungenutzte Potenzial an Metallen, Kunststoffen, Holz und Glas abzuschöpfen. Der Umweltbetrieb rechnet mit höheren Erlösen durch die Vermarktung der Wertstoffe und mit Einsparungen, weil weniger Abfall an die Müllverbrennungsanlage geliefert werden muss. Allein das eingesparte Entgelt für die Müllverbrennung betrage 170000 Euro pro Jahr. Kugler-Schuckmann geht davon aus, dass die Einführung der vierten Tonne an Stelle des gelben Sackes keine Auswirkungen auf die Gebührenhöhe für die Bielefelder Haushalte haben werde. Allerdings: Bis Ende 2013 werden die Gelben Säcke noch von einem privaten Entsorger abgeholt. Der Vertrag wird im Frühjahr 2013 neu ausgeschrieben – mit der Maßgabe, dass »lose Sammelsysteme« vermieden werden. Das bevorzugte Szenario für Kugler-Schuckmann und Hempelmann: Wenn der Umweltbetrieb selbst das wirtschaftlichste Angebot abgeben und damit den Zuschlag bekommen würde. Platz- oder Kapazitätsprobleme mit einer vierten Tonne lässt Hempelmann nicht gelten: »Bei der Einführung der Papiertonne 2006 gab es solche Diskussionen auch – heute sind alle froh, dass die 'Blaue Tonne' da ist.« Auch diejenigen, die mehr als einen oder zwei Gelbe Säcke an den Straßenrand stellen, müssten keine Bedenken haben. Hempelmann: »Es gibt Wertstofftonnen je nach Aufkommen – ohne Zusatzkosten.« Zurzeit stehen in Bielefeld vor den Häusern und in Garagen 69000 Papiertonnen, 69000 Restmülltonnen und 40000 Biotonnen – davon 5716 Saison-Biotonnen. Michael Seibt als Sprecher der Freien Scholle zählt die Vorteile der Wertstoff-Tonne auf: »Optimale Abfallentsorgung, weniger Gebühren, weil auf Dauer Restmüllbehäter eingespart werden und ein sauberes Wohnumfeld, weil keine Gelben Säcke mehr durch die Gegend fliegen.«
Büren/Salzkotten
Unfallfahrer muss zahlen
17.05.12
01:50
3 days
17.05.2012
- 12:39
Zivilprozess nach Unglück mit zwei Toten in Salzkotten
Salzkotten/Paderborn (WB). Mehr als drei Jahre nach einem tragischen Verkehrsunfall mit zwei Toten in Salzkotten versucht die Justiz noch immer, die Schuldfrage zu klären. Eine eindeutige Antwort scheint es nicht zu geben. Ein 5er-BMW-Kombi war am 12. März 2009 auf der Wewelsburger Straße unmittelbar hinter der Kreuzung Bosenholz/Hüneknapp gegen einen Baum gerast. Der 47-jährige Fahrer aus Wewelsburg und sein 25 Jahre alter Sohn auf dem Beifahrersitz kamen ums Leben. Die hinten sitzende 18-jährige Tochter erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Wie sich später herausstellte, war der von rechts kommende und in Richtung Salzkotten fahrende BMW einem Bäckerei-Lkw ausgewichen, der vom Hüneknapp nach rechts auf die Wewelsburger Straße abgebogen war. Die Wewelsburger Straße ist eng und kurvenreich. Zur Unfallzeit hatte es geregnet. Trotzdem war der BMW, wie ein Sachverständiger feststellte, mit Tempo 100 unterwegs. Der Lkw-Fahrer, so wurde vermutet, könnte beim Abbiegen über die Fahrbahnmitte hinausgekommen und das Auto zum Ausweichen gezwungen haben. Den eindeutigen Beweis für diese These konnte allerdings auch der Kfz-Sachverständige nicht erbringen. Die Staatsanwaltschaft stellte deshalb das Strafverfahren gegen den jungen Mann ein. Dennoch verklagte ihn die Haftpflichtversicherung des getöteten BMW-Fahrers auf rund 43000 Euro Schadenersatz. »Ich habe an der Kreuzung gehalten, mehrere Fahrzeuge passieren lassen und bin dann rechts abgebogen. Da war der BMW noch ein gutes Stück entfernt«, beteuerte der Auslieferungsfahrer im Zivilprozess. Erst im Rückspiegel habe er wahrgenommen, »dass etwas passiert sein musste«. Eine Zeugin erklärte sogar, dass der Lkw zunächst gehalten habe und erst losgefahren sei, als der BMW bereits vorbei war. Die inzwischen 21-jährige Frau, die als einzige im BMW überlebt hat, schilderte zitternd und unter Tränen dagegen eine ganz andere Version: »Der ist auf jeden Fall über die Mittellinie gekommen, wie viel weiß ich nicht«. Der Kastenwagen habe zunächst gestanden und sei dann plötzlich angefahren. Ihr Vater habe noch geschrien »Was macht der da!« und gebremst. »Aber es war zu eng, und dann kam auch schon der Baum.« »Mit Zeugenaussagen ist die Wahrheitsfindung am schwierigsten«, konstatierte Richter Dr. Lambert Löer. 50 Prozent aller Zeugenaussagen seien nicht richtig, weil sich Zeugen ihre subjektive Sichtweise zurechtlegten und diese auch glaubten. Der Richter ließ lieber einen zweiten Unfallsachverständigen sprechen. Dipl.-Ing. Manfred Jaswetz aus Gütersloh hatte die Tachoscheibe des Lkw ausgewertet und war zu einem überraschenden Ergebnis gekommen: »Er hat an der Kreuzung nicht angehalten und ist in einem Zug mit etwa 20 Stundenkilometern in die vorfahrtsberechtigte Straße eingebogen«. Wenn er dabei nicht über die Mittellinie hinausgekommen sei, müsse der Fahrer »schon ein echter Künstler sein«, so Jaswetz. Für Richter Löer ein klarer Fall von Verkehrsgefährdung. »Sie durften mit ihrem Lkw keinesfalls in die Straße abbiegen, als sich ein Pkw von rechts näherte«, hielt er dem beklagten Fahrer vor. Allerdings treffe den getöteten BMW-Fahrer eine Mitschuld von einem Drittel. Er sei angesichts der Straßen-, Witterungs- und Verkehrsverhältnisse viel zu schnell auf die Kreuzung zugefahren. Der Lkw-Fahrer muss deshalb nur zu zwei Dritteln haften. Diese Quote dürfte entscheidende Bedeutung für Folgeprozesse haben. Auf den Lkw-Fahrer werden jetzt weitere zivilrechtliche Forderungen der Sozialversicherungsträger und der Hinterbliebenen in mindestens sechsstelliger Höhe zukommen. LG Paderborn, Az.: 2 O 513/11
Warburg
Holsterburg bei »Terra X«
17.05.12
01:49
3 days
17.05.2012
- 09:59
Ausgrabung nahe Calenberg wird am Sonntag in der beliebten ZDF-Serie vorgestellt
Warburg-Calenberg (WB). Die Holsterburg bei Calenberg wird nach diesem Wochenende vielen Menschen in Deutschland ein Begriff sein. Am Sonntag, 20. Mai, wird sie in der ZDF-Serie »Terra X« vorgestellt. Im Begleitbuch zur Sendung werden der Burg acht Seiten gewidmet. »Deutschlands Supergrabungen« heißt die zweiteilige Sendung der Serie »Terra X«, die derzeit ausgestrahlt wird. Darin geht es um die Frage, was Archäologen finden können, wenn sie vor der Haustür zu graben beginnen. Was verbirgt sich unter den Straßen und Häusern deutscher Städte? Moderiert wird die Sendung von Professor Matthias Wemhoff, Direktor des Museums für Vor- und Frühgeschichte in Berlin und Berliner Landesarchäologe. Er ist im Hochstift weithin bekannt, war er doch bis vor einigen Jahren als Direktor des Museums in der Kaiserpfalz in Paderborn und des Klosters Dalheim tätig. Bereits am vergangenen Wahlsonntag hat Wemhoff die Zuschauer im ZDF an wichtige Grabungsstätten des Landes geführt, spektakuläre Schätze und Entdeckungen gezeigt und die jeweiligen historischen Zusammenhänge der Grabungen erklärt. An diesem Sonntag von 19.30 Uhr an ist die Holsterburg mit einem kurzen Beitrag an der Reihe. Sie befindet sich in prominenter Gesellschaft. In der gleichen Sendung sind auch Beiträge über die berühmte Himmelsscheibe von Nebra, die Pfahlbauten vom Bodensee und über die berühmt gewordene Moorleiche »Moora« aus Nienburg zu sehen. Das Grabungsteam um Dr. Andrea Bulla vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe hatte im Oktober an der Holsterburg Besuch vom Kamerateam des ZDF (wir berichteten am 27. Oktober). Für die Aufnahmen hatte die Feuerwehr Warburg sogar mit Pumpen den in der Niederung sehr hohen Wasserspiegel abgesenkt, damit das Kamerateam einen Blick auf die drei Meter tief im Erdreich verborgenen Fundamente einfangen konnte. Das Pumploch wurde anschließend aus Sicherheitsgründen wieder verschlossen. Im Begleitbuch zur Serie, das im Theiss-Verlag erschienen ist, können die beschriebenen archäologischen Fälle noch einmal nachgelesen werden. Die Holsterburg aus der Stauferzeit wird dort als »größte Entdeckung der archäologischen Burgenforschung der vergangenen Jahre« beschrieben. Auf den Seiten wird erläutert, welche Ideen und Fertigkeiten im 12. Jahrhundert zum Bau einer solchen achteckigen Burg benötigt wurden. Es wird das Leben der Burgherren Hermann und Bernhard Berkules beschrieben und es wird auf die wechselvolle Geschichte der Burg eingegangen, die nach Auffassung der Experten nach nur 100 Jahren von den Einwohnern der Stadt Warburg dem Erdboden gleich gemacht wurde. Damit war das Ende des außergewöhnlichen Bauwerks ebenso besiegelt wie die Zukunft der Raubritter, die auf der Burg mit ihren Familien wohnten. Die Sendung »Terra X« beginnt am Sonntag um 19.30 Uhr im ZDF. Das Begleitbuch ist im Theiss-Verlag erschienen und kostet 19,95 Euro (ISBN-10: 380622630X).
Bielefeld
»Leises Rauschen«: Wirte-Kritik an Party
17.05.12
01:33
3 days
17.05.2012
- 10:43
Es sei zu befürchten, dass Jugendliche alkoholische Getränke mitbrächten und auf dem Rathausplatz konsumierten
Bielefeld (WB/-md-/MiS). Thomas Keitel, Geschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes, hat die Einbeziehung der Facebook-Party »Leises Rauschen« in das Sonntagsprogramm des Leinewebermarktes kritisiert. Es sei zu befürchten, dass Jugendliche alkoholische Getränke mitbrächten und auf dem Rathausplatz konsumierten. So könne das »Leise Rauschen« die Aktion von Stadt, Wirten und Organisatoren gegen den Alkoholmissbrauch bei jungen Leuten unterlaufen.

Beim Motto »Umsonst und draußen« werde übersehen, dass andererseits Wirte hohe Standgebühren zahlten, um auf dem »Leinweber« dabei zu sein. Sie seien auf Umsätze angewiesen. Inka Stückemann vom Veranstalter »Bielefeld Marketing« teilt die Befürchtungen von Gastwirte-Chef Keitel nicht. Das »Leise Rauschen« sei bewusst in das Leinewebermarkt-Programm einbezogen worden, um verstärkt ein jüngeres Publikum zu erreichen. »Wer zur Facebook-Party kommt, wird auch die anderen Angebote des Marktes nutzen.« Es liegen 1000 Anmeldungen vor.

Mit den Organisatoren der Jugendparty verständigt hat sich Peter Wolff. Der Tanzlehrer betreibt selbst einen Getränkestand vor dem Ratskeller. Wolff: »Wir brauchen das junge Publikum. So ist den ganzen Sonntag mehr los.« Die Initiative gegen Alkoholmissbrauch der Jugendlichen unterstützt Wolff an seinem Stand: Er serviert eine vom Wertheraner Koch Abram Adrian entwickelte Kirsch-Mandel-Limonade. Entspannt hat sich nach Wolffs Ansicht das Verhältnis zu den Veranstaltern der Facebook-Party. Die weisen, so Wolff, im Hinblick auf die Verpflegung auf ihrer Facebook-Seite jetzt auf die Gastronomen vor Ort hin.
Schlangen
Gerdes fordert Rücktritt
17.05.12
01:19
3 days
17.05.2012
- 12:24
Landrat Heuwinkel lasse beim Thema Nationalpark Neutralität vermissen
Schlangen (WB/mai). Die Auseinandersetzung um die mögliche Einrichtung eines Nationalparks hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Der Sprecher der Bürgerinitiative »Unser Teutoburger Wald«, Ralph Gerdes, hat Landrat Friedel Heuwinkel am Mittwoch zum Rücktritt aufgefordert. »Es reicht!«, meint Gerdes. Gerdes begründet seine Forderung mit der Wahl Heuwinkels als Beisitzer in den Vorstand des Fördervereins Nationalpark Senne-Eggegebirge. »Damit verletzt er seine beamtenrechtliche Pflichten zur Neutralität und Zurückhaltung«, meint Gerdes. »Wie will der Landrat alle Bürger vertreten, wenn genau dieses Thema die Bevölkerung in Lippe spaltet wie kein anderes jemals zuvor?« Heuwinkel ignoriere nicht nur den Willen vieler Lipper, die gegen den Nationalpark seien, er »hintertreibe« damit auch die bestehenden Beschlüsse des Lippischen Kreistages, die einen Konsens zum Thema Nationalpark in der Region sowie die Zustimmung der privaten Eigentümer als zwingende Grundlage voraussetzten. Der Förderverein, dem Heuwinkel beigetreten ist, fordere die Landesregierung auf, entsprechende Schritte zur baldigen Realisierung des Nationalparks zu unternehmen. Der Verein weise in einer Resolution zudem darauf hin, dass die Zuständigkeit für Nationalparke auf der Landesebene liege und damit jetzt Landtag und Landesregierung gefordert seien. Gerdes: »Das Verhalten von Heuwinkel ist ein absoluter Skandal. Heuwinkel unterstützt durch aktive Mitarbeit einen Verein, der den Nationalpark offensichtlich nicht im regionalen Konsens, sondern von oben herab verwirklichen will. Dies steht im diametralen Gegensatz zu den gültigen Kreistagsbeschlüssen.« Ein Landrat sei dem Willen der Bürger seines Landkreises verpflichtet und habe für die Einhaltung von gültigen Kreistagsbeschlüssen zu sorgen. Heuwinkel habe sich mit seiner Wahl in den Vorstand des Fördervereins in Sachen Nationalpark endgültig »zum Steigbügelhalter der Interessen von B90/Grünen und einiger Naturfachverbände gemacht und seine Amtspflichten verletzt«. Deshalb solle er die Konsequenzen ziehen und zurücktreten. Friedel Heuwinkel reagierte am Mittwoch im Gespräch mit der SCHLÄNGER ZEITUNG gelassen auf die Vorwürfe und die damit verbundene Rücktrittsforderung. »Ich glaube, dass Herr Gerdes das Wahlergebnis der FDP noch nicht verdaut hat«, sagte er. Denn die habe in Lippe mit um die fünf Prozent bei den Erststimmen in allen drei Wahlkreisen deutlich schlechter abgeschnitten als im Land. »Das zeigt doch, dass die Kampagne der Spitzenkandidaten gegen den Nationalpark bei den Bürgern nicht gewirkt hat«, meint Heuwinkel. Sein Engagement beim Förderverein Nationalpark gebe es nicht erst seit der Jahreshauptversammlung am Samstag. Vielmehr arbeite er schon länger im Beirat mit. »Ich finde es gerade wichtig, mich dort zu engagieren, um die Wünsche des Kreises Lippe einbringen zu können«, sagte er. Schließlich sei das nicht das einzige Gremium, in dem er die Interessen des Kreises vertrete. An die bestehenden Beschlüssen des lippischen Parlaments sei er selbstverständlich gebunden. Eine Entscheidung, wie Lippe in Sachen Nationalpark weiter vorgeht, obliege letztendlich ebenfalls dem Kreistag, dessen ausführendes Organ die Verwaltung sei. Heuwinkel erwartet,dass der Kreistag noch vor den Sommerferien über einen Schlichterspruch beraten kann. »Ich gehe davon aus, dass Günther Kozlowski bis zu den Sommerferien einen Schlichterspruch und die mögliche neue Gebietskulisse vorlegen und dem Land übermitteln kann«, sagte der Landrat. Die Wertermittlung der Landesverbandsflächen sowie der möglichen Tauschflächen sei allerdings noch nicht endgültig abgeschlossen.
Bad Lippspringe
Zwei Schwerverletzte auf der B1
16.05.12
19:12
3 days
16.05.2012
- 19:21
Auto schleudert über eine Bodenwelle und in den Gegenverkehr
Bad Lippspringe (WB). Bei einem Unfall auf der Bundesstraße 1 in Höhe der Ausfahrt Bad Lippspringe (L 814) sind am Donnerstagabend zwei Autofahrer so schwer verletzt worden, dass sie mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden mussten.

