Armine Hornig sieht sich im Soll – Lehramtsstudium so gut wie beendet
Das Comeback rückt näher

Bielefeld (WB). Das Zuschauen fällt schwer, Manuel Hornig brennt auf sein Comeback bei Arminia Bielefeld. Seit dem 16. März kann der Fußballprofi seinem Beruf nicht mehr nachgehen. Ein Kreuzbandriss zwang ihn zur langen Pause, in der Hornig auch die Karriere nach der Karriere vorangetrieben hat.

Samstag, 11.10.2014, 15:50 Uhr aktualisiert: 14.10.2014, 12:10 Uhr
Lange Leidenszeit: Manuel Hornig hofft, in Kürze wieder ins Mannschaftstraining bei Arminia einsteigen zu können. Foto: Thomas F. Starke

Der 31-Jährige gehört zu den Fußballern, die sich frühzeitig um ein zweites Standbein gekümmert haben. Hornig hat Sport und Geographie auf Lehramt studiert. Zehn Prüfungen mussten abgelegt werden, acht hat er teilweise »richtig gut« bestanden, auf die Ergebnisse der letzten beiden wartet er ungeduldig. »Es kann nicht mehr lange dauern«, sagt Hornig, der zuversichtlich ist, aber »noch keine Glückwünsche« annehmen möchte.

Fußball hat Priorität

Geht nichts mehr schief, könnte sich Hornig nach einem Referendariatsplatz umsehen. Doch das wird der Innenverteidiger der Arminen erst mal nicht machen. »Fußball hat Priorität. Aber mit dem Studium habe ich vorgesorgt, sollte ich später keinen Platz im Fußball finden«, erklärt Hornig.

Erst mit 22 Jahren ist der gebürtige Südpfälzer Profi geworden. »Bis dahin hatte ich schon ein paar Scheine an der Uni gemacht.« Und auch als Fußballer hat er weiter studiert. »Ich war in Mainz eingeschrieben, und meine Vereine waren zunächst im Umkreis«, sagt Hornig und verweist auf seine Stationen Offenbach, Kaiserslautern und Koblenz. Von dort wechselte er 2011 nach Bielefeld.

Am 16. März dieses Jahres, beim Zweitligaspiel des DSC in Sandhausen (0:1), passierte das Unglück in der 31. Minute. Hornig verletzte sich und wurde vom Feld getragen. Die spätere Diagnose bestätigte den schlimmen Verdacht auf einen Kreuzbandriss. Der Operation folgten die Reha-maßnahmen, die andauern. »Ich bin zufrieden, wir sind im Soll. Größere Rückschläge hat es bisher nicht gegeben«, sagt Hornig, der zuvor noch nie so lange verletzt war. Ohne den Abwehrchef scheiterte der DSC in der dramatischen Relegation gegen Darmstadt.

Die Trainingsanteile auf dem Fußballplatz sollen nun immer größer werden, die im Rehabilitationszentrum kleiner. Er hofft, bald wieder ins Mannschaftstraining einsteigen zu können. »Ich will aber keinen Termin nennen, um mich nicht selbst unnötig unter Druck zu setzen. Aber ich bin nicht mehr allzu weit weg«, ist der 31-Jährige sicher.

Die 2. Liga ist das große Ziel

Hornig kann es kaum erwarten, wieder auf dem Platz zu stehen. Er will wieder mittendrin sein. »Auch mein großes Ziel ist die 2. Liga«, sagt er. Arminia liege als Tabellendritter derzeit sehr gut im Rennen, »aber es ist erst ein Drittel der Saison vorbei«. Gleichwohl habe auch ihn die Leistung der Mannschaft zuletzt gegen Dynamo Dresden (4:1) beeindruckt. »Da freut man sich auf der Tribüne natürlich mit, auch wenn es schade ist, wenn man nicht selbst mitspielen kann«, verrät der Vater eines 14 Monate alten Sohnes.

Ungeachtet der schlimmen Verletzung wolle er »noch so lange wie möglich Fußball auf höchstem Niveau spielen. Und nach der Karriere weiter vom Fußball leben zu können, wäre ein Traum.« Das Sportstudium prädestiniere ihn aus seiner Sicht sozusagen für eine Tätigkeit im Fußballkosmos. »Ich möchte nach meiner Laufbahn lieber Trainer als Lehrer sein«, sagt Hornig.

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