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Do., 07.08.2014

Arminia kämpft und hält die Null – Spielerisch kann der DSC in Chemnitz aber nicht überzeugen Mit Biss, ohne Glanz

Der Bielefelder Peer Kluge kämpft gegen Sebastian Glasner vom Chemnitzer FC um den Ball.

Der Bielefelder Peer Kluge kämpft gegen Sebastian Glasner vom Chemnitzer FC um den Ball. Foto: Thomas F. Starke

Von Sebastian Bauer

Chemnitz (WB). Der große Sprung war es nicht. Einen Schritt zurück zur Normalität hat Arminia Bielefeld mit dem 0:0 beim Chemnitzer FC gemacht. So ganz schüttelte der Drittligist das 1:5-Debakel gegen Halle damit noch nicht aus den Kleidern, nahm aber immerhin eine Portion Selbstvertrauen mit zurück.

Es gab Erkenntnisse, die Mut für die anstehenden Aufgaben machen. Vor allem die Bielefelder Abwehr stand stabil. Erstmals kassierte der DSC in dieser Saison kein Gegentor. Zudem ließen sich die Arminen weder durch Christian Müllers Verletzung (Prellung des Kiefergelenks, Einsatz am Samstag gegen Osnabrück ungewiss), noch durch die überzogene Gelb-Rote Karte für Peer Kluge entmutigen.

Fortschritt im Gegensatz zum Halle-Schock

Statt sich – wie in vielen Szenen gegen Halle – aufzugeben, haute die Elf von Trainer Norbert Meier zumindest in der zweiten Halbzeit alles raus, was ihr zur Verfügung stand. »In der letzten halben Stunde hat sich die Mannschaft in Unterzahl toll reingeschmissen und sich den Punkt verdient. Auch, weil wir sehr diszipliniert gestanden haben«, lobte Meier. Kapitän Fabian Klos war nicht weniger zufrieden mit sich und den Kollegen: »Wir haben gut gearbeitet und gut verschoben – von vorne bis nach hinten. Im Gegensatz zu Samstag war das eine ganz andere Arminia-Mannschaft.«

Das alles war ein Fortschritt im Gegensatz zum Halle-Schock. Am Maßstab, mit dem sich der Zweitligaabsteiger in dieser Saison messen lassen muss, ändert das nichts. Gegen den »haushohen Favoriten« hätten die Chemnitzer einen mehr als verdienten Punkt geholt. So gab es der Chemnitzer Stadionsprecher den Arminen nach dem Abpfiff mit auf dem Weg in die Kabine – der schadenfrohe Unterton war nicht zu überhören. Das verdeutlicht: Egal wo der DSC bisher aufgetreten ist und auftreten wird, als Favorit ist er abgestempelt.

Kämpferisch war alles gut

Mit Verstärkungen wie Kluge, Florian Dick, Daniel Brinkmann, Sebastian Schuppan oder Alexander Schwolow und etablierten Kräften wie Fabian Klos oder Christian Müller will man eben nicht um Platz sechs bis zwölf spielen. Mit diesem Personal strebt Arminia, wenn auch ungern von den Verantwortlichen ausgesprochen, nach einem höheren Ziel, das zukünftig gerne wieder zweitklassig sein darf. Ein kämpferisch überzeugendes 0:0 in Chemnitz geht nach einem 1:5 gegen Halle in die richtige Richtung. Das Dargebotene ist aber dennoch weit davon entfernt, was die Verantwortlichen sich von dieser Mannschaft versprechen.

»Wichtig ist, was du aus einem Spiel wie gegen Halle mitnimmst. Kämpferisch war gegen Chemnitz alles gut. Wir haben dagegen gehalten. Spielerisch liegt noch vieles im Argen, das wir verbessern müssen«, gestand Sebastian Schuppan. Frei nach Schuppan könnte man diese Worte so deuten: den roten Faden findet der DSC zu selten.

Keine Torgefährlichkeit in der zweiten Halbzeit

Dass die Abwehr in Chemnitz ihrem Namen wieder gerecht wurde, konnte nicht darüber hinweg täuschen, dass dem Drittligisten bei der Gestaltung des Spiels zu wenig einfällt. Tempowechsel, Überraschungsmomente, Offensivaktionen: Noch geizt der große Ligafavorit mit Schmankerln. Eine Chance von Christoph Hemlein (15. Minute), viel mehr klare Möglichkeiten erspielten sich die Gäste nicht. »Vor allem in der zweiten Halbzeit ist uns die Torgefährlichkeit abhanden gekommen«, sagte Schuppan.

Zielstrebiger zogen die Chemnitzer ihr Ding durch, als Fabian Stenzel aus 20 Metern aufs DSC-Tor feuerte (21.), Reagy Baah Ofosu an Bielefelds Torwart Schwolow scheiterte (36.) und Nils Röseler knapp vorbei köpfte (65.). Über einen Rückstand hätten sich die Ostwestfalen nicht beschweren dürfen. »Wir wissen, dass wir als Mannschaft noch weiter zusammenrücken müssen. Dafür haben wir gegen Chemnitz den ersten Schritt gemacht«, erklärte Innenverteidiger Stephan Salger. Druck spüre man deshalb nicht. Klos: »Das alles kommt nur von außen. Wir selber machen uns überhaupt keinen Druck.«

Statistik

Chemnitz: Pentke - Conrad, Endres, Röseler, Poggenberg - Stenzel, Lais - Türpitz, A. Fink, Ofosu (85. Mauersberger) - Glasner (75. Ziereis)
Arminia: Schwolow - Dick, Börner, Salger, Schuppan - Strifler, Kluge - Hemlein, Müller (51. Hille), Mast (66. Brinkmann) - Klos (90. Testroet)
Schiedsrichter: Robert Schröder (Hannover)
Zuschauer: 6834
Gelbe Karten: Lais - Schwolow, Mast, Klos
Gelb-Rote Karte: / - Kluge (64.)

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