Gegen 17.30 Uhr wollte ein 34-jähriger Honda-Fahrer aus Hannover von Bad Lippspringe kommend auf die B1 in Richtung Paderborn einbiegen. Dabei geriet sein Fahrzeug ins Schleudern und in den Gegenverkehr. Dort prallte der Wagen frontal gegen den Mercedes eines 22-jährigen Bad Lippspringers.

Ursache für den Unfall war nach ersten Einschätzungen an der Unfallstelle nicht nur die überhöhte Geschwindigkeit des Honda-Fahrers, sondern auch ein gefährliche Bodenwelle in der Fahrbahn unmittelbar nach der Auffahrt. Dieser Schaden im Straßenbelag habe den Unfall offenbar mitverursacht, berichtete die Polizei. An gleicher Stelle hatte es in den vergangenen Monaten immer wieder ähnliche Unfälle gegeben.

Die Bundesstraße 1 musste für die Dauer der Unfallaufnahme in Fahrtrichtung Schlangen gesperrt werden. Es bildeten sich lange Staus. Die Fahrzeuge standen im Feierabendverkehr bis zum Stadion. Auch die Umleitungsstrecken waren schnell überlastet. Den Sachschaden beziffert die Polizei mit mindestens 5000 Euro.

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18.05.2012
- 13:52
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amazon.de
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Von Bernhard Hertlein
Facebook: »Gefällt mir nicht« gibt es nicht
18.05.12
19:44
1 day
18.05.2012
- 19:47
.
Facebook-Nutzer kennen ihn, den »Gefällt mir«-Button. Rudi findet die Nazis blöd? Gefällt mir. Laura liest gerade zum zweiten Mal »Pigafetta« von Felicitas Hoppe? Gefällt mir. Pedro hat ein Bild von seinem Haus in Acapulco online gestellt? Gefällt mir. Kerstin und Jürgen sind jetzt ein Paar? Gefällt mir.
Facebook ging am Freitag mit großem Tamtam an die Börse? Wer jetzt »Gefällt mir« anklicken möchte, hat es leicht. Den Button »Gefällt mir nicht« gibt es dagegen nicht bei Facebook. Wer trotzdem sein Missfallen kundtun möchte, muss sich schon die Mühe machen, seine Meinung etwas länger in Worte zu fassen.
Facebook gefällt mir. Es ermöglicht auf einfache Weise ständigen Kontakt mit »Freunden« in aller Welt. Nicht-Facebook-Nutzer – und das sind immerhin noch zwei von drei erwachsenen Deutschen – stören sich vor allem an der Nutzung dieses Begriffs. Bielefelds Oberbürgermeister Pit Clausen hat 4467 »Freunde«, die Sängerin Anna-Maria Zimmermann sogar 4846. Das können doch nicht alle Freunde sein, sagen die Kritiker von Facebook. Natürlich nicht, antworten die, die mitmachen. Viele sind einfach nur Bekannte. Oder Freunde von Bekannten. Na und?
Die Na-und-Haltung ermöglicht, dass die Facebook-Gemeinde ständig größer wird.
 Facebook ist eine Datenkrake? Na und, mein Nachbar weiß auch alles über mich.
 Mit Hilfe von Facebook erfahren Personalentscheider in Unternehmen alles über meine heimlichen Schwächen? Na und. Da achte ich schon darauf, dass ich keine negativen Fotos oder andere Infos über mich poste.
Eines muss man Facebook zugute halten: Die Manager wissen, dass sie ohne Datenschutz und -sicherheit leicht ihre Geschäftsgrundlage verlieren können. Sie gehen das Thema deshalb neuerdings verstärkt offen an, indem sie die Nutzer informieren und zur Diskussion auffordern. Da könnten sich Google und andere ein Beispiel nehmen.
Wirtschaftlich gesehen sind die Daten bislang allerdings auch fast das einzige Kapital, auf das sich die Gewinnerwartungen der Gründer und Neuaktionäre stützen. Mit ihrer Hilfe kann Facebook Trends früh erkennen und Werbebanner der Kunden gezielt platzieren.
Trotzdem könnten Anleger, die sich jetzt ärgern, weil sie in Deutschland im Vorfeld keine Facebook-Aktien zeichnen konnten, eines Tages noch froh darüber sein. Denn so toll Facebook von seinen Nutzern angenommen wird, es ist nicht ohne Risiken. Fast die Hälfte wählt das Netzwerk vom Smartphone an, das bislang anzeigenfrei ist. Und wie die Community reagiert, wenn sie mit zu viel Werbung konfrontiert wird, lässt sich nur vermuten.
 Die Internet-Welt lässt ihre erfolgreichen Kinder auch schnell wieder fallen. Große Namen wie AOL schreibt man heute nur noch klein. Der Lycos-Chat war einmal der größte in Europa. Und selbst in der eigenen Branche kann Facebook sehen, wie schnell es vom Gipfel abwärts gehen kann. Ob StudiVZ oder Wer kennt wen: Alle früher starken Wettbewerber kämpfen heute ums Überleben.
Von André Best
Röttgen-Rausschmiss: Merkel zieht die Notbremse
16.05.12
19:39
3 days
16.05.2012
- 19:44
.
Merz, Koch, Wulff, zu Guttenberg und nun also Norbert Röttgen. Nur drei Tage nach dem Wahldesaster der CDU in Nordrhein-Westfalen hat die Bundeskanzlerin ihren Umweltminister gefeuert. Das war kein Rücktritt, das war ein glatter Rausschmiss.

Die CDU verliert erneut einen ihrer besten Politiker – aber er war nicht mehr zu retten. Zu groß war der Druck aus den eigenen Reihen. Zu groß war der Frust nach dem Debakel in Nordrhein-Westfalen. Nicht nur in Düsseldorf, sondern auch in Berlin. Als CSU-Chef Horst Seehofer sich den Wahlverlierer am Montagabend im »heute-journal« heftigst vorknöpfte und indirekt seinen Rücktritt forderte – spätestens nach diesem Interview mit Claus Kleber war klar, dass eine Zusammenarbeit nicht mehr möglich ist.

Röttgen wurde vor die Tür gesetzt, weil er die gesamte Partei nach unten gezogen hat. Weil er nicht hören wollte. Merkel und auch Seehofer hatten auf ihn eingeredet, nach Düsseldorf zu gehen. Er sollte mit Haut und Haar und nicht nur mit halbem Herzen versuchen, Ministerpräsidentin Hannelore Kraft abzulösen. Doch Röttgen hörte nicht, obwohl man ihn gewarnt hatte. Seine schwere Schlappe als Bundesumweltminister bei der Kürzung der Solarförderung kam noch erschwerend hinzu. »Muttis Klügster« wurde plötzlich als »Muttis Dümmster« verspottet. Röttgen hat nicht nur sein Image, sondern das der gesamten Union und vor allem das der Bundeskanzlerin nachhaltig beschädigt. Und deshalb musste er gehen.

Angela Merkel ist in die Offensive gegangen. Sie hat kurzen Prozess gemacht. Eigentlich ist das nicht ihre Art. Erst recht nicht in wichtigen Personalangelegenheiten. Doch wenn es um ihre eigene Macht geht, ist die Bundeskanzlerin zu allem fähig und immer wieder für eine Überraschung gut. Dann spricht sie ein Machtwort.

Mit der Entlassung Röttgens schlägt die Kanzlerin mehrere Fliegen mit einer Klappe. Angela Merkel hat Norbert Röttgen geopfert, um damit die CSU zu besänftigen. Die Kanzlerin kommt somit Horst Seehofer entgegen, der Röttgen vor laufender Kamera rücktrittsreif gegrantelt hatte. Obwohl sie den CSU-Chef noch immer hasst, musste Merkel so reagieren. Auch deshalb, um bei den Themen Betreuungsgeld und Vorratsdatenspeicherung endlich Ruhe zu bekommen.

Merkels künftiger Umweltminister Peter Altmaier ist ein ganz enger Vertrauter der Kanzlerin. Mit ihm soll die Umsetzung der Energiewende vorangetrieben werden. Das war mit Röttgen nicht mehr möglich.

Fazit: Seehofer zufrieden, die FDP nach ihren zwei Wahlerfolgen im siebten Himmel, der Problem-Minister entsorgt. Und ganz nebenbei: Über Hannelore Kraft, ihren großartigen Erfolg bei der NRW-Wahl und die trommelnde SPD-Troika spricht seit Mittwoch niemand mehr.

Von Christian Althoff
Mordfall Arzu Özmen: eine Frage der Ehre
15.05.12
19:17
4 days
15.05.2012
- 19:22
.
Das Bestreben des Detmolder Schwurgerichts, den Mord an der 18 Jahre alten Jesidin Arzu Özmen aufzuklären, ist nur zum Teil von Erfolg gekrönt. Wie will man auch in einer Parallelgesellschaft ermitteln, in der sich die Menschen abschotten, in der alles auf den Erhalt der sogenannten Familienehre, auf das Vermeiden eines Gesichtsverlustes ausgerichtet ist?

Wenn das Gericht am Mittwoch sein Urteil spricht und die fünf Geschwister ins Gefängnis schickt, können wir sicher sein, dass die Richtigen hinter Gittern sitzen. Was jedoch genau in der Tatnacht geschehen ist, werden wir nie erfahren. Auch wird niemals herauskommen, ob die Eltern eine Rolle gespielt haben.

Den fünf angeklagten Geschwistern des erschossenen Mädchens war nicht daran gelegen, im Prozess reinen Tisch zu machen. Ihnen ging es um Schadensbegrenzung. Vater und Mutter wurden ganz herausgehalten: An den vier Verhandlungstagen ist nicht ein einziges Mal das Wort »Eltern« gefallen. Stattdessen war immer nur von der Familie die Rede.

Und als Osman Özmen die tödlichen Schüsse abgegeben hat, will niemand in der Nähe gewesen sein. Ja, man will nicht einmal geahnt haben, dass er eine Pistole besaß. Und die Tat soll nichts mit der Ehrverletzung der Familie zu tun gehabt haben, sondern passiert sein, weil das entführte Mädchen seinen Bruder angeblich angespuckt und beleidigt hat.

Diese Version ist nicht zu widerlegen, aber man muss sie auch nicht glauben. Denn wenn es so gewesen wäre: Warum verrät Sirin Özmen nicht, wo ihr iPhone ist, auf dem die Polizei aufschlussreiche SMS vermutet? Warum sagt Osman Özmen nicht, wo er die Pistole weggeworfen hat?

Es gibt noch viele Fragen in diesem Fall, deren Klärung für eine Verurteilung nicht notwendig war, die aber einen schalen Geschmack zurücklassen. Wie glaubhaft ist es, dass in einer patriarchischen Familie, in einer Macho-Welt, ein junger Mann eine scharfe Waffe besitzt und seinen Brüdern nichts davon erzählt haben will? Worum ging es in jenen fünf Telefongesprächen, die Sirin Özmen in der Tatnacht mit ihrem Elternhaus geführt hat? Und wie wahrscheinlich ist es, dass Arzu den Bruder, der sie schon zweimal ins Krankenhaus geprügelt hatte, nachts in einem Wald bis aufs Blut reizt?

Die letzten Wochen haben bei den Angeklagten mehr Scheinheiligkeit als Ehrbewusstsein offenbart. Arzu wurde als schwarzes Schaf hingestellt, das die sogenannte Familienehre beschmutzt hat, doch ihre Geschwister sind selbst nicht ohne: Sirin hat versucht, Geld aus der Familienkasse zur Seite zu schaffen, ein Bruder besaß illegal eine Pistole, und bei zwei Brüdern wird geprüft, ob sie ihre Arbeitgeber bestohlen haben.

Es hätte für alle fünf eine Frage der Ehre sein können, sich der eigenen Verantwortung zu stellen. Aber soweit ging das Streben nach Ehre dann doch nicht.
Von Reinhard Brockmann
NRW-CDU: Vormann dringend gesucht
14.05.12
21:07
5 days
14.05.2012
- 21:23
.
Angela Merkel wird ihren Generalsekretär Hermann Gröhe nicht als Statthalter Berlins für den Landesvorsitz in NRW kandidieren lassen. Das hat sie am Montag vor der Hauptstadtpresse klargestellt. Ob das damit wieder eingefangene Gerücht vom Wahlabend ein Berliner Versuchsballon, eine Düsseldorfer Nebelkerze oder schlicht ein Missverständnis war, ist zwei Tage nach dem Desaster der NRW-CDU nicht mehr wichtig. Eines hat die Geschichte aber gezeigt: bloß kein neuer Kandidat aus der Bundes-CDU. Zu viele Verletzte, Enttäuschte und Empörte hat Norbert Röttgen mit seiner glücklosen, wenn nicht stümperhaften Kampagne zurückgelassen. Schon im Juni will die NRW-Union einen neuen Vorsitzenden wählen. Das wurde am Sonntag noch vor Schließung der Wahllokale verabredet. Offenbar war das Rücktrittsgeeiere Jürgen Rüttgers' 2010 noch in lebhafter Erinnerung.

