1:2 gegen Osnabrück – Arminia-Trainer Meier rechnet mit seiner Mannschaft ab – mit Kommentar
Lethargisch, körperlos, schlecht

Bielefeld (WB). Diese Mannschaft schreibt Geschichte: Erst kassiert Arminia mit dem 1:5 gegen Halle die höchste Heimpleite in einem Ligaspiel seit 27 Jahren. Eine Woche später verliert der DSC gegen den VfL Osnabrück das erste Derby gegen die Niedersachsen seit 28 Jahren. Und das auch noch völlig verdient.

Montag, 11.08.2014, 13:00 Uhr aktualisiert: 12.08.2014, 07:07 Uhr
1:2 gegen Osnabrück – Arminia-Trainer Meier rechnet mit seiner Mannschaft ab – mit Kommentar : Lethargisch, körperlos, schlecht
Auch gegen den VfL Osnabrück kann Arminia Bielefeld nicht überzeugen. Hier vergibt Fabian Klos vor dem gegnerischen Tor eine Chance. Foto: Thomas F. Starke

Nach dem 1:2 (1:2) steht fest: Der Saisonstart des Fußball-Drittligisten ist gründlich misslungen. Mickrige vier Punkte hat Aufstiegsaspirant Arminia aus den ersten vier Spielen geholt – viel zu wenig für die eigenen Ansprüche. Trainer Norbert Meier stellte seinen Spielern ein desaströses Zeugnis aus: »Wir waren lethargisch. Wir haben dieses Derby in der ersten Halbzeit körperlos, wirklich körperlos gespielt. Wenn ich mir die Laufarbeit und Aggressivität der beiden Osnabrücker Stürmer angucke, können wir uns davon eine Scheibe abschneiden. Die Leistung in der ersten Halbzeit war sehr, sehr schlecht.«

Saisonstart gründlich misslungen

Hätte Pascal Testroet nicht zwei Minuten vor der Pause eher zufällig den Ball zum Anschlusstor über die Linie gebracht, wäre das Pfeifkonzert der 16 542 Zuschauer noch viel lauter ausgefallen. Meier ging mit seiner Kritik auch ins Detail. »Allein wenn ich mir die Entstehung des 0:2 angucke: Wir wussten, dass Thee weit einwerfen kann und weisen die Spieler auch darauf hin.« Trotzdem fällt der Treffer genau so. Meier: »Da fragt man sich: Wieso fahren wir vorher überhaupt noch in andere Stadien und gucken uns den nächsten Gegner an?«

Das Abwehrverhalten vor beiden Osnabrücker Treffern war desolat. Beim ersten (23. Minute) entwischte VfL-Angreifer Stanislav Iljutcenko Verteidiger Julian Börner, der die Situation viel zu spät erkannte und bei Iljutcenkos Heber über Torwart Alexander Schwolow nur noch zusehen konnte. Beim zweiten Tor (33.) drehte sich Iljutcenko nach Stephan Thees Einwurf mit dem Rücken zum Tor stehend um Börner herum und schoss aus elf Metern ins Tor. Fehler, die die Arminen mangels Durchschlagskraft in der Offensive nicht mehr korrigieren konnten. Denn obwohl Bielefeld nach der Pause klar feldüberlegen war, sprang für die Ostwestfalen nur noch eine echte Torchance heraus. Nach guter Vorarbeit von Sebastian Schuppan schoss Fabian Klos aus kürzester Entfernung vorbei (63.). »Den kratzt er sich selbst von der Linie«, kritisierte Meier

Nicht als Kollektiv aufgetreten

Passgeber Schuppan meinte: »Es liegt nicht an einzelnen Spielern. Wir sind wieder nicht als Kollektiv aufgetreten.« Wie sein Coach fand auch der Neuzugang aus Dresden drastische Worte: »Das ist alles mehr oder weniger Zufall. Wir schlagen lange Bälle, und vorne hilft der liebe Gott. Aber darauf können wir uns nicht verlassen.« Und: »Jetzt haben wir eine Woche Zeit, um an unseren Schwächen zu arbeiten – und das sind ziemlich viele im Moment.«

Am Sonntag, 16 Uhr, empfängt Arminia den Zweitligisten SV Sandhausen (gestern 1:1 gegen Kaiserslautern) zum Erstrundenspiel im DFB-Pokal. »Dann sind wir der Underdog. Vielleicht hilft es uns mal, wenn wir nicht in der Favoritenrolle sind, denn damit können wir im Moment nicht umgehen«, sagte Schuppan: »Alle haben uns in den Himmel gelobt. Da ist der Weg zum Fallen weit. Und das spüren wir gerade.«

