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So., 18.01.2015

DSC-Trainer Norbert Meier im Interview »Wir haben es selbst in der Hand«

Arminias Trainer Norbert Meier beobachtet das Training seiner Spieler im türkischen Belek.

Arminias Trainer Norbert Meier beobachtet das Training seiner Spieler im türkischen Belek. Foto: Thomas F. Starke

Belek (WB).  Am Samstag ging es für die Drittliga-Fußballprofis von Arminia Bielefeld zurück in die Heimat. Vor dem Kofferpacken nahm sich Trainer Norbert Meier Zeit und sprach mit WESTFALEN-BLATT-Redakteur Dirk Schuster über...

...die beiden Winterzugänge Manuel Junglas und Koen van der Biezen:

»Das sind zwei Spieler, die wir nicht für die Breite geholt haben. Der Kader ist größer und qualitativ hochwertiger geworden. Wir sind mit 24 Feldspielern in Belek – und Manuel Hornig, der in Bielefeld in der Reha ist, ist noch gar nicht mit dabei. Das heißt, es wird einige Spieler treffen, die, wenn es losgeht, gar nicht im Kader sind. Momentan sind alle hochmotiviert, weil sie sich Chancen ausrechnen. Für einen Trainer ist das die schönste Zeit. Aber wenn das erste Spiel näherrückt, und der eine oder andere merkt, dass es eng werden könnte, fängt es eigentlich erst an, interessant zu werden.«  

...den Stammplatz von Fabian Klos:

»Fabian weiß, dass wir neben ihm und Pascal Testroet noch einen Stürmer brauchten. Aber wir haben Koen van der Biezen nicht geholt, um Fabian jetzt ständig auf die Bank zu setzen.«

...Einzelgespräche nach dem Abendessen:

»Ich mache es im Trainingslager immer so, dass ich mit jedem Spieler ein paar Minuten rede und auch frage, wie er seine Situation sieht. In den allermeisten Fällen schätzen die Spieler ihre Situation gut ein. Das bedeutet nicht, dass es nicht auch mal unterschiedliche Ansichten geben kann. Das sind ja alles mündige Jungs. Aber Sie wissen ja, dass die Aufstellung immer der subjektiven Objektivität des Trainers unterliegt.«

...sein Verhältnis zu den Spielern:

»Ich denke schon, dass die Spieler mir vertrauen. Ich gehe sehr ehrlich mit ihnen um und bin nicht der Typ, der drumherum redet. Die Spieler können offen mit mir reden, aber es gibt gewisse Rahmenbedingungen. Einzelschicksale können nicht in einer Mannschaftssitzung besprochen werden. Da würde ich immer zu jedem sagen, komm zu mir rein, wenn etwas ist. Und die Spieler kommen auch – der eine häufiger, der andere seltener.«

...Gewinner dieses Trainingslagers:

»Ich finde, dass die Mannschaft insgesamt sehr konzentriert gearbeitet hat. Mir hat gefallen, dass Jerome Propheter eine sehr gute Halbzeit gegen Mönchengladbach gespielt hat. Und ich habe Freude daran, dass der kleine Mittelfeldspieler Marco Hober aus der U23 hier richtig gut dabei ist.«

...seine Treue zum 4-2-3-1-System:

»Es ist nicht so, dass ich auf ein System festgelegt bin. Ich schaue mir den Kader an und entscheide dann, was wir spielen können. Wenn wir mit Raute im Mittelfeld spielen würden, hätten wir zwar Platz für zwei Spitzen, könnten unsere Außenbahnspieler aber nach Hause schicken. Dennoch bin ich froh, dass wir ein bisschen variabler geworden sind und auch mal in ein anderes System wechseln können, was wir hin und wieder im bisherigen Saisonverlauf aber ja auch schon gemacht haben.«

...die Serie von fünf Siegen ohne Gegentor vor der Winterpause:

»Damit ist es uns gelungen, uns ein bisschen abzusetzen. Aber wir dürfen uns jetzt nicht darauf ausruhen. Wir müssen an uns glauben – aber wir müssen auch wissen, dass der Erfolg nicht von ungefähr gekommen ist. Vom Umfeld werden wir in gewisse Positionen gehoben, da können wir uns nicht gegen wehren. Aber ich persönlich kann damit nichts anfangen. Ich muss auf das Elementare gucken, und das ist die tägliche Arbeit mit der Mannschaft. Da gilt es, die Konzentration und Leistungsbereitschaft hochzuhalten und für ein gutes internes Klima zu sorgen.«

...das erste Punktspiel im neuen Jahr am 31. Januar in Osnabrück:

»Es geht richtig gut los für uns. Jeder wird darauf aus sein, uns zu schlagen, auch Osnabrück. Das Spiel muss nicht komplett richtungsweisend sein, aber ein guter Einstieg wäre schon sehr gut. Wir haben alles selbst in der Hand.«

...das Pokal-Achtelfinale gegen Werder Bremen am 4. März:

»Ich habe ja schon oft genug gegen diesen Gegner gespielt, sowohl als Profi als auch als Trainer. Aber Bremen ist natürlich immer eine besondere Station für mich. Ich habe dort meine Profikarriere begonnen, habe zehn Jahre dort spielen dürfen, bin Deutscher Meister und Nationalspieler geworden. Das hat einen besonderen Charakter. Ich habe vorher schon zu meiner Frau gesagt, dass das Pokallos nur Werder Bremen heißen kann. Sie hat gesagt ›Norbert, du spinnst‹. Manche träumen die Lottozahlen, ich habe eben gesagt, wir spielen gegen Werder. Bremen ist klarer Favorit. Doch wir wissen, wie wir uns wehren können. Aber bis März ist ja auch noch etwas Zeit.«

...die Möglichkeit, seinen Erfolg als Trainer von Fortuna Düsseldorf, mit der er von der 3. in die 1. Liga durchmarschierte, mit Arminia zu wiederholen:

»Unsere Mannschaft hat nach dem Abstieg im Sommer eine gute Entwicklung genommen. Arminia ist genau wie Fortuna ein Traditionsverein. Alles ist möglich. Aber das geht nur Schritt für Schritt und lässt sich auch nicht wirklich prognostizieren. Erst einmal möchte ich dabei helfen, das, was im Sommer schiefgegangen ist, wieder geradezurücken und Arminia wieder in geordnete Bahnen zu bringen.«

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