Aber warum diese Eile, wo doch Rot-Grün vor Kraft kaum laufen kann und fünf Jahre Zeit hat, um ungestört zu regieren? Außerdem: Hannelore Kraft scheint klug und bescheiden genug, um sich nicht auf das Abenteuer Kanzlerkandidatur einzulassen. Die Frau schickt sich an, in den großen Schuhen des Johannes Rau Fuß zu fassen. Sie wird allerdings dessen einzigen politischen Fehler kaum wiederholen. Der legendäre SPD-Ministerpräsident bekam 1987 als SPD-Kanzlerkandiat bundesweit keine Schnitte. Außerdem: Kraft hat gewonnen, weil sie einen personenbezogenen Wahlkampf ähnlich wie Angela Merkel geführt hat. Mit dieser Methode wird Kraft auch 2017 in NRW leichtes Spiel haben – auch deshalb dürfte sie im Lande bleiben.

Heute dürften Karl-Josef Laumann und Armin Laschet ihre Kandidaturen für die Röttgen-Nachfolge an der CDU-NRW-Spitze anmelden. Der Versuch, einen gemeinsamen Vorschlag des Landesvorstands zu machen, wäre damit gescheitert. Für eine Mitgliederbefragung bis Ende Juni fehlt so oder so die Zeit, also kommt es zur Kampfabstimmung bei einem Landesparteitag.

Beide Kandidaten starten mit Mankos. Laschet erzielte beim Mitgliederentscheid 2010 nur 45 Prozent. Auch der sonst so geschickte Themen-Allrounder hat am Sonntag als Schatteninnenminister verloren. Seine Beiträge zum Röttgen-Wahlkampf werten einige als auffällig unauffällig. Auf keinen Fall erreichte er eine vergleichbare mediale Präsenz wie zu seiner Zeit als Integrationsminister.
Laumann ist wie er ist in seiner westfälischen Art von Schrot und Korn. Auch er hat im Röttgen-Team nicht über das Mittelmaß hinausgefunden. Der an sich grundehrliche Arbeitnehmer-Anwalt ist einigen in der Union einen Tucken zu weit links.

Merkel wird also weder dem einen noch dem anderen abraten. Wie auch immer: Die Landes-CDU braucht einen guten Vormann, der auch das Zeug zum Fraktionschef im Landtag hat. Weniger dringend gesucht wird ein Spitzenkandidat, der sich in absehbarer Zeit als Ministerpräsident beweisen muss.

Specials

Arminia Bielefeld
DSC trennt sich von Krücken
16.05.12
08:07
4 days
16.05.2012
- 08:11
Jugendleiter verlässt den Verein.
Jugendleiter verlässt den Verein
Bielefeld (WB/wie). Der DSC Arminia Bielefeld und Nachwuchsleiter Thomas Krücken gehen ab dem 30. Juni getrennte Wege. Darauf haben sich der Verein und der 34-Jährige verständigt.»Die Trennung erfolgt einvernehmlich. Es gibt auch keine atmosphärischen Störungen oder irgendwelche Scharmützel«, betont DSC-Geschäftsführer Marcus Uhlig, der sich bei Krücken in einer offiziellen Stellungnahme »für die gute Zusammenarbeit in den vergangenen zwei Jahren« bedankt. Arminias Vizepräsident Hans-Jürgen Laufer würdigt die Arbeit des Jugendleiters: »Thomas ist ein absoluter Fachmann. Er hat viele Projekte angestoßen und maßgeblich zur weiteren Professionalisierung des Nachwuchsleistungszentrums beigetragen.« Thomas Krücken, der im Sommer 2010 von Hertha BSC Berlin nach Bielefeld gekommen war, bedankte sich ebenfalls für die »gute Zusammenarbeit« und sieht den Verein für die Zukunft gut aufgestellt: »Mit den geschaffenen Strukturen ist der Club im Nachwuchsbereich auf einem guten Weg, den ich mit Interesse weiter verfolgen werde.« Wohin es Thomas Krücken ziehen wird, steht noch nicht fest. Arminia wird die Position, die Krücken eingenommen hat, in dieser Form nicht neu besetzen. »Es wird strukturelle und personelle Änderungen geben«, sagt Marcus Uhlig. Die Sparzwänge, denen der Verein unterworfen ist, haben offenbar dazu geführt, dass beide Seiten nicht weiter zueinander gefunden haben. Nach Informationen dieser Zeitung sollte Krücken auf Wunsch des Vereins zur neuen Saison auch eine der Leistungsmannschaften im Jugendbereich als Trainer übernehmen, was aber zu keiner Einigung geführt hat. Als neuer Jugendkoordinator im Gespräch ist Armin Perrey, der nach dieser Saison die U23 als Trainer an Daniel Scherning übergeben wird. Wer künftig die U19 und U17 coachen wird, soll erst nach Saisonende bekannt gegeben werden. Arminias U23 hat das NRW-Liga-Heimspiel gegen SSVg Velbert auf Wunsch des Gastes von Sonntag auf kommenden Samstag, 19. Mai, vorverlegt. Anstoß an der Rußheide ist um 14 Uhr.

SC Paderborn
Rolf-Christel Guié-Mien blickt zurück
11.05.12
01:59
9 days
11.05.2012
- 16:42
»Ich war schon weg vom Fenster«, sagt der 34-Jährige, der 15 Profijahre in der Bundesliga verbracht hat.
»Ich war schon weg vom Fenster«, sagt der 34-Jährige, der 15 Profijahre in der Bundesliga verbracht hat
Paderborn (WB). 81 Erstligaspiele, 180 Zweitligapartien: So oft wie Rolf-Christel Guié-Mien (34) war noch nie ein Spieler des SC Paderborn am Bundesliga-Ball. Seit Sonntag ist seine Zeit beim SCP vorbei. Ob auch die Bundesliga-Karriere des 34-Jährigen zu Ende ist, bleibt offen. Für das WESTFALEN-BLATT blickt Guié-Mien schon mal auf 15 Profijahre zurück.


Karrierebeginn

Ich habe immer von Deutschland geträumt. Da Kongo eine französische Kolonie ist, hatte ich viele Angebote aus Frankreich, aber auch aus Italien. Da ist es viel wärmer, dennoch war ich von Deutschland am meisten begeistert. Da wollte ich hin. Ich dachte, wenn ich als Techniker mit meinen 67 Kilogramm noch die deutsche Power bekomme, bin ich ein kompletter Spieler. So hat damals beim Karlsruher SC alles angefangen.


SC Paderborn 07


Als ich 2008 zum SCP kam, war ich schon fast weg vom Fenster. Bei Sachsen Leipzig hatte ich in der 4. Liga gekickt, danach mit RW Essen die Qualifikation für die 3. Liga verpasst. Dann kam der Anruf von Pavel Dotchev, Paderborn war gerade in die 3. Liga abgestiegen. Ich habe gehofft, dass ich mit viel Wille und harter Arbeit noch mal in die Bundesliga zurückkehren kann. Das wollte der Verein auch und das hat mir gut gefallen. Es war für beide Seiten der richtige Moment, auch wenn ich, ganz ehrlich, damals nicht gedacht hätte, dass ich so lange bleibe. Inzwischen ist der SCP der Klub, bei dem ich am längsten gespielt habe.


Saison 2011/2012


Wir haben eine tolle Mannschaft mit super Kollegen. Dass wir in dieser Saison sogar um den Aufstieg mitgespielt haben, kommt für mich total überraschend. Mit so einem geringen Etat darfst du von der 1. Liga eigentlich nicht reden. Aber die Ergebnisse sprechen für sich, die Relegation wäre die Krönung einer großartigen Saison gewesen. Dass ich an diesem erfolgreichsten Abschneiden in der Vereinsgeschichte wenig mitwirken konnte, ist natürlich sehr enttäuschend. 15 Einsätze und nur ein Mal von Beginn an – das ist zu wenig. Menschlich komme ich mit unserem Trainer Roger Schmidt sehr gut aus, doch sportlich hat er andere Vorstellungen und mir leider keine Chance gegeben.


Lieblingsverein


Borussia Dortmund, obwohl ich nie dort gespielt habe. Als ich nach Deutschland kam, spielten dort Matthias Sammer und Andreas Möller. Die haben mich begeistert.


Schönster Moment


Mein erstes Profi-Tor zum 1:0-Sieg für den Karlsruher SC gegen den 1. FC Köln. Das werde ich nie vergessen.


Mein bester Trainer

Der leider schon verstorbene Jörg Berger. Ihm habe ich am meisten zu verdanken. Er hat mich in Karlsruhe entdeckt und mir die Chance gegeben, in der Bundesliga zu spielen. Später hat er mich dann auch zu Eintracht Frankfurt geholt.


Schlimmstes Erlebnis


In der Qualifikation für den Afrika-Cup habe ich für Kongo gegen Burkina Faso einen Elfmeter verschossen und am Ende haben wir nur 0:0 gespielt. Die Fans waren sauer, hatten Hass auf mich und wollten mein Haus zerstören. Zum Glück hatte ich Unterstützung seitens der Polizei, aber das war eine schwere Zeit.


Aufhören oder weitermachen?

Ich fühle mich körperlich gut, möchte gerne noch zwei Jahre Fußball spielen und warte auf Angebote. Ich weiß, dass es aufgrund meines Alters und da ich in dieser Saison wenig gespielt habe, schwer wird, in der Bundesliga zu bleiben, aber die Liga ist mir nicht so wichtig. Es geht auch nicht so sehr ums Geld. Ich möchte Spaß haben. Ideal wäre es, wenn ich einen interessanten Klub finden würde, der in der Nähe meiner Familie liegt.


Zeit nach der Karriere

Klar ist, dass meine Familie in Deutschland bleibt. Meine drei Kinder sind hier geboren, wir haben ein Haus in Wesseling, zwischen Köln und Bonn, gekauft. Da sind wir gut aufgehoben. Da ist Multikulti, viele Leute kommen aus unserem Land und wir haben sogar eine afrikanische Kirchengemeinde. Wir sind dort sehr zufrieden und es gibt keinen Grund, wegzugehen. Ich möchte gerne die Trainerlizenz erwerben. Ich könnte mir auch gut vorstellen, als Manager zu arbeiten und Talente von Afrika nach Europa zu holen. Auf jeden Fall wird es mir auch in Zukunft um Fußball gehen, denn ich habe in meinem Leben noch nie etwas anderes gemacht.

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Ressorts

Politik

'Blockupy'-Proteste
Gesellschaft
Über 20 000 »Blockupy«-Aktivisten demonstrieren in Frankfurt
19.05.12
19:33
2 hrs
19.05.2012
- 20:26
Frankfurt/Main (dpa) - Zum Höhepunkt der »Blockupy«-Proteste in der Finanzmetropole Frankfurt haben am Samstag mehr als 20 000 Menschen gegen Sparpolitik und Bankenmacht protestiert.

Frankfurt/Main (dpa) - Zum Höhepunkt der »Blockupy«-Proteste in der Finanzmetropole Frankfurt haben am Samstag mehr als 20 000 Menschen gegen Sparpolitik und Bankenmacht protestiert.

Die von einem Großaufgebot der Polizei begleitete Demonstration war die einzige erlaubte Veranstaltung seit Beginn der Proteste drei Tage zuvor. Sie endete mit einer Kundgebung in Sichtweite der abgeriegelten Europäischen Zentralbank (EZB).

Die Polizei gab die Zahl der Teilnehmer mit 20 000 an, »Blockupy«-Sprecher Werner Rätz sprach von 25 000 Teilnehmern. »Dass trotz der Verbotsorgie im Vorfeld so viele zum Demonstrieren nach Frankfurt gekommen sind, ist ein großer Erfolg«, sagte er. Während des Protestzugs kam es der Polizei zufolge zu »kleineren Rangeleien«, Aktivisten zündeten Feuerwerkskörper. Ein Beamter sei von einem Stein, ein anderer von einem Feuerwerkskörper getroffen worden, sagte ein Sprecher der Polizei. »Aber sonst war wirklich alles friedlich.«

Das »Blockupy«-Bündnis aus linksgerichteten Organisationen erklärte, der bunte und gewaltfreie Protest habe die Gefahrenprognose von Stadt und Polizei als absurd entlarvt. Das Verhalten der Beamten während der Demonstration sei »offenkundig auf Provokation« ausgerichtet gewesen. Die Polizei betonte, sie sei mehr als zufrieden mit dem Verlauf - ihr Einsatz habe Gewaltexzesse verhindert. Unter den Demonstranten seien 1000 gewaltbereite Aktivisten gewesen.

Aus Furcht vor Krawallen hatte die Polizei Teile der Innenstadt sowie mehrere U- und S-Bahn-Stationen gesperrt. Insgesamt wurden seit Mittwoch rund 5000 Beamte aus mehreren Bundesländern eingesetzt. Alle anderen Veranstaltungen des »Blockupy«-Bündnisses hatte die Stadt verboten und dabei auch vor den Gerichten Recht bekommen. Am Samstag kontrollierte die Polizei bei der Anreise hunderte Demonstranten in Zügen und auf Autobahnen.

SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles kritisierte das Verbot fast aller Proteste. »Das lässt die Befürchtung zu, dass hier das Recht auf Versammlungsfreiheit nicht sehr ernst genommen wird«, sagte Nahles einer Mitteilung zufolge. Es sei richtig, in Frankfurt gegen die Übermacht der Banken zu demonstrieren.

Die Bundesgeschäftsführerin der Grünen, Steffi Lemke, bezeichnete die Einschränkung der friedlichen Proteste als überzogen. Die Demonstrationsfreiheit sei eines der höchsten Güter der Demokratie, sagte Lemke einer Mitteilung zufolge. Der Bundesvorsitzende der Linkspartei, Klaus Ernst, kündigte in einer Mitteilung an, die Linke werde für ein parlamentarisches und juristisches Nachspiel sorgen. Der hessische Innenminister Boris Rhein (CDU) hatte das massive Polizeiaufgebot bereits am Freitag als notwendig verteidigt. Ein »Blockupy«-Sprecher entgegnete nach der Demonstration, Rhein habe verloren - »wir haben gewonnen«. Trotz Demonstrationsverbots hatten die Aktivisten seit Mittwoch immer wieder protestiert und Straßen blockiert. Nach Angaben der Polizei verliefen die Aktionen überwiegend friedlich. 600 Aktivisten waren aber zeitweise in Gewahrsam, weil sie das Verbot missachtet hatten.

