Seit dem Pokalsieg über Sandhausen vertraut Arminias Trainer Meier seinem Glücks-Outfit
Sieben Spiele, eine Strickjacke

Bielefeld (WB). Ist da etwa Magie im Spiel? Seit dem 4:1 im DFB-Pokal gegen den Zweitligisten SV Sandhausen am 17. August trägt Arminia Bielefelds Trainer Norbert Meier immer dieselbe Strickjacke und auch dasselbe hellblaue Hemd. Und seitdem ist der Fußballdrittligist unbesiegt.

Samstag, 20.09.2014, 06:00 Uhr
Seit dem Pokalsieg über Sandhausen vertraut Arminias Trainer Meier seinem Glücks-Outfit : Sieben Spiele, eine Strickjacke
Foto: Thomas F. Starke

Eine Woche vor der Pokalpartie hatte Arminia das Ligaheimspiel gegen Osnabrück 1:2 verloren – Meier trug ein dunkelblaues Hemd mit Brusttasche – und stand mit vier Punkten aus vier Partien nicht gut da. Doch seit dem Pokalsonntag läuft es. Dem 4:1 gegen Sandhausen folgten in der Liga fünf Spiele mit vier Siegen und einem Remis, Arminia preschte auf Tabellenplatz 3 vor. Zwischendrin wurde auch das Erstrundenduell im Westfalenpokal gegen den Regionalligisten Rödinghausen 1:0 gewonnen. Auch da trug Meier seine neue Glückskleidung, die er auch an diesem Samstag beim Spiel in Rostock (14 Uhr) wieder anziehen dürfte.

Hang zum Aberglauben

Seinen Hang zum Aberglauben hatte der Trainer bereits in der Vorsaison offenbart. Während der Bielefelder Aufholjagd im Endspurt fanden Interviews schon mal exakt am selben Platz wie in der Woche zuvor statt. Und auch einen dunkelblauen Pullover trug Meier damals öfter. »Ich bin so«, erklärte er zu seinem Aberglauben. In der Vorsaison half das alles nichts, Arminia stieg ab. Aber wer weiß, vielleicht hilft ja die jetzige Glückskleidung beim Unternehmen Wiederaufstieg?

Latteks Pullover, Müllers Schuhe

Meier ist bei weitem nicht der erste und einzige im Profifußball, der abergläubisch ist. Berühmtheit erlangte der blaue Strickpulli, den Udo Lattek in der Saison 1987/88 trug. Der damalige Manager des 1. FC Köln hatte das warme Stück trotz sommerlicher Temperaturen bei einem 1:1 der Kölner in Karlsruhe an und von da an 14 Spieltage lang – bis zur ersten Niederlage. Gerd Müller lief in seiner Karriere meist in viel zu großen Schuhen auf. Statt in seiner Größe 38 traf Müller in Größe 41. So könne er sich besser drehen. Der Erfolg gab ihm recht.

Bei der WM 1998 geriet es zum Ritual, dass Frankreichs Abwehrchef Laurent Blanc vor jedem Spiel die Glatze von Torwart Fabien Barthez küsste. Die Franzosen küssten und spielten sich bis zum Titelgewinn. Bis heute ist das ihr einziger, obwohl der spätere Nationaltrainer Raymond Domenech nichts unversucht ließ und sogar die Sternzeichen der Spieler berücksichtigte, um die perfekte Aufstellung zu finden. Von Skorpionen hielt Domenech nichts: »Die bringen sich am Ende alle um.«

Geweihtes Wasser

Kaum weniger kurios waren die Versuche von Italiens Nationalcoach Giovanni Trapattoni, während der WM 2002 das Schicksal auf die italienische Seite zu ziehen. »Trap« verspritzte geweihtes Wasser, das er von seiner Schwester, einer Nonne, geschenkt bekommen hatte. Italien schied im Achtelfinale gegen Südkorea aus.

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