Der Wechsel von Arminia-Physio Schweika nach Berlin verursachte Wirbel – jetzt ist er zurück
»Einer der Besten seines Fachs«

Bielefeld (WB). Für Spieler überweisen Fußballklubs bisweilen horrende Beträge, um sie von anderen Klubs loszueisen. Auch Trainer kosten Geld, wenn sie aus Verträgen herausgekauft werden. Dass für Physiotherapeuten eine Ablösesumme gezahlt wird, ist ungewöhnlich.

Montag, 27.10.2014, 23:09 Uhr aktualisiert: 28.10.2014, 10:52 Uhr
Der Wechsel von Arminia-Physio Schweika nach Berlin verursachte Wirbel – jetzt ist er zurück : »Einer der Besten seines Fachs«
In tragender Rolle beim DSC: Chefphysiotherapeut Michael Schweika (rechts) mit Arminia-Profi Tom Schütz. Foto: Thomas F. Starke

Im Fall von Arminia Bielefelds Michael Schweika machte Hertha BSC vor gut zwei Jahren eine Ausnahme. 20.000 Euro sollen die Berliner im Sommer 2012 angeblich nach Bielefeld überwiesen haben. Herthas Buhlen um Schweika und dessen Wechselwunsch hatten damals für einige Verstimmung bei Arminia gesorgt. Die Saisonvorbereitung beim aufstiegsambitionierten Drittligisten hatte bereits begonnen, sein Weggang brachte die Planungen durcheinander. Es entwickelte sich eine regelrechte Schlammschlacht. Nicht viele Physiotherapeuten können von sich behaupten, es in Berlin und Bielefeld großflächig in die Boulevardblätter geschafft zu haben.

Rückkehr zum DSC im vergangenen Sommer

Schweika hätte damals gern darauf verzichtet. Heute aber kann er entspannt über die Affäre plaudern. In diesem Sommer ist er als Chefphysiotherapeut zum DSC zurückgekehrt und erklärt: »Auch wenn damals vieles nicht so glücklich gelaufen ist, ist der Kontakt zu Arminia nie abgerissen. Ich habe mich mit den Verantwortlichen ausgesprochen und wir haben die Probleme aus der Welt geräumt.«

Auch Bielefelds Sportchef Samir Arabi ist froh, dass die Differenzen beigelegt werden konnten: »Michael zählt in Fußball-Deutschland zu den Besten seines Fachs. Nicht umsonst haben die Herthaner damals so einen Aufwand betrieben, um ihn zu bekommen. Wir haben nicht vor, ihn noch einmal ziehen zu lassen.«

Die Berliner hätten Schweika, der in Bielefeld und Herford Inhaber mehrerer Fitnessstudios ist, gern über dessen Vertragsende am 30. Juni 2014 hinaus als ihren Chefphysiotherapeuten behalten. Ein Angebot lag vor. Doch der 39-Jährige (verheiratet, drei Kinder) wollte zurück in die Heimat, zurück zu seiner Familie – und zu Arminia. Nicht jedem in der Hauptstadt sei seine Sehnsucht nach Ostwestfalen sofort verständlich zu machen gewesen. Doch Schweika war fest entschlossen, auch wenn die vergangene Bundesligasaison nach dem Berliner Aufstieg 2013 »eine Wahnsinnsgeschichte« gewesen sei.

Wiedersehen unter Freunden gegen Hertha

»Ich war froh, meinen kleinen Teil dazu beigetragen zu haben«, sagt Schweika. Ein Parameter, an dem sich Physiotherapeuten messen lassen müssen, ist die Verletztenquote. Und »die war sehr gut«, sagt Schweika, der sich nach intensiver Zusatzausbildung Osteopath und »Master of science« nennen darf. Das ist der höchste akademische Abschluss, der in diesem Arbeitsbereich möglich ist.

Am Dienstag (19 Uhr) kommt es zwischen Schweika und der Hertha im DFB-Pokalspiel auf der Alm zu einem Wiedersehen unter Freunden. Schon am Abend der Auslosung seien auf seinem Handy Nachrichten im Sekundentakt von Spielern und Mitarbeitern der Hertha eingegangen. »Dass es so schnell zum Wiedersehen kommt, hätte ich nicht gedacht«, sagt Schweika. Doch auch wenn er bei Hertha eine tolle Zeit hatte und die Berliner es nicht ganz so gerne lesen werden, betont er doch ganz klar: »Ich hoffe, dass wir mit Arminia erfolgreich sein werden.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2835789?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2536432%2F
Geheimdienste sollen WhatsApp & Co. mitlesen dürfen
Die WhatsApp-Plattform wird von mehr als zwei Milliarden Menschen weltweit genutzt.
Nachrichten-Ticker