Die Angst vor Krawallen gründete in Frankfurt vor allem darauf, dass eine Demonstration von Kapitalismuskritikern Ende März äußerst gewalttätig verlaufen war. Daraus seien die richtigen Schlüsse für den neuen Einsatz gezogen worden, betonte ein Sprecher der Polizei.

Deir El Zor
Konflikte
Blutiger Anschlag auf Geheimdienstgebäude in Syrien
19.05.12
18:12
3 hrs
19.05.2012
- 19:00
Beirut (dpa) - Bei einem Selbstmordanschlag auf ein Gebäude des syrischen Geheimdienstes und ein Militärkrankenhaus sind in Deir al-Saur im Osten des Landes mindestens neun Menschen getötet worden.

Beirut (dpa) - Bei einem Selbstmordanschlag auf ein Gebäude des syrischen Geheimdienstes und ein Militärkrankenhaus sind in Deir al-Saur im Osten des Landes mindestens neun Menschen getötet worden.

Rund 100 weitere seien bei der Explosion eines mit 1000 Kilogramm Sprengstoff beladenen Autos verletzt worden, berichtete die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana am Samstag.

Wer hinter dem Anschlag steckt, war zunächst unklar. Die Regierung in Damaskus machte Terroristen verantwortlich. Nach Darstellung von Aktivisten der Untergrund-Opposition soll das Regime die Anschläge planen und ausführen. Die Aktivisten geben an, das Gelände um das Hauptquartier des Geheimdienstes sei seit vier Monaten von Militärposten abgeriegelt und nicht für die Öffentlichkeit zugänglich gewesen.

Die Explosion sei so gewaltig gewesen, dass die Druckwelle Fenster und Türen aus umliegenden Gebäuden gerissen und einen fünf Meter tiefen Krater auf der Straße hinterlassen habe, schrieb die Agentur Sana.

Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, in den Gebäuden am Explosionsort seien Zentralen der Geheimdienste, der Luftwaffe und des Heeres sowie ein Lazarett untergebracht.

Der Anschlagsort sei erst kürzlich von UN-Beobachtern besichtigt worden, die die am 12. April verkündete Waffenruhe überwachen sollen. Erst am Freitag soll ein schwerer Selbstmordanschlag in dem Gebiet vereitelt worden sein.

Der zur Freien Syrischen Armee übergelaufene frühere syrische Offizier Abu Mustafa al-Schami bestreitet die Existenz von Al-Kaida-Kämpfer in den Rängen des Widerstands. »Ich kann Ihnen versichern, dass diese Anschläge vom Sicherheitsapparat des Regimes geplant und ausgeführt werden«, sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

Gebäude der Geheimdienste waren schon mehrfach Ziel blutiger Anschläge in Syrien. Die Regierung macht dafür regelmäßig die Opposition und Al-Kaida verantwortlich; die Opposition unterstellt dem Regime, die Attentate selbst zu inszenieren.

Auch am Samstag kam es wieder zu Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Oppositionellen. In Sarmada in der Region Idlib wurden nach Angaben der Opposition mehrere Militärfahrzeuge zerstört. In der Rebellenhochburg Homs sei die Stadt Al-Rastan den fünften Tag in Folge von den Streitkräften beschossen worden.

Der Militärberater des UN-Generalsekretärs Ban Ki Moon traf am Samstag zu einem dreitägigen Besuch in Damaskus ein. Generalleutnant Babacar Gaye werde Gespräche mit der UN-Beobachtermission führen, erklärte ein UN-Sprecher. Auch der UN-Sondergesandte Kofi Annan, der die von Anfang an brüchige Waffenruhe vermittelt hatte, wird demnächst in Syrien erwartet.

Seit Beginn der Unruhen im März 2011 kamen nach Schätzungen der UN 10 000 Menschen in Syrien ums Leben. Die syrische Opposition spricht von mehr als 12 000 Toten.

Dunkle Wolken über Athen
Wahlen
Verwirrspiel um angebliches Euro-Referendum in Athen
19.05.12
18:11
3 hrs
19.05.2012
- 19:00
Athen (dpa) - Nach der Entrüstung über Kanzlerin Merkel in Griechenland hüllt sich das Kanzleramt in Schweigen.
Hat Merkel den Griechen ein Referendum über den Verbleib im Euroland nahegelegt? Rede steht gegen Widerrede.

Athen (dpa) - Nach der Entrüstung über Kanzlerin Merkel in Griechenland hüllt sich das Kanzleramt in Schweigen. Hat Merkel den Griechen ein Referendum über den Verbleib im Euroland nahegelegt? Rede steht gegen Widerrede.

Interims-Ministerpräsident Panagiotis Pikrammenos erklärte die Debatte über den angeblichen Vorschlag der Kanzlerin, die Griechen über den Verbleib im Euro-Raum abstimmen zu lassen, kurzerhand für beendet.

Das griechische Parlament wurde am Samstag wie erwartet aufgelöst, um den Weg für Neuwahlen am 17. Juni freizumachen. Das erst am Donnerstag zusammengetretene Parlament sei das kurzlebigste seit dem Zweiten Weltkrieg in Griechenland, berichteten griechische Medien.

Für Verwirrung und Entrüstung in Athen hatte ein Telefonat gesorgt, das Kanzlerin Merkel am Freitag mit dem griechischen Präsidenten geführt hatte. Die Bundesregierung hat »scharf dementiert«, dass die Kanzlerin darin ein Referendum zum Euroverbleib Griechenlands vorgeschlagen habe. Dies hatte die griechische Regierung erklärt.

Pikrammenos sagte am Samstag, über das Thema sei genug geredet worden. »Die Debatte ist abgeschlossen. Wir schauen jetzt nach vorn zum EU-Gipfel am 23. Mai.« Darüber hinaus hat die Übergangsregierung in Griechenland keine Befugnis, eine Volksabstimmung einzuleiten.

Wie die Nachrichtenagentur dpa am Samstag erfuhr, soll Merkel Papoulias in dem Telefonat gefragt haben, was dieser von einem möglichen Referendum halte, nachdem dies zuvor als Idee unter Euro-Finanzministern aufgekommen sei. Der Präsident habe dies abgelehnt, berichtete auch die »Bild«-Zeitung (Samstag).

Laut »Süddeutscher Zeitung« hatten die Euro-Finanzminister Anfang der Woche in Brüssel »in aller Stille« den griechischen Kollegen Philippos Sachinidis beauftragt, »die Möglichkeit eines Referendums in Athen zur Sprache zu bringen«. Kein Politiker habe die Frage offen ansprechen wollen. Merkel habe sich am Freitag die Zeit genommen, »um sich bei Papoulias über die Lage zu informieren«.

Laut »Spiegel« wurde Sachinidis bei dem Ministertreffen der Ernst der Lage deutlich gemacht. »Wenn wir jetzt eine geheime Abstimmung über den Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone machen würden, dann gäbe es eine überwältigende Mehrheit dagegen«, warnte Eurogruppen- Chef Jean-Claude Juncker dem Magazin zufolge den griechischen Kollegen. Besonders die Krisenstaaten Portugal und Irland kritisierten demnach Athen. Es sei inakzeptabel, dass sie selbst sich große Mühe gäben, die EU-Vorgaben für die Sanierung ihrer Etats zu erfüllen, während Griechenland die Reformzusagen unentwegt breche.

Juncker sagte laut »Spiegel«, die Neuwahl sei Griechenlands »letzte Chance«. Sollte dann keine Regierung zustandekommen, die die Bedingungen von EU, Internationalem Währungsfond und Europäischer Zentralbank erfülle, »dann ist es aus«. Bei der Sitzung habe Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ein Referendum über den Verbleib Griechenlands in der Währungsunion ins Gespräch gebracht, das zeitgleich mit der Neuwahl stattfinden könnte.

In Griechenland verurteilten alle Parteien - angefangen von der Schwesterpartei der CDU, Nea Dimokratia, bis hin zu den Kommunisten - das Ansinnen eines Referendums als Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Landes. Die konservative Zeitung »Eleftheros Typos« titelte: »Noch nie dagewesene politische Intervention untergräbt das politische Klima.« Die Parteizeitung der Linksradikalen »Avgi« schrieb: »Grobe Erpressung - Nein zum Ultimatum Merkels.« Ein Kommentator des griechischen Radios fragte: »Wer lügt?«

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel warnte vor »unabsehbaren Folgen auch für Deutschland«, sollte Griechenland aus dem Euro ausscheiden. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles warf der Kanzlerin vor, »mitten in der Krise langsam den Überblick zu verlieren«. »Was auch immer sie mit Papoulias besprochen hat, besonders klar war es wohl nicht.« In der Krise schaffe vor allem Klarheit Stabilität, sagte Nahles. »Dazu trägt die Bundeskanzlerin nicht gerade bei.«

Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn wandte sich gegen Überlegungen, die Neuwahl am 17. Juni zu einem Referendum über den Verbleib in der Euro-Zone umzufunktionieren. »Wenn man von einem Referendum sprechen würde, fände ich das jetzt nicht so gut. Diese entscheidende Wahl darf durch nichts verwässert werden«, sagte er dem »Tagesspiegel am Sonntag«.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach, ein Gegner weiterer Griechenland-Hilfen, plädierte für einen Austritt Athens aus der Eurozone. »Dann wäre der Weg frei für neues Wachstum. Auch könnte man dann über eine Art europäischen Marshall-Plan für Griechenland verhandeln«, sagte er dem Magazin »Wirtschaftswoche«.

Nach Einschätzung von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann haben es die Griechen selbst in der Hand, ob ihr Land im Euro-Raum bleibt. Die Europäische Währungsunion bestehe aus eigenverantwortlichen Staaten, sagte er der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«. »Diese entscheiden letztlich über ihr eigenes Schicksal und ob sie getroffene Vereinbarungen einhalten oder nicht.« Ex- Bundesbank- Vorstand Thilo Sarrazin hält Griechenland für einen hoffnungslosen Fall, wie er in seinem neuen Buch schreibt, aus dem »Focus« zitiert. Das Land werde »für den Euroraum (...) ein ewiges Zuschussgebiet ohne Perspektive und ohne innere Kraft zur eigenen Regeneration« werden.

Nachrichtenüberblick
dpa-Nachrichtenüberblick Politik
19.05.12
18:09
3 hrs
19.05.2012
- 19:00
Über 20 000 Teilnehmer bei »Blockupy«-Demonstration in Frankfurt.
Über 20 000 Teilnehmer bei »Blockupy«-Demonstration in Frankfurt

Über 20 000 Teilnehmer bei »Blockupy«-Demonstration in Frankfurt

Frankfurt/Main (dpa) - Zum Höhepunkt der »Blockupy«-Aktionen in Frankfurt haben mehr als 20 000 Menschen gegen Sparpolitik und Bankenmacht protestiert. Die von einem Großaufgebot der Polizei begleitete Demonstration war die einzige erlaubte Veranstaltung seit Beginn der Proteste drei Tage zuvor. Sie soll mit einer Kundgebung in Sichtweite der abgeriegelten Europäischen Zentralbank zu Ende gehen. Während der Demo kam es zu Rangeleien. Aktivisten zündeten Feuerwerkskörper. Laut Polizei flogen auch Steine, im Prinzip sei es aber friedlich geblieben.

Nach Kritik an Merkel erklärt Athen Streit um Referendum für beendet

Athen (dpa) - Nach der harschen Kritik an Kanzlerin Angela Merkel in Griechenland bemüht sich Athen, die erhitzten Gemüter zu besänftigen. Interims-Ministerpräsident Panagiotis Pikrammenos erklärte die Debatte über den angeblichen Vorschlag der Kanzlerin, die Griechen über den Verbleib im Euro-Raum abstimmen zu lassen, kurzerhand für beendet. Das griechische Parlament wurde inzwischen wie erwartet aufgelöst, um den Weg für Neuwahlen am 17. Juni freizumachen.

Chinesischer Bürgerrechtler mit Familie in die USA ausgereist

Peking (dpa) - Der blinde chinesische Bürgerrechtler Chen Guangcheng und seine Familie sind von China in die USA ausgereist. Vier Wochen nach seiner Flucht aus 19 Monaten Hausarrest in die US-Botschaft in Peking endet damit das diplomatische Tauziehen zwischen den USA und China um den Aktivisten. Die Ausreise kam am Ende schneller als erwartet. Chen hatte sich mit seinem Einsatz für Opfer von Machtwillkür einen Namen gemacht. In den USA will Chen zunächst Urlaub machen und dann Jura studieren.

Obama: Druck auf Iran aufrechterhalten

Camp David (dpa) - US-Präsident Barack Obama hat beim G8-Gipfel in Camp David dazu aufgerufen, den Druck auf den Iran aufrecht zu erhalten. Zugleich sagte er, die G8-Führer sähen den bevorstehenden Atomgesprächen mit dem Iran in Bagdad hoffnungsvoll entgegen. Es herrsche Einigkeit, mit der »Doppelstrategie« gegenüber dem Iran fortzufahren, die aus einer Kombination aus Sanktionen und Gesprächen bestehe. In der Vergangenheit hatten sich vor allem Russland und China einer härteren Gangart gegenüber Iran widersetzt.

Gabriel: Neuwahl wäre gut für Deutschland

Berlin (dpa) - SPD-Chef Sigmar Gabriel hält angesichts des Zustands der schwarz-gelben Koalition eine Neuwahl im Bund für sinnvoll. Es wäre für Deutschland gut, wenn diese Selbstblockade der Bundesregierung endlich beendet würde, sagte er der »Welt am Sonntag«. Allerdings werde es dazu wohl nicht kommen. Bei wichtigen Themen wie Bildung, Pflege oder Atomausstieg stünden daher weitere eineinhalb verlorene Jahre bevor. Zur Entlassung von Umweltminister Norbert Röttgen sagte Gabriel, es sei bezeichnend, dass Merkel durch die Demütigung eines alten Weggefährten Stärke zu zeigen versuche.

80 000 beim Katholikentag

Mannheim (dpa) - Zum Abschluss des 98. Katholikentags in Mannheim haben die Veranstalter eine überwiegend positive Bilanz gezogen und hoffen auf Impulse bei der Suche nach Auswegen aus der Kirchenkrise. »Wir haben eine lebendige, glaubensstarke und vitale Kirche erlebt«, sagte der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück. Allerdings sei bei vielen der 80 000 Besucher auch Unruhe und Spannung deutlich geworden, wie es mit ihrer Kirche weitergeht. Prominente Katholiken und Reformgruppen übten massive Kritik an den Bischöfen und erhielten Unterstützung von Protestanten.