Alternativen fehlen

Meier begründete die Niederlage auch mit den »wenigen Variationsmöglichkeiten. Es fehlen uns die Alternativen, um etwas zu verändern.« Der DSC sucht einen zusätzlichen Angreifer, beklagt zudem die verletzungsbedingten Ausfälle von Tom Schütz und Felix Burmeister. Überdies, so Meier, mangele es vielen gesunden Spieler noch an der nötigen Fitness. Schuppan: »Wir sind sicher noch nicht eingespielt. Automatismen funktionieren wenig bis gar nicht. Aber das liegt an uns. Der Trainer kann vorher erzählen, was er will. Wir müssen es umsetzen, aber wir kriegen es momentan einfach nicht auf den Rasen.«

Anschauungsunterricht in Sachen Kampf und Leidenschaft lieferte Osnabrück. Gästetrainer Maik Walpurgis nannte den ersten Saisonsieg seines VfL einen »Knotenplatzer« und ergänzte: »Unser Sieg ist verdient.« Und ob.

Statistik

Bielefeld: Schwolow - Dick, Börner, Salger, Schuppan - Strifler, Brinkmann (35. Müller) - Hemlein, Testroet, Mast (65. Hille) - Klos

Osnabrück: Lehmann - Thee (69. Kandziora), Pisot, Grassi, Dercho - Salem, Groß - Feldhahn, Hohnstedt - Iljutcenko, Menga (65. Freiberger)

Schiedsrichter: Sippel (München)

Zuschauer: 16.542

Tore: 0:1 Iljutcenko (23.), 0:2 Iljutcenko (33.), 1:2 Testroet (43.)

Gelbe Karte: Brinkmann / Iljutcenko, Thee, Feldhahn, Groß, Salem

Gelb-Rot: - / Salem (90.+5, wiederholtes Foulspiel)

Rote Karte: Müller (90.+4, übertriebene Härte) / -

Kommentare

Micha  schrieb: 13.08.2014 11:10
Konstruktive Kritik gerne...
Die Kommentare hier sind ja noch blinder als bei der NW.

@Werner: Anscheinend haben Sie die Saison unter Christian Ziege und Ewald Lienen verpasst. 17 Punkte nach 34 Spielen. Das sind 0,5 pro Spiel. Legen Sie sich wieder hin. Die Kritik an Börner und Brinkmann ist berechtigt. Dennoch hätte ich die Kritik bitte unmittelbar beim Transfer gehört und nicht erst jetzt. Nachher meckern ist immer einfach. Die Kritik an Klos ist einfach nur peinlich. Der Mann hat 20 Tore in Liga 3 geschossen. Wahrscheinlich weil er sich selbst nur im Weg stand... Gute Nacht.

@exfan: Meier hat die Einstellung der Spieler und nicht die körperliche Fitness kritisiert. Natürlich ist er verantwortlich für das, was auf dem Rasen passiert. Und in den nächsten 2 Heimspielen muss die Mannschaft und auch er liefern.

@Martin Rohwer: Sie nehmen also 4 Spiele, um sich ein abschließendes Urteil über eine Mannschaft zu bilden, die in der Startelf aus 7 von 11 neuen Spielern besteht. Ein echter Fachmann. Kommen Sie aus München?

Frust ist verständlich. Destruktives Gesülze hilft keinem!
dscwerner  schrieb: 12.08.2014 12:20
ich gehe seit 1978 zur Alm aber so etwas habe ich noch nicht erlebt. Börner und Brinkmann haben ca. 2 Jahre nicht gespielt müssen auf die Bank. Propheter rein. Klos ein Formtief ? Ein Witz der war noch nie besser hat in seiner ersten Saison nur oft im Weg gestanden. 4 Spiele 1Tor 1 Pfostenschuß 2 versuche einen Elfer zu schienden und Testroet eine klare Torchance geklaut. Der Mann muß auf die Tribüne.
exfan  schrieb: 12.08.2014 10:43
Da fragt man sich doch, wer für die körperliche Fitness und die Einstellung der Spieler zuständig ist.Hat man auch selten' das ein Trainer seine eigene schlechte Arbeit öffentlich kritisiert, und sich damit selbst ein Armutszeugnis ausstellt
Martin Rohwer  schrieb: 11.08.2014 21:57
Wenn die Mannschaft nicht gut spielt, kann das nur zwei Gründe haben: Entweder der Trainer ist nicht in der Lage, ein motiviertes Team zu formen, oder der Manager hat Leute eingekauft, die nicht über die nötige spielerische Qualität verfügen. Oder beides. Und da es nicht danach aussieht, dass sich an der aktuellen Situation etwas ändert, gibt es für Meier und Arabi ja nur eine Konsequenz.
Hans  schrieb: 11.08.2014 15:27
TUCHEL - JETZT!!
5 Kommentare
Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2666984?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2536432%2F
Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann ist tot
Thomas Oppermann im März vergangenen Jahres im Bundestag.
Nachrichten-Ticker