Wirtschaft

Opel
Auto
Betriebsrat: Opel bot »Zafira«-Verlagerung an
19.05.12
18:53
2 hrs
19.05.2012
- 19:39
Bochum (dpa) - Ähnlich wie beim Erfolgsmodell »Astra« hat Opel laut Bochumer Betriebsrat auch beim »Zafira« eine Produktionsverlagerung in ein kostengünstigeres Werk ausgelotet.

Bochum (dpa) - Ähnlich wie beim Erfolgsmodell »Astra« hat Opel laut Bochumer Betriebsrat auch beim »Zafira« eine Produktionsverlagerung in ein kostengünstigeres Werk ausgelotet.

»Auslöser unserer Sorgen war der Vorstand selbst, der in Rüsselsheim die Bochumer Produktion angeboten hat«, sagte der Betriebsratschef des Opel-Werkes Bochum, Rainer Einenkel, der Nachrichtenagentur dpa am Samstag. Opel dementierte dies umgehend: »Das war nicht ein einziges Mal Gegenstand der Verhandlungen in Rüsselsheim«, ließ Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke auf dpa-Anfrage über einen Sprecher mitteilen. Zuvor hatte die »Wirtschaftswoche« unter Berufung auf Einenkel über Hinweise auf Vorbereitungen für eine Produktionsverlagerung des »Zafira« berichtet.

Der »Astra«, das mit Abstand wichtigste Fahrzeug von Opel, soll von 2015 an nur noch im britischen Ellesmere Port und in Gliwice (Polen) gefertigt werden. Sollte Bochum im Gegenzug die Produktion des Familienautos Zafira an das Stammwerk in Rüsselsheim verlieren, könnte dies nach Befürchtungen von Arbeitnehmervertretern das Aus für das Ruhrgebiets-Werk mit rund 3200 Arbeitsplätzen bedeuten. In Rüsselsheim gibt es nach früheren Angaben Gespräche über eine zukünftige Auslastung, weil bei der nächsten Generation des »Astra« ab 2015 keine Modellvariante im Stammwerk produziert werden soll.

Der Bochumer Betriebsratschef Einenkel schilderte: »Man hat an allen Standorten den gleichen Katalog vorgelegt wie in Ellesmere. In Rüsselsheim hat man im Januar angeboten, wenn das akzeptiert wird, könnt ihr den "Zafira" bekommen ab dem Jahr 2015.«. Der Betriebsrat in Rüsselsheim habe dies aber abgelehnt. »Wir werden das nicht zulassen, dass wir gegenseitig ausgespielt werden. Wir haben uns sofort ausgetauscht.«

Der Katalog sehe Verzicht auf Lohnerhöhungen und Tarifleistungen, einen verstärken Einsatz von Leiharbeitern und weitere Auslagerungen von Tätigkeiten sowie eine »totale Flexibilisierung« der Arbeitszeit vor. »Durch den Verlust der Astra-Produktion in Rüsselsheim hat diese Gefahr neue Nahrung bekommen«, erläuterte Einenkel die Sorgen.

Vom Opel-Vorstand fordert der Betriebsrat, »diese Planspiele unverzüglich einzustellen«. Außerdem fordere man die Zusage, dass der »Zafira« für die gesamte Laufzeit des Modells in Bochum bleibe. Dies wolle der Betriebsrat des Bochumer Werkes an diesem Montag auf der mit Spannung erwarteten Betriebsversammlung deutlich machen.

Metall-Tarifverhandlungen
Tarife
Tarifkonflikt beendet: Metaller erhalten 4,3 Prozent mehr
19.05.12
16:39
5 hrs
19.05.2012
- 17:26
Sindelfingen (dpa) - Der Metall-Tarifkonflikt im Südwesten ist beendet: Die Vereinbarungen für gut 4 Prozent mehr Geld, unbefristete Azubi-Übernahme und mehr Regeln bei der Leiharbeit sollen in ganz Deutschland gelten.
Damit ist die Gefahr für einen Streik in der Schlüsselbranche gebannt.

Sindelfingen (dpa) - Der Metall-Tarifkonflikt im Südwesten ist beendet: Die Vereinbarungen für gut 4 Prozent mehr Geld, unbefristete Azubi-Übernahme und mehr Regeln bei der Leiharbeit sollen in ganz Deutschland gelten. Damit ist die Gefahr für einen Streik in der Schlüsselbranche gebannt.

Nach einem Verhandlungsmarathon wurde der Tarifstreit im traditionellen Pilotbezirk Baden-Württemberg mit seinen 800 000 Beschäftigten beigelegt. Die Gewerkschaft IG Metall und die Arbeitgeber einigten sich am Samstagmorgen in Sindelfingen unter anderem auf ein Einkommensplus von 4,3 Prozent. Die Einigung soll auf Empfehlung der beiden Tarifparteien bundesweit übernommen werden. Mit dem Abschluss ist die Gefahr des ersten groß angelegten Streiks in der Schlüsselbranche seit zehn Jahren gebannt.

Der in Baden-Württemberg erzielte Abschluss sieht vor, dass die rund 800 000 Beschäftigten im Südwesten eine Einkommenserhöhung von 4,3 Prozent erhalten. Der neue Vertrag hat eine Laufzeit von 13 Monaten und greift erst von Mai an - der April ist ein Nullmonat ohne Erhöhung. »Mit dem Abschluss ist die Grenze der Belastbarkeit der Betriebe erreicht«, sagte Südwestmetall-Chef Rainer Dulger.

IG-Metall-Chef Berthold Huber hielt dagegen: »Wir haben damit insgesamt die Inflationsrate deutlich überschritten. Wir haben immer gesagt, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht von der Wohlstandsentwicklung abgekoppelt werden sollten.« Ursprünglich hatte die Gewerkschaft 6,5 Prozent mehr Geld gefordert bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber boten für 14 Monate 3 Prozent mehr Geld.

Gesamtmetall-Chef Martin Kannegiesser erklärte nach dem Durchbruch in Sindelfingen, dass sich lediglich der Tarifbezirk Sachsen bei der Abstimmung am Morgen enthalten habe. Der dortige Landesverband will den Abschluss nach Angaben einer Sprecherin aber ungeachtet dieses Votums mittragen. Die Gewerkschaft empfahl einstimmig, die Einigung deutschlandweit zu übernehmen. In der deutschen Schlüsselindustrie arbeiten insgesamt rund 3,6 Millionen Menschen.

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt erklärte, die Einigung werde der aktuellen Situation der Branche in vollem Umfang gerecht. Allerdings gehe die beschlossene Tarifanhebung für viele Unternehmen an die Belastungsgrenze. »4,3 Prozent ist ein Scheck auf die Zukunft«, hieß es auch beim Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Es sei aber ein Abschluss, mit dem ein Großteil der Unternehmen leben könne.

IG-Metall-Bezirkschef Jörg Hofmann betonte, dass der Kompromiss auch neue Regelungen zur Gestaltung der Leiharbeit enthalte sowie die prinzipiell unbefristete Übernahme aller Lehrlinge festschreibe. An diesen Punkten musste die Gewerkschaft kräftig Federn lassen.

Bei der Leiharbeit sollen die Betriebsräte künftig zwar mehr Macht erhalten - der Kompromiss blieb aber weit hinter den ursprünglichen Forderungen der Gewerkschaft zurück. So solle zwar stärker als bisher geregelt werden, dass Leiharbeit nicht zur Selbstverständlichkeit werde, berichtete Huber. Einheitliche und für alle Betriebe geltende Regeln fehlen dabei jedoch meist. Nun sollen die Betriebsräte Schritt für Schritt individuelle Vereinbarungen in den Unternehmen einführen.

Gesamtmetall-Chef Kannegiesser sagte: »In den ersten zwei Jahren kann weiterhin jeder Betrieb selbst entscheiden, ob und wie er Zeitarbeitnehmer einsetzen möchte.« Leiharbeiter, die länger als zwei Jahre beim selben Unternehmen arbeiten, müssten ein Übernahmeangebot erhalten. Jedoch arbeitet die Mehrheit der Leiharbeiter nach Arbeitgeberangaben bundesweit keine zwölf Monate im selben Betrieb - die Zweijahresregel liegt also weit entfernt. Wäre es nach der IG Metall gegangen, hätte diese Regelung mit ihren relativ langen Fristen nicht so großzügig ausfallen dürfen. Jetzt muss die Gewerkschaft ganz auf die Kraft der jeweiligen Betriebsräte setzen.

Für den Nachwuchs gilt der Grundsatz, dass die Lehrlinge nach dem erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung einen unbefristeten Arbeitsvertrag angeboten bekommen. Jedoch gibt es Hintertürchen: So sind Ausnahmen möglich, wenn die persönliche Eignung des Azubis zu wünschen lässt oder im Betrieb »akute Beschäftigungsprobleme« herrschen, etwa wegen einer längeren Auftragsflaute. Zudem legt die Chefetage ohne Mitbestimmungsrecht der Betriebsräte den Bedarf fest, nach dem sich letztendlich die Zahl der Übernahmen ausrichtet.

Ferner einigten sich die Tarifparteien im Südwesten auf ein spezielles Förderprogramm für junge Menschen, die schlechte Chancen auf dem Ausbildungsmarkt haben.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein angelernter Arbeiter ohne Ausbildung monatlich gut 80 Euro brutto mehr bekommt und ein junger Facharbeiter gut 110 Euro. An der Spitze bei den Akademikern mit viel Berufserfahrung - etwa Ingenieuren - sind es gut 200 Euro.

Bis zum Durchbruch am frühen Samstagmorgen hatten die beiden Seiten rund 18 Stunden lang gerungen. Formal muss der Abschluss in den nächsten Tagen noch von den obersten Entscheidungsgremien beider Seiten im Südwesten gebilligt werden. In den übrigen Tarifbezirken müssen nun die dortigen Tarifparteien entscheiden, ob sie die Empfehlungen umsetzen. Eine Annahme gilt in der Regel als sicher.

Behörde
Unternehmen
Unternehmen: Bürokratie ist größte Investitionsbremse
19.05.12
16:01
5 hrs
19.05.2012
- 16:52
Düsseldorf (dpa) - Überbordende Bürokratie ist für viele Unternehmen einer Umfrage zufolge eine der gefährlichsten Bremsen für Innovation in Deutschland.
Fast 40 Prozent sehen die Überregulierung als große Gefahr für die Weiterentwicklung.

Düsseldorf (dpa) - Überbordende Bürokratie ist für viele Unternehmen einer Umfrage zufolge eine der gefährlichsten Bremsen für Innovation in Deutschland. Fast 40 Prozent sehen die Überregulierung als große Gefahr für die Weiterentwicklung.

Das ergab eine Umfrage der Verbände »Die Familienunternehmer-ASU« und »Die Jungen Unternehmer-BJU« für die »Wirtschaftswoche«. Vergleichbar schädlich ist demnach nach Ansicht der Unternehmer nur eine unberechenbare Wirtschaftspolitik. Eigenkapitalmangel zählen hingegen nur 12 Prozent der Firmenchefs zu den größten Hindernissen für ihr Unternehmen.

Besonders hoch ist der Umfrage zufolge der bürokratische Aufwand im Steuerrecht: »Es ist ein politisches Armutszeugnis, dass wir vor allem bei den Steuergesetzen sowie den arbeits- und sozialversicherungsrechtlichen Regelungen nicht vorankommen«, kritisierte Familienunternehmer-Präsident Lutz Goebel. »Alle Entbürokratisierungsinitiativen erinnern an die Sisyphos-Sage: Der Stein rollt immer wieder den Berg hinunter, weil Brüssel, Berlin, Länder und Kommunen immer neue Gesetze und Auflagen erlassen.«

Suma Chakrabarti
Banken
Osteuropabank: Brite löst Deutschen an Spitze ab
19.05.12
14:17
7 hrs
19.05.2012
- 15:13
London (dpa) - Deutschland verliert einen wichtigen Posten an der Spitze der Osteuropabank in London.
Die 65 Mitglieder wählten mit Sir Suma Chakrabarti erstmals einen Briten zum Nachfolger des deutschen Amtsinhabers Thomas Mirow.

London (dpa) - Deutschland verliert einen wichtigen Posten an der Spitze der Osteuropabank in London. Die 65 Mitglieder wählten mit Sir Suma Chakrabarti erstmals einen Briten zum Nachfolger des deutschen Amtsinhabers Thomas Mirow.

Merkel hatte den Kandidaten aus dem eigenen Land nicht unterstützt und stattdessen nach Angaben aus Bankkreisen inoffiziell die französische Bewerbung befürwortet. Der französische Kandidat Philippe de Fontaine Vive Curtaz konnte jedoch nicht die nötige Stimmenmehrheit erzielen.

Mirow, der der SPD angehört und im seinerzeit von Peer Steinbrück geführten Finanzministerium als Staatssekretär tätig war, hatte sich als einer von fünf Kandidaten um eine weitere Amtszeit beworben, obwohl ihm die Unterstützung aus dem eigenen Land versagt worden war. Suma Chakrabarti ist bisher als Spitzenbeamter im britischen Justizministerium tätig.

Die Personalie bei der Bank ist einer von mehreren politischen Posten, die in den nächsten Wochen international zu vergeben sind. Deutschland will, dass Finanzminister Wolfgang Schäuble künftig die Eurogruppe als Nachfolger des Luxemburgers Jean-Claude Juncker führt. Ein deutscher an der Spitze der Osteuropabank hätte nach Meinung von Experten dies möglicherweise aus Proporzgründen erschwert.

Die Bank unterstützt mit gezielten Krediten an Privatleute in Mittel- und Osteuropa den Aufbauprozess in der Region. Inzwischen wurde das Wirkungsgebiet auf die Türkei und die Länder des Arabischen Frühlings ausgeweitet. Jährlich werden derzeit neun Milliarden Euro ausgereicht. Der Betrag soll in den nächsten Jahren auf elf Milliarden steigen.

Sport

Richter
Fußball
Nach Skandalspiel: Düsseldorf und Hertha trainieren
19.05.12
18:04
3 hrs
19.05.2012
- 18:52
Frankfurt/Main (dpa) - Warten, hoffen, bangen: Für Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC ist es das längste Wochenende der Vereinsgeschichte, für den deutschen Fußball eine einmalige Hängepartie.

Frankfurt/Main (dpa) - Warten, hoffen, bangen: Für Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC ist es das längste Wochenende der Vereinsgeschichte, für den deutschen Fußball eine einmalige Hängepartie.

Nachdem das DFB-Sportgericht die Urteilsverkündung im Relegations-Skandalspiel von Düsseldorf auf verschoben hat, üben sich beide Parteien in Zweckoptimismus. Derweil hat die Fortuna seine Mallorca-Reise abgesagt und trainiert wieder. Die Berliner entschuldigten sich für die Entgleisungen gegenüber Schiedsrichter Wolfgang Stark. Das Verhalten einiger Spieler entspreche nicht den »Grundsätzen« des Clubs, hieß es in einer Vereinsmitteilung.

Nach der sechseinhalbstündigen Verhandlung in der DFB-Zentrale in Frankfurt/Main hatten am Freitagabend alle Beteiligten sichtlich geschafft den Saal geräumt. »Wir wollen die Sache nicht übers Knie brechen«, sagte der Vorsitzende Richter Hans E. Lorenz, bevor er sich auf den Weg zum letzten Flieger nach München machte. Der 60-Jährige betonte aber ausdrücklich, dass man den Prozessverlauf trotz des »ungeheuren Zeitdrucks« nicht von Flugplänen abhängig mache. »Ich denke, der Einspruch von Hertha BSC war unbegründet«, sagte Fortuna-Rechtsanwalt Horst Kletke. Berlins Präsident Werner Gegenbauer meinte: »Wir werden jetzt optimistisch der Entscheidung harren.«

Während die anderen Erst- und Zweitliga-Profis längst im Urlaub sind und die heiße Transferphase ansteht, sitzen Hertha und Fortuna möglicherweise noch länger im Wartesaal zur neuen Saison. Denn mit dem Urteilsspruch am Montag ist die juristische Aufarbeitung des Relegationsrückspiels (2:2) vom vergangenen Dienstag noch nicht beendet. Beide Clubs können vor das DFB-Bundesgericht ziehen, das dann ebenfalls noch nächste Woche tagen soll. Zudem stehen die Verfahren gegen die beiden Clubs wegen der Zuschauerausschreitungen an und gegen die Hertha-Profis Lewan Kobiaschwili, Thomas Kraft, Christian Lell und Andre Mijatovic sowie den Düsseldorfer Spieler Andreas Lambertz.

Anton Nachreiner, Vorsitzender des Kontrollausschusses, plädierte dafür, den Einspruch der Berliner gegen die Spielwertung zurückzuweisen. Schiedsrichter Stark hatte die Nachspielzeit für 21 Minuten unterbrechen müssen, weil Tausende von Fortuna-Fans den Platz gestürmt hatten. Hertha versuchte in der Verhandlung mit aller Macht zu beweisen, dass die restlichen 1:33 Minuten unter irregulären Bedingungen stattfanden und die Spieler schlichtweg Angst hatten. In seinem leidenschaftlichen Schlussplädoyer forderte Anwalt Christoph Schickhardt das Gericht dazu auf, »den DFB vor Verrohung, Gewalt und Anarchie zu schützen«.

Selbst wenn der Hauptstadtclub ein Wiederholungsspiel (unter Ausschluss der Öffentlichkeit?) bekäme - was DFB-intern als unwahrscheinlich gilt - kann er sich nicht als Gewinner fühlen. Denn was in den Katakomben des Stadions nach diesem schlagzeilenträchtigen Spiel ablief, beschrieb WM-Referee Stark als »Hetzjagd« und dürfte den Berlinern noch deftige Strafen einbringen: Hertha-Spieler hätten ihn in massiver Weise bedrängt und beleidigt, Kobiaschwili habe ihn sogar geschlagen. Bei Tätlichkeiten gegen Schiedsrichter sind Sperren von sechs Monaten bis zwei Jahren vorgesehen, in leichteren Fällen von mindestens acht Wochen. Der 34-jährige Georgier hat sich dazu bisher nicht geäußert, Stark stellte auch Strafanzeige.

»Nach den Angaben des Schiedsrichters soll es dabei innerhalb einer verständlicherweise allseits emotionalisierten Atmosphäre auch zu Beleidigungen und anderen, zum Teil schwerwiegenden Unsportlichkeiten gekommen sein. Wir entschuldigen uns deshalb bei allen Beteiligten, insbesondere auch bei den Schiedsrichtern«, teilte Hertha mit. Einzelheiten seien noch aufzuklären.

Die verbalen Scharmützel sind erst einmal ausgesetzt: Beide Vereine halten sich vor dem Urteilsspruch zurück, damit das Gericht nicht den Eindruck gewinnt, es werde über die Öffentlichkeit Druck gemacht. Hertha-Manager Michael Preetz sagte nach der Verhandlung gar nichts, Clubchef Gegenbauer (»Wir sollten nicht in Einzelheiten gehen und alle gemeinsam abwarten«) äußerte sich nur diplomatisch und wollte auch nicht Starks Vorwürfe gegen seine Spieler kommentieren: »Das ist das zweite Thema, jetzt machen wir erstmal das erste Thema.« In der Nachspielzeit von Düsseldorf, so Fortuna-Rechtsbeistand Kletke, sei niemand behindert worden: »Die Zeugen, die Hertha hier hatte, haben solche Ängste nicht bekundet.«

Während die Berliner schon am Freitag trainierten, nahmen die Düsseldorfer am Samstag den Übungsbetrieb wieder auf. Die von diesem Sonntag an geplante fünftägige Saisonabschlussreise nach Mallorca wurde abgesagt. »Wir haben diese Maßnahmen beschlossen aus Respekt vor der Unabhängigkeit der DFB-Gerichtsbarkeit und dem Umstand, dass das Urteil am Montag verkündet wird«, sagte Manager Wolf Werner. Auch am Sonntag und Montag sollen unter komplettem Ausschluss der Öffentlichkeit in Düsseldorf trainiert werden.

Ausgeschieden
Tennis
Kerber verpasst Rom-Finale - Scharapowa gegen Li Na
19.05.12
17:52
3 hrs
19.05.2012
- 18:39
Rom (dpa) - Angelique Kerber hat den Einzug ins Finale des WTA-Tennisturniers in Rom verpasst.
Die Kielerin musste sich gegen die Russin Maria Scharapowa mit 3:6, 4:6 geschlagen geben.

Rom (dpa) - Angelique Kerber hat den Einzug ins Finale des WTA-Tennisturniers in Rom verpasst. Die Kielerin musste sich gegen die Russin Maria Scharapowa mit 3:6, 4:6 geschlagen geben.

»Ich habe mein Bestes gegeben, aber sie hat sehr gut gespielt. Sie war die bessere Spielerin heute«, sagte Kerber, die noch »etwas müde« von ihrem Viertelfinalsieg gegen Petra Kvitova war. Durch die Qualifikation für das Halbfinale bei der mit 2,17 Millionen Dollar dotierten Sandplatzveranstaltung hatte Kerber allerdings bereits den erstmaligen Sprung unter die Top Ten der Welt sicher.

Titelverteidigerin Scharapowa trifft im Endspiel auf Li Na. Die Chinesin war kampflos ins Finale eingezogen, weil Serena Williams wegen einer Rückenverletzung nicht antrat. Für Scharapowa war es im dritten Vergleich mit Kerber in diesem Jahr der zweite Sieg. Die Weltranglisten-Zweite erreichte damit bereits ihr viertes Finale in diesem Jahr und könnte nach dem Erfolg in Stuttgart ihren zweiten Turniersieg feiern.

Kerber konnte sich indes mit einem Platz unter den besten Zehn der Weltrangliste trösten. Das war ihr schon nach ihrem Viertelfinal-Erfolg gegen Wimbledonsiegerin Kvitova aus Tschechien am Freitag sicher gewesen. Nach WTA-Angaben ist Kerber in der Geschichte nun die siebte Deutsche unter den besten Zehn der Welt. »Das hört sich sehr gut an und es ist natürlich ein Traum in den Top Ten zu sein«, sagte die 24-Jährige.

Für die Amerikanerin Williams endete mit dem Verzicht auf das Halbfinale indes eine Siegesserie. Zuletzt hatte die ehemalige Weltranglisten-Erste die Turniere in Charleston und Madrid gewonnen. »Ich hatte diese Woche etwas Schmerzen und es steht ein harter Terminplan an«, erklärte Williams die Vorsichtsmaßnahme mit Blick auf das in einer Woche beginnende Grand-Slam-Turnier in Paris. »Es geht mir gut, ich werde bei 100 Prozent für die French Open sein«, fügte Williams hinzu.

Treffsicher
Basketball
Bamberg holt ersten Halbfinalsieg gegen Artland
19.05.12
17:36
4 hrs
19.05.2012
- 18:26
Bamberg (dpa) - Titelverteidiger Brose Baskets Bamberg hat den ersten Schritt auf dem Weg ins erneute Finale um die deutsche Basketball-Meisterschaft geschafft.

Bamberg (dpa) - Titelverteidiger Brose Baskets Bamberg hat den ersten Schritt auf dem Weg ins erneute Finale um die deutsche Basketball-Meisterschaft geschafft.

Die Oberfranken unter Trainer Chris Fleming bezwangen zum Halbfinal-Auftakt in heimischer Halle die Artland Dragons sehr deutlich mit 103:70 (55:37) und stellten damit die Weichen für den erneuten Sprung in die Endspiel-Serie.

Bester Punktesammler bei den Hausherren war PJ Tucker mit 21 Zählern, bei den Gästen kam Anthony King auf 14 Punkte. Die zweite Partie der Best-of-Five-Serie steigt am Dienstag in Quakenbrück. Zum Start des anderen Halbfinals empfängt am Sonntag ratiopharm Ulm das Überraschungsteam der Würzburg Baskets.

Vier Tage nach dem entscheidenden Sieg im Viertelfinale bei den Telekom Baskets Bonn trumpften die Bamberger vor ihren Fans in der Stechert Arena von Beginn an stark auf. Schon im Verlauf des ersten Viertels setzte sich der Meister deutlich ab.

Im zweiten Durchgang hielten die Gäste aus Niedersachsen, die erst am Donnerstag im entscheidenden fünften Spiel den ambitionierten Neuling Bayern München niedergekämpft hatten, zunächst besser mit. Doch Bamberg nutzte jede Schwäche und baute seinen Vorsprung zur scheinbar beruhigenden Pausenführung aus.

Zwei Tage weniger Pause hatten die Gäste, Quakenbrück stemmte sich allerdings noch einmal gegen die drohende Auftaktniederlage in der Vorschlussrunde. Bis auf sieben Punkte kam die Auswahl von Trainer Stefan Koch im dritten Viertel heran, doch Bamberg fing sich gerade rechtzeitig. Im letzten Abschnitt machte Bamberg dann rasch alles klar - und die Gäste gaben sich nicht einmal 48 Stunden nach dem Viertelfinale gegen München geschlagen.

Gestürzt
Motorsport
Motorrad-Pilot Bradl in Le Mans gestürzt
19.05.12
16:17
5 hrs
19.05.2012
- 17:13
Le Mans (dpa) - Stefan Bradl hat nach einem Sturz im Qualifying zum Motorrad-WM-Lauf von Frankreich den Sprung in die Top Ten verpasst.
Der Moto2-Weltmeister der vergangenen Saison geriet in Le Mans beim Beschleunigen aus einer Kurve heraus ins Schlingern und flog von seiner Honda.

Le Mans (dpa) - Stefan Bradl hat nach einem Sturz im Qualifying zum Motorrad-WM-Lauf von Frankreich den Sprung in die Top Ten verpasst. Der Moto2-Weltmeister der vergangenen Saison geriet in Le Mans beim Beschleunigen aus einer Kurve heraus ins Schlingern und flog von seiner Honda.

Zunächst humpelte der Zahlinger von der Strecke. Nach einer Pause in der Box biss der zudem von Unterarmproblemen geplagte Bradl auf die Zähne und kehrte zurück. Am Ende reichte es für den 22-Jährigen für Startplatz 13, nachdem er zum Zeitpunkt seines Sturzes nach einem Reifenwechsel sogar in Front lag.

»Zunächst dachte ich, dass etwas mit meinem Knie sei. Aber es ist nichts kaputt und ich fühle mich gut. Morgen kann es nur besser werden«, sagte Bradl nach seinem ersten Sturz in der Königsklasse. Die Pole Position fuhr der Spanier Dani Pedrosa ein.

Schadensbegrenzung statt Pole Position hieß es für Sandro Cortese in der Moto3. Nach einem Sturz musste der WM-Spitzenreiter wie Bradl in die Box. Der Berkheimer landete am Ende auf Rang sechs, nachdem er eine Runde vor Schluss noch auf Position drei lag. »Auch von Platz sechs kann man aufs Podium fahren«, sagte Cortese.

Jonas Folger aus Schwindegg wurde bei seinem Comeback nach der Pause wegen Pfeifferschem Drüsenfieber Elfter. Der wie Marcel Schrötter (Pflugdorf) auf der nassen Strecke gestürzte Toni Finsterbusch (Hohenossig) wurde 30. vor Kevin Hanus (Nürnberg). Schrötter verpasste aufgrund der Zeitregel als 33. jedoch die Qualifikation und muss auf die nachträgliche Zulassung durch die Rennjury hoffen. Die Pole Position holte sich der Spanier Maverick Viñales.

Max Neukirchner aus Stollberg, in den Trainingstagen bereits dreimal gestürzt, wurde in der Moto2-Klasse nur 27. Ihn behindert zudem ein Bruch des linken Handwurzelknochens. Startplatz eins schnappte sich WM-Spitzenreiter Marc Marquez (Spanien).

Aus aller Welt / Kultur

Will Smith
Leute
Will Smith gibt küssendem TV-Moderator Backpfeife
19.05.12
15:16
6 hrs
19.05.2012
- 16:13
Moskau (dpa) - Hollywoodstar Will Smith (43, »Ali«) hat mit einer Backpfeife einen zudringlichen Fernsehmoderator in Moskau abgewehrt. .

Moskau (dpa) - Hollywoodstar Will Smith (43, »Ali«) hat mit einer Backpfeife einen zudringlichen Fernsehmoderator in Moskau abgewehrt.

Der ukrainische TV-Mann Witali Serdjuk, der für seine Show bereits Kylie Minogue und Madonna bewusst nervte, hatte den Schauspieler bei der Russland-Filmpremiere von »Men in Black 3« vor laufenden Kameras umarmt und geküsst. Ein Videomitschnitt zeigte am Samstag, wie Smith auf dem Roten Teppich zwar zunächst amüsiert reagiert, dann Serdjuk aber mit den Worten »Was zum Teufel ist dein Problem, Mann« wegstößt und ihm mit dem Handrücken eine Ohrfeige verpasst. Mit seiner Show beim Sender 1+1 gilt Serdjuk als »ukrainischer Sacha Baron Cohen«.

Sängerin Schmidt
Musik
Wie den wilden 20er Jahren entstiegen: Schmidt
19.05.12
12:38
9 hrs
19.05.2012
- 13:26
Hamburg/Berlin (dpa) - Wenn eine 22-Jährige Sätze sagt wie »Aus meinen ersten Songs bin ich herausgewachsen« und »Ich hab mich gefunden durch mein Album«, dann klingt das durchaus etwas befremdlich. Schmidt sagt solche Sätze und bei dieser 22-Jährigen scheinen sie fast selbstverständlich und doch ein wenig einstudiert.
Schmidt sagt solche Sätze und bei dieser 22-Jährigen scheinen sie fast selbstverständlich und doch ein wenig einstudiert.

Hamburg/Berlin (dpa) - Wenn eine 22-Jährige Sätze sagt wie »Aus meinen ersten Songs bin ich herausgewachsen« und »Ich hab mich gefunden durch mein Album«, dann klingt das durchaus etwas befremdlich. Schmidt sagt solche Sätze und bei dieser 22-Jährigen scheinen sie fast selbstverständlich und doch ein wenig einstudiert.

Schmidt heißt mit bürgerlichem Namen Elisa Schmidt und hat gerade (18. Mai) ihr Debütalbum »Femme Schmidt« veröffentlicht, produziert von Guy Chambers, der bereits mit Robbie Williams mehrere Alben aufgenommen hat.

»Ich wollte schon mit zehn Jahren Sängerin werden, habe damals Jugendtheater gespielt und mit elf Gesangsunterricht bekommen. Mit 15 hat es mich dann in die Ferne gezogen«, sagt sie, während sie sich lasziv auf einem Ledersofa in einer Hamburger Hotellobby räkelt und sich eine lange Pony-Strähne aus dem Gesicht streicht. Lasziv, das ist auch Schmidts Musik, die sie als »Pop Noir« bezeichnet. Es ist eine Mischung aus Jazz, New Burlesque und Cabaret, modern interpretiert und als Reminiszenz an die verruchten 20er und 30er Jahre angelegt, mit kräftiger, voller Stimme gesungen, mal auch gehaucht.

Dazu passen die auftoupierten, langen braunen Haare, die Smockey-Eyes mit dichten, langen künstlichen Wimpern, das sexy Outfit. »Ich bin dann auf ein Musikinternat südlich von London gegangen und nach fünf Monaten hat es mich in die USA verschlagen, wo ich in einer Familie gelebt habe und dann noch mit einer Freundin quer durchs Land gereist bin«, erzählt sie freundlich und doch stets darauf bedacht, die unnahbare, geheimnisvolle junge Frau zu geben - »verletzlich, aber selbstbewusst und fordernd«, wie es auf ihrer Homepage heißt. Schmidt beherrscht das perfekt.

Nach ihrer Zeit im Ausland kehrt sie nach Deutschland zurück, nach München, wo ihre Eltern inzwischen hingezogen sind. Sie macht ihr Abitur - und Musik. »Im Internat hatte ich ja begonnen, Songs zu schreiben und irgendwann habe ich einen davon ins Internet gestellt. So kam der Kontakt zu meinem heutigen Manager. Ich bin also eine "Internet-Entdeckung".« Schmidt, damals hieß sie noch für alle Elisa, zieht nach Berlin, besucht Songwritercamps. Und dann geht alles ganz schnell. Plötzlich hat Warner Music Entertainment Interesse an Schmidt.

Die Plattenfirma ist es dann auch, die Schmidt mit Guy Chambers bekanntmacht. Chambers, der nach seinem Bruch mit Robbie Williams nie wieder ein ganzes Album mit einem Künstler machen wollte, ist begeistert, arbeitet in seinem Londoner Studio mit der Sängerin. Die streift abends durch Bars und Clubs, darunter »Ronnie Scott's«, wo schon Jimi Hendrix, Ella Fitzgerald und Jamie Cullum auf der Bühne standen.

In einer solchen Bar in Notting Hill trifft Schmidt auch Hugh Grant. »Ich hatte mein Handy auf dem Tresen liegen und er hatte es genommen und mich dann nach dem PIN-Code gefragt und wir sind ins Gespräch gekommen«, erzählt sie fast beiläufig. Als sie einige Monate später mit ihm in Berlin Essen geht, sind die Paparazzi gleich zur Stelle. Die Klatschpresse dichtet den beiden eine Affäre an. »Wir sind nur sehr gut befreundet. Er ist ein wahnsinnig aufregender Mensch.«

Schmidt ist ein Gesamtkunstwerk: jung, schön, mit einer rauchigen Stimme, perfekt inszeniert. Ihre Musik erinnert ein wenig an Katie Melua, manchmal an Adele oder auch Amy Winehouse, nur eleganter, geheimnisvoller. »Ich hab' mit meiner Musik etwas Eigenes geschaffen, was mir keiner wegnehmen kann«, wehrt sie jeden Vergleich ab. »In dieser Musik stecken alle meine Emotionen, Träume und Wünsche.« Auch so ein Satz. Aber wenn dabei ihr Koblenzer Dialekt ganz leicht zu hören ist, sie an ihrem ultrakurzen, engen Mini zuppelt, dann kommt hinter der perfekten Figur Schmidt auch noch die 22-jährige Elisa zum Vorschein. Und das ist sympathisch.

Whitney Houston
Musik
Chaka Khan plant Whitney-Houston-Tribut
19.05.12
12:18
9 hrs
19.05.2012
- 13:13
New York (dpa) - Musikalisches Tribut für Whitney Houston: Grammy-Gewinnerin Chaka Khan (59) will ihre verstorbene Kollegin mit einem Auftritt beim Spring Gala Benefit im New Yorker Apollo Theater ehren, bestätigte eine Apollo-Sprecherin der Presseagentur dpa. .

New York (dpa) - Musikalisches Tribut für Whitney Houston: Grammy-Gewinnerin Chaka Khan (59) will ihre verstorbene Kollegin mit einem Auftritt beim Spring Gala Benefit im New Yorker Apollo Theater ehren, bestätigte eine Apollo-Sprecherin der Presseagentur dpa.

Bei der Gala am 4. Juni soll der US-Sänger Lionel Richie in die Apollo Legends Hall of Fame aufgenommen werden - ebenso wie Blues-Sängerin Etta James, die posthum geehrt wird. James war am 20. Januar im Alter von 73 Jahren gestorben.

Während der jährlichen Zeremonie werden die Namen der geehrten Musikgrößen auf Plaketten verewigt und unter dem Vordach des geschichtsträchtigen Musiktempels in Harlem angebracht. Vor James und Richie wurden unter anderem Stevie Wonder, Michael Jackson, Aretha Franklin, Quincy Jones und Patti LaBelle ausgezeichnet.

Neben der Aufnahme in die Ruhmeshalle stehen Tribute für verstorbene Stars im Mittelpunkt. In diesem Jahr sollen neben Houston auch Don Cornelius und Nick Ashford mit Musikeinlagen gedacht werden. Houston war am 11. Februar mit 48 Jahren leblos in der Badewanne in einem Hotelzimmer in Beverly Hills entdeckt worden.

Im Apollo Theater gibt es seit Jahrzehnten Talentabende für unbekannte Nachwuchskünstler. Einer war Ende der 60er Jahre der damals etwa zehnjährige Michael Jackson mit der Familienband »Jackson Five«.

Whitney Houston
Musik
Chaka Khan plant Whitney-Houston-Tribut
19.05.12
12:18
9 hrs
19.05.2012
- 13:13
New York (dpa) - Musikalisches Tribut für Whitney Houston: Grammy-Gewinnerin Chaka Khan (59) will ihre verstorbene Kollegin mit einem Auftritt beim Spring Gala Benefit im New Yorker Apollo Theater ehren, bestätigte eine Apollo-Sprecherin der Presseagentur dpa. .

New York (dpa) - Musikalisches Tribut für Whitney Houston: Grammy-Gewinnerin Chaka Khan (59) will ihre verstorbene Kollegin mit einem Auftritt beim Spring Gala Benefit im New Yorker Apollo Theater ehren, bestätigte eine Apollo-Sprecherin der Presseagentur dpa.

Bei der Gala am 4. Juni soll der US-Sänger Lionel Richie in die Apollo Legends Hall of Fame aufgenommen werden - ebenso wie Blues-Sängerin Etta James, die posthum geehrt wird. James war am 20. Januar im Alter von 73 Jahren gestorben.

Während der jährlichen Zeremonie werden die Namen der geehrten Musikgrößen auf Plaketten verewigt und unter dem Vordach des geschichtsträchtigen Musiktempels in Harlem angebracht. Vor James und Richie wurden unter anderem Stevie Wonder, Michael Jackson, Aretha Franklin, Quincy Jones und Patti LaBelle ausgezeichnet.

Neben der Aufnahme in die Ruhmeshalle stehen Tribute für verstorbene Stars im Mittelpunkt. In diesem Jahr sollen neben Houston auch Don Cornelius und Nick Ashford mit Musikeinlagen gedacht werden. Houston war am 11. Februar mit 48 Jahren leblos in der Badewanne in einem Hotelzimmer in Beverly Hills entdeckt worden.

Im Apollo Theater gibt es seit Jahrzehnten Talentabende für unbekannte Nachwuchskünstler. Einer war Ende der 60er Jahre der damals etwa zehnjährige Michael Jackson mit der Familienband »Jackson Five«.

Fit + aktiv

Mit Salbeiduft Desserts aufpeppen
Ernährung
Mit Salbeiduft Desserts aufpeppen
18.05.12
12:33
1 day
18.05.2012
- 14:00
Heidelberg (dpa/tmn) - Küchenkräuter können Desserts eine besondere Note geben. Martin Scharff von den Restaurants auf dem Schloss Heidelberg empfiehlt zum Beispiel Ananas- oder Honigmelonensalbei wegen des tollen Duftes.
Martin Scharff von den Restaurants auf dem Schloss Heidelberg empfiehlt zum Beispiel Ananas- oder Honigmelonensalbei wegen des tollen Duftes.

Heidelberg (dpa/tmn) - Küchenkräuter können Desserts eine besondere Note geben. Martin Scharff von den Restaurants auf dem Schloss Heidelberg empfiehlt zum Beispiel Ananas- oder Honigmelonensalbei wegen des tollen Duftes.

Eine Crème pâtissière, eine Art edler Vanillepudding, etwa lasse sich mit einzelnen Blättern dieser Salbeiarten hübsch dekorieren. »Lutschen Sie die Blätter wie ein Bonbon, dann entfalten sie am meisten Aroma«, rät der Sternekoch. Gekaut bleibe davon leider nur wenig erhalten. Außerdem seien die Bitterstoffe zu stark, wenn man direkt mit dem Kauen anfange.

Ähnlich verhalte es sich mit Marzipan-Gewürzsalbei. Der sei »von der Nase her am interessantesten«. Wegen seiner schönen blau-roten Blüten sehe er zudem besonders dekorativ auf einer Nachspeise aus, sagt Scharff. Aber er bedauert: »Leider essen unsere Gäste selten die Blüten und Blätter.«

Dithmarscher Eintopf mit Klößchen und Mettwurst
Ernährung
Dithmarscher Eintopf mit Klößchen und Mettwurst
18.05.12
09:39
1 day
18.05.2012
- 11:00
Aus dem Norden Deutschlands stammt dieser Eintopf. Fernsehkoch Nelson Müller hat ihn als Kind bei seiner Oma gegessen.
Fernsehkoch Nelson Müller hat ihn als Kind bei seiner Oma gegessen. Das war so lecker, dass er das Rezept zum Nachkochen weiterempfiehlt.

Aus dem Norden Deutschlands stammt dieser Eintopf. Fernsehkoch Nelson Müller hat ihn als Kind bei seiner Oma gegessen. Das war so lecker, dass er das Rezept zum Nachkochen weiterempfiehlt.

Kategorie: Eintopf

Zutaten für 4 Personen:

Für den Eintopf:

1/2 Zwiebel

1 Möhre

100 g Knollensellerie

1 Petersilienwurzel

200 g festkochende Kartoffeln

1/2 Stange Lauch

8 Wirsingblätter

300 g durchwachsener

geräucherter Schweinebauch

4 EL Rapsöl (oder Schweineschmalz)

1 l Hühner- oder Rinderbrühe

100 ml Weißwein

4 Mettwürstchen

Salz

Pfeffer aus der Mühle

Einige Petersilienblätter zum Garnieren

Für die Klößchen:

2 Eier

300 g Mehl

100 ml Milch

Salz

Pfeffer aus der Mühle

frisch geriebene Muskatnuss

Zubereitung:

Für den Eintopf die Zwiebel schälen und in Streifen schneiden. Die Möhre, den Sellerie und die Petersilienwurzel putzen und schälen, die Kartoffeln schälen und waschen. Alles in Scheiben bzw. haselnussgroße Würfel schneiden. Den Lauch putzen, waschen und den weißen Teil in etwa 1 cm dicke Scheiben schneiden. Die Wirsingblätter waschen, die harte Mittelrippe entfernen und den Rest in etwa 1/2 cm breite Streifen schneiden.

Den Schweinebauch quer in dünne Streifen schneiden. Das Öl in einem Topf erhitzen und den Speck darin anbraten. Die Zwiebel hinzufügen und kurz mitbraten. Mit der Brühe und dem Weißwein ablöschen und zugedeckt etwa 10 Minuten kochen lassen.

Währenddessen für die Klößchen alle Zutaten zu einem glatten Teig verrühren bis er Blasen wirft.

Nun die Möhre, den Sellerie, die Petersilienwurzel, die Kartoffeln, den Lauch sowie die Wirsingstreifen zur Brühe hinzufügen und weitere 10 Minuten köcheln lassen. Die Mettwurst nach Belieben in Scheiben schneiden und 5 Minuten vor Ende der Garzeit in der Suppe erwärmen. Abschließend mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Während die Suppe kocht, vom Klößchenteig mit zwei Esslöffeln kleine Portionen abnehmen und in kochendem Salzwasser etwa 4 Minuten garen.

Den Dithmarscher Eintopf in vorgewärmten Schalen oder Tellern zusammen mit den Klößchen anrichten. Mit den gewaschenen Petersilienblättern garnieren.

Literatur:

Nelson Müller: Meine Rezepte für Body und Soul, 160 Seiten, Verlag Zabert Sandmann, 2011, 19,95 Euro, ISBN-13: 978-3-89883-300-4

Grillen mit Fleisch
Ernährung
Zum Grillen nicht zu mageres Fleisch nehmen
18.05.12
09:26
1 day
18.05.2012
- 11:00
Oldenburg (dpa/tmn) - Es ist angerichtet - zum Grillen darf das Fleisch ruhig ein wenig fettiger sein. Ist es zu mager, wird das Grillgut auf dem Feuer leicht trocken.
Ist es zu mager, wird das Grillgut auf dem Feuer leicht trocken. Hier gibt's Tipps für Grillfans.

Oldenburg (dpa/tmn) - Es ist angerichtet - zum Grillen darf das Fleisch ruhig ein wenig fettiger sein. Ist es zu mager, wird das Grillgut auf dem Feuer leicht trocken. Hier gibt's Tipps für Grillfans.

Zum Grillen eignen sich am besten mit feinen Fettadern durchzogene Fleischstücke. Das Fett schütze vor dem Austrocknen und sei außerdem Geschmacksträger, erläutert die Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Wen ein Fettrand am gegrillten Fleisch aus Kaloriengründen stört, der schneidet es auf dem Teller einfach ab. Zum Grillen empfiehlt sich vor allem Hüft-, Rumpf- und Lendensteak vom Rind, Schnitzel, Nacken und Filet vom Schwein und Geflügel im Ganzen oder Teilstücke davon.

Fleisch am Knochen sei besonders aromatisch, daher bieten sich auch Rippchen oder Koteletts von Schwein oder Lamm an. Außerdem schütze der Knochen vor dem Austrocknen, so die Kammer. Kalb- und Wildfleisch ist recht mager, trocknet daher schnell aus und kommt deshalb besser nicht auf den Grill.

Schlachtwarm verarbeitetes Fleisch
Ernährung
Schlachtwarm verarbeitetes Fleisch braucht weniger Zusätze
18.05.12
09:25
1 day
18.05.2012
- 11:00
Kassel (dpa/tmn) - Den Unterschied merkt man erst beim Reinbeißen: Wenn das Fleisch schlachtwarm verarbeitet wird, müssen weniger Zusatzstoffe in die Wurst. Dabei muss sich der Fleischer aber beeilen.
Dabei muss sich der Fleischer aber beeilen.

Kassel (dpa/tmn) - Den Unterschied merkt man erst beim Reinbeißen: Wenn das Fleisch schlachtwarm verarbeitet wird, müssen weniger Zusatzstoffe in die Wurst. Dabei muss sich der Fleischer aber beeilen.

Die Scheibe sieht fast aus wie konventionelle Jagdwurst. Auch der Fleischkäse unterscheidet sich auf den ersten Blick kaum von handelsüblicher Ware. Doch spätestens beim Reinbeißen merken Verbraucher, dass die Fleisch- und Wurstwaren von Dieter Rohde aus Kassel weicher und zarter sind als andere. Das liegt an der Herstellungsweise: Rohde ist Mitglied der Genießervereinigung Slow Food und verarbeitet wie nur wenige andere Produzenten in Deutschland das Fleisch noch schlachtwarm. Dadurch kann er auf bestimmte Zusatzstoffe verzichten, die sonst nötig sind, damit die fertige Wurst fest wird.

Schon während der Schlachtung und amtstierärztlichen Fleischbeschau verlädt er die Ware und bringt sie vom Schlachthof in seinen zehn Minuten Fahrt entfernten Betrieb. Dort muss schnell gearbeitet werden. Denn nur kurz sei im Fleisch noch Adenosin-Tri-Phosphat (ATP) vorhanden, erklärt er. »Im lebenden Organismus ist es an jeder Muskelbewegung beteiligt. Beim zusammengezogenen Muskel sorgt das ATP dafür, dass er wieder erschlafft.« Es trenne die Eiweiße wieder voneinander, die den Muskel zusammenziehen.

Diesen Effekt machen sich Metzger zunutze, die Fleisch warm verarbeiten: Solange im toten Muskelgewebe noch ATP vorhanden ist, bleiben Rohde zufolge die Eiweiße unverbunden, und dazwischen kann sich viel körpereigenes Wasser im zerkleinerten Fleisch anlagern. »Es entsteht eine gelartige Masse, in die sich wiederum Fett sehr gut und gleichmäßig einlagern kann. Und dieses Fett bindet die fleischeigenen Aromastoffe«, erklärt der Fleischer. »Die Wurstmasse wird auf natürliche Weise aromatisch.« Nur natürliche Gewürze und Pökelsalz kämen dann noch hinzu.

Um das ATP zu nutzen, bleiben bei einem Schwein zwei bis drei, bei einem Rind vier bis sechs Stunden, bei Geflügel nur 30 Minuten Zeit. Danach sind die Stoffwechselprozesse abgeschlossen, das Fleisch wird kalt und starr. Die Eiweiße sind längst verbunden und halten nur wenig Wasser, Fett und Aromen. Daher setzt die Industrie der Wurstmasse künstliche Bindemittel wie Phosphate oder Citrate zu. Aromen und Geschmacksverstärker sind ebenfalls gängige Zusätze. Die Konsistenz solcher Wurst ist in der Regel fester.

Der Aufwand, den Warmfleisch verarbeitende Betriebe betreiben, macht sich aber nicht nur an Konsistenz und Aroma bemerkbar. Auch der Preis ist höher: Er liegt Rohde zufolge um 18 bis 20 Prozent über dem Normalpreis. Das hängt darüber hinaus damit zusammen, dass er ausschließlich Biofleisch verwendet. »Sie sprechen damit nicht die Masse an«, sagt er.

Multimedia

»FarmVille«
Internet
Spielen auf Facebook - Mehr als Farmville
18.05.12
16:03
1 day
18.05.2012
- 17:00
Berlin (dpa/tmn) - Rund eine halbe Milliarde Nutzer wählen sich jeden Tag bei Facebook ein. Aber oft ist es nicht der übliche Austausch mit Freunden, der die Mitglieder auf die Plattform zieht, viele reizen eher Spiele.
Aber oft ist es nicht der übliche Austausch mit Freunden, der die Mitglieder auf die Plattform zieht, viele reizen eher Spiele.

Berlin (dpa/tmn) - Rund eine halbe Milliarde Nutzer wählen sich jeden Tag bei Facebook ein. Aber oft ist es nicht der übliche Austausch mit Freunden, der die Mitglieder auf die Plattform zieht, viele reizen eher Spiele.

Social Games heißen die Applikationen, die Begeisterte teilweise stundenlang vor den Monitoren bannen. Der Klassiker ist »Farmville«, bei dem Spieler ihren eigenen Bauernhof aufbauen können. Doch inzwischen gibt es weit mehr Games auf Facebook.

»Die Programme haben nichts mit aufwendigen Action-Spielen zu tun, sondern sind ein einfacherer und entspannter Zeitvertreib«, sagte der Marketingchef des Spieleherstellers King.com, Alex Dale. Genau das mache den Reiz aus.

Der große Renner von King.com ist »Bubble Witch Saga«, bei dem die Spieler Hexen beim Brauen von Zaubertränken helfen. Dazu müssen Kugeln auf einem Spielfeld Schritt für Schritt abgeräumt werden, ähnlich wie in einem 4-Gewinnt-Spiel. »Eigentlich müssen Sie nur lernen, Kugeln mit einem Finger abzuschießen«, sagte Dale. Der Berliner Spiele-Entwickler Wooga lockt Nutzer mit »Diamond Dash«, bei dem es Punkte gibt, wenn man Steine antippt.

Ähnliche Knobelprogramme gibt es auf Facebook haufenweise. Das Prinzip ist meistens ähnlich. Die Aufgaben sind simpel und setzen auch auf Mitglieder, die nicht viel Zeit haben, sich in eine aufwendige Steuerung reinzudenken. Oft werden schon kleine Aufgaben mit Punkten belohnt. Und viele Programme beziehen den sozialen Kontext mit ein, denn die Zocker können sich mit ihren Freunden messen und um neue Punkterekorde konkurrieren.

Facebook hat eine eigene Seite für Spiele eingerichtet. Aus einer großen Liste können sich dort Mitglieder die passende Applikation für ihren Zeitvertreib aussuchen. Vor dem Knobeln wollen die Programme jedoch erst einen Zugriff auf das eigene Facebook-Konto. Und darin liegt eine entscheidende Hürde.

Michaela Zinke vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mahnt zur Vorsicht: »Schwierig ist, dass viele Daten an Dritte weitergegeben werden.« Name, Geschlecht, Freundesliste, Profilbild und vieles mehr wollten die Spielefirmen einsehen. »Meistens geht es nur ganz oder gar nicht.« Wer die Daten nicht weitergeben will, muss oft ganz auf das Spielen verzichten. Entwarnung gibt es derzeit nicht: »Es gibt kein Spiel, dass ich bedenkenlos empfehlen kann.«

Computer
Google erweitert Suche mit Wissensdatenbank
18.05.12
13:02
1 day
18.05.2012
- 14:00
Mountain View (dpa) - Google hat seine Internet-Suche um eine Datenbank mit abgesicherten Fakten, Biografien und Bildern erweitert. Die neue Suchfunktion heißt »Knowledge Graph« und ist eine echte Wissensfundgrube.
Die neue Suchfunktion heißt »Knowledge Graph« und ist eine echte Wissensfundgrube.

Mountain View (dpa) - Google hat seine Internet-Suche um eine Datenbank mit abgesicherten Fakten, Biografien und Bildern erweitert. Die neue Suchfunktion heißt »Knowledge Graph« und ist eine echte Wissensfundgrube.

Die neue semantische Suchfunktion mit dem Namen »Knowledge Graph« ist in der Lage, Suchbegriffe nach unterschiedlichen Bedeutungen zu gruppieren und inhaltliche Zusammenhänge zu verwandten Themen herzustellen.

Google-Manager Amit Singhal erläuterte die neue Funktion in einem Blog-Eintrag am Beispiel der Suche nach dem Begriff »Taj Mahal«. Der Knowledge Graph erkennt, dass diese beiden Worte zum einen das berühmte Mausoleum im indischen Bundesstaat Uttar beschreiben. Er kennt aber auch den US-amerikanischen Blues-Musiker Taj Mahal und das gleichnamige Casino-Hotel in Atlantic City (USA) als populäre Suchanfragen.

Zu der Sehenswürdigkeit in Indien präsentiert Google nun nicht nur die Kernfakten zu dem Mausoleum (aus Wikipedia) und ein Foto, sondern bietet auch bebilderte Links zu anderen herausragenden Sehenswürdigkeiten wie der Chinesischen Mauer oder dem Delhi Fort an. Anwender, die nicht nach dem Taj Mahal in Indien, sondern nach dem Musiker oder Casino gesucht haben, gelangen mit einem weiteren Klick zu ihren Ergebnissen.

Zum Aufbau des Knowledge Graph hat Google in den vergangenen zwei Jahren eine Sammlung von 500 Millionen Personen, Plätzen und Dingen zusammengestellt, die eindeutig identifiziert und in inhaltliche Zusammenhänge gestellt wurden. So weiß das System, dass Leonardo da Vinci als Maler und Bildhauer der Kunstepoche der Renaissance zuzuordnen ist und zeigt im Knowledge Graph auch bekannte Werke des Universalgelehrten.

Facebook an der Börse
Internet
Kontrolle ist besser - Datenstrom zu Facebook überprüfen
18.05.12
12:11
1 day
18.05.2012
- 13:00
Berlin (dpa/tmn) - Durch den Börsengang von Facebook könnte sich für die Nutzer des sozialen Netzwerks in Zukunft einiges ändern. Was das konkret bedeutet, erklärt eine Expertin.
Was das konkret bedeutet, erklärt eine Expertin.

Berlin (dpa/tmn) - Durch den Börsengang von Facebook könnte sich für die Nutzer des sozialen Netzwerks in Zukunft einiges ändern. Was das konkret bedeutet, erklärt eine Expertin.

»Die persönlichen Daten der Mitglieder sind die Grundlage für Facebooks Geschäftsmodell«, erklärt Michaela Zinke vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). »Wir rechnen damit, dass diese in Zukunft noch viel intensiver ausgewertet werden.« Für die Nutzer heißt das: Mehr personalisierte Werbung und mehr Apps und Dienste, die gezielt persönliche Informationen abgreifen.

Profile für individuelle Werbung zu erstellen, sei an sich noch nichts Schlechtes, sagt Zinke: »Bei anderen Diensten und Onlineshops ist es ja völlig normal, dass mir zum Beispiel bestimmte Produkte empfohlen werden.« Allerdings kritisiert die Verbraucherschützerin, dass Facebook nicht transparent mache, was mit welchen Daten passiert und wie lang bestimmte Informationen gespeichert werden. Wer Facebook oder anderen Firmen wie Google nicht zu viel über sich preisgeben möchte, sollte daher genau überprüfen, welche Informationen er wo hinterlässt.

Denn persönliche Daten gelangen nicht nur direkt über Facebook in die Datenspeicher des Unternehmens. Bei vielen Webseiten können sich Nutzer zum Beispiel mit ihrem Facebook-Profil einloggen, bei Anbietern wie dem Musikstreamer Spotify ist das sogar Pflicht. »Was höre ich, wo gehe ich hin, mit wem rede ich? Solche Daten sind für Unternehmen wie Facebook besonders wertvoll«, erklärt Zinke. Bei solchen Angeboten sollten Nutzer sich daher - wenn möglich - lieber regulär und nicht über Facebook registrieren. Auch die Suche nach Alternativen ohne Anbindung an soziale Netzwerke kann es anderen erschweren, der eigenen Datenspur im Netz zu folgen.

Computer
Neue WLAN-Router im Test
18.05.12
11:50
1 day
18.05.2012
- 13:00
Hamburg (dpa/tmn) - Neue WLAN-Router schaffen theoretisch Datenraten von bis zu 450 Megabit pro Sekunde (MBit/s) - in der Praxis liegen die Werte aber deutlich niedriger. Ein Test zeigt, was Nutzer sonst noch wissen sollten.
Ein Test zeigt, was Nutzer sonst noch wissen sollten.

Hamburg (dpa/tmn) - Neue WLAN-Router schaffen theoretisch Datenraten von bis zu 450 Megabit pro Sekunde (MBit/s) - in der Praxis liegen die Werte aber deutlich niedriger. Ein Test zeigt, was Nutzer sonst noch wissen sollten.

In einem Test der Zeitschrift »Computer Bild« von fünf aktuellen WLAN-Routern schaffte selbst der beste Kandidat unter Idealbedingungen nur 125 Mbit/s. Muss das Signal zum Beispiel durch Wände oder Decken, sinken die Werte noch einmal deutlich.

Für den Kauf eines aktuellen, schnellen WLAN-Routers müssen Kunden etwa 130 bis 170 Euro einplanen. Neben der Geschwindigkeit sollten aber auch andere Features eine Rolle spielen, schreibt die Zeitschrift: Wichtig ist zum Beispiel, dass das Gerät neben der üblichen Frequenz von 2,4 Gigahertz zusätzlich auf 5 Gigahertz funkt. Hierbei läuft der drahtlose Datenverkehr in der Regel störungsfreier ab. Für den Aufbau eines Heimnetzwerks sollte ein Router unbedingt den Standard DLNA unterstützen. Eine Kindersicherungsfunktion kann dabei helfen, die Surfzeiten des Nachwuchses zu begrenzen.

Nur die wenigsten Router haben dagegen heute Telefonanschlüsse und ein DSL-Modem an Bord. Stattdessen sollten Nutzer das Modem ihres Providers weiterbenutzen und den neuen Router daran anschließen. Hat das alte Modem ein eigenes, schlechteres WLAN, wird es besser abgeschaltet - ansonsten kommen sich die Netzwerke womöglich gegenseitig in die Quere.